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Protest gegen Barroso in Dresden

barrosoDirk Taphorn hat mir eben rübergerufen, es gebe kein besseres Barometer für den Zeitgeist als die Verleihung irgendwelcher Preise und Orden. So ist es auch in Dresden. Am Freitag bekommt der Präsident der Europäischen Kommission, José Manuel Barroso, der bereits Ehrendoktor der TU Chemnitz ist, den St. Georgs Orden des SemperOpernballs verliehen.

Neben Barroso werden Thomas Gottschalk und Udo Jürgens in der Kategorie Kultur ausgezeichnet, Catherine Deneuve und Silvia von Schweden für ihr soziales Engagement geehrt und den Sonderpreis erhalten „alle Dresdner“, aber nur die Oberbürgermeisterin darf den Preis entgegennehmen.

Im letzten Jahr ging der Politik-Preis übrigens ebenfalls mit Jean-Claude Juncker an einen EU-Bürokraten. Nach der Verleihung des Friedensnobelpreises an die EU und „alle Europäer“ im Jahr 2012 scheint es im Trend zu liegen, die EU und ihre Repräsentanten zu ehren.

Es gibt diesmal nur einen Spielverderber: die Alternative für Deutschland (AfD). Die sächsische Vorsitzende Frauke Petry und die Kreisverbände Dresden und Bautzen haben eine Protestaktion für Freitag angekündigt. Ab 17 Uhr wollen die AfDler zwischen Hofkirche und Semperoper gegen die Preisverleihung protestieren.

Petry betont dazu: „EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso ist denkbar ungeeignet, in diesem Jahr eine wie auch immer geartete politische Auszeichnung zu erhalten. Er steht nicht für ein Europa der Vaterländer und der Vielfalt, für ein Europa souveräner Nationalstaaten, wie es die AfD fordert. Barroso steht für einen bürokratischen EU-Superstaat, der die Menschen bevormundet und der immer mehr Gesetze und Regeln schafft, die immer mehr von der Lebenswirklichkeit der Menschen entfernt sind. Er ist mitverantwortlich für eine vollkommen verfehlte Euro-Rettungspolitik, die unseren Kontinent eher spaltet als zusammen führt. Damit verrät er den Grundgedanken der Europäischen Idee.“

(Bild: Barroso / European People’s Party / Wikipedia / CC)

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1 Kommentar

  1. ichsagnichtja

    Letztendlich interessiert es die Sachsen nicht, wer denn nun dort ausgezeichnet wird, viele kennen den Namen Barrosa nicht einmal. Die Menschen kapseln sich immer mehr von der großen Politik ab. In der sächsischen Presse tauchte die Gegenaktion der AfD nicht auf (nur in der BILD).

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