Anstoß

„Religion“ ohne Gott: Ein zeittypisches Phänomen

Wir leben in einer Zeit, in der es vollkommen normal ist, an Nichts zu glauben. Nicht an Gott, nicht an irgendwelche metaphysischen Zusammenhänge, geschweige denn an einen wie auch immer gearteten Sinn des Lebens. Zurück bleibt der individualisierte Einzelmensch.

Das kurze „sinnlose“ Leben mit möglichst viel Spaß und guter Laune füllen – das ist sein Ziel. Gedanken machen über das, was nach ihm kommt, braucht er sich nicht. Schließlich ist das Ende seines eigenen Lebens auch das absolute Ende seines eigenen Mikrokosmos, der für den Massenmenschen des 21. Jahrhunderts die ganze Welt bedeutet. Der Gedanke, er könnte Teil eines größeren Ganzen sein, kommt ihm nicht oder scheint ihm zutiefst abwegig.

Dies bekommen die Menschen schließlich fast allerorten eingeredet. Eine dekadente und verwahrloste Konsumgesellschaft, in der jeder immerzu fröhlich und heiter gestimmt zu sein hat, ist das Resultat.

Massenevents und Hysterie

Doch diese dem Liberalismus entsprungenen Vorstellungen richten sich gegen die Natur des Menschen. Tief im Inneren weiß ein jeder, dass die absolute „Freiheit“ von Gott, Staat und Volk, wie sie der Liberalismus suggeriert, den Bedürfnissen des menschlichen Geistes nicht gerecht wird. Da der Mensch über einen metaphysischen Trieb verfügt, möchte er sich, ob bewusst oder unbewusst, als Teil von etwas Größerem definieren, er möchte Gemeinschaft erleben und in diesem Rahmen seinem ihm zugewiesenen Platz einnehmen. Er braucht Vorbilder und Helden, nach denen er sich richten kann.

In früheren Zeiten war dieses größere Ganze die Schöpfung Gottes. Die Gemeinschaft der Familie und eine Stufe höher die des Volkes. Die Tätigkeit innerhalb dieses Ordnungsrahmens war der Beruf, heute meist nur noch Job genannt. Und als Helden und Vorbilder fungierten Feldherren, Monarchen und Künstler vom Schlage eines Schillers. Und in erster Linie orientierten sich alle natürlich an den Geboten Gottes.

Heute entfällt dies alles. Heute begreift man sich nicht mehr als Teil der Schöpfung oder einer familiären bzw. nationalen Gemeinschaft, sondern als Teil einer Fanszene des Musikers oder des Sportvereins XYZ. Das Großkonzert oder der Stadionbesuch ersetzen das Gemeinschaftsgefühl. Durch übersteigerte Verehrung und plumpe Nachahmung des nächstbesten Hollywoodstars übertüncht man den eigenen Minderwertigkeitskomplex.

Wege zum Okkultismus

Doch für viele Zeitgenossen reicht dies nicht mehr. Sie wollen sich abwenden vom Materialismus. Aber der Glaube an Gott und seinen Sohn inklusive Kirchgang, Beichte usw. kommt für viele dennoch nicht in Frage. Zu radikal wäre dieser Lebenswandel. Sie wollen zwar die „Gewissheit“ der eigenen Unvergänglichkeit, sich deshalb aber irgendeiner Instanz unterzuordnen, sind sie nicht gewillt. Ihr eigener Herr wollen sie, ganz wie ihre materialistischen Geistesbrüder, weiterhin bleiben. Angesichts dessen ist es in den letzten Jahren zu einer wahren Explosion all dessen gekommen, was man unter dem Begriff des Okkultismus zusammenfassen kann.

Okkultismus leitet sich ab vom lateinischen occultus, was man mit verdecken oder verbergen übersetzen kann. Im übertragenen Sinn werden unter dem Begriff des Okkultismus alle Praktiken und Geistesströmungen zusammengefasst, die eben jene verdeckte Welt entschlüsseln wollen. Gemein ist ihnen allen, dass sie dabei auf einen persönlichen Gott, den sie einmal Rechenschaft ablegen müssen, verzichten. Viel lieber spricht man in diesen Kreisen von kosmischen Kräften oder Gesetzen, denen ohnehin alle unterworfen seien und daher nur noch vom Einzelnen in Erfahrung gebracht werden müssten. Eigene Erfahrungen sammeln, ist hierbei der Weg zum Ziel.

Seelenheil ohne Gott?

Das Grundfundament all jener Strömungen besteht zumeist aus einer obskuren Mischung fernöstlicher Mythologie und der Philosophie einer unsterblichen Seele. Jenes Konzept der unsterblichen Seele muss dem abendländisch christlichen Menschen jedoch vollkommen fremd sein. In der Heiligen Schrift ist weder im Alten noch im Neuen Testament die Rede von einer unsterblichen Seele. Vielmehr bedarf es gemäß der christlichen Überlieferung zufolge der Gnade Gottes, um dem Tod zu entrinnen. Im Epheserbrief lesen wir:

„…aus Gnade seid ihr selig geworden durch den Glauben, und das nicht aus euch: Gottes Gabe ist es, nicht aus den Werken, auf dass sich nicht jemand rühme…“

Hingegen behaupten die Anhänger verschiedenster okkultistischer Strömungen, der Mensch sei von Natur aus selig und unsterblich. Auch der größte Massenmörder, der in Sünde gestorben ist. Bekommt er es in diesem Leben nicht hin, dann hat er halt noch eines, in dem er alles besser machen kann. Die hieraus hervorgegangene Lehre vom Karma wirkt sich auch schon im Diesseits äußerst verheerend aus. Demzufolge hat ein Mensch, der gerade leidet, diese Leid verdient, da er sich im letzten Leben schlecht verhalten hat. Die perfekte „Religion“ für den dekadenten Massenmenschen unserer Zeit.

Irrweg „Sterbeforschung“

Eine weitere Strömung, die dem Okkultismus zwar nicht direkt angehört, aber sehr eng mit ihm verwoben ist, ist die sogenannte Sterbeforschung. Auch dieser Zweig hat in letzter Zeit großes Interesse hervorgerufen. Die Sterbeforschung stützt sich zumeist auf die Untersuchung sogenannter Nahtoderfahrungen. Also „Erfahrungen“ von Menschen, die nach einem Unfall oder einem anderen lebensgefährlichen Zustand den Eindruck hatten, sie seien im Jenseits gewesen. Allein schon durch logisches Denken lassen sich diese Erfahrungen als das entlarven, was sie sind: Sehr starke stressbedingte Träume. Denn was wäre dies für ein allmächtiger Gott, und an diesen glauben wir gemäß christlicher Überlieferung ja, der jemanden erst in den Himmel kommen lässt, nur um ihn dann wieder zurückzuschicken? Nach dem Motto: Sorry, hab´ mich geirrt, kommen Sie in 30 Jahren noch mal wieder?

Davon abgesehen begeht die Sterbeforschung auch einen schwerwiegenden strategischen Fehler. Sie versucht wissenschaftlich etwas zu beweisen, was sich nicht wissenschaftlich beweisen lässt. Gott lässt sich nicht in eine Formel zwängen. Er ist nicht das erste Glied der Kette, sondern der Urgrund all dessen. Von daher muss der Versuch, ein Leben nach dem Tode auf diese Art zu beweisen, früher oder später scheitern. Im Grunde ist die Sterbeforschung schon gescheitert, da es für ihre Lehren keinerlei stichhaltige Beweise gibt.

Und an diesen Beweisen muss man sie messen, da sie sich selbst ja als Wissenschaft versteht. Es fängt schon damit an, dass man sich bis heute noch nicht einmal abschließend darauf geeinigt hat, ab wann ein Mensch tatsächlich als verstorben gilt. Zudem gibt es für alle in diesem Rahmen aufgeführten Phänomene, vom Tunnelerlebnis und des an der Decke Schwebends genügend andere, viel plausiblere Erklärungen.

Die Auswirkungen der Sterbeforschung sind verheerend. Entsteht doch hierdurch der Eindruck, der Mensch könne ohne die Gnade Gottes seinem Tode entrinnen, da er von Natur aus zum ewigen Leben bestimmt sei. Der Weg von der Sterbeforschung bis hin zu dunklen Ritualen wie Totenbeschwörungen ist dann nicht mehr weit.

Die Bibel beinhaltet alle Antworten

Alle hier in aller Kürze aufgeführten Strömungen haben eins gemeinsam: Sie führen den Menschen weg von Gott und suggerieren ihm falsche Heilsvorstellungen. Dabei brauchen wir bei unserer Suche nach Antworten nur das tun, was unseren Vorfahren selbstverständlich war: die Bibel studieren. Das Vertrauen auf die Wahrheit der Worte Jesu ist die einzige Gewissheit, die wir uns verschaffen können. Entweder wir glauben ganz an sie oder gar nicht.

Dem Leser sei zur näheren Vertiefung der hiesigen Thematik das Buch Licht am Ende des Tunnels? Die Wahrheit über das Leben nach den Tod, aus der Feder des bekannten Evangelisten Mark Finley wärmstens empfohlen. Wenn wir das, was wir gemeinhin als Reconquista bezeichnen, in die Tat umsetzen wollen, so muss dem die Neuevangelisierung Deutschlands vorausgehen. Auch all jenen zum Trotze, welche die christliche Lehre an sich und die dem Zeitgeist verfallenden Amtskirchen als solche nicht auseinander halten können oder aus ideologischer Motivation heraus von der judäo-christlichen Falschlehre schwadronieren.

Denn ohne den festen biblischen Ordnungsrahmen werden sich keine nachhaltigen Veränderungen erzielen lassen. Dann würden wir nur an einer anderen Form des Materialismus, einer anderen Art der Dekadenz arbeiten. Und dies kann nicht Sinn und Zweck unserer Bemühungen sein.


2 Kommentare zu “„Religion“ ohne Gott: Ein zeittypisches Phänomen

  1. Es ist erstaunlich, daß soviel in einen Teil des physiologischen Sterbevorganges hineininterpretiert wird (ein rettender Strohhalm?), denn was geschieht mit der Seele nach dem Sterben? Diese Frage bleibt von der Sterbeforschung unbeantwortet.

    Jesus Christus bekräftigte seine Predigten mit Wundern und verlieh ihnen dadurch göttliche Autorität. Diese Wunder belegen die Allmacht Gottes und ohne den Glauben an sie macht die christliche Religion keinen Sinn, historisch und in der Gegenwart.

    Was nur wenige wissen: heute und seit vielen Jahrhunderten treten immer wieder Eucharistiewunder auf, wobei Hostien in Herzmuskelgewebe und Wein in Blut verwandelt wird (siehe z.B. Eucharistic Miracles, Joan Caroll Cruz, 1987). Dies als Zeichen dafür, daß das Abendmahl eben nicht bloß symbolisch zu verstehen ist, sondern den Bund zwischen Gläubigen und Gott erneuert. Die unverweslichen Überreste von Heiligen seit der Spätantike
    (gl. Autorin, 1977, The Incorruptibles) weisen auf das ewige Leben hin. Mit all den Fortschritten in Bioanalytik und Molekularbiologie sollte es ein leichtes sein da einmal einen genaueren Blick drauf zu werfen.

  2. Hängt die Unsterblichkeit der eigenen Seele ausschliesslich mit der Gnade Gottes zusammen? Oder bestimmt nicht der einzelne Mensch, in seiner von Gott gegebenen Freiheit, selber, ob er sündigen will oder nicht? Es ist ihm doch von Gott die Freiheit zur Sünde und zum Unglück gegeben? Als sein Ebenbild hat Gott den Menschen geschaffen, als freies Geschöpf.

    Das »Heilmittel« für die Sünde und das schlechte Gewissen hat Gott uns in der menschlichen Natur mitgegeben: es ist die aufrichtige Reue, zu der jeder Mensch fähig ist. Die Reue reinigt das schlechte Gewissen und lässt einen wieder in der Wahrheit (sprich in Gott) leben. Es ist deshalb gut möglich, dass ein sündiger Mensch in seinen letzten Minuten vor dem Tod seine Sünden aufrichtig bereut und so dennoch – nach dem Purgatorium – die Seligkeit im Himmel erlangt. Bereut er seine Sünden nicht, will er die Wahrheit (Gott) nicht erkennen und wendet sich aus eigenem Willen von Gott ab. Die wirkliche Verdammnis sei das Abwenden der Seele von Gott, lehrt auch die katholische Kirche. Die eigene Seele will nichts von Gott wissen und begibt sich damit auf den Weg in die Hölle. Gott selber liebt jeden Menschen und will das wir gerettet werden vor der Verdammnis. Der einzelne Mensch kann sich diesem geliebt werden Kraft seiner Freiheit aber entziehen und somit sein eigenes Schicksal besiegeln.

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