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Rolle rückwärts von Bernd Lucke

Für das aktuelle Sonderheft der Sezession über »Alternativen für Deutschland« habe ich einen Beitrag über »Politik und Staatstechnik« beigesteuert. Meine These: Die AfD mit Bernd Lucke an der Spitze steht für keinen neuen Politikansatz. Sie will lediglich die schlimmsten Fehler der letzten Jahre beheben. Zwei neue Äußerungen in Interviews von Bernd Lucke lassen nun vermuten, daß er im Zweifelsfall sogar dieses »konservative Minimum« opfern würde.

Gegenüber der FAZ betont der Frontmann der AfD heute:

Die Alternative für Deutschland fordert nicht einen Euroaustritt Deutschlands. Die südeuropäischen Staaten sollen aus dem Euro austreten – das ist der erste wichtige Schritt zur Auflösung des Eurogebietes.

Lucke will sich also nur in die Politik fremder Staaten einmischen. Dabei haben wir als Deutsche überhaupt nicht zu entscheiden, welche Währung es in Spanien oder Italien geben soll. Wir können nur dafür sorgen, daß eine kaputte Währung nicht durch unsere Transferzahlungen am Leben erhalten wird.

Zusammenarbeit mit Merkel?

Noch beunruhigender finde ich seine Aussagen gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Lucke betont, daß er sich grundsätzlich vorstellen könne, mit Angela Merkel gemeinsam zu regieren, wenn sie nur etwas weniger deutsche Steuergelder zum europäischen Fenster hinauswerfen würde:

I could imagine cooperating with a centre-right government if this coalition was prepared to accept significantly tougher conditions on aid from the ESM.

Vollkommen ausgeschlossen ist dagegen eine Zusammenarbeit mit Protestparteien am linken und rechten Rand, geschweige denn mit EU-kritischen Parteien wie der UKIP von Nigel Farage:

There are no plans to cooperate with these other parties. We are focusing on Germany. We don’t necessarily agree with many of these other parties and therefore we will maintain our distance.

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16 Kommentare zu “Rolle rückwärts von Bernd Lucke

  1. Bildungslucke

    Wenigstens Ihr habt es begriffen. Der Großteil konservativer Wähler, besoffen und verblendet, wie er ist, glaubt tatsächlich, mit der selbsternannten Alternative für Deutschland den Erlösungsengel am demokratischen Stern schlechthin gefunden zu haben.

  2. Lilo Müller

    Schon wieder ein manipulativer Artikel von Menzel.

    1. »Die Alternative für Deutschland fordert nicht einen Euroaustritt Deutschlands. Die südeuropäischen Staaten sollen aus dem Euro austreten – das ist der erste wichtige Schritt zur Auflösung des Eurogebietes.« Einen Euro-Austritt KANN Deutschland gar nicht fordern, die internationalen Verträge erlauben dies nicht. Der Euro SCHADET aber insbesondere den Südländern, weil sie mangels eigener Währung nicht mehr im internationalen Vergleich abwerten können. Ihnen wäre ultra GEHOLFEN, wenn sie aus dem Euro rauskönnten. Außerdem wollen die VÖLKER den Euro dort nicht. Und natürlich muss über diesen Austritt VERHANDELT werden, anderes lässt die Vertragslage gar nicht zu.

    2. Die AfD unterstützt die Positionen Camerons. Weshalb Sie ihr nun einen Strick daraus drehen, dass sie nicht irgend eine andere euorpäische Partei unterstützt, bleibt schleierhaft.

    Journalismus geht anders, Herr Menzel, und Sie wissen das. Hier üben Sie eine Antifa-Diktion. Sind Sie ein heimlicher Linksextremist?

  3. Alternative für Deutschland hat einen Link via Alternative für Deutschland / Hamburg geteilt.
    vor 48 Minuten
    Liebe Freunde und Unterstützer,

    das »Koalitionsangebot« von Herrn Lucke ist KEINES! Herr Lucke sagt, es werde eine Koalition NUR DANN geben, wenn der Partner seine Position in der Eurorettungspolitik GRUNDLEGEND verändert. »Wir würden NICHT zusammenarbeiten mit denen, welche jetzige Politik fortsetzen möchten.«
    Eine Auszahlung von weiteren Tranchen des ESM gibt es mit uns NUR, wenn die Auflagen klar erfüllt worden sind. Das heißt nichts Anderes als Zahlungsstopp!
    Bitte auch zu bedenken, dass der ESM nicht einfach so KÜNDBAR ist, sondern er ist ein Vertrag, der gar kein Austrittsrecht ERLAUBT. Folglich muss dieser Vertrag erst einmal geändert werden.

  4. Lilo Wanders

    »Journalismus geht anders, Herr Menzel, und Sie wissen das. Hier üben Sie eine Antifa-Diktion. Sind Sie ein heimlicher Linksextremist?«

    Weltklasse. Aus der Nazi- und Rechtsextremismuskeule macht er eine Antifa- und Linksextremismuskeule, schon, so sieht man, ist der AfDler ein in Talkshow-Bundesrepublikanien angekommener »Diskuttant«. Indiskutabel jedoch für diejenigen, die den Geflogenheiten dieses Karnevalsstaates bereits lange entsagten.

  5. Felix Menzel

    durch die »klarstellung« von lucke hat sich in der sache nichts geändert. lucke schließt eine koalition nicht kategorisch aus. in wirklichkeit hofft er doch immer noch, daß alles nur ein großes mißverständnis ist und die cdu bald wieder seine alte cdu ist.

    zum thema »bedingungen« und »grundlegende« richtungswechsel: was hat die fdp nicht alles schon in diese richtung hinausposaunt? so läuft das bei parteien. am ende fallen alle um, wenn es um die posten geht. bestes beispiel ist doch unser entwicklungshilfeminister, der sein ministerium im wahlkampf noch abschaffen wollte.

  6. Norbert Walter

    Nachdem ich nun mehrmals sehr eigenwillige Interpretationen der Blauen Narzisse zur Politik der AfD lesen musste, die offenbar ohne Kenntnis der Tatsachen und ohne eigene Informationen nach Art der systemtreuen Medien fabriziert werden, werde ich meine bisherige Unterstützung überdenken, ich kann niemanden unterstützen, der mir von hinten ins Knie schießt.

  7. Die Grünen wurden von Konservativen in Südhessen und Baden-Württemberg gegründet, weil es Ende der 1970er so nicht weitergehen konnte. Denn die im Bundestag vertretenen Parteien taten einhellig nichts gegen die zunehmende Verschmutzung von Wasser, Boden und Luft.

    CDU und FDP sahen Wettbewerbsfähigkeit und Wohlergehen der deutschen Unternehmer in Gefahr, der SPD und den damals mächtigen Gewerkschaftsbossen war die Schafffung von Arbeitsplätzen mit 35 Wochenstunden und die Erhaltung der Kohlezechen und Stahlwerke wichtiger als die Qualität der Luft über dem Ruhrgebiet.

    Heute kann man an Rhein und Elbe wieder baden, die Luft ist überall so schadstoff-frei wie seit Jahrhunderten nicht mehr.

    Es wäre der AfD doch schon dafür zu danken, wenn bereits durch ihre bloße Existenz der zerstörerische EURO-Irrsinn in geordnete Bahnen gelenkt würde, wie man es den GRÜNEN -trotz allem, was später geschah- danken sollte, dass durch ihr bloßes Erscheinen im Bundestag die natürlichen Lebensgrundlagen bis auf weiteres erhalten werden konnten.

  8. Norbert Walter

    Auszug aus dem Brief von Herrn Prof. Lucke an die Mitglieder:
    »…….Lassen Sie mich abschließend darauf hinweisen, dass dies das zweitemal in kurzer Zeit ist, dass Interviewäußerungen von mir sinnentstellend oder sogar böswillig (Handelsblatt online) verzerrt werden. Ich glaube nicht, dass das Zufall ist. Es zeigt, dass unsere Gegner die Alternative für Deutschland ernst nehmen und mit allen Mitteln zu diskreditieren versuchen. Wir werden Ähnliches vermutlich auch in Zukunft erleben. Bitte bewahren Sie sich gegenüber missgünstiger Presseberichterstattung daher eine gesunde Skepsis.

    Mit freundlichen Grüßen

    Ihr Bernd Lucke«

    Ich hoffe, dass diese Böswilligkeit nicht auch hier zutrifft…..

  9. Mein Gott

    »Nachdem ich nun mehrmals sehr eigenwillige Interpretationen der Blauen Narzisse zur Politik der AfD lesen musste,[…] werde ich meine bisherige Unterstützung überdenken [,,,].«

    O nein, wenn der Großmäzen nach linientreuen Elaboraten seines BN-Babys gegenüber seinem AfD-Säugling verlangt, wie sie »nach Art der systemtreuen Medien fabriziert werden« in bester Tradition von Rupert Murdoch und Friede Springer, kriegen bestimmt alle Muffensausen und werden sich warm anziehen müssen…

    Ihr kleinkarierten konservativen Kleingärtner mit Euren ewigen persönlichen Eitelkeiten und Befindlickeiten für Eure verschiedensten Parteiungen und Gruppierungen, die allein immer recht haben, seid so dermaßen unattraktiv.

  10. Felix Menzel

    Noch einmal: Die Äußerungen von Lucke gibt es als Video. Da gibt es nichts mißzuverstehen. Er wurde auch nicht falsch zitiert.

    Wenn dann, hat er sich mißverständlich ausgedrückt und sollte dann aber doch wenigstens dazu stehen und es klarstellen.

  11. Arminius Arndt

    AfD ist ohnehin ein nur eine Option, um evtl. das Parteienkartell aufzubrechen. Erwarten darf man sich davon aber nicht viel. Aber ein bisschen am Personalrad zu drehen, schadet bestimmt auch nicht.

    Alternativen dazu? Nicht wählen gehen oder Splitterparteien wählen, die froh sein können, wenn sie die Schwelle zur Wahlkampfkostenerstattung reißen …

    … muss man also ganz emotionslos sehen – abwarten, wie sich die Sache bis September entwickelt und dann entscheiden …

  12. @ Norbert Walter
    Sie glauben doch nicht ersnthaft, dass die BN ihre Parteiungebundenheit aufgibt, nur weil Leute wie Sie immer noch nicht zu einem pragmatischen Verhältnis zur Parteienlandschaft der BRD gefunden haben.

    Sie können Ihre privaten Heilsvisionen in Bezug auf die x-te Neupartei gerne pflegen, doch erwarten Sie bitte nicht, dass auf diesen Zug alle aufspringen. Und erwarten Sie vor allem nicht, dass wir es in Zukunft unterlassen werden, darauf hizuweisen, dass verschiedene Ansätze nachweislich immer wieder in eine Sachgasse geführt haben, weswegen man Sie nicht ohne weiteres erneut beschreiten soll. Es sei denn, man liebt das Scheitern, um dann gehörig gegen das System wettern zu können.

    Unsere Haltung gegenüber Parteien, die kein eigenständige subkulturelles, sie tragendes Milieu vorweisen können, kann ihnen als langjähriger BN-Leser/Förderer doch eigentlich nicht entgangen sein.

  13. Future Man

    Trotz aller Vorbehalte zur AfD bin ich nun Mitglied geworden.

    Meine Gründe:

    - Aufbrechen des Altparteienkartells
    - Rütteln an den Ketten, die man Deutschland angelegt hat
    - Beeinflussung brauchbarer AfDler in unserem Sinne
    - Werbung brauchbarer AfDler für andere Projekte und Organisationen
    - Verbreiterung der Front gegen die Linken, auch gegen die Antifa
    - Einbringen von wichtigen Themen, wie Überfremdung, in die AfD-Thematik

    Wenn jetzt konservative Kader aus Sezession, JF und BN ihren Einfluß in die AfD tragen würden, könnte man dort vielleicht etwas bewirken.

    Was wäre die Alternative hierzu?

  14. Norbert Walter

    Den nachfolgenden Zitaten vom Herrn Druide entnehme ich, dass er maßgeblich die BN gestaltet, das tut mir echt leid, für die BN :
    »Und erwarten Sie vor allem nicht, dass wir es in Zukunft unterlassen werden, darauf hizuweisen,……
    Unsere Haltung gegenüber Parteien, …..kann ihnen als langjähriger BN-Leser/Förderer doch eigentlich nicht entgangen sein.«
    Die Bemerkungen des Herrn Mein Gott werde ich kommentieren, wenn ich meine maill-Adresse für mein Fakeprofil eingerichtet habe, bitte haben Sie ein wenig Geduld…..

  15. Mein Gott, Walter

    Im Endeffekt bist Du nicht mal richtig auf Druides Anmerkungen eingegangen. So gesehen ist es sogar völlig egal, daß Du Deinen Realnamen angibst, denn mehr kommt ohnehin nicht rüber. Aber ich weiß schon, Du wirst Deinen enormen Einfluß geltend machen und massig Geld sprechen lassen. Sattle lieber weiter Dein totes Pferd, das Deutschland genauso in die Scheiße reitet wie alle anderen, in diesem Sinne:
    Die Partei, die Partei, die hat immer rrrrrrecht.
    Verschone idealistische Projekte mit Deinem Mief und geh mit Gott, Waldo.

  16. @
    Future Man,
    dem ist nichts hinzu zu fügen. Die Linken Gestalten gehören gewaltig in die Schranken gewiesen. Ein sehr wichtiges Thema ist tatsächlich die Überfremdung zu stoppen. Neuestes Beispiel in München, wo sich Islamisten, die wir nicht gerufen haben, unseren Staat erpressen wollen. Leider hat die Regierung viel zu lange mit angesehen, wie diese »Bereicherer« sich hier aufführen. Einzige richtige Reaktion in diesem Fall wäre eine sofortige Ausweisung gewesen. Leider läßt sich unsere Regierung zum Kasperl machen und tun dann noch so, da sie am Samstag den Saftladen am Rindermarkt geräumt haben, als »Husarenstück«ab. Aber so lange haben sie diesen »asylwürdigen« Verbrechern zugeschaut. Haben wir es nötig uns von diesem Pack auf der Nase herumtanzen zu lassen???

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