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Sag »Ja« und schlaf mit mir

sexHannes Stein hat in der WELT einen klugen Beitrag über die »Yes means Yes«-Norm an amerikanischen Unis geschrieben. Um Vergewaltigungen zu vermeiden, sollen US-Studenten beim Sex vor jeder Berührung »Yes« sagen, bevor es richtig losgeht.

Geschieht dies nicht, können junge männliche Studenten von der Uni fliegen, wenn ihnen eine Vergewaltigung vorgeworfen wird. Absurd daran ist nicht nur, wie hier der Rechtsstaat ausgehebelt wird, sondern vor allem wer hinter dieser Kampagne steckt. Es sind hysterische Feministinnen, die von einer Vergewaltigungsquote von 25 Prozent ausgehen.

Aber eine Vergewaltigungsquote von 25 Prozent würde bedeuten, dass die Wahrscheinlichkeit, einem Notzuchtverbrechen zum Opfer zu fallen, an höheren amerikanischen Bildungsanstalten heute um ein Mehrfaches größer ist als im Bürgerkrieg im Kongo – und dort wurden Vergewaltigungen von allen Bürgerkriegsparteien als Waffe eingesetzt. Etwas stimmt hier nicht.

Was ist also los an den US-Unis? In Wirklichkeit spiele sich tausendfach dieses Szenario ab: Eine beliebige 20-jährige Studentin, nennen wir sie wie im Artikel Maria, geht auf eine Party und schädelt sich dort weg. Sie lernt dabei den nicht viel weniger betrunkenen Studenten »Hans« kennen, mit dem sie schließlich im Bett landet. Am nächsten Tag will Hans jedoch nichts mehr von Maria wissen, sondern sucht auf der nächsten Party nach der nächsten Besoffenen.

Was ist da passiert? Betrunkener Sex mit einem Mann ist passiert. Die Frau war vorher noch Jungfrau. Am meisten nahm sie ihrem Sexpartner hinterher offenbar übel, dass ihn das, was zwischen ihnen vorgefallen war, kein bisschen beeindruckte. Sie musste dann aber trotzdem aushalten, dass Hans in gemeinsamen Seminaren saß.

Stein zitiert nun eine konservative Autorin, die die »Yes means Yes«-Regel ausdrücklich lobt. Durch die uni-internen Verfahren werde die ganze »schmuddelige Kultur« ans Tageslicht gezerrt, die durch die sexuelle Revolution der 60er-Jahre entstanden sei.

Und Eltern, die verhindern wollten, dass ihre Söhne auf dem Campus in Schwierigkeiten geraten, sollten ihnen einfach folgenden Kodex mit auf den Weg geben: »Warte. Finde eine Freundin und überschütte sie mit Liebe und Respekt. Schreibe ihr mitten in der Nacht Liebesbriefe. Bringe sie nach einer Verabredung nach Hause – und gehe dann auch selber heim.« Das ist so sauber wie logisch argumentiert. Soll man es nun aber die List der Vernunft oder der Unvernunft nennen, dass ausgerechnet Feministinnen einer neuen viktorianischen Sexualmoral zum Durchbruch verhelfen?

Den ganzen Artikel lesen!

Bild: Joseph Shemuel / flickr / CC

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Geboren 1985 in Karl-Marx-Stadt (heute: Chemnitz). Studium der Medien- und Kommunikationswissenschaften, Politik und BWL in Halle. Lebt in Dresden.

1 Kommentar zu “Sag »Ja« und schlaf mit mir

  1. Charles Neuer

    Ist doch ne tolle Sache. Die Jungs werden sich zu helfen wissen, indem sie eben zu einer Professionellen gehen. Dort ist das Ganze ein simpler Vertrag: Geld gegen Dienstleistung, wie in der Wirtschaft üblich.
    Und die Studentinnen können es sich ab jetzt selber besorgen (oder zur Not eine Feministin beiziehen).

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