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Sarrazin bei »Beckmann«: Grundsatzfragen oder leeres Blabla?

Gestern Abend durfte Thilo Sarrazin seine Thesen in der Talkshow »Beckmann« gegen die 4,5,6,7 anderen Anwesenden bzw. Zugeschalteten verteidigen. Spätestens als die Sozialwissenschaftlerin Naika Foroutan zugeschaltet wurde und erklärte, rein wissenschaftlich betrachtet stütze sich Sarrazin auf falsche Zahlen, fühlte man sich an das Eva-Herman-Tribunal und die Wippermann-Krankheit erinnert.

Grundsätzlich ging es in der Talkshow um folgende Fragen:

  1. Gibt es noch Völker?
  2. Gibt es Unterschiede zwischen Christen und Muslimen, oder nicht?
  3. Gibt es dumme und kluge Menschen oder haben alle nur eine unterschiedliche Intelligenz, z.B. die angeblich »Dummen« eben eine größere »emotionale Intelligenz«?
  4. Gibt es Vererbung, oder fängt jedes Leben bei Null an?

Sowohl Sarrazin als auch die anderen Gäste (z.B. Grünen-Fraktionschefin Renate Künast) sind absolut wissenschaftsgläubig und nur weil Sarrazins Thesen näher am gesunden Menschenverstand liegen, kann er besser überzeugen.

Denn:

  1. Natürlich gibt es Völker. Und zwar einerseits weil meine Eltern eben auch Deutsche sind (biologische Komponente) und andererseits weil es gelebte Praxis ist: Wenn ich in Frankreich unterwegs bin und man fragt mich, wo ich herkomme, dann sage ich »Ich bin Deutscher!«. Das kann ich ganz einfach erklären, ohne mit Charles Darwin kommen zu müssen.
  2. Natürlich gibt es Unterschiede zwischen Christen und Muslimen, auch wenn das die niedersächsische Sozialministerin Aygül Özkan anders sieht und sagte, es sei doch egal, ob eine christliche oder muslimische Frau Kinder bekommt. Hauptsache sei, daß es demographisch in Deutschland wieder bergauf gehe. Auch hier brauche ich nicht die Wissenschaft, um den behaupteten Unsinn zu erkennen. Wenn es zwischen Mehmet und Peter im Klassenzimmer zu einem Kampf kommt, dann muß das irgendwelche Ursachen haben. Variante 1: Beide Individuen sind irgendwie böse. Variante 2: Die Unterschiede zwischen beiden sind so groß, daß sie auf engem Raum auf die Dauer nicht miteinander zurechtkommen und – ganz darwinistisch – sich dann der Stärkere durchsetzt. Und irgendwie sind auch die friedfertigen jungen Muslime anders. Das erkennt auch Peter, weil er Rammstein mag und Mehmet lieber Ammar 114 hört.
  3. Auch ohne eine empirische Studie ist mir aufgefallen, daß es sehr intelligente Menschen gibt, die man daran erkennt, daß sie ein hohes Abstraktionsvermögen und/oder hohe Problemlösungsfähigkeiten besitzen. Andererseits sind mir schon Menschen begegnet, denen man alles erklären muß und die nur Unsinn machen, wenn man sie nicht an die Hand nimmt. Zudem kenne ich Menschen, die bestimmte Sachverhalte schlichtweg nicht verstehen. Das ist auch nicht weiter schlimm, da Volker, der Hausmeister von nebenan, gar nicht wissen muß, ob Darwin nun Recht hatte oder nicht. Er ist auch ohne Darwin ein sehr glücklicher und zufriedener Mensch. Ich behaupte: Jeder von uns hat ein unterschiedlich stark ausgeprägtes Gespür dafür, ob jemand dumm oder klug ist. Da muß ich vorher keinen IQ-Test machen.
  4. Schaut euch einfach in eurem persönlichen Umfeld genau um, dann könnt ihr euch die Frage genauso wie die Fragen 1. bis 3. ohne Wissenschaft erklären.

Die »Beckmann«-Schwätzer haben allesamt unterschlagen, daß jeder Wissenschaftler vor seiner Arbeit einen Aussagewunsch mehr oder weniger bewußt formuliert und damit das Ergebnis beeinflußt. Wissenschaft fördert daher nie die Wahrheit zutage, sondern sollte intersubjektiv nachvollziehbar sein. Das habe ich zumindest so im 1. Semester an der Uni gelernt.

Wenn es um Sarrazin geht, muß man auf Robert Hepp hinweisen, der das Wesentliche zur demographischen Katastrophe schon drei Jahrzehnte früher erkannte. Deshalb möchte ich euch zum Abschluß zum Artikel »Folgekosten sozialen Fortschritts« weiterleiten.

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Geboren 1985 in Karl-Marx-Stadt (heute: Chemnitz). Studium der Medien- und Kommunikationswissenschaften, Politik und BWL in Halle. Lebt in Dresden.

2 Kommentare zu “Sarrazin bei »Beckmann«: Grundsatzfragen oder leeres Blabla?

  1. Ich möchte folgendes hinzufügen:

    In Deine Richtung, Felix, geht auch dieser Gedanke: Mich stört, dass die Auseinandersetzung mit Sarrazin den Anschein erwecken soll, die verlaufe wissenschaftlich-analytisch. »Schein« deshalb, weil jeder andere Zahlen und Statistiken anführt. Ich als Zuschauer werde nicht alles überprüfen. Was soll das also? So verlief es übrigens auch schon im Herbst letzten Jahres.

    Außerdem: Warum macht Sarrazin nicht seinen normativen
    Standpunkt klar, also wenn er schreibt, dass er es nicht WILL, dass Deutschland irgendwann mehrheitlich muslimisch ist; dass jede Kultur und Nation einen Selbstwert darstellen, den es zu bewahren gilt. Hier geht es dann nicht mehr um richtig oder falsch.

    Das sind übrigens genau die Punkte, weswegen ihm die meisten Menschen zustimmen können. Aber weil wir vom Schuldgefühl so tief durchsetzt sind, versucht man diesen normativen Standpunkt wissenschaftlich zu verkleiden. Das mag schön wirken, ist aber erstens schwierig und zweitens bei den meisten wohl auch unaufrichtig.

    Worum geht es denn? Um unsere Nation, unser Volk. Das soll erhalten bleiben. Und deshalb wollen die meisten Deutschen – ohne darüber viel nachzudenken, sondern weil es für sie normal ist – keine Masseneinwanderung.

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