Alter Blog

»Sarrazins Erben« und der »Star der Neuen Rechten«

Die Rhein-Zeitung hat sich in einen Vortrag von mir über Ausländergewalt hineingeschlichen. Dieser fand Anfang März in Koblenz statt. In dem Beitrag der Rhein-Zeitung heißt es, ich habe einen »viel zu großen marinblauen Anzug« getragen. Das ist Ansichtssache. Mir jedenfalls ist besagter Anzug eher zu eng. Als Gymnasiast habe ich viel besser hineingepaßt.

Weiter geht es:

Wie er das im Konferenzsaal des Hotels Hähn sagt, muss man an schlechte Endzeitfilme denken, und gerade als man die Vorstellung fast komisch findet, wird Felix Menzel so deutlich, dass einem der Atem stockt. Dann wird klar, dass dieser Mann mit dem Gymnasiastengesicht wirklich alles ernst meint. „Es ist eine Drecksarbeit, die ich nicht machen würde“, sagt er mit sächsischer Färbung und hält dann kurz inne. Er spricht es nicht aus, aber jeder in dem Raum weiß, dass seiner Meinung nach ein Einwanderungsstopp nicht reicht, um dieses apokalyptische Szenario zu verhindern, dass vielleicht weit drastischere Methoden folgen müssten.

Bei der »Drecksarbeit« ging es übrigens um Politik. Ich habe gesagt, daß ich zu den Maßnahmen, die Deutschland wieder auf Kurs bringen würden, nicht in der Lage wäre. Mir würde die Abgebrühtheit, die Skrupellosigkeit fehlen, die ein Politiker unbedingt haben muß, wenn er erfolgreich sein will. Auch das ist Ansichtssache und ich hätte über diese schwierige Frage gern mit der Rhein-Zeitung debattiert, aber die beiden Journalisten Peter Lausmann und Dietmar Telser haben sich nicht an mich herangetraut.

Den Grund kann ich mir fast denken: zu viel Respekt:

Referent Menzel ist Publizist und so etwas wie ein Star unter den neuen Rechten.

Auch das ist Ansichtssache, aber ich kann noch ein ganz normales Leben führen, fernab von Groupies und einer Pressemeute, die mich ständig fotographieren will.

Verwandte Themen

Im Gespräch: Götz Kubitschek über Chemnitz und Köt... Die Turbulenzen der vergangenen Wochen sind weiterhin spürbar. Nach der blutrünstigen Tat in Chemnitz, bei der ein 35-jähriger Deutscher ums Leben kam...
Nach Chemnitz: Was lernen aus dem Trauermarsch für... Am vergangenen Samstag erlebte die Demonstrationswoche in Chemnitz vorerst ihren Höhepunkt. Die Alternative für Deutschland (AfD) und Pegida riefen zu...
Leserbrief vom SWR Wir sind froh über jede Rückmeldung zu unserer Arbeit. Aus diesem Grund möchten wir einen Leserbrief abdrucken, den wir heute von einem SWR-Redakteur ...

Geboren 1985 in Karl-Marx-Stadt (heute: Chemnitz). Studium der Medien- und Kommunikationswissenschaften, Politik und BWL in Halle. Lebt in Dresden.

9 Kommentare zu “»Sarrazins Erben« und der »Star der Neuen Rechten«

  1. Alexander

    Dürfen wir also ab der nächsten Sezession mit einem Starschnitt rechnen?

  2. Eichboson

    Hier ist der Skrupellose, der die Drecksarbeit machen würde.

  3. höhö… gz zu dem Lob.

  4. Hans-Christof Tuchen

    Schon im Jahre 2008 prognostizierte die CIA die Unregierbarkeit vieler deutscher Stadtviertel in einer Studie für das Jahr 2020. Apperzeptionsverweigerung (Augen zu und durch!)ist die Methode der Etablierten, dem eingeschlagenen Irrweg weiter folgen zu können. Der Überbringer der schlechten Botschaft wird für ihren Inhalt bestraft, selbst wenn er aus Skrupeln darauf verzichtet, selbst zum Täter zu werden. Merke: Schnauze halten ist die erste Bürgerpflicht, Kritik Bestandteil einer Delegitimierungsstrategie (so stellen das zumindest Verfasungsschutzexperten dar).

  5. Die Bildunterschrift sagt alles:

    »Das ist Daniel Mrakic. Er ist im Landesvorstand der Partei Die Freiheit. Er warnt vor Hunderten gefährlichen Islamisten im Land. Nur – die gibt es gar nicht.« Hervorhebung von mir.

  6. Vinneuil

    Der Artikel ist mal wieder ein Meisterstück aus dem Genre »Ich seh etwas, was du nicht siehst, und darum bist du ein kranker irrer Lügner.« Dabei gehen die Autoren auch nicht gerade zimperlich vor. Zum Teil ist das so offensichtlich, daß man sich fragt, woher diese Leute ihre Großkotzigkeit beziehen.

    ZB das hier:

    »Das Bundesamt für Statistik hat zwei Migrationsszenarien veröffentlicht. Bis zum Jahr 2060 soll nach einer vorsichtigen Schätzung die Gesamtzahl der per Saldo zugewanderten Personen 4,9 Millionen betragen, die kühne Schätzung kommt auf 9,4 Millionen Zuwanderer. Derzeit machen die Muslime gerade 4 bis 5 Prozent der Bevölkerung aus. Eine muslimische Mehrheit ist selbst bei einem dramatischen Bevölkerungsschwund also absolut unwahrscheinlich.«

    Es geht ja nicht nur um den Zuwanderungssaldo, es geht ja auch um die demographische Dynamik im gleichen Zeitraum. Die gleiche Studie spricht von einer zu erwartenden Überalterung der Bevölkerungszusammensetzung und ihrem stetigen Schrumpfen, gleichzeitig wird ein Verjüngungseffekt explizit durch die Einwanderung erwartet. Hier wird völlig ausgeblendet, was geschieht, wenn die jetzigen Bevölkerungsgruppen im Wachsen bzw. Schrumpfen begriffen sind. Offizielle, per BpB vertriebene Zahlen sprechen von einem Anteil von »Migrationshindergründlern« von rund 20% der Bevölkerung (ca. 16 Millionen). Dazu kommt die Tatsache, daß die Mehrheitsverhältnisse lokal schon gekippt sind, daß dieser Trend bis 2060 anhält, ist zu erwarten.

  7. Groupie

    Wäre ich weiblich, wollte ich ein Kind von Dir.
    Wärest Du weiblich, wollte ich Dir eines machen.

  8. Das Reinschleichen und dann »falsch Zeugnis wider den Nächsten zu reden« scheint weit verbreitet zu sein.

    http://rundertischdgf.wordpress.com/2012/05/03/dingolfinger-anzeiger-die-presse-meinungs-und-versammlungsfreiheit/

  9. Vielleicht ist der Anzug zu lang? Hätten sich die Journalisten vorgestellt, könnte man auch über die Schnoddrigkeit derer Jeanshosen debattieren – wenn man sonst nichts zu sagen hätte.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Datenschutzinfo