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Sebnitz in Pankow

Der Tagesspiegel titelte vor einigen Tagen: »Mädchen angeblich von 90 Angreifern aus Freibad gejagt«. Das klingt echt nach einer Mischung aus Sebnitz und Mügeln mit umgekehrten Vorzeichen. Nur diesmal sind die Wellen nicht ganz so hoch geschlagen, obwohl es sich sogar um Wiederholungstäter handeln könnte und rassistische Motive nicht ausgeschlossen werden können. Seit etwas mehr als einem Monat wissen wir ja zum Glück, daß auch Migranten rechtsextrem sein können.

Vor Dutzenden Angreifern soll am Dienstagabend ein 14-jähriges Mädchen aus dem Freibad Pankow geflüchtet sein. Wie die Polizei am Freitag mitteilte, habe sich das Mädchen in der Nähe eines Schwimmbeckens aufgehalten, als es von einer ihr unbekannten Jugendlichen beleidigt worden sei. Die 14-Jährige konterte laut Polizei und fing sich eine Ohrfeige ein, woraufhin sie sich in die Umkleidekabinen flüchtete. Als eine Freundin ihr dort zu Hilfe eilte, soll die Gruppe der Angreifer auf bis zu 90 Personen angewachsen sein. Die Mädchen gaben an, getreten und geschlagen worden zu sein, bis ihnen schließlich die Flucht von dem Gelände gelang. Im Krankenhaus wurden die beiden ambulant behandelt. Die Mutter eines der Opfer erstattete Anzeige. Die Polizei ermittelt jetzt auch gegen den Sicherheitsdienst des Schwimmbades wegen des Verdachts auf unterlassene Hilfeleistung

Das Wachpersonal hat nach eigenen Angaben von dem Vorfall nichts mitbekommen. Am Freitag konnte im Freibad keiner bestätigen, Zeuge einer Auseinandersetzung geworden zu sein. Einzig eine Imbissmitarbeiterin sagte, dass fünf Mädchen „südländischer Abstammung“ kurz vor Badschließung Süßigkeiten gekauft und dabei laut gesagt haben sollen: „Jetzt schlagen wir die Deutsche.“

(…)

Erst 2008 waren bei den Berliner Bäderbetrieben die Sicherheitsvorkehrungen verschärft worden. Im Sommerbad Wuhlheide hatten Vandalen einen Schaden von 260 000 Euro angerichtet, im Prinzenbad kam es 2004 sogar zu einer Messerstecherei. Auch im Sommerbad Pankow ist es nicht die erste Prügelei unter Gästen. 2006 gerieten dort an die 100 Besucher aneinander. Viele von ihnen sollen wie im aktuellen Fall Migrationshintergrund gehabt haben. Michelle Seipold und Madina Dolle, beide 13 Jahre alt, lassen sich aber nicht vom Baden abhalten. „Irgendwer pöbelt hier immer, wir sind das gewohnt und kommen trotzdem her.“

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Geboren 1985 in Karl-Marx-Stadt (heute: Chemnitz). Studium der Medien- und Kommunikationswissenschaften, Politik und BWL in Halle. Lebt in Dresden.

1 Kommentar zu “Sebnitz in Pankow

  1. Nils Wegner

    >>Das Wachpersonal hat nach eigenen Angaben von dem Vorfall nichts mitbekommen. Am Freitag konnte im Freibad keiner bestätigen, Zeuge einer Auseinandersetzung geworden zu sein. Einzig eine Imbissmitarbeiterin sagte, dass fünf Mädchen „südländischer Abstammung“ kurz vor Badschließung Süßigkeiten gekauft und dabei laut gesagt haben sollen: „Jetzt schlagen wir die Deutsche.“

    Und also schließt man messerscharf / Dass nicht sein kann, was nicht sein darf.

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