Anstoß

So war es bei „Fridays for Future“

Das Klima retten! Dieser Tage scheint es in der bundesdeutschen Politik kaum eine so geflügelte Aussage zu geben wie diese. Immerhin wird dieser Tage über kaum etwas anderes geredet, als ob und wie das Klima zu retten sei und was überhaupt „retten“ bedeutet.

Für die Hunderttausenden von Demonstranten in Deutschland – einige behaupten sogar es wären über eine Million gewesen – anlässlich der weltweiten Klimaproteste von „Fridays for Future“ vergangenen Freitag indes scheint es klar gewesen zu sein: Ich habe mir den Spaß nicht nehmen lassen und habe die Freitagsdemo in München besucht, fand sie doch nur wenige hundert Meter von meiner Wohnung entfernt statt.

Kaum am Münchner Königsplatz angekommen schallt es mir ohrenbetäubend aus den Lautsprecherboxen entgegen: Es geht um nichts Geringeres, als die Zukunft unseres Planeten. Welch herrliche Endgültigkeit in diesem unheilschwangeren Ausruf liegt, der doch eigentlich so gar nicht in unsere Zeit des grenzenlosen Laissez-faire zu passen scheint.

Strom kommt aus der Steckdose

Wenn er doch nicht gefolgt gewesen wäre von selten infantilen Aussagen. Beispiel: Es sei verantwortungslos, „ich will nicht“ zur Energiewende zu sagen. „Wenn du die Leute fragst, was es für Alternativen gibt zu Windrädern und Solarplatten kommt meist nichts.“ Oder: „Tankt lieber Strom, statt alte Dinosaurier zu betanken.“

Woher der Strom kommt, wird nicht näher erläutert. Aus der Steckdose natürlich. Und woher nimmt die Steckdose den Strom? Na von den Windrädern. Und wenn kein Wind weht? Na dann eben woanders her – Hauptsache du fährst keinen Diesel. Na denn wäre alles geklärt.

Nach der Anfangskundgebung wälzt sich der kilometerlange Zug durch die Maxvorstadt. Das „Bella Ciao“ der italienischen Partisanen auf den Lippen. Man fühlt sich schließlich selbst wie ein kleiner Partisan. Angeführt wird der Zug von einem alten Feuerwehrbus. Und um als gutes Vorbild voranzugehen, wird dieser zwecks CO2-Einsparung von einigen Dutzend Grundschülern gezogen.

Auf dem Bus steht: „Solidarität und Widerstand, Kohlekraft in keinem Land.“ Das für sich genommen ist schon total lächerlich, lehnt man doch gleichzeitig den Bau neuer Atomkraftwerke ab und glaubt dennoch, auch zukünftig ein energiesicheres und damit wirtschaftlich starkes Land zu sein.

Klimaschutz zulasten der Wirtschaft

Obwohl, wirtschaftliche Stärke scheint in Deutschland keine Priorität mehr zu haben. Immerhin bestätigt das eine unlängst erschienene Umfrage. Demnach seien 63 Prozent der Wahlberechtigten für einen unbedingten Klimaschutz; auch zulasten der Wirtschaft. Offenbar lebe ich unter lauter überzeugten Minimalisten oder es ist den meisten schlicht nicht klar, dass wirtschaftliche Prosperität unbedingte Voraussetzung für Wohlstand ist!

Den Vogel schießt aber ein Schüler ab, der sich einen Aufkleber an die Stirn geheftet hatte: „Make Love, not CO2!“ Am liebsten würde man ihm zurufen, er möge doch bitteschön zu atmen aufhören. Immerhin atmet ein Mensch pro Minute zwischen acht und 100 Gramm Kohlenstoffdioxid aus – je nach Belastungsgrad. Unter Belastung wäre das pro Minute fast genau so viel CO2 wie ein VW Golf TDI pro Kilometer gefahrener Strecke emittiert. Atmen ist also schlecht fürs Klima. Punkt.

Antifa mittendrin

Während sich vorne in rührseligem Klimagesäusel ergangen wird, erscheinen an den Rändern der Demonstration die anderen Gesichter des deutschen Klima-Hypes. So rottet sich eine Schar vermummter Leute unter dem Banner der antifaschistischen Aktion zusammen. Plötzlich tauchen auch Gruppen von Männern und Frauen mit roten Halsbändern auf, die trotzig die linke Faust emporrecken und Banner tragen, die verkünden: „Klimakampf ist Klassenkampf“.

Nicht verwunderlich, dass sich Sozialisten und Kommunisten in einer Bewegung wohlfühlen, die fleißig daran arbeitet, die alten sozialistischen Fantasien eines roten Utopias zu verwirklichen. Gleichheit und eine wunderschöne neue Welt, wenn erst das Klima gerettet sei. Es werden auch Parolen gerufen, wie „Brecht die Macht von Banken und Konzernen“ oder „A-Anti-Anticapitalista“.

Was hier versucht wird, ist der Traum einer besseren, gleicheren Gesellschaft durch Umverteilung umzusetzen. Dieses Mal eben über die Angst eines menschengemachten Klimawandels, den es aufzuhalten gelte, will man bis zum Ende des Jahrhunderts noch eine bewohnbare Erde vorfinden.

Ökosteuer: Gibt es seit 20 Jahren!

Dieser von den Medien beschworene Klimawahn ist nichts weiter, als ein geeignetes Instrument, dem deutschen Steuerzahler tief in die Tasche zu greifen. Besser: Damit wird der deutsche Michel animiert, den Staat anzuflehen, ihm in die ohnehin stark ausgeplünderte Tasche zu greifen. Wie anders ist zu erklären, dass immer mehr Deutsche eine CO2-Bepreisung befürworten, obwohl Benzin und Diesel seit nunmehr 20 Jahren mit einer Ökosteuer belegt sind und auch in der Kfz-Steuer der CO2-Ausstoß bereits eine maßgebliche Rolle für die Höhe der zu entrichtenden Steuer spielt. Und dennoch hat sich der CO2-Ausstoß in Deutschland seither unterm Strich kaum verändert.

Nun soll es eine weitere CO2-Steuer richten und etwas bewirken, was offenbar auf diesem Weg nicht zu bewerkstelligen ist. Aber das ist den Deutschen offenbar egal. Hauptsache das eigene Gewissen ist beruhigt. Und da sagt einer, der Ablasshandel sei Geschichte. Dabei ist es hierzulande Tradition, das eigene Gewissen durch Reparationszahlungen, Entschädigungen, Steuern und Abgaben verschiedenster Art zu beruhigen. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Schuldgefühle nun berechtigt sind oder nicht.

Schwache Männer bringen harte Zeiten

An der immer teurer werdenden deutschen Klimapolitik verdienen indes nur wenige Auserwählte, wie die Betreiberfirmen von Wind- und Solarparks, die ohne die horrenden staatlichen Subventionen schon lange pleite wären. Oder die Klima-Lobbygruppen, die staatliche Fördergelder erhalten. Die Bundesregierung arbeitet unterdessen daran, dem deutschen Steuerzahler auch noch das letzte Hemd abzupressen. Wie borniert und degeneriert muss eine Gesellschaft sein, sich nur für das Gefühl, auf der moralisch richtigen Seite zu stehen, derart für dumm verkaufen zu lassen.

Wenn harte Zeiten starke Männer hervorbringen, dann werden harte Zeiten von schwachen Männern hervorgebracht! So gesehen kann die derzeit anhaltende Hysterie als Symptom für die Lebensmüdigkeit unserer Gesellschaft gesehen werden. Sieht der Mensch in seiner Existenz keinen grundlegenden Sinn mehr, wird es zusehends schwerer diese Leere zu kompensieren.

Irgendwann kollabiert die Vorstellung der eigenen Sinnhaftigkeit und zurück bleibt dieser letzte Mensch, der den Anblick der eigenen Seinsvergessenheit einfach nicht mehr erträgt. Ist der Mensch nicht erkannt worden als Ursprung der Zerstörung der Welt und damit als das letzte Problem der Klimabewegung?


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