Anstoß

Staatsfunk schürt Hass gegen Nicht-Geimpfte

Der neue Tiefpunkt des öffentlich-rechtlichen Rundfunks (ÖRR) hat einen Namen: Sarah Frühauf vom MDR. Mit ihrem Kommentar in den Tagesthemen der ARD vom 19. November erreichte die Verunglimpfung von Nicht-Geimpften eine neue Stufe der Geschmacklosigkeit.

Dass der ÖRR nicht gerade bekannt dafür ist, ausgewogen und neutral zu berichten, ließ sich in den vergangenen zwei Jahren fast täglich beobachten. Jeder, der nicht auf Regierungslinie war, wurde abwechselnd als „Leugner“, „Schwurbler“, „unvernünftig“ oder „kindisch“ verunglimpft.

Stimmungsmache gehört in den Sendeanstalten des Staatsfunks zum Tagesgeschäft. Doch was Sarah Frühauf nun vom Stapel ließ, hat in dieser Hinsicht eine ganz neue Qualität. „Na, herzlichen Dank an alle Ungeimpften“ begann sie in einem überheblich-vorwurfsvollen Tonfall ihren Kommentar. Der Begriff „Abledern“ beschreibt die Vorgehensweise der Dame recht gut.

„Dank euch droht der nächste Winter im Lockdown.“ Bedient wird demnach das Narrativ der „Pandemie der Ungeimpften“, einer Leseart, der sich selbst der Haus- und Hofvirologe der Kanzlerin, Christian Drosten, nicht anschließen will. Das ist Fräulein Frühauf jedoch egal. Lieber schiebt sie den Nicht-Geimpften den Schwarzen Peter zu. Schön, wenn man eine Minderheit hat, die man als Sündenbock durchs Dorf jagen kann.

Lehrbuchartig werden den angeblichen Egoisten jene gegenübergestellt, die „in den vergangenen Monaten solidarisch“ gewesen sein sollen. Und schon erübrigt sich jedes weitere Argument. Die Geimpften haben schließlich das moralische Recht auf ihrer Seite.

In völliger Verkennung der Lage behauptet Frühauf, die nun kommenden Einschränkungen wären „notwendig“, jedoch nicht „nötig“ gewesen, wenn sich nur mehr hätten impfen lassen. Kein Wort vom katastrophalen Versagen der Politik im Gesundheitswesen und von den völlig überzogenen Erwartungen, die man an den Impfstoff gestellt hatte. Lieber leistet man Steigbügeldienst für die verantwortlichen Politiker und leugnet deren Versagen. Denn einzig kaputtgesparte Intensivstationen und abgebaute Intensivbetten sind für etwaige Engpässe verantwortlich. Aber das wäre ja ein Problem, welches anstrengend wäre zu lösen.

Lieber prügelt man verbal auf Menschen ein, die von ihren Grundrechten Gebrauch machen, eine Entscheidung getroffen haben, die ihnen von denselben Medien und Politikern noch vor wenigen Monaten freimütig zugestanden wurde. „Alle Impfverweigerer müssen sich den Vorwurf gefallen lassen, an der derzeitigen Situation Mitschuld zu sein. (…) Und sie müssen sich fragen, welche Mitverantwortung sie haben an den wohl tausenden Opfern dieser Corona-Welle.“ An dieser Stelle muss man sich fragen, was Meinungsfreiheit eigentlich darf und was nicht?

Es mag ja angehen, dass Frau Frühauf wirklich der Meinung ist, alle Nicht-Geimpften seien an dem Tod tausender Menschen schuld. Eine solche Ansicht öffentlich in moralisierendem Tonfall zu äußern, birgt Sprengkraft. Es hetzt Geimpfte gegen Nicht-Geimpfte auf, diskreditiert letztere moralisch und leistet weitergehenden Ausgrenzungen Vorschub, ruft zu Hass auf, spaltet die Gesellschaft und gefährdet den inneren Frieden.

„Deutschland muss raus aus der Corona-Endlosschleife. Denn irgendwann machen auch die Geimpften, die Solidarischen nicht mehr mit.“ Wie man dieser Situation entgehen könne? Natürlich nur mit einer Impfpflicht. Aber die – so wurde es versprochen – sollte es doch niemals geben. Jeder, der etwas anderes behauptete, wurde als Verschwörungstheoretiker verunglimpft.

Was ist der Unterschied zwischen einer Verschwörungstheorie und der Politik? Nicht einmal eine Woche. So lange hat es nämlich gebraucht, um von „eine Impfpflicht wird es nicht geben“ zu „wir brauchen eine allgemeine Impfpflicht“ umzuschwenken.

Was zuvor immer wieder hartnäckig von allen deutschen Politikern in Spitzenpositionen verneint wurde, was bis vor wenigen Tagen noch als Meinungsmache der Rechten galt, scheint nun schon der neue Status Quo zu sein. Der österreichische Kanzler Alexander Schallenberg (ÖVP) hatte gefühlt das Rednerpult, an welchem er die Impfpflicht für Österreich verkündet hatte, noch nicht zur Gänze verlassen, da trötete der Sonnenkönig aus Bayern schon in dasselbe Horn. Mehr oder minder zur selben Zeit wurde von der Corona-Informationsseite der Bundesregierung der Satz „Es wird keine Impfpflicht geben“ gelöscht. So schnell kann es gehen und Fake News werden auf einmal zur neuen Regierungslinie.

Danke für nichts!

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