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Tanzen die Dohlen …

Konrad Lorenz hat einmal die Laute der Dohlen ausgewertet und dabei bemerkenswerte massenpsychologische Erkenntnisse gewonnen:

Der Dohlenschwarm, der am Tag aufs Feld zur Futtersuche und am Abend in den Wald zum Schlafen fliegt, stimmt sich durch die Rufe der einzelnen Vögel immer wieder als Ganzes auf eine einheitliche Tendenz ab. Wenn in den Morgen- oder den Abendstunden die Tendenz der einzelnen Vögel divergiert, kann man beobachten, daß der Schwarm eine Zeitlang hin und her fliegt: Überwiegen die Rufe »Djak« über die Rufe »Djok«, so fliegt der Schwarm in Richtung Wald oder umgekehrt. Das geht so lange hin und her, bis plötzlich alle Vögel nur noch den einen Ruf ausstoßen und der Schwarm dann als Ganzes entweder in den Wald oder aufs Feld fliegt. Dann ist der Schwarm durch Abstimmung für eine bestimmte Handlung, die Futtersuche oder das Aufsuchen der Schlafplätze, bereitgestellt. Es herrscht dann eine gemeinsame Stimmung oder so etwas wie eine gemeinsame Emotionalität. Der Dohlenschwarm ist also eine Abstimmungs-Republik.

Wer die Dohlen nicht nachahmen möchte, sondern lieber die Einsamkeit (vielleicht gemeinsam mit den besten Freunden) sucht, für den könnte dieses Volkslied, das ihr euch hier anhören könnt, etwas sein.


Geboren 1985 in Karl-Marx-Stadt (heute: Chemnitz). Studium der Medien- und Kommunikationswissenschaften, Politik und BWL in Halle. Lebt in Dresden.

1 Kommentar zu “Tanzen die Dohlen …

  1. Haha! 😀
    Willkommen in der Dohlen-Republik!

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