Gesichtet

Überfremdung als Fluch der bösen Tat

Laut einer jüngst von der Gesellschaft für deutsche Sprache veröffentlichten Studie ist Mohammed der beliebteste Erstname bei Neugeborenen in Berlin.

Bereits am 14. Februar letzten Jahres berichtete die WELT derweil, dass an gut jeder dritten Schule in NRW mindestens die Hälfte der Schüler einen sogenannten Migrationshintergrund habe. An 56 Schulen in dem Bindestrichbundesland besuchen fast ausschließlich Kinder mit ausländischer Herkunft den Unterricht. Dort beträgt der Anteil jeweils zwischen 90 und 100 Prozent.

Diese hier nur kurz angerissenen Fallbeispiele verdeutlichen: Deutschland wird sich in den kommenden Jahren rapide verändern. Wenn wir im Gegensatz zur Grünenpolitikerin Katrin Göring-Eckardt keinen Anlass sehen uns über diesen Umstand zu freuen, dann kommen wir nicht umhin nach den Ursachen dieser drastischen Wandlung zu fragen. Denn nur wenn wir die Ursachen dieser Wandlung erkennen, können wir einen konsequenten Lösungsweg einschlagen.

Die Destabilisierung der islamischen Welt

In seinem 2014 erschienen Buch Der Fluch der bösen Tat. Das Scheitern des Westens im Orient zeigt der renommierte Journalist und Buchautor Peter Scholl-Latour eindrucksvoll auf, dass die Staaten der sogenannten westlichen Wertegemeinschaft einen erheblichen Anteil an dem scheinbar nie zur Ruhe kommenden Nahostkonflikt haben. Und somit natürlich auch an den Migrationsströmen der jüngsten Vergangenheit.

Die Vergewaltigung der islamischen Welt durch den Westen begann unmittelbar nach dem Ersten Weltkrieg. Die willkürliche Zerstückelung des Osmanischen Reiches nach wirtschaftlichen Interessen sowie das doppelte Spiel der Briten mit Palästina bildeten hierzu den Grundstein. Mit der willkürlichen Vertreibung von hunderttausenden Palästinensern nach der Gründung Israels folgte ein weiterer.

Seit den 1990er Jahren folgte dann ein westlicher Aggressionskrieg nach dem anderen. Vordergründig ging es dabei stets darum, „Freiheit und Demokratie“ zu verteidigen. Doch so gut wie jedes Mal stellten sich diese hehren Ziele als Schutzbehauptung heraus um geo- und wirtschaftspolitische Ziele zu verdecken.

Massenvernichtungswaffen im Irak?

Man denke hier etwa an die Brutkastenlüge, welche zu Beginn der 90er Jahre den ersten Irak-Krieg der USA zur Folge hatte. Oder an die Lüge der irakischen „Massenvernichtungswaffen“, die 2004 in Umlauf gebracht wurde. Oder an die falsche Behauptung von 2011, der libysche Diktator Gaddafi plane einen Völkermord an seinem eigenen Volk.

Nicht anders verhält es sich mit den ständigen Fake News über Baschar Hafiz al-Assad. Bisher konnte dank sorgfältiger Investigativrecherchen beinahe jeder Vorwurf, er würde Giftgas gegen sein eigenes Volk einsetzen, widerlegt werden.

Ist es vor diesem Hintergrund verwunderlich, wenn ein Großteil der islamischen Welt kein positives Urteil über die westliche Wertegemeinschaft, zu der gezwungenermaßen auch Deutschland gehört, fällt? Wohl kaum.

Ebenso ist es nicht verwunderlich, dass sich aufgrund der instabilen Verhältnisse im Nahen Osten viele Menschen auf den Weg nach Europa machen. Zumal wenn wie im Jahre 2014 geschehen, dass Welternährungsprogramm der UN seine Unterstützung für syrische Flüchtlinge vor Ort beinahe um die Hälfte reduziert. Wenn dann noch eine bundesdeutsche Regierung kommt, die Einwanderung pauschal als Bereicherung betrachtet, sind alle Voraussetzungen für eine kontinuierliche Überfremdung gegeben.

Feindbild Islam ist falsch

Vertreter der Altparteien waren es auch schon, die für die erste Migrationsbewegung im Rahmen der Gastarbeiterprogramme in den jungen Jahren der Bundesrepublik verantwortlich waren. Vor diesem Hintergrund gilt es sich einmal die Frage zu stellen, ob man die drohende Islamisierung und Überfremdung durch einseitige Schuldzuweisung gegenüber dem Islam verhindert oder eher durch gegenseitige Aufstachlung noch befeuert. Zumal oft vergessen wird, dass auch nicht-islamische Identitäten für die einheimische Bevölkerung zur Bedrohung werden können, sofern diese einen gewissen Prozentsatz überschritten haben.

Ob Leute wie Michael Stürzenberger oder Geert Wilders, die auf ihren Kundgebungen auch hin und wieder mit US-Fahnen posieren, die richtigen Leute sind um das Problem der Überfremdung zu lösen, sei ernsthaft zu bezweifeln.

Denn die allgemeine Überfremdung in vielen Gegenden Deutschlands ist nicht die Folge eines feindlichen Aktes im klassischen Sinne, sondern die Folge westlicher und bundesrepublikanischer Politik. Immer nur das Feindbild Islam zu bemühen, führt uns an den eigentlichen Ursachen der gegenwärtigen demographischen Problematik vorbei. Es eignet sich allenfalls um zu verdeutlichen, wohin der Wahn des Multikulturalismus letztendlich führt.

Der Verlust der eigenen Identität

Der Verlust der eigenen Identität wird vielfach als Folge der Masseneinwanderung wahrgenommen. Doch ist dem so? Ist nicht vielmehr der Identitätsverlust der Masseneinwanderung vorausgegangen? Die Länder des ehemaligen Ostblocks, in denen nach dem Fall des Kommunismus die Nationalidentitäten wiederauflebten, brauchen sich nicht über zunehmende Überfremdung zu beklagen. Denn ein Volk mit einer intakten Identität würde eine solche erst gar nicht zulassen. Und so ging auch in Deutschland der gezielte Identitätsverlust der Überfremdung voraus. Caspar von Schrenck-Notzing hat diesen Vorgang in seinem Buch Charakterwäsche. Die Re-education der Deutschen und ihre bleibenden Auswirkungen sehr anschaulich beschrieben.

Aufschlussreich zu dieser Thematik ist auch ein 1945 vom amerikanischen Verteidigungsministerium gedrehter antideutscher Propagandafilm. Er trägt den Titel: „Here Is Germany“ und beinhaltet folgende höchst interessante Passage: „Wir haben Deutschland von Hitler befreit, und vom Generalstab, vom Nationalsozialismus, vom Militarismus. Aber wir haben Deutschland nicht von Friedrich [dem Großen], von Bismarck, vom Kaiser, von seiner Geschichte und Tradition befreit. Das muss der Deutsche selbst tun. Bis er das tut, bleibt der Deutsche ein potenzieller Feind der Zivilisation.

Besser kann man den gesamten Vorgang der Umerziehung in der Nachkriegszeit nicht zusammenfassen. Aufrechte und vor allem geschichtsbewusste Patrioten können freilich noch heute ein Lied davon singen, wie es ist, von seinen Mitbürgern als „potenzieller Feind der Zivilisation“ gebrandmarkt zu werden. Dieses uns Deutschen gezielt eingeimpfte, im wahrsten Sinne des Wortes kranke Geschichtsbild ist für unseren Identitätsverlust verantwortlich. Nicht irgendwelche Migranten. Es offenbart sich spätestens jetzt, dass all jene, die in überzeichneter Weise den Islam für alles verantwortlich machen und Migranten beschuldigen für den eigenen Identitätsverlust verantwortlich zu sein, nur sehr wenig verstanden haben.

Als Merkel einmal Recht hatte

Auch wenn Angela Merkel nicht oft zuzustimmen ist, so hatte ihre Aussage aus dem Jahre 2016, man solle, wenn man sich vor der Islamisierung fürchtet, einfach mal ein deutsches Weihnachtslied singen, durchaus einen wahren Kern. Denn nur durch die Wiedererweckung der eigenen Identität, die mit den Idealen der heutigen säkularisierten Spaßgesellschaft nur sehr wenig gemein hat, lässt sich den Stürmen der Zeit etwas entgegenstellen.

Dann ließe sich auch wieder offen darüber sprechen, ob die Zugehörigkeit zur westlichen Wertegemeinschaft tatsächlich so viel Gutes hervorgebracht hat. Oder ob wir nicht doch lieber zu den fruchtbaren Beziehungen, die unserer Vorfahren vor dem Ersten Weltkrieg zur islamischen Welt hegten, zurückkehren sollten. Nur wenn wir uns ohne Ressentiments und mit dem nötigen Hintergrundwissen der demographischen Problematik annähern, besteht die Chance diese auf humane Art und Weise zu lösen.

(Bild: Pixabay)


3 Kommentare zu “Überfremdung als Fluch der bösen Tat

  1. Mausrad

    Eine Anmerkung.
    Ich habe ein Auslandssemester in Prag gemacht. Dort passiert exakt das gleiche wie im Westen, nur legal zunächst, aber der Austausch ist klar zu sehen. Vielen gefällts. Durchaus besorgniserregend. Trotzdem gab es neulich eine Umfrage , dass 40% der Tschechen meinen, es seien zuviele Ausländer im Land. Eine ansehnliche Zahl für einen (bis auf Prag) weißen Ethnostaat. Denke, wenn es zuviel wird, wird dort reine gemacht bzw. einfach gestoppt. Die werden sich das nicht bieten lassen.

  2. Christina Falke

    In vielem stimme ich ihrem Artikel zu. In einigen Punkten jedoch überhaupt nicht: Zum Thema Kirchgang: Hätte es die Juden vor ihrer Vernichtung im II. Weltkrieg geschützt, wenn sie regelmässig zur Synagoge gegangen wären? Natürlich nicht, weil sie es mit einer Vernichtungsideologie zu tun gehabt haben. Wenn Muslime sich als tiefgläubig bezeichnen und zu den Glaubensinhalten »Tötet die Ungläubigen« gehört, dann regelt ein regelmässiger Kirchenbesuch alleine keine Probleme. Ein weiterer Punkt, mit dem ich nicht (ganz) übereinstimme, ist die Analyse über den Verlust der Identität. Ich bin der Meinung, dass das politisch angeschoben wird. Wenn sich Europäer auf Stammtischen treffen oder patriotische Sportarten/ Kulturtechniken (z.B. Jodeln) praktizieren, dann wird das oft irgendwie schief angesehen, als nicht weltoffen etc. gebrandmarkt. Mit solchen Urteilen haben islamische Parallelgesellschaften nicht zu kämpfen. Diese Herabwürdigung kommt nicht aus dem Volk selbst. Vielfach wird dort bemerkt, dass für Muslime und Einheimische unterschiedliche Massstäbe der Toleranz gelten- Nulltoleranz für Einheimische, totale Toleranz für Muslime. In Punkto Islamisierung finde ich ihren Artikel ebenfalls einseitig: Sehr wohl ist die westliche Politik im Nahen Osten kriminell- das bestreite ich nicht. Jedoch ist die OIC (Vereinigung islamischer Länder) nicht einfach ein schwacher Opfer-Verein: da werden gezielt keine Flüchtlinge aufgenommen, weil diese stattdessen den Westen islamisieren sollen, da werden Imame geschickt, die diesen Prozess unterstützen sollen – all das geschieht in Zusammenarbeit mit »unseren Politikern«; mit anderen Worten sie zerstören nicht nur den Nahen Osten sondern auch uns. Eine Asia Bibi bekommt kein Asyl, Dschihadisten, Vergewaltiger und Mörder (die man zwecks Islamisierung und Destabilisierung auch in den islamischen Ländern aus den Gefängnissen entlassen hatte, in denen kein Krieg herrschte!) jedoch geniessen in Europa Schutz. Immer wieder finden sich auch Nachrichtenschnipsel, die von Landgeschenken in westlichen Ländern für Moscheen erzählen, von der Zusammenarbeit mit Salafisten- aber nicht mit liberalen Moslems (Seyran Ates, Bassam Tibi) oder Islamkritikern. Dies ist ganz bestimmt NICHT im Sinne der europäischen Bevölkerung (die auch die Kriege ablehnt). Eine einseitige Schuldzuweisung von Seiten der westlichen Politik an den Islam sehe ich überhaupt nicht; ganz im Gegenteil, der Islam wird da auf Teufel komm raus geschützt. Er sei Friedensreligion, Vielweiberei und Kopftuch eine besondere Form von Feminismus etc.. Mir kommt es fast vor, als würde Europa zwangsislamisiert – Umfragen belegen, dass die Europäer das im Gegensatz zur »Islam gehört zu Deutschland/Europa«- Politik nicht wollen. Mit dem Christentum wird ganz anders umgegangen, wie man an dem fast nicht vorhandenen Mitgefühl gegenüber den getöteten »Easter Worshippers« (nicht etwa Christen) in Sri Lanka im Vergleich zu den Christchurch-Opfern sehen kann: dort wurde aus Solidarität das Kopftuchtragen beworben. Der politische Islam passt nicht zum Grundgesetz und ich bin dafür, dass hier Grenzen gezogen werden um die freiheitliche europäische Zivilisation zu schützen. Das ist kein Öl-ins-Feuer-giessen sondern Einsatz für die Menschenrechte. »Westliche Werte verteidigen« sollte jedoch zwingend eine echte Friedenspolitik im Nahen Osten einschliessen und Bemühungen zur Schaffung eines fairen Welthandels.

  3. Posthistorische und –religiöse Aufklärung -
    Da müssen wir dem Herrn Schaar wohl dankbar sein, nicht wahr, daß er uns ressentimentsbeladenen Zeitgenossen endlich einmal aufgeklärt hat.

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