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Unbequem aus Überzeugung

Das Gespräch von Carlo Clemens mit Tanja Krienen wird – wie zu erwarten war – in sozialen Netzwerken heiß diskutiert. Manch einer wird sich fragen, warum die Blaue Narzisse sich eigentlich immer unbeliebt machen muß. Warum nicht einfach mal Hofberichterstattung für eine neue Bewegung oder neue Partei wie die AfD?

Wir haben ganz unterschiedliche Autoren, worauf wir sehr stolz sind. Die einen sind »für« die AfD, andere sehen in ihr lediglich ein Ventil und wiederum andere glauben nicht mehr daran, daß in diesem Land eine Veränderung durch eine bestimmte Partei initiiert werden kann. Wenn jemand ein Problem mit der Position eines anderen Autors hat, dann soll er das bitte in Form einer Replik darlegen und – wie ihr uns kennt – veröffentlichen wir das auch.

Genauso verhält es sich bei anderen Themen: Die Identitäre Bewegung beobachten einige sehr wohlwollend, andere sind der Überzeugung, daß sie bereits gescheitert ist, und eine dritte Gruppe war von Anfang an skeptisch oder lehnte sie aus grundsätzlichen Erwägungen ab.

Die Breite des Meinungsspektrums, das die Blaue Narzisse abdeckt, hat in den vergangenen Wochen z.B. auch unsere Universalismus-Debatte gezeigt. Vereinfacht gesagt, sind auch hier drei Gruppen ins Streitgespräch geraten: Liberale Verfechter der Menschenrechte, Konservative im herkömmlichen Sinn und Vertreter der »Neuen Rechten«.

Diese Debatten sind immer ein »Ritt auf der Rasierklinge« (so der Name einer Diskussion vor ein paar Monaten über reaktionären Defaitismus). Aber genau das muß doch unsere Aufgabe sein!

Seien wir realistisch: Für den Ausgang der Bundestagswahl ist es vollkommen egal, wie sich unsere Redaktion positioniert. Wir wollen und können die Massen nicht mobilisieren. Ein junges Magazin wie wir kann die richtigen Fragen stellen, gegenüber anderen und sich selbst unbequem sein und damit die Leser zum Nachdenken anregen.

Deshalb provozieren wir auch »nach innen«, wobei fraglich ist, ob es dieses »Innen«, also eine nonkonforme, liberal-konservativ-neurechte Szene, überhaupt in Deutschland gibt. Sollte es diese Szene geben, dann ist sie seit Jahrzehnten angesichts der anstehenden Aufgaben und Probleme erschreckend erfolglos. Das wird sich nur ändern, wenn ein paar Leute den Mut aufbringen, auch nach innen kontroverse Diskussionen ohne Denkverbote zu führen.

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34 Kommentare zu “Unbequem aus Überzeugung

  1. Naja.

    Ich bleibe dabei: Frau Krienen ist ein, auch aufgrund ihrer …, ein überzeugter und praktizierender Egozentriker. Mit einem solchem Interview habt ihr diese Macke auch noch genährt.

    Es ist schon bemerkenswert: Da kommt ein …, der sich für besser, fähiger und schlauer hält als alle anderen (in Soest); wird abgelehnt, Gründe dafür gibt es viele – und dann kann es der … mit Ego-Problem nicht auf sich sitzen lassen (musste er doch sein Leben lang sein Außenseiterdasein mit Überkompensation erträglich machen) und fängt an, vornehmlich im Internet Scheißekübel über ganze Kreisverbände auszuschütten. Kann ja nur daran liegen, daß es alles Homophobe und Transenhasser waren, denn Krienen ist davon überzeugt, daß er eindeutig der mit den meisten Fähigkeiten dort gewesen ist. Allein diese Blasiertheit und Ignoranz muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen.

    Ja, erst in anderen Medien, wo eh gern über alles Heterosexuelle, Gesunde und Patriotische gehetzt wird, und jetzt auch hier, in der BN, die sich teilweise mit ihrer »Objektivität« absolut auf dem Holzweg befindet und dabei eigentlich nur höchst abgefahrenen, einseitigen und abgedroschenen Subjektivmeinungen eine Plattform bietet, die sie auch mit entsprechender Fragestellung nicht in der Lage ist, zielführend zu hinterfragen oder zu kritisieren.

    Wer den Krienen interviewt, verliert auf einmal ca 100 Stilpunkte. Wenn es euch das wert war, bitte.

    Und denkt daran, daß ihr es euch eig. nicht erlauben könnt, euch »unbeliebt« zu machen. Ihr seid nicht die Titanic, sondern ein Blatt der jungen rebellischen Rechten. Bitte also konzentriert bleiben und keine Pradiesvögel interviewen, nur weil sie Paradiesvögel sind. Wir haben hier in D genug Paradiesvögel.

    Mit den besten Grüßen

  2. **** noch mal ohne Schreibfehler ****

    Es ist ja nicht so, dass die etablierten Parteien keine Personalquerelen hätten, die immer auch mit politischen Richtungsentscheidungen zu tun haben und nicht nur auf persönlichen Eitelkeiten, Animositäten oder wirtschaftlichen Interessen beruhen.

    Man denke nur an: Adam-Schwätzer zu Möllemann (»Intrigantes Schwein«), aktuell: Kauder gegen Kauder, Leutheusser-Schnarrenberger vs. Alexander von Stahl, Lafontaine vs. Scharping, Wehner zu Brandt (»Wir lieben Dich«), Kohl vs. Strauß u.v.a.

    Wie die CDU mit Martin Hohmann umgegangen ist, gehört ebenfalls in diese Reihe.
    ________

    Nun sieht sich die AfD also derzeit unter verschärfter öffentlicher Beobachtung, die auch vor den niederträchtigsten Methoden nicht zurückschreckt, um das Ansehen der Partei zu schädigen, wie man zuletzt an dem unsäglichen Stichwortgeber-Interview mit dem »Soziologen aus Münster« sehen konnte.

    Vor diesem Hintergrund kann man den Verantwortlichen der AfD nur raten, den bisher erkennbaren Kurs beizubehalten und unverbesserliche Querköpfe und Spinner mit eisernem Besen auszukehren. Es liegt ja letztlich auch im Interesse der Querdenker, dass die AfD als neue organisatorische Struktur zügig auf die Füße kommt, damit sie dann zu gegebener Zeit, wenn sie erst mal über mehrere Wahlperioden in Folge in den Parlamenten vertreten oder sogar verankert ist und es zu regelmäßigen Parteitagen kommt, auf denen man diskutieren und Beschlüsse fassen kann, um die Verwirklichung ihrer Vorstellungen werben können. Bis dahin sollten sich die Querdenker mal in die Interessen der politischen Mitbewerber einschließlich der Medienvertreter hineinversetzen, und daraufhin vielleicht auch einfach mal die Klappe halten. Wer wirklich so intelligent ist, wie mancher Querkopf von sich denkt, müsste doch eigentlich von sich aus einsehen, dass »Zinsknechtschaft«, »Hochfinanz«, »Ostküste« oder »Klimalüge«, »Atom«, »Windrad« keine Stichworte sind, um den Wähler von der Wählbarkeit einer jungen Partei zu überzeugen. Bei der jungen Partei kommt es doch noch viel weniger auf die Inhalte an als bei den Etablierten, sondern darauf, ob man den Eindruck hat, dass das Personal intellektuell und charakterlich in der Lage ist, Probleme unterschiedlicher Art rational zu analysieren und daraus praktikable Vorschläge abzuleiten.

    Und es gibt ja auch Erwartungen an die Partei, die beim besten Willen nicht erfüllt werden können. Im Kommentarbereich der JF beklagte doch tatsächlich jemand, dass man seitens der AfD nicht gewillt sei, die »Europäische Aktion« des Bernhard Schaub zu unterstützen. Wer dessen Schriften unverlangt zugesandt bekam und diese lesen konnte, kann sich gut vorstellen, dass sich die AfD nicht nur aus taktischem Kalkül von dessen Weltanschauungen distanziert hat.

  3. Herborner

    Krienen ist schon überall rausgeflogen und hat auch schon zu jedem Thema pro und contra irgendwann mal vertreten. So what!

  4. Urwinkel

    Die Entlarvung Krienes ist erfrischend. Es lebe das Sommerloch hoch. Die oder Der hat doch schon auf PI gehetzt. Was bringt den BN`lern denn das außer Reputation? Warum ist das wichtig? Betreibt ihr Wahlkampf?

    Drei Fragen auf einen Schlag.

  5. Ernstfall

    Wenn Frau Krienen aus dem Umgang mit ihrem persönlichen Thema schlußfolgert, die AfD sei »nicht wirklich eine ›Anti-?Euro-?Partei‹, sondern neudeutsch ein Fake«, kann man ihr tatsächlich eine egozentrische Einstellung vorwerfen, denn das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Würde es Frau Krienen um die Sache und weniger um sich selbst gehen, würde sie ihren Streit mit einzelnen Funktionären nicht zum Anlaß nehmen zu versuchen, die ganze Partei öffentlich zu diskreditieren. Alleine dieses Verhalten wäre Grund genug für einen Parteiausschluß. Für jegliche Führungsfunktion ist sie aufgrund solchen Verhaltens ohnehin ungeeignet, denn in solchen Funktionen muß man das Ganze im Auge haben und nicht nur seine individuellen Probleme und Zänkereien.

  6. Wolfgang Luley

    Ich fand das Interview unterhaltsam, da ich mit Frau Krienen via Facebook bereits einige Kommentare getauscht hatte, waren mir ihre hier vertretenen Ansichten und Auslegungen über Sexualität und Politik nicht ganz fremd.

    Kritisch fand ich das Interview nicht; sie bekam Stichworte geliefert, die sie für sich und ihre Meinung genutzt hat. Dass Frau Krienen so im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit steht, mag an der AfD selbst liegen. So ist bekannt, dass es Differenzen zwischen der Parteibasis und dem Parteivorstand gibt, wie man von diversen Ex-Mitgliedern immer wieder zu hören bekommt. Auch die sogenannten Glücksritter, die sich in der jungen Partei eingefunden haben und dort ihr Glück suchen, weil sie – zum Beispiel – in ihren Parteien erfolglos waren. All das ist bekannt und Wert einer Kritik. Was aber geschieht? Frau Krienen steht im Focus der Aufmerksamkeit. Nicht sie ist das Problem, sondern all jene in der Partei, die Fehler aussitzen oder vertuschen wollen.

    Und was die Blaue Narzisse angeht: wäre sie tatsächlich so unbequem, wie behauptet wird, dann hätte sie auch eine größere Reichweite. Ich behaupte nicht, dass die Blaue Narzisse unwichtig ist, bei vielen Beiträgen fällt mir aber auf, dass sie nur für Leser interessant sind, die so oder so ähnlich denken. Andere interessiert es nicht. Deshalb halte ich den Hinweis auf ein schwaches, bzw. fehlendes rechtes Millieu für eine Ausrede. Allein der Name erinnert an Literatur (Novalis und die Romantiker) und die werden heute auch kaum bis überhaupt nicht gelesen.

    Frau Krienen ist unbequem, weil sie konkret einen Mißstand benennt, der aktuell ist und die Menschen auf der Straße interessiert. So ist man unbequem und nicht, weil man literarische Anleihen macht und über Themen berichtet, die einen hauptsächlich selbst interessieren.

    Das mag jetzt härter klingen, als es gemeint ist. Ich bin aber auch gern unbequem!

    Mit freundlichen Grüßen

    Wolfgang Luley

  7. Alternativer

    Mir reichen die Infos nicht aus, um mir ein abschließendes Urteil zu bilden. Außerdem kenne ich die Dame nicht, was zu besonderer Zurückhaltung veranlaßt.

    Zwei Dinge:

    - Die sexuelle Orientierung ist Privatsache, solange man sie selbst so behandelt.
    - Ich kann das Gelaber über »Minderheitenschutz« nicht mehr hören, da es nur für
    Linke und Liberale alleine schon ein Verdienst zu sein scheint, einer solchen
    anzugehören. Es ist für mich auch ein Unterschied ob es um Transsexuelle oder
    Ausländer geht. Die Überfremdung ist tatsächlich ein Problem. Bedenklich ist,
    wenn man alle möglichen Minderheiten auf eine Stufe stellt und mit einem
    Glorienschein versieht.

  8. Da muss man R.S. doch Recht geben. Wer meint, sich immer an Exoten orientieren zu müssen, wird auch Exot bleiben.

    Der AfD muss man eine Chance geben. Schließlich gibt es den Haufen erst seit einigen Monaten.

    Nur weil sich dort auch im Realleben erfolgreiche Menschen engagieren, muss das Gänze nicht schlecht sein.

    Es wird auch ohne Frau Krienen gehen. Manchmal ist es halt besser, man nimmt sich etwas zurück.

  9. Pressefreiheit heißt auch, »Paradiesvögel« – wie Sie es nennen – interviewen zu dürfen. Die kontroverse Debatte, die dabei entstanden ist, gibt uns doch recht. Gibt es den wirklich tabufreien Diskurs denn in den anderen, größeren Medien? Sofern es kein harmloser NEON-Kram ist, oder eitles Feuilleton-Geplänkel?

    Wenn wir für eine Gruppe offen Partei ergreifen würden, uns also zum Propagandaorgan machen ließen, wären wir nicht anders, als die anderen, nur umgekehrt. Wir ließen uns auf bedenkliche journalistische Unsitten ein, statt idealistisch (und deshalb manchmal auch bewusst provokant, rebellisch, unerhört oder naiv) voran zu gehen.

  10. Arminius Arndt

    Ich kenne mich mit dieser Thematik nicht so gut aus, weil sie mir egal ist (echtes Randthema), aber ich denke, dass die Frau Krienen keine Transe ist, sondern eben eine Frau mit einer anderen Vergangenheit … auch wenn einem das selber kaum nachvollziehbar erscheint. Der Herrgott hat eben einen großen Tiergarten, so lautet ein alter Spruch … und R.S. ist einer der Spießer darin … und Frau K, die sich im oben verlinkten Interview als abgeklärt und erfahren darstellt, war doch wohl eher reichlich naiv, ausgerechnet in der AfD eine politische Heimat finden zu wollen.

    Aber das ist hier ja nicht das eigentliche Thema. Interessanter finde ich, wie es ganz offensichtlich in der AfD gärt und wie deren Leute langsam nervös bis hysterisch werden, jetzt, wo nach einem furiosen Start die Umfrageergebnisse nach wie vor deutlich unter der 5% Hürde dümpeln und nun auch noch eher die totgesagten Piraten wieder näher an die heiß begehrten Sinekure- Bundestagspöstchen herankommen, als man selber …

    Das ist so ähnlich, wie bei einer Bauernrevolution, die mit Dreschflegeln bewaffnet sich erst einmal an der scheinbaren Masse ihrer selbst hochzieht und sich für unbesiegbar hält, dann aber, wenn sie zum ersten Mal einem gut gerüsteten, geordneten Heer gegenübersteht und merkt, dass es jetzt ans Sterben geht, in Jammern und Wehgeschrei ausbricht. Selbstverständlich tauchen dann die »Politkommissare« auf, die hinter den Reihen mit den Flinten stehen, damit nun ja keiner davon läuft … ebenso werden dann im Vorfeld der Schlacht bereits die gemartert, von denen ein Infektionsherd für Fahnenflucht ausgehen könnte und andere Meinungen werden hysterisch verfolgt (siehe die Diskussionsbeiträge in Internetforen etc.) …

    Die AfD muss um ihre Nachhaltigkeit, Glaubwürdikeit und Standhaftigkeit bereits jetzt kämpfen, dazu gehört auch eine gehörige Portion Gelassenheit im Umgang mit Kritik von anderen aus der »außerparlamentarischen Opposition«, dann kann daraus evtl. noch etwas von Dauer werden. Eine Alternative, die sich wegen einer politisch vorgegebenen »Alternativlosigkeit« gebildet hat und sich dann mittlerweile selber für alternativlos hält und entsprechend verhält, nun ja, was soll man dazu sagen?

    Ich persönlich mag die meisten AfDler nicht und glaubwürdig ist die Partei nach meinem persönlichen Empfinden nicht. Sollte Frau Merkel im Falle des Falles mit Pöstchen winken, werden die AfDler »pflichtbewusst« nicht Nein sagen, was alleine schon für Übelkeit bei mir sorgt – Dennoch stehen ihre Chancen gut, dass ich sie als Denkzettel für die anderen Parteien wähle.

  11. Das ist es was BN ausmacht. Keine Kuscherei, kein Blatt vor dem Mund. Jung und frech! 😉

  12. Noch einmal: Nichts lag mir ferner als Genderpropaganda zu betreiben, umgekehrt aber passt es: Man hat mich stigmatisiert und daran erinnert was ich für sie bin! Alle die mich kennen, wissen, dass ich mehr als kritisch das Lager der sexuellen Minderheiten beschrieb und karikierte – selbst in der TAZ. Wieso ich bei PI »gehetzt« haben soll, ist mir völlig unklar. Gegen wen und wofür? Ich wehre mich allerdings gegen die auch hier partiell aufkommenden verbalen Abwertungen – das lässt tief blicken und fällt auf die Schreiber selbst zurück. Geht es nicht ohne? Und nein, ich dachte schon, dass eine liberal-konservative Partei das rechte sei, doch das es dort Strömungen gibt, die, das sehe ich jetzt, eher einem reißenden Strom ähneln und so handeln, wie es geschah, ahnte ich nicht. Ich sehe das auch für 2013 als einen Anachronismus an, den ich in dieser Form nie auf der Agenda hatte. Eklig, beschämend.

  13. Schon erstaunlich der BN jetzt die eigene Objektivität vorzuwerfen! Ich dachte immer, die neuen Rechten seien »anders«? Dabei geht es wie immer um Charaktere und darum WER der bessere »Rechte« ist und in diesem Sinne handelt.
    Ärgerlich!

  14. Finde als AfD-Mitglied den obigen Beitrag von Felix Menzel in Ordnung und richtig. »Hofberichterstattung« sollte es bei BN und in anderen konservativen / »rechten« Organen nicht geben (gibt es m.E. auch nicht). Andererseits hatte ich bei vielen Rechtskonservativen den Eindruck des anderen Extrems, dass man nämlich krampfhaft bei der AfD nach Haaren in der Suppe sucht und von vornherein alles schlecht macht. Dies kann ich aber bei den BN-Artikeln nicht erkennen; die Auseinandersetzung mit der AfD fand ich hier insgesamt ausgewogen und angemessen. Insgesamt ist die AfD eher ein Hoffnungsschimmer, aber sicherlich wird auch die AfD kaum bestreiten, dass es in Bezug auf Tanja Krienen auch zu Fehlern gekommen ist. Und dann ist es natürlich auch in Ordnung, wenn die BN das als unabhängiges Medium kritisiert.

    Auf der anderen Seite – und das habe ich Tanja auch schon geschrieben – kann ich 1.) die vollen Gründe für das Zerwürfnis mit Krienen nicht beurteilen. Und 2.) finde ich nun in der Tat, dass es auch unfair von Tanja ist, wie sie nun die gesamte Partei pauschal angreift und teilweise übel mit Güllekübel überschüttet (u.A. mit NPD-Vergleichen).

    Den letzten Satz des obigen Artikels von Felix Menzel unterstreiche ich mit Nachdruck. Leider ist die (rechts-)konservative Szene nach innen genauso voller Tabus und Dogmen wie die Linke.

  15. Blick gegen links

    Auf dem Foto von Frau Krienen ist ein Buch positioniert, in dem es um Lotte Lenya geht. Ist das eine Demonstration, wo man politisch steht?

    Die Frau war ja wohl mit Hardcore-Kommunisten wie Brecht und besonders eng mit Weill zusammen. Eine visuelle Botschaft???

    Das weckt zwar Neugier, bestimmt aber kein Vertrauen in die »konservative« Gesinnung.

  16. Alternativer

    Vorweg: Auch ich bin AfD-Mitglied.

    Die BN sollte weiter kritisch berichten – ohne jegliche Tabus mit Rede und Gegenrede.

    Auf die Gegenrede warte ich noch. Das Interview kann so nicht alleine stehen bleiben. Das wäre fatal.

    Die BN sollte generell parteipolitisch neutral sein und sich an keine einzelne Partei hängen.

  17. Lion, das ist etwas schwach, weil man die Vorgänge schon beurteilen kann, wenn man die AfD-Brille ablegt. Ich schütte nicht Güllekübel aus, sondern weise auf Fakten hin. Wenn die Landespitze schweigt, ist die Option durchaus richtig zu sagen, dass die Partei an sich das trägt. Die unzähligen aggressiven Kommentare sprechen doch auch für sich.

    Ja, ich besitze ein Lotte Lenya-Buch! Ich bekenne es! Ich besitze auch Brecht-Bücher! Ich habe viele Bücher gelesen, die eher links als rechts einzuordnen sind. Ich bekenne es nochmal! Ich war bis zu meinem 42. Lebensjahr eine Linke! Bin ich jetzt unwürdig? Und: Lenyas Interpretationen sind wunderbar! Ich empfehle einmal »DIe sieben Todsünden«.

  18. Blick gegen links

    @ Frau Krienen

    »Ja, ich besitze ein Adolf-Hitler-Buch! Ich bekenne es! Ich besitze auch Goebbels-Bücher! Ich habe viele Bücher gelesen, die eher NS als links einzuordnen sind. Ich bekenne es nochmal! Ich war bis zu meinem 42. Lebensjahr ein Nationalsozialist! Bin ich jetzt unwürdig? Und: Hitlers Gemälde sind wunderbar! Ich empfehle sein Aquarell »Blick auf Nürnberg«.«

    Wäre das für Sie o.k? Dazu »Mein Kampf« sichtbar im Bücherregal?

    Der Unterschied ist der: Personen mit Ihrem Hintergrund können problemlos Mitglied der AfD werden, wer so etwas wie hier geschrieben hätte, würde nicht einmal den Hauch einer Chance haben. Ist das auch o.k.?

    Mit dieser satirisch gemeinten Überzeichnung will ich einmal deutlich machen, wie problematisch alles ist und zum Nachdenken anregen.

  19. Mauretanier

    »Ich war bis zu meinem 42. Lebensjahr eine Linke! Bin ich jetzt unwürdig?«

    Naja, ein bißchen dämlich ist das schon.

  20. Ach so, wer ein Lotte Lenya-Buch besitzt, ist ein jemand, der mit Massenmördern sympathisiert? Heiliger Bim Bam! Geht es noch tiefer?

  21. Urwinkel

    »Heiliger Bim-Bam« dachte ich auch als offenbar wurde, daß sich Genesis P. Orridge (freiwilig!) zur Frau umoperiert. Der ehemalige Mann ist der Kopf der Musikgruppe Psychic TV (PTV) und ein anerkannter Wirrrkopf. Seine Frau starb kurz nach der »vollendeten« ›Geschlechtsumwandlung an Krebs.

  22. Urwinkel, es zeichnet Leute wie dich aus, beständig nicht zu wissen was Transsexualtität ist und es mit allen absurden Erscheinungen in einen Topf zu werfen, dabei Respekt allen nicht als Kunstobjekt angelegten Menschen zu verwehren. Entweder hast du das Interviw nicht gelesen oder du agierst im Stile eines bestimmten AfD – Milieus, das partout dumm UND demagogisch sterben will – und wird. Lies bitte, was ich 2007 in der taz darlegte – http://www.campodecriptana.de/blog/2007/04/09/726.html

  23. Urwinkel

    Der AFD geht es doch nicht um Transexualität. Sie spielen ihr zickigies Ego aus. Auf komme was wolle. – Jede Regierung ist Mist; solche Leute brauche ich nicht. Nur diese man vertrauen kann. Transexuelle gehören gewiss nicht dazu.

  24. Blick gegen links

    @ Tanja Krienen

    Meiner Meinung nach sind Sie noch »links infiziert«. Darum geht es aber nicht und hat mit Ihnen direkt nichts zu tun:

    Ich will nur darlegen, daß Linke und Linksradikale keine Gewissensprüfung bei der AfD ablegen müssen, keine Auflistungen ihrer Mitgliedschaften und daß keinerlei Grenze nach links außen gezogen wird.

    Bei den Rechten werden manche, wie NPD, DVU, Freie Wähler in NRW. usw. nicht aufgenommen, weil sie zu rechts wären. Dazu gibt es den Zwang Mitgliedschaften schriftlich darzulegen und sich u.U. auch einem Verhör zu unterziehen

    So etwas hätte man bei einer linken Partei erwartet, nicht aber bei einer konservativen.

  25. Urwinkel, darum ging es GANZ allein! Nicht um Fachliches! Ich habe geschrieben, war aktiv und organisierte wie keine andere. Das sind die Fakten.

  26. Alternativer

    Es ist in der Tat ein Witz, daß man von der »Mauermörderpartei« problemlos zur AfD wechseln kann, während man z.B. 40 Freien Wählern dies verweigert hat.

  27. Wer hat die Machenschaften der PDS in den letzten 40 Jahren mehr thematisiert als Leute wie Bettina Röhl, Vera Lengsfeld und Tanja Krienen? Wer? Alle waren Autoren meiner Zeitung »Campo de Criptana«. In der AfD habe ich sofort für offene Verhältnisse geworben – und DAS war vielleicht für einige Leute zuviel! Mal mitdenken! Lies meinen Beitrag bei »eigentümlich frei« im April dazu – http://ef-magazin.de/2013/04/22/4166-rechts-und-links-warum-die-vorwuerfe-an-die-afd-nur-eine-kalkulierte–frechheit-darstellen

  28. Urwinkel

    Tanja Krienen, Sie sind so etwas wie ein Störfall für die AfD-Partei. Sie sind denen zu intellektuell und metapolitisch. Kryptisches hinterfragen von Geschlechteridenditäten passt in kein Wahlprogramm. Die wollten Sie loswerden. So meine versöhnliche Ferndiagnose.

  29. Völlige Zustimmung. Nur Widerspruch in dem einen Punkt: ich habe als aktive Person für die AfD keine Geschlechtsidentitäten hinterfragt und hinterfrage sie auch sonst nicht, weil ich voll und ganz das bestehende bipolare System verteidige. Es gibt da nur seltene, private Ausnahmen. Ansonsten stimmt die Diagnose: sich umfassend äußernde Menschen werden nicht gebraucht, die sind zu »gefährlich«. Die Politik braucht Leute, die das Programm herunterspulen und nur zum Schein kommunizieren. Da reiht sich die AfD leider ein. Dies ist für mich auch eine schmerzliche Erkenntnis.

  30. Urwinkel

    Ihren Videos nach, die Sie mit exhibitionistischer Laune veröffentlichen (Youtube) können Sie gar keine Freunde haben. Ich kannte Sie nichtmal, abgesehen von den PI-Kommentaren und den zwei Artikeln hier. Sie sind ein verrücktes Huhn. Das meine ich liebevoll.

  31. Och, ich habe genug Zeit um das zu schaffen, sooooviele Videos mache ich doch gar nicht.Ich schreibe eigentlich mehr. Wundert mich aber doch, dass du mich nichts kennst. Meinen Campo sollte man kennen, denn er hatte eine nette Autorenschaft von links bis rechts http://www.campodecriptana.de/ und meine private Homepage sagt doch auch einiges http://www.tanjakrienen.de Aber danke, so hat es ja doch noch einen versöhnlichen Ausklang gefunden. Verrückt? Was meinst du, wie es wäre, wenn Nietzsche schon Videos gedreht hätte? Oder andere? Es ist schon komisch, wie leicht man heute als verrückt oder narzistisch gilt, als wäre es nicht, solange die Welt besteht, ein Charakteristikum für Künstler, lebenriskierende Philosophen und Einzelgänger (in gewisser Weise und richtig verstanden), dass sie nach außen gewandt und »anders« sind. Zugegeben, das hat dann keinen Platz in der AfD, insofern hat die Natur das richtig ausgemendelt.

  32. Urwinkel

    Das ist doch ein gutes Schlusswort, Tanja. Vieles auf den Punkt gebracht worüber sich nachzudenken lohnt. So, die Arbeit ruft. Ende.

  33. Urwinkel

    Wenn Nietzsche Videos gedreht hätte, würden wir uns die Schenkel vor Lachen platthauen. Ein hübscher Gedanke, Tanja, aber an der Realität vorbei. Jeder Ochse filmt heute, macht Aufnahmen. Kurzfilme sind in Mode. Nur leider ohne Substanz. Das ganze wird auch noch finanziell gefördert, wenn man die »richtigen« kennt und das richtige macht. Entscheidend ist auch das Alter. Über dreißig geht fast nichts. Danach hat man verloren. Junge »Filmemacher« sind gefragt, was sie können ist egal.

  34. Ich dachte ja auch nicht an Menschen-Ochsen oder Video«kunst«schmierer, sondern an Nietzsche. Wenn ich nur an mein Nietzscheprogramm denke, das ich 2000 zum 100. Todestag einige Male aufführte – die ausgesuchten Szenen hätten einen netten Film gegeben, aber das würde auch wieder nach »Experimental-Film« riechen. »Wanderer und sein Schatten«, Zarathustra, Wahnzettel und Cosima-Verehrung als Finale – man würde ihn von allen Seiten verrückt und narzistisch gescholten haben. Was er ja auch war. Oder? Eigentlich doch nicht. Er war nur ein etwas merkwürdiger kurzsichtiger Philologe mit Hang zum Wandern und Schreiben und einer ruhmsüchtigen Schwester im Schlepptau…

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