Anstoß

Van der Bellen und das Kopftuch

Die Islamophobie ist überall. Sie durchdringt förmlich jeden Winkel der westlichen Gesellschaft. Außerdem gehört sie zu den größten Übeln unserer Zeit.

Wenn man dagegen nichts unternimmt, geht die Welt unter. – So scheint es zumindest, wenn man westlichen Gutmenschenpolitikern zuhört, wie neulich dem frischgebackenen Bundespräsidenten Österreichs Alexander Van der Bellen.

Aus Solidarität Kopftuch tragen

Denn laut ihm habe man es derzeit mit einer „um sich greifenden Islamophobie“ zu tun. So drückte er sich zumindest im österreichischen Staatsfunk aus, dem ORF. An was genau er dieses allumfassende Problem festmacht, behält er für sich. Vielleicht geht er auch einfach davon aus, dass jedem die johlenden und durch die Straßen hetzenden Horden von jungen, blonden Männern in braunen Hemden aufgefallen sind, die muslimische Mitbürger bedrohen und allerorts für Angst und Schrecken sorgen.

Daher forderte der grüne Altkommunist bei einer Diskussionsrunde mit Schülern in Wien: „Wir werden noch alle Frauen bitten müssen, Kopftuch zu tragen aus Solidarität mit jenen, die es aus religiösen Gründen tragen.“ Abgesehen von der Forderung nach diversen Solidaritätsbekundungen darf und muss die Frage gestattet sein: Warum? Wieso sollen jetzt alle Frauen mit einem Kopftuch herumlaufen? Ist es nicht so, dass das Kopftuch als Zeichen der Unterdrückung der Frau gilt?  Es ist daher nicht verwunderlich, wenn hier Islamkritiker und altgediente Feministinnen wie Alice Schwarzer einer Meinung sind. Das Kopftuch gehört aus dem öffentlichen Leben in den westlichen Ländern verbannt.

Scharia und Grundgesetz

Des weiteren signalisiert das Kopftuch jedem: Ich gehöre dem Islam an. Der Islam selbst ist jedoch ein Integrationshindernis, denn er steht mit seinen Lebensweisen, die in der Scharia festgehalten sind, unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung geradezu diametral gegenüber!

Und wenn wir schon beim Thema Solidarität sind, sollten dann nicht auch die Muslime in islamischen Ländern, wie Ägypten alle mit umgehängten Kreuzen rumlaufen, nachdem Christen dort während einer heiligen Messe in die Luft gesprengt wurden? Darauf kann man wohl lange warten. Mit Solidarität hat das nicht das Geringste zu tun, sondern mit Unterwerfung. Wir sollen unsere Kultur ablegen zugunsten einer fremden. Wenn wir dies jedoch zulassen, können wir auch gleich einen sauberen Schnitt machen und uns besser heute als morgen von Errungenschaften wie Demokratie, Redefreiheit und Menschenrechte verabschieden. Denn das wird es in einem Europa, das den Kniefall vor dem Islam macht, bald nicht mehr geben. Schade!

Kopftuch und Wintermütze

Van der Bellens Geschwurbel zum Kopftuch geht aber noch weiter. Auf eine Anfrage der Welt antwortete er, es sei „das gute Recht jeder Frau, sich selbst zu entscheiden, was sie am Kopf trägt und ob sie etwas am Kopf trägt.“ Soweit schön und gut. Interessant ist aber hierbei, dass er impliziert, dass das Kopftuch eine Kopfbedeckung wie jede andere sei, die man anzieht und wieder ablegt, wenn man keine Lust mehr darauf habe. Ein folgenschwerer Fehler so zu denken. Es ist müßig darüber nachzugrübeln, ob Van der Bellen diese Feststellung tätigt, weil er einfach keine Ahnung hat und in seiner Unwissenheit dem Kopftuch nicht mehr Bedeutung zumisst, als einer Wintermütze, die man trägt, um nicht zu frieren. Oder ob er diese Aussage mit Absicht tätigt, um seine Landsleute absichtlich für dumm zu verkaufen.

Fakt ist doch, dass das Kopftuch eine religiös-gesellschaftliche Bedeutung hat. Mit dem Tragen eines Kopftuches signalisiert die Frau den anderen (muslimischen) Männern, eine ehrbare Frau zu sein, die man nicht belästigen dürfe. Nicht so wie die Frauen, die kein Kopftuch tragen und damit potentielles Freiwild seien. Wenn man sich die Ereignisse der Kölner Silvesternacht in Erinnerung ruft, aber auch die Aussagen verschiedener Muslime, die behaupten, Frauen ohne Kopftuch seien – Entschuldigung für diesen Ausdruck – „Schlampen“, neigt man dazu, in dem Kopftuch ein Schutzschild der Frauen gegen Männer zu sehen, ein bitter notwendiges in der islamischen Welt. Nur eben dadurch, dass man eines tragen muss, wenn man in einer muslimischen Gesellschaft für ehrbar gehalten werden will, entsteht ein Zwang. Ich will gar nicht bestreiten, dass es einige muslimische Frauen gibt, die das Kopftuch zu tragen nicht als Zwang ansehen. Dennoch liegt dieser Zwang implizit in der Bedeutung des Kopftuches selbst.

Der Islam ist ein politisches System

Auch steht das Kopftuch für den gesellschaftlichen Stand einer Frau in einer islamischen Gesellschaft. Und dieser ist nun mal mitnichten auf Gleichberechtigung und Gleichheit vor dem Gesetz, sowie gegenseitige Achtung der Geschlechter und Selbstbestimmung der Frau ausgelegt. Im islamischen Recht ist die Frau dem Mann eindeutig untergeordnet und ihm auf keinen Fall gleichgestellt. In Saudi-Arabien ist es Frauen sogar untersagt Auto zu fahren. Das Kopftuch steht also für ein Frauenbild, dass dem unseren widerspricht und nicht mit ihm vereinbar ist. Und dennoch fordert Van der Bellen, unsere Frauen sollten dieses Frauenbild öffentlich unterstützen und gutheißen, indem sie aus Solidarität ein Kopftuch tragen?

Oft genug wird an dieser Stelle die Religionsfreiheit ins Spiel gebracht, um jede Kritik am Islam zu unterdrücken. Nur schade, dass diese eine Immunisierung des Islams nicht hergibt, aus zwei Gründen: Erstens darf man beim Islam nicht vergessen, dass es sich hierbei nicht nur nicht um eine Religion nach westlichem Verständnis handelt (also im Grunde Privatsache), sondern um ein politisches System. Niemand wird leugnen können, dass auch die Scharia zum Kern des Islams gehört und in dieser das gesellschaftliche Leben der Muslime von A bis Z geregelt ist. Auch ist geregelt, dass religiöses Recht immer vor weltlichem steht. Ein gläubiger Muslim kann daher gar nicht nach unseren Gesetzen leben, sofern sie seinen religiösen Gesetzten widersprechen. Die Folge sind Parallelgesellschaften, die mit der unsrigen nicht mehr viel zu tun und auch wenig bis keinen Kontakt haben.

Bundesverfassungsgericht von 1960 mit wesentlichem Urteil zum Islam

Auf den zweiten Punkt hat das deutsche Bundesverfassungsgericht in einem Urteil von 1960 bereits treffend geantwortet: „Das Grundgesetz hat nicht irgendeine, wie auch immer geartete freie Betätigung des Glaubens schützen wollen, sondern nur diejenige, die sich bei den heutigen Kulturvölkern auf dem Boden gewisser übereinstimmender sittlicher Grundanschauungen im Laufe der geschichtlichen Entwicklung herausgebildet hat“.  – Also nicht der Islam.

Ist also die Aussage des österreichischen Bundespräsidenten, Frauen würden das Kopftuch aus freien Stücken tragen, richtig? Wohl kaum. Jedoch gebe es laut Van der Bellen ohnehin „größere Probleme“ als das Kopftuch. Wahrscheinlich meint er damit die grassierende Homophobie, neben der Islamophobie der zweite Grund des Untergangs der Welt.

Das Kopftuch ist vermutlich eines der größten Probleme, die uns in den nächsten Jahren und Jahrzehnten beschäftigen werden. Denn das Kopftuch steht für den Islam. Dieser wird uns unter Garantie noch so einige Probleme bereiten und ohne eine Kurskorrektur von „denen da oben“ auf längere Sicht sogar den Hals kosten. Dass dieses Problem immer größer wird, kann man nicht leugnen. Der Umstand, dass der Name Mohammed zum beliebtesten Namen für neugeborene Jungen in Deutschland geworden ist, lässt darauf schließen, dass es in Österreich und den anderen westeuropäischen Ländern mit ähnlichem muslimischen Bevölkerungsanteil nicht besser aussieht. Geburtenzahlen lügen nicht.

Auch wenn es Van der Bellen anders sehen wird, gehört der Islam nicht zu Europa und wird es auch nie, dazu ist er in seinem Wertesystem dem unseren zu verschieden. Denn etwas gehört nicht automatisch dazu, nur weil es präsent ist. Scientology und der Buddhismus sind auch präsent, gehören aber nicht zur abendländischen Kultur.

(Bild: Pixabay)

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1 Kommentar zu “Van der Bellen und das Kopftuch

  1. Jürgen Graf

    Ich würde dem Herrn Van der Bellen anraten, sich als sichtbares Zeichen seiner Solidarität mit den verfolgten muslimischen MitmenschInnen noch rasch drei weitere Ehefrauen zuzulegen. Wenn seine erste dagegen protestiert und somit ihrer Islamophobie Ausdruck verleiht, kann ja eine Rat islamischer Schriftgelehrter darüber entscheiden, ob sie gesteinigt wird oder mit 100 Peitschenhieben davonkommt.

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