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»Vollgepumpt mit Testosteron und Selbstbewußtsein«

… so urteilte Endstation Rechts vor vier Jahren über unsere Druckausgabe zum Thema »68er, Gender und Ökologie«:

Eine bloße Schülerzeitung ist die BN längst nicht mehr. Dafür kommt sie zu elitär daher und ist zu sehr auf Distinktion bedacht. Sie steckt fest mitten im Raum zwischen den schlecht begründeten Belanglosigkeiten einer normalen Schülerzeitung und einem konservativen Blatt mit Niveau. Die »Blaue Narzisse« weiß noch nicht so recht, wo sie steht und wohin sie will. Sie harrt in einem Übergangsstadium aus. Aber die jungen, männlichen Macher wissen zumindest eines ganz genau: dass sie sich vor allem inszenieren wollen. Und die Moral von der Geschicht‹? Nun, wir waren auch mal Anfang 20, das legt sich.

Der heutige Kultusminister von Mecklenburg-Vorpommern, Mathias Brodkorb (SPD), hatte diese Analyse selbstverständlich mit einer klaren Absicht geschrieben: Er wollte uns klein schreiben als ein bedeutungsloses Projekt neben der JF, das keine eigenen Akzente setzt. Seitdem diese eigenen Akzente mit dem Rilke- und Kafka-Preis sowie den Thesen-durch-Fakten-Anschlägen jedoch überdeutlich geworden sind, schweigt Endstation Rechts. Auch hat man dort nie begriffen, daß wir gerade für junge Leute in der Orientierungsphase da sind, für die noch nicht alles klar ist.

Zur Vorbereitung auf unsere nächste Druckausgabe zum Thema »Umwelt und Konsum« habe ich nun aufgrund der inhaltlichen Verwandtschaft noch einmal in die 32 Seiten starke Ausgabe vom April 2008 geschaut. Was hat sich geändert? Was ist gleich geblieben?

Unsere Lageanalyse war damals schon stark und wir müssen von all dem nichts zurücknehmen. In einem Grundlagenbeitrag und Interview mit Gabriele Kuby hatten wir die Gefahren des Gender Mainstreaming herausgearbeitet, die Grünen und 68er ins Altersheim abgeschoben, die Instrumentalisierung des totalen Klimaschutzes beleuchtet und mit dem Massenzeitalter abgerechnet. Ich hatte damals formuliert:

Die Masse konstituiert sich heute durch eine einheitliche Konsumhaltung. Der Massenmensch ist zutiefst durchschnittlich, er formuliert keine Ansprüche sich selbst gegenüber, er verweilt in einer lethargischen Grundhaltung und denkt kurzfristig. Wir können die Masse leider nicht fotographieren, aber dennoch ist sie omnipräsent – auch an Universitäten und auf dem Golfplatz.

Das alles hat sich nicht geändert. Wo wir 2008 aber tatsächlich noch in einem »Übergangsstadium« (Brodkorb) waren, sind die Folgerungen aus dieser Lageanalyse. Wir waren damals viel pessimistischer, als wir es heute sind. Vor vier Jahren überblickten wir noch nicht, was wir denn ganz konkret tun könnten.

Bei dieser Frage haben wir diesmal angesetzt: Wie können wir unsere Umwelt prägen? Welche Ideen gibt es dazu? Und: Wie müssen wir unseren Konsum im Großen und Kleinen verändern, um »vollgepumpt mit Testosteron und Selbstbewußtsein« eine identitäre Lebensalternative präsentieren zu können?

Hier geht es zum alten Heft aus dem April 2008. Wir bieten es für zwei Euro an!

Hier geht es zur kommenden Druckausgabe über »Umwelt und Konsum«!

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Geboren 1985 in Karl-Marx-Stadt (heute: Chemnitz). Studium der Medien- und Kommunikationswissenschaften, Politik und BWL in Halle. Lebt in Dresden.

1 Kommentar zu “»Vollgepumpt mit Testosteron und Selbstbewußtsein«

  1. Heike Körner

    Der Mann auf dem Foto hat eine Brust!? Ich war erst ganz verwirrt und dachte es ging um Lesben.

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