Gesichtet

Warum die Jusos es lieben im Dreck zu leben

Zuverlässige und disziplinierte Menschen bemühen sich, ihrem Leben ein gewisses Maß an Ordnung angedeihen zu lassen. Ordnung drückt sich aber nicht zuletzt in einem sauberen und damit ordentlichen Zuhause aus.

Demnach sind zuverlässige Menschen, Menschen mit einem sauberen Zuhause. Die Jusos, die Parteijugend der SPD – wieso hat ein solcher Verein eine Jugendorganisation? – sieht das offenbar etwas anders: „A clean house is a sign of a wasted life.“ Das scheint ein Motto dieser illustren Vereinigung von Dauerstudenten und Weltverbesserern zu sein. Zumindest liest man es bisweilen an manch einem Laternenpfahl.

Unsere Nachwuchsgenossen empfinden Saubermachen als Zeitverschwendung. Warum das so ist, könnte viele Gründe haben. Vielleicht sind Jusos Schmutzfanatiker, die allergisch auf saubere Böden reagieren. Vielleicht sind sie auch nur furchtbar faul. Womöglich leben einige von ihnen auch einfach schon zu lange in irgendwelchen versifften Kommunen oder „autonomen Zentren“ und haben über ihrem massiven Drogenkonsum schlicht vergessen, wie es sich anfühlt sauber zu sein, beziehungsweise in einer sauberen Umgebung zu leben.

Lagerfeld: Kontrolle über das eigene Leben verloren!

Frei nach Karl Lagerfeld könnte man auch behaupten, wer keine saubere Wohnung hat, hat die Kontrolle über sein Leben verloren. Schließlich ist das Säubern eines Badezimmers nicht nur ein Akt der Hygiene, sondern auch einer der Kontrolle. Wer seine Wohnung sauber hält, übt Kontrolle über dieselbe, aber auch über sich selbst aus.

Vielleicht wird es auch etwas verständlicher, wenn man beachtet, dass der Spruch zusammen mit dem Bild einer lächelnden, blonden, weißen Frau zu sehen ist, an ihrer Kleidung ganz offensichtlich als die gute alte Hausfrau der 50er Jahre zu erkennen: Mit Schürze und Wischlappen bewaffnet reinigt diese – offenbar völlig zufrieden mit ihrem Los – eine Badewanne. Demnach ist Putzen wohl im besonderen Maße Zeitverschwendung, wenn es sich dabei um eine Frau handelt, die putzt. Letztlich soll damit nichts weiter ausgedrückt werden, als dass das Leben einer Hausfrau (und Mutter) verschwendete Lebenszeit sei.

Geringschätzung der eigenen Eltern

Die Mütter dieser Jungsozialisten haben demnach zum Teil auch ihr Leben verschwendet? Kommen doch die meisten Jusos, aus gutbürgerlichem Haus. Und in dieser Gesellschaftsschicht ist die Hausfrau verbreiteter, als man denkt. Wie kann man demnach mit so viel Geringschätzung gegenüber den eigenen Eltern auftreten? Zumal der Beruf der Hausfrau und Mutter alles andere als gering einzuschätzen ist. Sie trägt immerhin die Sorge für ihre Liebsten, hält die Familie zusammen, das Haus sauber und sorgte auch bei jenen Jusos stets für saubere Hosen und Hemden im Schrank.

Wenn man sich an eine vor einigen Jahren erschienene Informationsbroschüre der Amadeu Antonio Stiftung erinnert, in welcher Kindergärtnern und Grundschullehrern empfohlen wurde, zu beobachten, ob Kinder dadurch auffällig würden, ob sie besonders folgsam seien, die Kleidung ordentlich sei oder Mädchen Zöpfe trügen. Den Eltern dieser Kinder sei näher auf den Zahn zu fühlen, erkannte besagte Stiftung in diesen Anzeichen doch ein sicheres Zeichen für ein „rechtes“ oder konservatives Elternhaus.

Ordnung und Sauberkeit sind für diese Menschen Synonyme für rechte, konservative oder gar reaktionäre Gesinnung. Kein Wunder also, dass auch die Jusos mit dieser angeblich „faschistischen“ Angewohnheit der Sauberkeit nichts zu tun haben wollen. Lieber ist man ein schlampiger Schmutzfink und ein guter Mensch.

Sauberkeit bedeutet Disziplin und damit ein gesundes Maß zu kennen, sich zurücknehmen zu können. All das können Jusos wohl nicht. Widerspricht es doch dem Lebensideal eines hedonistischen und kurzweiligen Lebensstils, welcher ohne Sinn für Nachhaltigkeit und Zukunft ständig alles haben will. Wer eine solche Geisteshaltung vertritt, hat nie gelernt, Verantwortung für das eigene Leben zu übernehmen. Für jene Menschen liegt demnach die Schuld auch immer bei den Anderen.

Kapitalismus und Hausfrauen

Das sind dann abwechselnd die „Kapitalisten“, die „Rechtsradikalen“, die „Klimazerstörer“ oder die eigenen Eltern. Und Selbstkritik ist ein Fremdwort, denn man ist schließlich moralisch überlegen und ohnehin immer im Recht. Von einer solchen Generation ist nichts zu erwarten. Denn das einzige, was diese vermögen, ist von Errungenschaften zu leben, die sie selbst nicht verstehen und dabei alles noch für selbstverständlich und ihr gutes Recht zu nehmen.

Letztlich dient sich mit dieser Geisteshaltung die Linke genau demjenigen an, den sie doch ständig vorgeben zu bekämpfen: dem Kapitalismus. „Alle Menschen in die Produktion“, heißt die Devise. Denn dem Kapitalismus ist es schon lange ein Dorn im Auge, dass sich eine ganze Bevölkerungsgruppe – die Hausfrauen – dem Markt so vortrefflich zu entziehen wussten. Umso besser, wenn sich nun auch die ehemals widerspenstige Linke vor den Karren spannen lässt. Die Jusos hingegen feiern das auch noch in völliger Umdeutung der Realität als die Befreiung der Frau.


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