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Wegen HoGeSa: AfD will Mitglied ausschließen

gemeinsam_starkDaß die Mitglieder der Partei Alternative für Deutschland (AfD) keine »Hooligans in Nadelstreifen« sind, wie Linken-Chefin Katja Kipping behauptet, kann nun wirklich jeder erkennen, der sich ein bißchen für Politik interessiert. Kipping selbst weiß das natürlich auch, nutzt diesen Vorwurf aber, um die Partei irgendwie in die rechte, gewaltbereite Ecke zu schieben. Nun gab es dennoch Mitglieder der AfD, die sich an der Demonstration »Hooligans gegen Salafisten« (HoGeSa) in Köln beteiligten. Tatjana Festerling ist eine von ihnen und sie berichtete, wie sie die Demo erlebte.

Auf Journalistenwatch schrieb das AfD-Mitglied aus Hamburg in einem viel beachteten Artikel:

Ich bin zum ersten Mal in meinem Leben fast 500 km zu einer Demo gefahren. Einer Demo von Hooligans! Wenn mir das jemand vor einem Jahr prophezeit hätte, den hätte ich für bekloppt erklärt. Doch heute Abend ziehe meinen Hut vor den Hools, vor Euch. Vor dem, was Ihr in sechs Wochen auf die Beine gestellt habt! Für das Überwinden Eurer eigenen Gesetze und des Freund-Feindbildes, für das Gemeinsam-sind-wir-stark gegen den echten Feind der Freiheit, den Salafismus.

Festerling soll nun für dieses »Hooligan«-Lob aus ihrer Partei fliegen. Das berichten übereinstimmend mehrere Medien, wie z.B. die WELT:

Der Hamburger Landesverband will das AfD-Mitglied nun zum Austritt aus der Partei drängen. Man dulde keine Gewalt und auch keine Äußerungen, die eine Demonstration gewaltbereiter Hooligans rechtfertigen würden, sagt ein Sprecher der »Welt«. Am Montag will der Landesvorstand tagen und über die »Causa Festerling« diskutieren. Sollte sie sich nicht freiwillig aus der Partei zurückziehen, wolle der Vorstand ein Ausschlussverfahren gegen sie einleiten.

Sollte es tatsächlich zu einem Ausschlußverfahren kommen, wäre das wahrscheinlich ganz nach dem Geschmack eines Hans-Olaf Henkel, der sich jüngst über Verschwörungstheoretiker, Ideologen und Goldgräber in der eigenen Partei beschwerte.

Die Frage, um die es hier geht, lautet: Wie viel Meinungsfreiheit muß eine Partei aushalten? Die AfD könnte hier ein Alleinstellungsmerkmal gewinnen, wenn sie über kontroverse Themen die Basis ebenso kontrovers diskutieren lassen würde. Dazu würde auch gehören, daß eine Tatjana Festerling auf einer Internetseite schildern darf, wie sie eine bestimmte Demonstration gesehen hat.

Letztendlich kann man ihr nichts vorwerfen, was einen Parteiausschluß rechtfertigen würde. Sie hat eine nicht verbotene Kundgebung besucht und ihre Beobachtungen in einem subjektiven Bericht aufgeschrieben. Nicht mehr und nicht weniger. Vollkommen recht hat sie mit der Feststellung, daß es nach den »gewalttätigen Ausnahmezuständen am 1. Mai« niemals zu einer solchen Berichterstattung über Linksextremismus kommt wie jetzt über Rechtsextremismus. Aufschlußreich ist zudem, wie sie den Polizeieinsatz gesehen hat. Ich sage damit nicht, daß Festerling komplett recht hat, aber um sich eine Meinung zu bilden, kann es nicht schaden, ihren Vor-Ort-Bericht zu lesen.

»Die Wahrheit über die HoGeSa-Demo«, wie in der Überschrift angekündigt, verfehlt das Hamburger AfD-Mitglied trotzdem meilenweit. Die fast 50 verletzten Beamten kann man eben nicht einfach so unter »Sonstiges« verbuchen. Und daß irgendwelche (meist unpolitische) Vollidioten sich früh in den Bus oder Zug gesetzt haben, ein Bier nach dem anderen tranken und dann Bürgerkrieg mit der Polizei spielen wollten, gehört eben auch zur Wahrheit.

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Geboren 1985 in Karl-Marx-Stadt (heute: Chemnitz). Studium der Medien- und Kommunikationswissenschaften, Politik und BWL in Halle. Lebt in Dresden.

5 Kommentare zu “Wegen HoGeSa: AfD will Mitglied ausschließen

  1. Außer AfD Fanbois und Gartenzwerge ala Lion Edler, die wirklich alles schönreden würden, was von Henkel und Co. kommt, glaubt da sowieso niemand mehr an eine »Alternative«

  2. Toni Saunder

    Schon wieder eine Falschmeldung, Herr Menzel. Frau Festerling terrorisiert die AfD in Hamburg und über Facebook in ganz Deutschland seit über einem Jahr mit unterirdischen Verbalattacken. Es ist ihr erklärtes Ziel, der AfD und dem Landesverband HH zu schaden, keine noch so üble Nachrede ist ihr dafür billig genug. Die gesamte Mitgliedschaft ist längst gegen sie und wird aufatmen, wenn dieser Terror einmal aufhört.

    Wären Sie ein ernsthafter Journalist, müssten Sie zu Ihrem Artikel eine Gegendarstellung bringen. Aber haben sich Ihr Image ja schon damit erworben, dass Sie einen NPD-Mann haben Tanja Krienen interviewen lassen.

    Kein Wunder, dass Sie niemand ernst nimmt.

  3. Felix Menzel

    @ Toni Saunder: Wer hier Mist erzählt, sind Sie. Wir haben Carlo Clemens das Interview mit Tanja Krienen führen lassen. Clemens war nie bei der NPD, aber mischt bei dieser Partei mit, die eine Alternative sein will.

  4. Das größte Manko der AfD als echte Alternative ist der Umstand, daß sie sich nicht vom Westbündnis, der NATO, kurz den USA distanziert. Herr Henkel dürfte diese Einstellung ganz maßgeblich prägen. Andere Länder innenpolitisch zu destabilisieren ist eine beliebte Kriegstaktik des »großen Bruders« und durch die Masseneinwanderung, nicht zuletzt durch »Kolateralschäden« US-Amerikanischer Kriegszüge ausgelöst, wird Europa destabilisiert.
    Wer aber aktiv gegen die US-Amerikanische Politik und die Pläne des »dunklen Imperiums« eintritt, wird abserviert – wie z.B. Herr Westerwelle nach seinem VETO gegen amerikanische Interessen vor der UNO – oder ganz einfach als rechts, und damit böse – wobei »böse« alles andere als ein sachliches Argument ist – einsortiert und damit als nicht demokratiefähig bezichtigt. (Wer legt das eigendlich fest? Die Presseagenturen in US-Besitz?!?) Durch die Abgrenzungsbestrebungen rechter Gruppen und Parteien untereinander drückt man sich gegenseitig bei Wahlen unter die Prozentschwellen anstatt zusammenzuarbeiten.
    Der gemeinsame Nenner sollte sein: Wir sind gegen die Westbindung und wollen raus aus der NATO! Die größte Gefahr für den Weltfrieden sind die USA weil sie wirtschaftlich am Boden liegen, seit 60 Jahren alle Kraft ins Militär stecken und seitdem keinen Krieg mehr gewonnen haben. Ihre längerfristige Alternative heißt Beute oder Pleite! Momentan arbeiten sie auf einen Konflikt mit Rußland hin, IS und auch radikale Islamisten woanders – z.B. Salafisten – werden stillschweigend geduldet bis finanziell von ihren Geheimdiensten und / oder NGO´s unterstützt. Wir schalten unsere Kernkraftwerke ab und dulden weiterhin Atombomben der »Freunde« auf unserem Boden! Ein heißer Krieg verseucht dann Europa nuklear!!!
    Europa muß erst den Amerikaner loswerden, dann kann es die EU in seinem Sinne umbauen – die EU-Kommission wird (auch) vonUS-Konzernen »ferngesteuert«, siehe TTIP – und auch das Problem kulturferner Migranten lösen.

  5. Und die Regierung denkt über eine große Anti Rechts Kampanie nach. Ein echter Hilfeschrei der Ohnmacht. Die Politik hat wirklich keine Ahnung wie sie darauf reagieren soll.

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