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»Wenn Steine fliegen«

Die taz titelt: »Wenn keine Steine fliegen«. Es sind aber Steine geflogen und Bierflaschen und vieles mehr. Und zwar hauptsächlich von »Dresden Nazifrei« in Richtung Polizei. Überhaupt: Ich hatte den Eindruck, »Dresden Nazifrei« ist der Trauermarsch eigentlich relativ egal, vielmehr ging es den anwesenden Extremisten um eine gewaltige Auseinandersetzung mit der Polizei. In dieses Bild paßt, daß die Demonstrationen, mit denen die Blockaden errichtet wurden, nicht angemeldet waren. Diejenigen Politiker von Linkspartei bis SPD, die das eingefädelt haben, treten damit das Versammlungsrecht mit Füßen. Ihr Feind ist der Staat und steht in der Mitte der Gesellschaft.

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Geboren 1985 in Karl-Marx-Stadt (heute: Chemnitz). Studium der Medien- und Kommunikationswissenschaften, Politik und BWL in Halle. Lebt in Dresden.

11 Kommentare zu “»Wenn Steine fliegen«

  1. Sehr gute Berichterstattung. Vielen Dank dafür.

    Wenn man wie ich nur auf die Medien und Altermedia/Indimedia angewiesen ist, um herauszufinden, was eigentlich passiert ist, ist man hier bei der BN eindeutig objektiver informiert.

  2. ronald sauer

    Die Gegendemonstrationen sind jedoch alle im Vorfeld angemeldet worden. Es sind Tage vorher Demonstrationsorte angegeben worden. Wie sonst hätten sich so viele Menschen auf einmal an so vielen Orten versammeln können.

  3. Felix Menzel

    @ roland sauer

    Nach Auskunft der Polizei waren die Gegendemos nicht angemeldet. Vielmehr (siehe unsere Blogeinträge) wurden von Landtagsabgeordneten bewußt falsche Orte angemeldet.

  4. Deutschland verhält sich außenpolitisch seit über hundert Jahren konsequent dumm …

    in früheren Jahren war Deutschland auch innenpolitisch zumeist dumm …

    doch eines hat die wiedervereinigte BRDDR doch wirklich gelernt:

    Die Fassade eines Rechtsstaats glänzend aufrechtzuerhalten und politisch das durchzusetzen, was man will …

    Respekt, wenn so viel Intelligenz und Chuzpe nicht nur in Bezug auf den Erhalt der eigenen Macht bei den herrschenden Vorhanden wäre, sondern auch noch in anderen Gebieten, dann hätte es ja evtl. sogar eine positive Seite für uns alle …

    aber so?

    Das schöne ist jedoch, dass man den linken und Autonomen, die ja unsere »Bullen« und unsere »Land« so sehr nicht mögen, jetzt klar zeigen kann, wie sie sich zum staatstragenden Teil dieses »Systems« machen …

  5. Georg Scholl

    Die Kundgebungen waren alle angemeldet, wurden allerdings von der Polizei auf die andere Elbeseite verlegt, wo ein effektiver Protest nicht möglich gewesen wäre.
    Abgesehen davon sind die Pauschalisierungen die Sie hier vornehmen hahnebüchern. Es ist als Demonstrant mein gutes Recht einen für das Ziel der Demonstration wahrnehmbaren Protest durchzuführen. Und genau das wurde gemacht.
    Wenn Sie sich übrigens informiert hätten, dann wüssten Sie dass Gewaltfreiheit der Konsens des Bündnisses »Dresden Nazifrei« war. Wenn dann natürlich Autonome ankommen, die diesen Konsens nicht teilen lässt sich das nicht verhindern (außer man wendet Gewalt gegen sie an…). Aber dann ALLE Gegendemonstranten als staatsfeindlich zu bezeichnen ist eine Vereinfachung, die nicht zu rechtfertigen ist.

  6. Nils Wegner

    @ Georg Scholl:

    Wer ewig mit Parolen wie »Nazis stoppen – mit allen Mitteln« Hetze betreibt, darf sich nicht wundern, wenn »Autonome« auf den Plan treten. Im Gegenteil, »Dresden nazifrei« hat diese Entwicklung billigend in Kauf genommen, genauso wie alle vergleichbaren Bündnisse z.B. gegen die Antiislamisierungskongresse.

  7. @Georg Scholl:

    Wer bezeichnete den die linken, Links-Chaoten und die sich kritiklos schlüssig ihrer bedienenden angeblich so »Gutbürerlichen« als Staatsfeinde ?

    Nein, sehr staatstragend war das, wenn man den von oben inszinierten »Kampf gegen rechts« so schön mitmacht … da gibts bestimt positive Punkte in der Laufbahnbewertung — schlimm wäre es nur, wenn man von einer der Kameras vor dem Bahnhof Dresdner Neustadt erwischt worden wäre ….

    so siehts aus mit Demokratie, Versammlungsfreiheit etc.

    Eine echte Gegendemonstration würde nie das Recht der anderen, auch demonstrieren zu dürfen, in Frage stellen, es würde nur inhaltlich dagegenhalten – geh denken, Staatsbüttel!

  8. @ Martin

    »doch eines hat die wiedervereinigte BRDDR doch wirklich gelernt:

    Die Fassade eines Rechtsstaats glänzend aufrechtzuerhalten und politisch das durchzusetzen, was man will …«

    Der selbe Gedanke kam mir gestern auch, als ich die Nachrichten zum Trauermarsch verfolgte.

    So wars auch in der DDR, die in ihrer Staatsverfassung und anderen Gesetzen den Bürgern offizell Rechte zu gestand/ vorgaukelte, die, wenn es auf ihre Umsetzung in der Realität drauf ankam, von den Bonzen mit einen höhnischem Lachen natürlich verweigert wurden.

    Wie damals in der DDR, so heute in der BRD: Im Grundgesetz kann das Recht auf Demonstrations- und Versammlungsfreiheit in den hochtrabensten Worten ausgeschmückt und garantiert sein: Egal, es scheint nur kuschelweiches Blendwerk für die Masse zu sein. Denn diese Rechte sind – dieser Eindruck drängt sich angesichts der gestrigen Ereignisse förmlich auf – bloße Absichtserklärungen, die nichts wert sind, wenn etablierte Parteien und CDU-durchseuchte Innenministerien und von CDU-duchseuchten Innenministerien gesteuerte Geheimdienste Machterhaltungsinteressen von SPD,CDU, Grünen und SED verfolgen. Der rote Pöbel, der gestern in Dresden getobt hat, wurde doch nur deshalb vom System aus ganz Deutschland zusammengekarrt, weil das etablierte Parteienkartell Angst hat, über einen institutionalisierten, alljährlich stattfindenden Trauermarsch könnte sich langfristig eine rechte politische Kraft bilden, konsolidieren und letztlich sie ihrer Pfründe abspenstig zu machen. Man war daher gezwungen, eine Gegenkulisse aufzubauen, die das »Gute« und »Moralisch Überlegene« des eigenen Standpunktes gegenüber dem Dunklen, Nazihaften und »Bösen« eindrucksvoll der breiten, dummen Öffentlichkeit demonstrieren sollte.

    »Und willst du nicht die Etablierten wählen, dann werden wir dich quälen!« Diese Botschaft des Systems an die Masse habe ich von »Dresden 2010″ vernommen.

  9. »In dieses Bild paßt, daß die Demonstrationen, mit denen die Blockaden errichtet wurden, nicht angemeldet waren. Diejenigen Politiker von Linkspartei bis SPD, die das eingefädelt haben, treten damit das Versammlungsrecht mit Füßen. Ihr Feind ist der Staat und steht in der Mitte der Gesellschaft.«
    Das stimmt nicht. Die Kundgebungen waren angemeldet, wie man auch ganz leicht herausfinden könnte, wenn man denn informieren und nicht indoktrinieren wollen würde.

    Das war gestern das Game-Over für Deutschlands Rechte, was?

  10. Nils Wegner

    Indoktriniert wird hier nicht. Das müssten wir nur machen, wenn wir nicht eh im Recht wären.

  11. Felix Menzel

    Nochmal: Laut Polizei (offizielle Pressemitteilung) waren die Demos von »Dresden Nazifrei« in der Neustadt nicht angemeldet.

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