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„Wir kommen in Frieden“ und „Marsch auf Dresden“

RCQT-Designer Rodrigo Diaz hat mit größter Aufmerksamkeit unsere Diskussionen über das „Einmaleins der konservativen Kulturaktivisten“ mitverfolgt und ist über das von einem unserer Autoren beschriebene Anfängerstadium bereits hinaus. Doch der harte Winter macht dem Spanier zu schaffen und so fehlt ihm für ein neues Motiv noch der entscheidende Einfall. Deshalb möchte er euch um Hilfe bitten.

Rodrigo Diaz bittet also um Ideen, wie der obere Motivspruch „WIR KOMMEN IN FRIEDEN“ ersetzt werden könnte. Der Slogan sollte kurz und knackig sein, Bezug zu Dresden 1945 bzw. dem unteren Slogan „MARSCH AUF DRESDEN“ haben oder auch auf die Verletzung der Bürgerrechte der Demonstranten hinweisen. Dem Siegervorschlag winkt bei Umsetzung als Prämie ein T-Shirt mit dem realisierten Motiv oder ein anderer beliebiger Artikel aus der RCQT-Kollektion.

Ganz grundsätzlich stellt sich die Frage: Ist das Motiv überhaupt zu verstehen? Und natürlich: Gefällt es euch bis hierher?

Einige Leser hatten sich in den letzten Wochen eine Motivbörse auf BlaueNarzisse.de gewünscht, wo Entwürfe für Plakate, T-Shirts, Aufkleber etc. diskutiert werden können. Das wollen wir zwar noch nicht umsetzen, aber einen Schritt in diese Richtung werden wir ja wohl wagen dürfen.

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54 Kommentare zu “„Wir kommen in Frieden“ und „Marsch auf Dresden“

  1. Das verstehe ich überhaupt nicht. Erklärung bitte.

  2. S-W-R in Verbindung mit futuristischem Arbeiterschick geht gar nicht. Entweder S-W-R und eine jugendliche, moderne Optik oder Holzschnitt mit peppigen Farben (https://www.blauenarzisse.de/banner_grass.jpg)
    Alternativ könntest du es der DS anbieten. Dort kauft es bestimmt jemand.

  3. Bitte: wer soll das tragen? Wer ist »wir«? Wen soll es ärgern? Wen soll es überzeugen? Ist es ironisch oder ikonisch? Ich verstehe nur Bahnhof.

  4. Fieser Meister

    Den Spruch finde ich gut, aber das Motiv versteht nur jemand, der um die Geschehnisse im vergangenen Jahr weiß: also die Marschteilnehmer und ein paar Antifanten. Darüber hinaus erreicht man niemanden. Und um die Unpolitischen, die ganz normalen Passanten, sollte es doch gehen?

  5. I verstehs ned.

    @Rodrigo Diaz
    Polohemden. Der Hirsch will Polohemden.

  6. Verwundert

    Ach sieh an, R.M. ist aufgetaucht.

  7. Nebelheimer

    »Wir kommen ohne Bomben
    Marsch in Dresden«

  8. Motiv und Motivspruch finde ich schon recht gelungen.

    Alternativ ein Gegenvorschlag: »Unsere Mauern brachen…« – um ein schwarz-weiß-rotes Herz herum.

  9. @ Vinneuil:
    1. Was man bei einem Männchen mit Fahne und Unterschrift »Marsch auf Dresden« so ganz und gar nicht verstehen kann, verstehe wiederum ich nicht.
    2. Ironie oder Ikonie? Ist das ein Widerspruch? Es liegt doch im Auge des Betrachters.
    3. Wer soll das tragen? Das frage ich mich auch immer, es zeigt sich spätestens beim Umsatz.
    4. Wer sind wir? Tja, wenn das nicht klar ist…

    @ R.M.
    1. Die Farbkombination schwarz/weiß/rot ist die ausdruckstärkste und älteste schlechthin. Das Motiv würde aber auch in den alldeutschen Farben funktionieren, vielleicht zur nächsten Weltmeisterschaft.
    2. Das Design hängt vom gewählten Druckverfahren ab, Farbverläufe gehen momentan leider nicht, daher die puristische Optik. Aber technische Einschränkungen können auch zu einer ganz eigenen Ästhetik führen.
    2. Satte Farben verkaufen sich schlechter als schwarz, beige, oliv und marine, außer wenn die Farbe etwas mit dem Motiv zu tun hat, wie bei z. B. »Ein Ring uns zu knechten«

    @ Fieser Meister
    1. Antifanten ärgern, wäre schon ein hinreichender Grund.
    2. Unbeteiligten weniger auf den Keks zu gehen ein anderer, die werden schon von der Realität erreicht, und die ist bekanntlich meistens rechts.
    3. Meinst Du, es ist jemals ein Passant durch das Anschauen eines Che-T-Shirt zu Bolschewismus bekehrt wurden oder über einen Stolperstein zum Philosemitismus?

    @ Zum Hirschn
    Touché. Es fehlt so vieles noch.

    @ Nebelheimer
    Danke. Mal was konstruktives.

    @ d.n.
    Gute Idee. Besser wäre vielleicht »Die Mauer muß weg«. Den Spruch sollte man den Bullen und der geifernden Journaille sowieso auf die Ohren geben – aus tausenden Kehlen. Das Herz hebe ich mir für ein Polo mit dem Slogan »Dieu le Roi« auf, sozusagen die Retro-Edition.

  10. Fieser Meister

    @ Rodrogo Diaz:
    »über einen Stolperstein zum Philosemitismus?«
    Das nicht, aber die unwidersprochene Präsenz im öffentlichen Raum wirkt stark stabilisierend und damit stärkend. Und es muß ja keine »Bekehrung« sein, eine Irritation, die zum Nachdenken führt, halte ich auch für ganz gut. Eine solche Irritation erreicht man aber eben nicht beim Antifa-Schläger, sondern nur beim Passanten, vielleicht noch beim Polizisten. »Antifanten ärgern« halte ich jedenfalls, pardon, für Zeitverschwendung und Kinderei.

  11. @ Vizemeister
    Was das Irritieren betrifft, bin ich bei Dir. Trotzdem versuchen wir, möglichst keine keine offene Agitprop zu betreiben. Die Leckerlis müssen hübsch verpackt, getarnt, verschleiert und gestylt werden, sonst nervt es die schweigende Mehrheit und man erreicht das Gegenteil.
    Auf’s Provozieren, Nadelsticheln, Lächerlichmachen der Obrigkeit und ihrer Kostgänger, was durchaus gefährlicher als ein Kinderspiel sein kann, würde ich nicht ohne Not verzichten. Es ist die Waffe der Schwachen, eine Art smarte Guerilla, wenn sie elegant betrieben wird.

  12. Ich finde die Idee schonmal recht gut und »Wir kommen in Frieden« kann man meiner Meinung nach auch lassen.
    Allerdings ist die Formulierung »Marsch AUF Dresden« nicht die beste, wie ich finde. Da sollte man sich nochmal Gedanken machen. Mir würde etwas vorschweben, dass »würdevolles Gedenken«thematisiert.
    S-W-R zu verwenden finde ich gut, es macht sich farblich auch besser als S-R-G.

  13. Wir kommen in Frieden – Nie wieder!
    Wir kommen in Frieden – Denkt an die Opfer!

    Ich finds immer ganz gut, den Rot-braunen Ihre eigenen Sprechblasen um die Ohren zu hauen. (Nieder wieder, Wehret den Anfängen, Aus der Geschichte nichts gelernt usw.)

  14. »Was man bei einem Männchen mit Fahne und Unterschrift “Marsch auf Dresden” so ganz und gar nicht verstehen kann, verstehe wiederum ich nicht.«

    Nein, ehrlich, erklärs mir. Wer soll das tragen? Wozu?

  15. »Nein, ehrlich, erklärs mir.«

    Geh in Dich, denn die Wahrheit ist in Dir…

    »Wer«

    siehe oben

    »Wozu«

    Damit man nicht friert. Aber NUR zu Hause tragen. Zu Risiken und Nebenwirkungen im Zweifel den Hausarzt fragen.

  16. Rodrigo, langsam ärgerst Du mich ernsthaft … wenn das jedenfalls den Trauermarsch unterstützen soll, ist es konterproduktiv, (wobei mMn überhaupt der ganze Trauermarsch konterproduktiv ist… )

  17. Alexander

    Ich würde sogar ein ganz anderes Motiv empfehlen, keinen fahnenschwingenden Revoluzzer, sondern etwas, das dem TRAUERmarsch Rechnung trägt.

  18. Der Satz »Wir kommen in Frieden« in Kombination mit Fascho-Ästhetik wirkt jedenfalls ultra-ironisch, geradezu sarkastisch. Also wollt Ihr die Trauermärschler verarschen, oder wie? Wenn nicht: erreichen wird man damit niemanden, und lediglich noch bestätigen, daß der Trauermarsch eine politkämpferische Faschonummer ist. Der Zusatz »Marsch auf Dresden« hebt das noch explizit hervor. Also, wozu nun das Ganze? Das Ganze Trauermarschkonzept wird für mich jedenfalls sinnlos als faschistische Aktion, und spielt lediglich den Barrikaden-Roten in die Hände und gibt ihnen indirekt recht. Die normalen Dresdener, denen auch der rote Zirkus zuwider ist, werden sich auch bestimmt nicht von dieser Ästhetik angesprochen werden. Normale Menschen und Bürger mögen nun mal keinen Faschismus. Und mit Faschismus hat das Gedenken an die Opfer von Dresden prinzipiell nicht das Geringste zu tun, auch wenn die Roten und die Trauermärschler vereint und mit allen Mittel so darstellen wollen.

  19. L'ancien régime

    Exakt. Die Politiserung ist das Problem – d. h. eine solche auf diese Weise. Ich hörte, früher sei der Trauermarsch ein reiner Schweigemarsch gewesen – wohl auch ohne bestimmte Fahnen? Darum geht es. Hinweisen, wo man politisch steht und wie das zusammenhängt, kann man nebenher immer noch. Das Problem im letzten Jahr war gerade auch, daß man sich hat provozieren lassen. Das ist es, worauf es »das System« anlegt. Die Roten werden indirekt gefördert, durch entsprechende Mitte, dazu kommen »Scharniere« aus SPD, Grünen usw., aber schließlich ist auch die SED angekommen. Mit Verweis auf entsprechende Gefahren kann dann der Trauermarsch unterbunden werden, während die Medien behaupten, der sei eh nur Politisierung, während die Unverschämtheiten der Linken im weiteren Sinne verharmlost werden. Der braune Anteil am Trauermarsch wiederum vornehmlich läßt sich provozieren und gibt dann genau das gewünschte Bild ab. (Ich gebe zu, ich habe auch mitgerufen »Wir wollen marschieren«. Wenn ich es recht bedenke, ist es Unfug. Da ist man genau drauf reingefallen. Nicht nur Braune.) Dadurch wieder lassen sich die Linken im weiteren Sinne anzeizen. Undsoweiter. Ein perfides Spiel, bei dem auch die Dunkelroten eigentlich nur Statisten sind, denen man ein wenig Freiraum läßt. Es geht dabei gerade um Geschichtspolitik, nämlich um die entsprechende Stütze gewisser NWO-Vorhaben, wobei dabei freilich u. a. Deutschland weiterhin das Rückgrat gebrochen werden muß, wozu sich ein solcher Zusammenhang gut eignet.

  20. @ Vinneuil:
    »langsam ärgerst Du mich ernsthaft«
    Ist es nicht ein bischen hinterfotzig, erst den Ahnungslosen zu maggieren, mir Stöckchen hinzuhalten um dann den Beleidigten zu mimen, wenn ich nicht springe. Nun, gottlob, ist es ja aus Dir herausgesprudelt.

    »wenn das jedenfalls den Trauermarsch unterstützen soll, ist es konterproduktiv, (wobei mMn überhaupt der ganze Trauermarsch konterproduktiv ist«
    Meine Aufgabenstellung war es nicht, die JLO-Aktionen in Dresden zu unterstützen. Das tut man sowiso am besten, indem man dran teilnimmt. Ich habe mich letztes Jahr dort einkesseln lassen, das hat mich eben inspiriert. Der Entwurf soll nur eine Art künstlerischer Kommentar zu gewissen Vorgängen in diesem Kontext sein, ein Kommentar an verschiedene Adressaten. Wenn Du den Trauermarsch eh sinnlos findest, was ärgert Dich dann ein bedrucktes Hemdlein dazu.

    »Fascho-Ästhetik«, »politkämpferische Faschonummer«
    Dafür fühle ich mich geehrt, bevorzuge aber trotzdem Fescho – da sollte man schon etwas differenzieren, putzig nur, daß gerade Du es mir vorwirfst.
    Wenn unsereins etwas aktiv-kämpferisches entwirft, sieht es eben so aus, wie es aussieht. Was ist eigentlich so schlimm daran?

    »ultra-ironisch, geradezu sarkastisch«
    Glaubst Du allen Ernstes, daß ich für meinen Laden, wo sich dies mehr oder weniger wie ein roter Faden durch fast alle Motive zieht, ein Trauerhemd entwerfen wollte und wenn ja, welcher Rechte würde das tragen?

    »Die normalen Dresdener, denen auch der rote Zirkus zuwider ist, werden sich auch bestimmt nicht von dieser Ästhetik angesprochen werden«
    Kann schon sein, die ist aber nicht für normale Dresdner, die werden das wohl kaum zu Gesicht bekommen. Schau mal aufs Datum, falls ich das Motiv morgen in den Laden stellte, würde es potentielle Käufer sowiso nicht mehr vor ihrer Einkesselung erreichen. Ganz davon abgesehen, daß im Februar kaum jemand sein T-Shirt frei sichtbar trägt.

    Im übrigen verstehe ich Deine Aufgeregtheit nicht, mindestens die Hälfte des Textes steht noch offen, selbst an der Grafik und Farbgebung könnte man noch schrauben. Du könntest die konstruktiv beteiligen…und unter Brüdern: wenn der zündende Vorschlag von Dir käme, würde ich noch ein Mousse-au-lini-Hemd mit drauflegen – versprochen.

    @ L‹ancien régime

    »Die Politiserung ist das Problem«, »Ich hörte, früher sei der Trauermarsch ein reiner Schweigemarsch gewesen – wohl auch ohne bestimmte Fahnen«, »Ich gebe zu, ich habe auch mitgerufen«

    Ha ha, ohne eine gewisse Politisierung wärst auch Du nicht in Dresden aufgelaufen. Wenn Rechte ihre Bürgerrechte (z. B. Meinungs- u. Versammlungsfreiheit) nutzen wollen, ist das eben in unserer Banablik ein Problem für die Herrschenden und damit IMMER politisch, egal was der Anlaß ist. Wenn z. B. die Linken alljährich im Januar ihren Totenkult auf dem Zentralfriedhof in Berlin-Friedrichsfelde feiern, schleppt auch jeder sein Fähnchen mit und niemanden stört es wegen Pietätlosigkeit. Nur die Rechten sollen es nicht dürfen, weil man bei den Linken oder sonstwem anecken könnte. Schlimm für die Rechten, wenn sie das auch noch selber glauben.

    »Das Problem im letzten Jahr war gerade auch, daß man sich hat provozieren lassen.«
    Ich weiß ja nicht auf welcher Demo Du warst, aber bei meiner haben sich alle brav und friedlich einkesseln lassen, bis auf 2-3 leere Plastikflaschen, die auf die Polizi flogen, als der Zug losgehen sollte, war da garnichts, nichts als kochende Wut und die hämischen Gesichter der fotografierenden Journaille mit ihren Safari-Teleobjektiven, die es garnicht fassen konne konnten, daß alles so zahm blieb. Es fehlt ganz einfach der zündende Funke…

  21. L'ancien régime

    Das Thema ist ja politisch. Es wird aber auf eine unangemessene Weise zugespitzt und letztes JAhr sollte wohl mehr provoziert werden, als geschehen ist. Man hat sich provozieren lassen insofern, als daß Parolen gerufen wurden, u. a. auch »Nationaler Sozialismus jetzt« und dergleichen. Abgesehen davon, daß ich davon inhaltlich nichts halte, aber das gehört nicht dahin! Und ohne die Provokation durch das Einkesseln wäre es dazu in dem Maße vielleicht auch nicht gekommen. Das sagte ich ja: derartiges ist gewollt. Also möge man bitte nicht immer darauf hereinfallen. WIr können von Glück reden, daß der Funke fehlte. Eher wären die Teilnehmer des verhinderten Trauermarschs und dabei auch solche, die gar kein Interesse an entsprechender Austragung des Konflikts hatten, unter die Räder gekommen als die anwesenden Polizisten, und es hätte insgesamt doch wieder dem Anliegen geschadet und nicht Stadtverwaltung und Polizeiführung.

  22. »Ist es nicht ein bischen hinterfotzig, erst den Ahnungslosen zu maggieren, mir Stöckchen hinzuhalten um dann den Beleidigten zu mimen, wenn ich nicht springe. Nun, gottlob, ist es ja aus Dir herausgesprudelt.«

    Jetzt aber mal bitte die Zügel halten, ja? Wenn Du gleich so geantwortet hättest, hätten wir uns viel Zeit erspart.
    Ich habe nur Deinen Rat befolgt, bin »in mich gegangen«, und habe versucht, das Teil zu interpretieren, und habe damit scheinbar ins Schwarze getroffen. Leider! wie ich nun sagen muß.

    >«Meine Aufgabenstellung war es nicht, die JLO-Aktionen in >Dresden zu unterstützen.«

    Das willst Du aber offensichtlich.

    >«Wenn Du den Trauermarsch eh sinnlos findest, was ärgert >Dich dann ein bedrucktes Hemdlein dazu.«

    Mich ärgert, oder zumindest frappiert, daß dieses Hemdlein von DIR stammt, und daß Du den »Trauermarsch« in dieser naiven Weise unterstützen willst.

    »Dafür fühle ich mich geehrt, bevorzuge aber trotzdem Fescho – da sollte man schon etwas differenzieren, putzig nur, daß gerade Du es mir vorwirfst.«

    Weil es für den Kontext gänzlich unpassend ist, und Du damit lediglich der »Faschisierung« des Gedenkens Vorschub leistest. Muß ich nun wirklich erklären, was daran auch politisch und strategisch grundfalsch ist?

    »Glaubst Du allen Ernstes, daß ich für meinen Laden, wo sich dies mehr oder weniger wie ein roter Faden durch fast alle Motive zieht, ein Trauerhemd entwerfen wollte und wenn ja, welcher Rechte würde das tragen?«

    Begreifst Du denn gar nix? »Ironisch«/«sarkastisch« bedeutet hier, dass, sofern Du den Marsch unterstützen willst, die »Message« (Spruch + Faschosturmästhetik) nach hinten losgeht, wie eine Verarsche der Marschierer wirkt und wie eine Bestätigung der Antifantendeutung. Und daß man zu einem TRAUERmarsch ein TRAUERhemd trägt, ist jawohl angemessen. Daß die Trauermärschler aber eben nicht trauern, sondern einen sehr spezifischen Politkampf draus machen wollen, bestätigst Du ja hiermit.

    »Kann schon sein, die ist aber nicht für normale Dresdner, die werden das wohl kaum zu Gesicht bekommen. Schau mal aufs Datum, falls ich das Motiv morgen in den Laden stellte, würde es potentielle Käufer sowiso nicht mehr vor ihrer Einkesselung erreichen. «

    Wenn Du weder abcashen willst (wie etwa Storchkorb für seine Spezis), noch wie auch immer politisch mitmischen in dem Ganzen, dann weiß ich nicht, wozu überhaupt die Nummer mit dem Hemd, dann kannste es ja auch bleiben lassen.

    Darüberhinaus glaube ich, daß der Dresdenknoten nur über die »normalen« Dresdener zu lösen ist, und durch die Parteinahme für eine der beiden Barrikadenseiten nur enger geknüpft wird.

    >«Im übrigen verstehe ich Deine Aufgeregtheit nicht,

    Ich bin ja gar nicht aufgeregt, mich nervt nur, daß man Dir den Kommentar dazu erst aus der Nase ziehen muß.

    >an der Grafik und Farbgebung könnte man noch schrauben.

    Zuerst einmal sollte man sich klar werden, welchem Zweck das überhaupt dienen soll, und welche politische Botschaft es transportieren soll, und darüber scheint mir noch einigermaßen Unklarheit zu bestehen, auch in Deinem Kopf. Erst wenn geklärt ist, was man überhaupt wem sagen will, kann man über die Gestaltung diskutieren.

    >Wenn Rechte ihre Bürgerrechte (z. B. Meinungs- u. Versammlungsfreiheit) nutzen wollen, ist das eben in unserer Banablik ein Problem für die Herrschenden und damit IMMER politisch, egal was der Anlaß ist.

    Ja, es ist politisch, aber die Parteinahme für das Recht der Trauermärschler, ihre Demo abziehen zu dürfen, ist nicht dasselbe wie die Parteinahme für ihre Agenda. Präziser wäre zu sagen, die PARTEIpolitisierung des Dresdengedenkens ist das Problem, und zwar ein gewaltiges. Die Trauermärschler schaden der geschichtspolitischen Sache unendlich, weil sie sie »nazifizieren« und »faschisieren« (das ist hier nun keine Frage der Ästhetik, Rodrigo, sondern eine ganz konkrete. Wer hier reinfällt, begeht alle Fehler der NPD, auf allen Ebenen.) Es gibt eine verschärfende Wechselwirkung zwischen den Barrikadenroten und den Trauermarschfaschos, und das ist der gordische Knoten.

  23. Vinneuil:
    Letztes Jahr war es ja schon verwunderlich bis abstoßend, wie Du mit dieser sensiblen Thematik umgegangen bist und überall eine NPD-Fascho-Verschwörung gewittert hattest; scheinbar ist das nach wie vor der Fall.

    »Präziser wäre zu sagen, die PARTEIpolitisierung des Dresdengedenkens ist das Problem, und zwar ein gewaltiges. Die Trauermärschler schaden der geschichtspolitischen Sache unendlich, weil sie sie “nazifizieren” und “faschisieren” (das ist hier nun keine Frage der Ästhetik, Rodrigo, sondern eine ganz konkrete. Wer hier reinfällt, begeht alle Fehler der NPD, auf allen Ebenen.) Es gibt eine verschärfende Wechselwirkung zwischen den Barrikadenroten und den Trauermarschfaschos, und das ist der gordische Knoten.«

    Mit Verlaub: Das ist doch Unfug.
    Politisiert und instrumentalisiert wird der 13.02. einerseits durch die antideutsche Linke und andererseits durch die etablierte Politik der Stadt Dresden, die selbst den letzten vierjährigen Bombentoten noch als Opfer der Hitlerei verkaufen will. Durch die Verächtlichmachung und jahrelange Schikanenflut gegenüber den Vertretern der parteilosen, kulterell und landsmannschaftlich aktiven Organisation JLO wurde das unpolitische Gedenken zum Politikum von oben. Daß die NPD als einzige parteipolitische Formation sich zum würdevollen Gedenken bekennt und dies mitunter logistisch unterstützt, ist weniger ein aufdringlicher Affront seitens der NPD, als vielmehr ein (absehbares wie auch logisches) Armutszeugnis des Establishments.
    Btw: am 13.02. wird es dieses Jahr den klassischen Trauermarsch ohne jedwede Parteifahnen geben. Die Trauer steht im Vordergrund – wie es auch zu sein hat.
    Am 19.02. wird es demgegenüber mehrere Protestdemonstrationen geben (auch unter Beteiligung der ach so bösen NPD), die selbstredend politisch aufgeladen sind, weil sie sich nunmal gegen politische Zustände wenden, deren Resultat u.a. die offiziöse und schändliche Blockade-Politik ist.
    Wer die »Parteipolitisierung« des Gedenkens verabscheut, kann demzufolge problemlos und ohne schlechtes Gewissen am Sonntag, den 13.02. nach Dresden reisen.
    Der Gewinn des Trauermarsches aus der Sicht der Innenwirkung war und bleibt die Pluralität des Teilnehmerfeldes.
    Weil eben nicht die Parteizugehörigkeit zählt, sondern der aufrichtige Wille um würdiges Gedenken, waren doch die letzten Jahre Burschenschafter neben »autonomen« Nationalisten, freie Kameradschaften neben NPDlern, Bündische neben Falangisten, italienische Faschos (denen Du sonst nicht zwingend »Politisierung« vorwirfst, wenn sie Gedenkveranstaltungen durchführen) neben österreichischen Klerikalkonservativen. DAS ist ein Zeichen des spektrenübergreifenden Trauerns und hilft allen mehr, als die virtuelle Stigmatisierung des Gedenkmarsches.

  24. Volle Zustimmung Jan, sehr gut!

  25. Jan P.

    Mir kann niemand nachsagen, ich wäre damit undifferenziert oder gar »unsensibel« umgegangen, erst recht nicht, nachdem ich selbst in Dresden gewesen bin. Aber für manche ist das wohl zu hoch.

    Ansonsten kann ich Deine Verzweiflung verstehen, aber von außen besehen, liegen die Dinge nun mal so, wie ich sie dargestellt habe. Ja, Dresden ist ohnehin schon von vorne bis hinten »instrumentalisiert«, aber JLO/NPD haben dem nichts entgegenzusetzen, und mischen stattdessen selbst mit, daß die Schraube nur noch weiter hochgedreht wird.

    Da muß auch nicht rumheucheln und sich selbst einreden, der Trauermarsch wäre eine »pluralistische«, spketrenübergreifende Versammlung. Das ist er nämlich nicht. Der Marsch ist und bleibt eine Sache der extremen Rechten, der weitaus größte Teil davon »nationale Sozialisten« (so »plural« sind die Teilnehmer nämlich überhaupt nicht zusammengesetzt, wie Du es hier hinstellst), die zu ihm militant und fahnenschwingend antreten, mit nicht weniger Lust auf Radau und Konfrontation wie die andere Seite. Das hat alles mit »Trauer« nichts mehr zu tun. Ihr Auftreten trägt wesentlich dazu bei, daß der Widerspruch zum in der Tat jämmerlichen Establishment endgültig mit dem Nazi- und Fascho-Stigma zusammenzementiert wird. Daran sind aber wirklich nicht mehr die bösen Linken schuld, sondern die Leute selber. Es hat politisch nicht den geringsten Ertrag, wenn das Gedenken in die Geiselhaft einer Szeneveranstaltung gebracht wird (mehr ist das nicht). Auf Dresden herumreiten, um die Sache der »nationalen Sozialisten« voranzubringen, nein danke, ohne mich.

    >italienische Faschos (denen Du sonst nicht zwingend >“Politisierung” vorwirfst, wenn sie Gedenkveranstaltungen >durchführen)

    Mich geht das nichts an, was italienische Faschisten machen. Ich werfe auch unseren Nationalisten nichts »zwingend« vor. Aber in diesem Fall ist der Schaden, den sie anrichten unermeßlich.

  26. @Jan P.

    Und was wäre Dein Vorschlag? Den Trauermarsch ignorieren, bekämpfen oder hoffen, daß er ausbleibt?

    Als ich vor Jahren am Marsch teilnahm, empfand ich gerade das sehr breite anwesende Spektrum als sehr wohltuend und widersprach offensichtlich der veröffentlichten Meinung.

  27. @Lars

    Du meinst wohl mich, nicht »Jan P.« 😉

    Wenn ich mir was wünschen könnte vom Weltgeist, dann wären rechte als auch linke Aufmärsche an diesem Tag verboten, und in der Innenstadt würde man ein großes Denkmal errichten, an dem der Staatspräsident jedes Jahr einen Kranz niederlegt. So sehe ein normaler, gesunder, gerechter Nationalstaat aus. Davon sind wir heute weit entfernt. Träumen wird ja wohl noch erlaubt sein… 😉

    Aber bis dahin sind die JLO etc kein Heilmittel, sondern nur ein Symptom der Misere. Mir wäre es in der Tat lieber, die Trauermärschler würden zuhause bleiben und auf ihre Nummer verzichten. Sie machen alles nur noch schlimmer.

    Wenn sie aber schon kommen, dann möchte ich unbedingt, daß die Polizei dafür sorgt, daß sie demonstrieren dürfen, schon allein, damit sich die Linke ärgert und sieht, was ein funktionierender Rechtsstaat ist.

    Aber politisch sitzt im ganzen Trauermarschkonzept und in dem Milieu, das ihn trägt, ein fetter Wurm drinnen, der nicht die Opposition, sondern lediglich die Kehrseite der geschichtspolitischen Misere ist. Da werden politische Sackgassen ohne Ende zementiert. Die Neue Rechte sollte das meiner Meinung nach nicht unterstützen.

    Nun: Es ist mir schleierhaft, wie hier einige von einem »breiten anwesenden Spektrum« reden können (weil vielleicht ein Marco R. als Quoten-Klerikalreaktion dabei war). Das nimmt von außen kein Mensch so wahr. Letztes Jahr in Dresden waren das nach meiner Beobachtung zu geschätzten 80-90% Leute, die sich von Frank Rennicke vertreten fühlen. Das ist nicht gerade anschlußfähig über das Milieu hinaus. Auch schon rein organisatorisch ist das ganze vorzüglich ein NPD-Dingens. Der halbe Bahnhofsaal hat am Ende skandiert »frei, sozial und national«, »Ruhm und Ehre der Waffen-SS« noch nachgeschickt. Plus Fahnenschwenker, Skins, Hools, und Horden von »autonomen Nationalisten«, die optisch kaum mehr von den Antifanten zu unterscheiden sind. Es ist ja nicht einmal so, daß das Konzept eines TRAUERmarsches durchgezogen wird, nein, es wird als eine militante Kampfansage inszeniert. Es mögen auch ein paar andere, ziviler aussehendere Leute dabeigewesen sein, aber das Erscheinungsbild wird nicht von diesen geprägt. Sinnlos revanchistische Pamphlete à la »Kein Vergeben – kein Vergessen«, und »Bombenholocaust«-Rhetorik (»500,000 Tote mahnen« – sic!) helfen da auch nicht weiter.

  28. Das Engagement, das die Veranstalter des Dresdner Trauermarsches aufbringen, möchte ich nicht kleinreden und die gute Absicht, die dahinter steht, auch nicht mit Kritik besudeln.

    Aber trotzdem denke ich, dass der Trauermarsch in Dresden zu viele Energien der Rechten beansprucht, die in Protestanliegen mit aktuelleren inhaltlichen Bezug womöglich besser investiert wären.
    Nicht, dass der Dresdner Trauermarsch völlig beendet werden sollte. Aber er sollte meiner Ansicht nach hinter Mobilisierungsaktivitäten zurücktreten, die die Probleme und Mißstände von heute zum Thema haben.

    Ich fürchte, dass die Rechte ein ernstzunehmendes Reputationsproblem beim Volk bekommen wird, höchstwahrscheinlich schon hat, wenn der Trauermarsch weiterhin als das einzige zentrale Ereignis der rechten Opposition die Wahrnehmung des Volkes bestimmt.

    Warum eigentlich keine Proteste beispielsweise gegen die geplante GEZ-Abzocke? Warum keine Demos vor den Landtagen oder Gerichten dagegen, dass sich z.B. ein Herr Müller von der CDU, derzeit noch MP im Saarland, anschickt ins BVG zu wechseln, was in einer Demokratie, die zu ihrer Gewaltenteilung steht, eigentlich nicht sein dürfte? Warum keine Proteste gegen Filz, Machenschaften und Mißwirtschaften der etablierten Parteien und gegen Mißstände im Land allgemein? Die Probleme liegen eigentlich auf der Straße.

    Dresden allein bringt die Rechte nicht weiter. Unsere Idee muß auch in anderen Aktivitäten und Formen dem Volk offenkundig gemacht werden.

  29. @ Vinneuil
    Dein Traum in allen Ehren: Wir sollten aber darauf bauen, was wir haben, was möglich ist. Insofern dürfte Dein Traum auch mittelfristig wohl nur ein Traum bleiben.

    Womit mir bei der Gretchen-Frage wären. Auch ich erkenne und teile Deine Kritikpunkte: Den Ruch des Parteipolitischen am Trauermarsch, den klischeebelasteten Auftritt mancher Teilnehmer (inkl. Glatze und Bomberjacke), das pubertäre Gebaren anderer Teilnehmer, die Auswahl der Redner usw. Und doch: Solange Merkel, Westerwelle und Co. in nicht-enden-wollende Ausführungen über die angeblich alleinige deutsche Kriegsschuld und die Hervorhebung diverser anderer Opfergruppen ausweichen, wenn von deutschen Opfern des Zweiten Weltkrieges die Rede ist, halte ich Schweigen für eine gänzlich falsche Alternative zum (streitbaren) Vorschlag der radikalen Rechten.

  30. »Dein Traum in allen Ehren: Wir sollten aber darauf bauen, was wir haben, was möglich ist.«

    Ich sage nichts anderes. Aber das ist der Maßstab, den man im Auge behalten sollte. Mit dem »Trauermarsch« wird sich jedenfalls weder etwas ermöglichen, noch etwas aufbauen lassen, noch ist das überhaupt ein Bestand, mit dem man rechnen könnte. Allenfalls als Straßenfeger oder Katalysator ist er vielleicht zu gebrauchen. Aber er ist ein Symptom der Krankheit, nicht ihr Gegengift.

    Keineswegs soll man »schweigen«! Aber man auch soll den »Trauermarsch« nicht unterstützen. Wer das tut, spielt lediglich »Merkel, Westerwelle & Co« und den Roten in die Hände.

  31. Überhaupt: Alles was mit Geschichtsrevisionismus zu tun hat, ist rein politisch-taktisch gesehen eine Verlierernummer. Das hat für die meisten Menschen keine wirkliche Relevanz. Wenn, dann wird das sog. »Volk« eher durch Probleme wie Masseneinwanderung, Islamismus, Arbeitslosigkeit usw. angesprochen und nach rechts geleitet werden können.

  32. @ Vinneuil

    „Mit dem “Trauermarsch” wird sich jedenfalls weder etwas ermöglichen, noch etwas aufbauen lassen“

    Das wird sich zeigen. Jedenfalls halte ich es vom jetzigen Standpunkt und im gegenwärtigen politischen Klima für wahrscheinlicher, dem Trauermarsch einen „bürgerlichen“ Anstrich und eine würdigere Gesamtausstrahlung zu verleihen, als Merkel, Westerwelle und Co. für das Leid der Deutschen 1944 ff. zu sensibilisieren.

    „Alles was mit Geschichtsrevisionismus zu tun hat, ist rein politisch-taktisch gesehen eine Verlierernummer.“

    Nein. Klar, es gibt einen Bereich, eine „Zone der Kopfschüsse“, wo man nur verlieren kann. Es gibt aber auch zahlreiche Beispiele, in denen rechter Geschichtsrevisionismus von – relativem – Erfolg gekrönt war: etwa das Aufzeigen von Fälschungen im Rahmen der ersten Reemtsma-Wehrmachtsausstellung, das zu einem – wenn auch nur vorläufigen – Ende der Ausstellung führte; in den letzten Jahren ist auch eine durchaus differenziertere Betrachtung etwa auf die Vertreibung und die damit einhergehenden Greueltaten an der ostdeutschen Bevölkerung 1945-47 festzustellen, die nicht zuletzt auch auf entsprechende Publikationen aus rechten Verlagen zurückzuführen sein dürfte.

    „Wenn, dann wird das sog. “Volk” eher durch Probleme wie Masseneinwanderung, Islamismus, Arbeitslosigkeit usw. angesprochen und nach rechts geleitet werden können.“

    Dem stimme ich zu; dies ist allerdings kein Argument dagegen, daß geschichtsrevisionistische Themen a u c h problematisiert werden köönen.

  33. Zum Dienstschluß hier noch mal der letzte Stand:

    http://i53.tinypic.com/2q0sxvs.jpg

  34. Um noch einmal zum eigentlichen Thema zurückzukommen:

    Wenn die Ergebnisse eigener Spruchfindung nicht recht überzeugen wollen, bietet sich noch die Möglichkeit an, in einer Aphorismensammlung nach inhaltlich entsprechend gleichgelagerten Losungen und Slogans zu suchen.

    Menschliche Größe, aber auch Niedertracht, Schicksalsschläge und Tragödien aller Art hat die Menschheitsgeschichte in ungezählter Wiederkehr aufs Neue hervorgebracht. Denker aller Zeiten haben die ihnen gewahr gewordenen in entsprechenden Aphorismen festgehalten. Es ist deshalb nicht immer nötig, das Rad neu zu erfinden. Ein Blick in entsprechende Sammlungen reicht manchmal aus.

  35. Alexander

    Wie gesagt: Ich finde das Motiv schon unpassend. Stichwort: TRAUERmarsch.

    Und aus »Alarmstufe Roth« (sehr gut!) lässt sich bestimmt noch etwas anderes, besseres machen.

  36. d.n.

    »Es gibt aber auch zahlreiche Beispiele, in denen rechter Geschichtsrevisionismus von – relativem – Erfolg gekrönt war«

    Ja, aber der Erfolg fand ja nicht auf populärer Ebene statt, man hat es lediglich geschafft, den Reemtsmas etwas in die Parade zu regnen. Keine »Opa war in Ordnung«-Kampagne hat der NPD mehr Wähler gebracht, als ohnehin schon vorhanden waren.

    @ Rodrigo

    »Zum Dienstschluß hier noch mal der letzte Stand«

    Na, jetzt ist die Intention wenigstens unmißverständlich. Das ist alles nicht schlecht, und dreimal besser als alles, was die Brüder selbst so produzieren. Aber willst Du Dich jetzt zum Haus-Designer und Propagandastyler der »nationalen Sozialisten« machen? Ich finde es immer noch frappierend, daß Du die Trauermarschnummer so vorbehaltslos und mit fliegenden Fahnen unterstützt. Wir sollten hier echt schon weiter sein…

  37. Gardeleutnant

    »Division Antigone« ist toll. Gerade, weil das kaum ein Antifa-Scherge verstehen wird.

  38. L'ancien régime

    Wir betrauern Dresden/Polyneikes, auch wenn es der BRD/Kreon nicht paßt.

  39. solothurn

    Wahr und Frei
    Der zündende Funken.
    Dresden 2011

    Der zündende Funken.
    Dresden 2011

    Glaube, Wahrheit,
    Liebe
    Dresden 2011

    Glaube, Wahrheit, Liebe
    Funkenschlag

  40. Vinneuil/ Lichtmesz:

    In jeder Kommentarspalte muss es anscheinend einen geben, der das, was Leute über die Jahre auf die Beine stellen, zerredet. Das fängt bei unserem alten Logo an und hört leider längst nicht beim Trauermarsch auf. Dieser automatisierte Defätismus geht nicht nur mir gewaltig auf den Sack.

    Kritik am Trauermarsch mag berechtigt sein, aber man sollte wenigstens anerkennen können, dass dort Jahr für Jahr dem – Monate zuvor einsetzenden! – bürgerlichen und antifaschistischen Sperrfeuer getrotzt wird. Zudem würde der Großteil der Dresdner ohne den Trauermarsch wohl denken, angloamerikanische Tiefflieger hätte es nie gegeben und es wären nur Militäranlagen angegriffen worden, abgesehen von ein paar Blindgängern. Nullwertige Aussagen a‹ la »nachdem ich selbst in Dresden gewesen bin« zeugen da nur vom Hochmut eines Demotouristen, mehr nicht.

    »Mir wäre es in der Tat lieber, die Trauermärschler würden zuhause bleiben und auf ihre Nummer verzichten. Sie machen alles nur noch schlimmer.«

    Solch scharfe Kritik darf der äußern, der etwas halbwegs erfolgreich auf die Beine stellt. Und wenn es eine stille Mahnwache in Dresden wäre. Also: besser machen!

  41. @ Vinneuil

    1. Also, wenn alles klar in meinen Kopf gewesen wäre, hätte ich nicht den BN-Blog behelligt.

    2. Zumindest bei mir funktioniert das Motivdesign zumeist genau andersrum (Ausnahme siehe @ Alexander):
    ERST die grafische Inspiration oder die bildliche Idee und DANN die Suche nach einem passenden Slogan oder Kontext (daher auch der Hang zur Variantenkonstruktion, wie gestern nach präsentiert). In der Regel erfolgt dann ein abwechselnde Änderungsbearbeitung von Grafik- u. Textanteilen, d. h. iterativ bis man am Ende mit einer Variante halbwegs zufrieden ist.

    3. »Haus-Designer und Propagandastyler der nationalen Sozialisten”:
    - mit Sozialismen habe ich nichts am Hut, denen hätte ich gerade noch gefehlt
    - die könnten ruhig auch mal was schickes tragen
    - gewisse Ausdrucksformen können jedem mal rausrutschen

    4. »abcashen«: Gemeinheit! Wenn der Laden nichts verkauft, macht ihn mein Partner dicht, dann kann ich mein Märchenbuch auch zumachen.

    5. »Naivität, vorbehaltlose Unterstützung der Trauerzugnummer«, »ultra-ironisch, geradezu sarkastisch«: Ja was nun? Beides geht doch irgendwie schlecht miteinander.

    @ Alexander

    Alarmstufe Roth: Irgendwas mit einer Qualle, vielleicht ein Medusenhaupt o. ä.´

    @ Alle

    Also: »Division Antigone« war auch meine Favouritenvariante, hier noch eine Variante, welche ohne allzudeutliche und plakative NS-Assoziationen auskommt, daher u. U. sogar szenekneipentauglich sein könnte:

    http://i56.tinypic.com/33ffcpk.jpg

    Gute Nacht!

  42. Alexander

    Wie wäre es denn mit dem Engel auf dem Dresdener Rathausturm?
    Das Motiv wäre dem Trauergedanken weitaus näher als der fahnenschwingende Revoluzzer und ist außerdem ein weit verbreitetes Bild: http://2.bp.blogspot.com/_YyAIpcP7xRA/TRpT_BF6GUI/AAAAAAAAAF0/L5BLIi5cOYI/s1600/Dresden_1945.jpg

    »Division Antigone« finde ich auch gut, »Marsch auf Dresden« hingegen weniger.

  43. @ Johannes

    >«Das fängt bei unserem alten Logo an…«

    Sorry, aber das Rorschach-Logo mit den nackten Hintern war eine Katastrophe. Wirklich. Glaub es mir. Es war so peinlich und unansehnlich, daß man nur mehr gelacht hat über euch. Das wollte ich nicht. Ich will daß man BN liest und ernst nimmt. Es hilft euch auch nicht weiter, in dieser und anderer Hinsicht (vor allem in Geschmacksfragen) beratungsresistent zu bleiben, und dann die beleidigte Leberwurst zu spielen, wenn jemand etwas sagt.

    >«Dieser automatisierte Defätismus geht nicht nur mir >gewaltig auf den Sack.«

    Meine Kritik ist weder »Defätismus« (wie Du das mit dem Logo zusammenbringst, ist Dein Geheimnis), noch »automatisiert« sondern punktgenau und notwendig.

    Ansonsten bitte ich Dich nochmal genau alles zu lesen, was ich letztes Jahr auf SiN in der Nachbereitung zu den Ereignissen in Dresden geschrieben habe, vor allem den Beitrag »Biedermeier und Brandstifter«. Lies es sorgfältig, und Du wirst mir nicht mehr ernsthaft vorwerfen können, als »hochmütiger Demotourist« gesprochen zu haben. Indessen wirst Du kaum abstreiten können, dass meine Beobachtungen über das Trauermarsch-Milieu nicht zutreffen. Wenn Du das gut findest und daran glaubst, es sei Dir nicht benommen.

    Was Du ein »Trotzen dem bürgerlichen und antifaschistischen Sperrfeuer« nennst, nenne ich Wasser-auf-deren-Mühlen-Gießen, und eine Instrumentalisierung in die andere Richtung. Aber ich will nicht wiederholen, was ich schon xmal gesagt und begründet habe. Das Gerede darüber, wer »scharfe Kritik« äußern »darf« und wer nicht, finde ich lächerlich. Versuch erstmal überhaupt zu begreifen, worauf diese Kritik überhaupt hinzielt, bevor Du hier von »Defaitismus« redest.

  44. @ Johannes

    >«Das fängt bei unserem alten Logo an…«

    Sorry, aber das Rorschach-Logo mit den nackten Hintern war eine Katastrophe. Wirklich. Glaub es mir. Es war so peinlich und unansehnlich, daß man nur mehr gelacht hat über euch. Das wollte ich nicht. Ich will daß man BN liest und ernst nimmt. Es hilft euch auch nicht weiter, in dieser und anderer Hinsicht (vor allem in Geschmacksfragen) beratungsresistent zu bleiben, und dann die beleidigte Leberwurst zu spielen, wenn jemand etwas sagt.

    >«Dieser automatisierte Defätismus geht nicht nur mir >gewaltig auf den Sack.«

    Meine Kritik ist weder »Defätismus« (wie Du das mit dem Logo zusammenbringst, ist Dein Geheimnis), noch »automatisiert« sondern punktgenau und notwendig.

    Ansonsten bitte ich Dich nochmal genau alles zu lesen, was ich letztes Jahr auf SiN in der Nachbereitung zu den Ereignissen in Dresden geschrieben habe, vor allem den Beitrag »Biedermeier und Brandstifter«. Lies es sorgfältig, und Du wirst mir nicht mehr ernsthaft vorwerfen können, als »hochmütiger Demotourist« gesprochen zu haben. Indessen wirst Du kaum behaupten können, dass meine Beobachtungen über das Trauermarsch-Milieu nicht zuträfen. Wenn Du dieses gut findest und daran glaubst, es sei Dir nicht benommen.

    Was Du ein »Trotzen dem bürgerlichen und antifaschistischen Sperrfeuer« nennst, nenne ich Wasser-auf-deren-Mühlen-Gießen, und eine Instrumentalisierung in die andere Richtung. Aber ich will nicht wiederholen, was ich schon xmal gesagt und begründet habe. Das Gerede darüber, wer »scharfe Kritik« äußern »darf« und wer nicht, finde ich lächerlich. Versuch erstmal überhaupt zu begreifen, worauf diese Kritik überhaupt hinzielt, bevor Du hier von »Defaitismus« redest.

  45. @ Rodrigo

    >«Also, wenn alles klar in meinen Kopf gewesen wäre, hätte ich nicht den BN-Blog behelligt.«

    Na, dann kommuniziere halt mit den Lesern, wenn sie ernsthaft was rückfragen …

    3. “Haus-Designer und Propagandastyler der nationalen Sozialisten”:
    - mit Sozialismen habe ich nichts am Hut, denen hätte ich gerade noch gefehlt
    - die könnten ruhig auch mal was schickes tragen
    - gewisse Ausdrucksformen können jedem mal rausrutschen

    Meine Güte… ist das nun so weit hergeholt, daß ich mir denke, daß Du Dir was dabei denkst, bei dem, was Du machst? Wenn Du es trotz Deiner Abneigung gegen Sozialismus mit Deinem Gewissen vereinbaren kannst, den braunen Brüdern ihre Hemden zu designen, ist das Deine Sache. Ich frag ja bloß.

    > »“abcashen”: Gemeinheit! Wenn der Laden nichts verkauft, macht ihn mein Partner dicht, dann kann ich mein Märchenbuch auch zumachen.«

    Ich habe ja nix dagegen, wenn Du abcashen willst.

    >«“Naivität, vorbehaltlose Unterstützung der Trauerzugnummer”, “ultra-ironisch, geradezu sarkastisch”: Ja was nun? Beides geht doch irgendwie schlecht miteinander.«

    Alles nach der Reihe – 1. Der erste Entwurf wirkte auf mich ironisch-sarkastisch, aber eher in Richtung Trauermarsch-Verarsche. 2. Die späteren Entwürfe bißchen naiv in ihrer offenbar vorbehaltslosen Unterstützung des Trauermarsch. Weil ich es eben naiv finde, den Trauermarsch so ohne weiteres gut zu finden und zu glorifizieren.

  46. Noch mehr @Johannes

    »Zudem würde der Großteil der Dresdner ohne den Trauermarsch wohl denken, angloamerikanische Tiefflieger hätte es nie gegeben und es wären nur Militäranlagen angegriffen worden, abgesehen von ein paar Blindgängern.«

    Ach, Quatsch! Wenn das so weiter geht, werden sie bald denken, daß nur »Nazis« glauben, in Dresden wäre ein Kriegsverbrechen geschehen.

    Die Träuermärschler gewinnen keine Sympathien bei den »normalen« Dresdnern, sie »nazifizieren« das Bombardierungsgedenken im Bewußtsein der Öffentlichkeit nur noch mehr. Und ich will es auch nicht in der Geiselhaft von Leuten sehen, die sich von Frank Rennicke usw. vertreten fühlen. (Bitte erlaube mir, daß ich in der ganzen NPD mit Ausnahme der H&J-Sachsen ein einziges politisches Disaster sehe, auch wenn auch diese zweifellos »über Jahre auf die Beine gestellt« wurde.)

    Der einzige politische Gewinn aus dem Ganzen besteht vielleicht darin, daß zumindest per Polarisierung sichtbar wird, wie sehr sich das bürgerliche Lager sich von den Linksextremisten an der Nase herumführen läßt (oder ist es umgekehrt?).

    Und indessen wünsche ich der Demo, das sie diesmal durchkommt. Aber gedenkpolitisch kann ich nicht sehen, daß daraus etwas Gutes kommt… tut mir leid.

  47. Naseweiss

    Ich bin davon überzeugt, daß die Dresdner eine besondere Beziehung zu ihrer Stadt haben und das Gedenken an die Bombennächte in goßen Teilen der Bevölkerung (auch der jungen Dresdner) sehr lebendig ist. Das unterscheidet diese Stadt von vielen anderen vom Bombenterror gezeichneten Städte heute. Viele Dresdner zollen dem Trauermarsch der JLO (der auch als solcher stattfindet – keine Musik, politische Parolen etc.) Respekt und Anerkennung. Das Auftreten der Linksfaschisten jedoch wird nicht akzeptiert und als ungeheuerlich empfunden.

    Mir persönlich geht es jedes Jahr darum der Toten zu gedenken und mein Recht auf Demonstration und Meinungsfreiheit auszuüben. Letztes Jahr hatte ich im Kessel große Lust darauf der Polizei die Arbeit abzunehmen. Es brauchte zwei Tage bis meine Wut der Einsicht gewichen ist, daß der Trauermarsch dadurch diskreditiert worden wäre.

    Mir gefällt die Überschrift »Blockadebrecher« am besten.
    Auch wenn wir nicht jedes Jahr marschieren werden, so kommen
    wir doch wieder und das Jahr für Jahr. Nur so können körperliche und geistige Blockaden überwunden werden.

    Ich lade alle zum Trauermarsch am 13.02.2011 und am 19.02.2011 ein. Da kann sich dann jeder selbst ein Bild machen, mit oder ohne T-Hemd ;O).

  48. Vinneuil:

    Du hast den Kern meiner Kritik nicht verstanden. Es geht mir keineswegs darum, Deine in der Sache richtigen Argumente gegen das alte BN-Logo zu bestreiten. Das wir diese beherzigt haben, beweist schlicht unser neues Logo. Dieses Thema diente mir nur als ein Beispiel (von vielen anderen) für Deine Art und Weise, Kritik zu üben. Nicht die Argumentation – die oft gut durchdacht ist – sondern die Wirkung und Methode halte ich für grundsätzlich falsch. Ein weiteres, wunderbares Beispiel bietet die Eröffnung dieses Threads. Mich stößt einfach das grundsätzliche Quer-Stellen ab, das nicht in konstruktiven Vorschlägen mündet, sondern meist nur auf die Quintessenz verengt: »Das ist Mist, aber ich weiß es selbst auch nicht besser.« Du magst diesen Vorwurf lächerlich halten, aber er zieht sich durch den Gros Deiner Beiträge hier, vor allem zum Thema Dresden.

    Dein einziger konstruktiver Vorschlag, wie denn ein alternatives Gedenken in Dresden zu gestalten sei, reduziert sich auf einen in den Raum geschleuderten und in der Luft hängenden Satz:

    »Jedenfalls halte ich es vom jetzigen Standpunkt und im gegenwärtigen politischen Klima für wahrscheinlicher, dem Trauermarsch einen „bürgerlichen“ Anstrich und eine würdigere Gesamtausstrahlung zu verleihen.«

    Dass dies allein personell eine Witznummer werden würde und damit unklar bleibt, wer denn dem Trauermarch diesen »bürgerlichen« Anstrich geben soll, spricht nicht gerade für die Qualität Deiner Kritik. Du vergisst die Rahmenbedingungen und die politischen Bedingungen in Dresden, die tatsächlich sogar weit über ein »Sperrfeuer« hinausgehen. Ich kenne sie zu genüge, da der Campus mit Antifa-Plakaten vollgepflastert war und Dozenten in ihren Vorlesungen zur Unterstützung von Gegendemos aufriefen. Der Großteil der Dresdner Repräsentanten hat eine manische Angst vor der gefährlichen Außenwirkung dieses Trauermarsches, auch angesichts des Umstandes, dass es sich um den »größten Rechtsradikalen-Aufmarsch Europas« (Zitat des Bürgerbündnisses) handele. Glaubst Du ernsthaft, ein wie auch immer geartetes, grundsätzlich begrüßenswertes »liberal-konservatives« Lager wäre in der Lage, diesem Druck bei der Gestaltung eines »alternativen Trauermarsches« [sic!] standzuhalten?

    Was die Entwicklung des Trauermarsches zu einer Demoveranstaltung betrifft, darf nicht die gefährliche Dialektik der vergangenen Jahre in Dresden vergessen werden. Eben die bürgerliche Angst vor einer schwindenden Reputation Dresdens/ Sachsens und der moralische Druck des Antifa-Lagers hat eben jene massive Mobilmachung gegen den Marsch bewirkt. Hinzu kommt das daraus erklärbare, Jahr zu Jahr steigende Wegsehen der Polizei. 2004/2005 sprach ich noch mit einem Polizisten, der aus seiner Antipathie für die Antifanten keinen Hehl machte. Leider griff dieser Polizist wenig später nicht ein, als eben diese Antifanten nach dem Demoende sich gesammelt und Jagd auf einige JLOer gemacht haben. Ähnlich verhielt es sich letztes Jahr, als einzelne Antifa-Gruppen durch die Stadt zogen, während Ankunft und Aufenthalt der Trauermärschler hermetisch abgeschirmt wurden. Es ist nur folgerichtig, dass der Trauermarsch daraufhin auch einschlägiges Personal aus dem rechtsextremen Lager anlockte. Die Politisierung und Militarisierung des Gedenktages wurde von der Stadt eifrig betrieben und der aktuelle Stand ist das logische Resultat.

    Die eigentliche Tragödie des Gedenkens liegt nicht allein im sicher sehr kritikwürdigen Auftreten der »nationalen Sozialisten« und der Entwicklung des Trauermarsches zu einer halben NPD-Werbeveranstaltung. Ich habe vor sechs Jahren den Trauermarsch schon einmal erlebt und damals verlief das Gedenken wesentlich geordneter und auch würdiger. Das zur Abschlußkundgebung Holger Apfel und Frank Rennicke sprachen, kann nicht allein ein Vorwurf an die Veranstalter sein, sondern wirft auch ein Licht auf das konservative oder neurechte Lager, dass nicht in der Lage ist, dort ein anderes Programm durchzusetzen. Insofern sind die Probleme hausgemacht.

    Nichts anderes meinte ich, als ich schrieb:

    »Solch scharfe Kritik darf der äußern, der etwas halbwegs erfolgreich auf die Beine stellt.«

    So aufwendig wäre das ja nicht einmal. Es würde schon genügen, am 13. Februar mit zehn bis zwanzig Mann auf dem Dresdner Heidefriedhof still einen Kranz niederzulegen, eine kurze Aufzählung der Opfer zu leisten und »Ich hatt‹ einen Kameraden zu singen« (alternative Liedvorschläge: gerne) zu singen. Die Außenwirkung wäre garantiert, da sich dort in der Früh von Frau Orosz bis zu Herrn Milbrandt die Prominenz tummelt.

  49. @Johannes

    Gut, also Du meinst: der Ton macht die Musik. Das tut mir leid. Ich weiß, daß das die Leute oft in den falschen Hals kriegen, und auch meinen Sinn für Humor nicht tellen. Aber trotzdem glaube ich, daß Du hier etwas überempfindlich reagierst. Z.B:

    >«Ein weiteres, wunderbares Beispiel bietet die Eröffnung dieses Threads.«

    Beispiel wofür? Ich habe doch in meinem Eröffnungseintrag (und dem folgenden) nichts anderes gemacht, als zu sagen, daß ich das Motiv nicht verstehe, und daß ich um eine Erklärung bitte. Ich habe keine Kritik geübt, keinen Defaitismus verbreitet, nicht rumgenörgelt… ich habe nur gefragt. Und das waren ehrliche Fragen. 🙂

    Und ansonsten kann ich nur wiederholen: ich stelle mich keineswegs »grundsätzlich« quer, sondern nur, wenn ich gute Gründe habe dafür.

    »Es ist nur folgerichtig, dass der Trauermarsch daraufhin auch einschlägiges Personal aus dem rechtsextremen Lager anlockte. Die Politisierung und Militarisierung des Gedenktages wurde von der Stadt eifrig betrieben und der aktuelle Stand ist das logische Resultat.«

    Gut, Du bestätigst mir ja nun genau, was ich sage: daß der Trauermarsch in seiner jetzigen Form Teil des Gordischen Knotens und nicht des Schwertes ist. Denn dieses »einschlägige Personal« ist inzwischen ja Hauptträger und -motor, also »Gesicht« des Trauermarsches. Genauso eine Situation haben sich die Linksradikalen m.E. gewünscht, als sie an der Spirale zu drehen begangen. Das alles ist inzwischen ein einziger wahrgewordener feuchter Traum für die Antifa, die nun dadurch ihren Schulterschluß mit den bürgerlichen Kräften beträchtlich ausweiten konnten.

    Und das gelang ihnen, wie Du richtig sagst, weil die Bürgerlichen einen Heidenbammel vor Reputationsverlust haben. Da nehmen sie eher in Kauf, daß die Antifas in der Stadt wüten und Mülltonnen anzünden, weil das wird ja nicht als ehrenrührig empfunden…

    > »Insofern sind die Probleme hausgemacht.«

    Das verstehe ich nun nicht – inwiefern haben denn Leute aus dem »konservativen oder neurechten Lager« bei der Sache etwas mitzureden? Ich hätte getippt: gar nix. Außerdem will das Publikum ja Rennicke hören und nicht etwa Weißmann.

    >«So aufwendig wäre das ja nicht einmal. Es würde schon genügen, am 13. Februar mit zehn bis zwanzig Mann auf dem Dresdner Heidefriedhof still einen Kranz niederzulegen, eine kurze Aufzählung der Opfer zu leisten…

    Sehr gute Idee. Macht es doch, so eine kleine BN-Extra-Aktion! Ich unterstütze das ganz undefaitistisch 😉 Du wirst lachen, aber ich habe auch schon seit geraumer Zeit eine Idee. Mal sehen…

  50. Noch ein @Johannes

    < "… reduziert sich auf einen in den Raum geschleuderten und in der Luft hängenden Satz"

    Achtung! Der Satz stammt nicht von mir, sondern von d.n. (siehe oben), und ich hätte ihn auch nicht geschrieben. Aus denselben Gründen, die Du dagegen anführst.

  51. @ Johannes & Vinneuil

    Nun, mein Satz lautete komplett:

    „Jedenfalls halte ich es vom jetzigen Standpunkt und im gegenwärtigen politischen Klima für wahrscheinlicher, dem Trauermarsch einen „bürgerlichen“ Anstrich und eine würdigere Gesamtausstrahlung zu verleihen, als Merkel, Westerwelle und Co. für das Leid der Deutschen 1944 ff. zu sensibilisieren.“

    Und an dieser Aussage halte ich auch fest. Ich möchte jedoch nicht falsch verstanden werden: Ich mache mir keine Illusionen über die politische Gesinnung des Großteils des Trauermärschler; nur ist diese Masse noch irgendwie formbar. Das (geschichtliche) Fundament, auf dem unser politisches Establishment baut, ist hingegen in Stein zementiert.

  52. Was mich an dieser alljährlichen Debatte aber am meisten ankotzt, ist das ewige Monieren und Meckern piekfeiner Konservativer über „den Nazi-Marsch“, ohne konstruktive Gegenvorschläge zu machen

    Insofern bringt es Johannes trefflich auf den Punkt:

    „Das zur Abschlußkundgebung Holger Apfel und Frank Rennicke sprachen, kann nicht allein ein Vorwurf an die Veranstalter sein, sondern wirft auch ein Licht auf das konservative oder neurechte Lager, dass nicht in der Lage ist, dort ein anderes Programm durchzusetzen.“

    Die Idee mit der Kranzniederlegung am Heidefriedhof finde ich übrigens auch gut!

  53. johannes nagel

    Lieber Rodrigo Diaz,

    »Frieden« ist mithin und allgemein ein luxuriöses Wort, das wir uns im Jahr 2011 nicht leisten sollten. Sonst aber sind Motiv und Untertitel ganz in Ordnung. Und Du hast recht, Dresden ist UNSERE Angelegenheit – auch mit schwarzweißrot und trotz Frank Rennicke.

  54. Liebe Brüder,

    habe noch mal flaggentechnisch etwas dran rumgefeilt,
    SWR kam raus – ist hier zu plakativ und damit tatsächlich wohl kaum tragbar. Dafür kam das Balkenkreuz rein: schwarz auf schwarz bzw. grau auf grau: die kämpferische Botschaft dezent-konservativ verpackt. Nun isses fertich und käuflich erwerblich:

    http://rcqt.de/Laden/index.php?cPath=188&XTCsid=2db33d24e75be0856b9ab7a3f66f4617

    Ich danke (trotz des wieder aufgeflackerten Scharmützels vom letzten Jahr) allen Beteiligten für die Inspiration.

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