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www.PeinlicheDistanzierung.de/1001_Fall

Wenn mal wieder ein Interviewpartner kurz vor dem Veröffentlichungstermin abspringt, uns eine Presseabteilung oder ein Politiker beleidigt oder ich einen bösen Anruf bekomme und aufgefordert werde, irgendeine unliebsame Veröffentlichung zu beseitigen, hake ich das grundsätzlich sofort ab, denke kurz »Du Idiot!« und widme mich danach sofort wieder den wichtigen Dingen.

Heute mache ich aber eine Ausnahme, weil der entsprechende Verlag sich öffentlich in seinem Weblog von uns distanziert und somit als erster den Weg an die Öffentlichkeit gewählt hat. Die ganze Geschichte: Vor gut zwei Wochen habe ich das Buch Dorian. Ein Scheitern in Postkarten besprochen. Danach habe ich den Autor Marco Dzebro kontaktiert und ihn um ein Interview gebeten. Er willigte ein und so ließ ich ihm per Mail meine Fragen zukommen. Seitdem habe ich von ihm nichts mehr gehört und das wird wohl auch so bleiben, auch wenn ich immer noch froh wäre, wenn Dzebro antworten würde, weil ich ihn für ein großes literarisches Talent halte.

Mitten in der Mittagspause, das Essen stand gerade auf dem Herd, klingte nun das Telefon und ein Mitarbeiter des asphalt & anders Verlag bat mich, die Besprechung zu Dorian doch zu löschen. Warum war schnell erklärt. Unsere politischen Inhalte würden ihm und dem Autor nicht passen. Das hatte man sich anscheinend nicht selbst erlesen, sondern – wie so oft – pfiffen es die Spatzen von den Dächern.

Nun habe ich kein Problem damit, wenn jemand eine Bitte an mich heranträgt. Versuchen kann man es ja mal. Klar ist aber auch, daß wir keine Beiträge im Nachhinein löschen. Bis vor wenigen Minuten hatte ich das Interview mit Marco Dzebro also bereits abgehakt – vergessen wir´s! Wer nicht will, der hat schon!

Dann aber fand ich diese Distanzierung, die bereits vor dem Telefonat im Weblog des Verlags veröffentlicht wurde:

Unsere Herbstneuerscheinung von Marco Dzebro: “Dorian. Ein Scheitern in Postkarten” wurde vor Kurzem vom Online-Magazin “Blaue Narzisse” besprochen. Für uns ein kurzes Vergnügen, denn wie wir – leider erst jetzt – in Erfahrung gebracht haben, ist dieses Magazin mit seiner scheinbaren Seriosität der neu-rechten Szene zuzuordnen.

Wir, der Verlag, und der Autor distanzieren uns hiermit entschieden von der “Blauen Narzisse” und ihrer Gesinnung und bedauern sehr, dort hineingeraten zu sein.

Weitere Informationen über das zweifelhafte Online-Magazin finden sich hier:

Wikipedia

DIE ZEIT

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7 Kommentare zu “www.PeinlicheDistanzierung.de/1001_Fall

  1. L'ancien régime

    Feige Dummschwätzer. Ist doch so.

  2. Oh Gott!!! Die BN ist dem neu-rechten Spektrum zuzuordnen?
    Der Hirsch ist euch auch auf dem Leim gegangen, und distanziert sich hiermit ausdrücklich! Der Hirsch hat aus der Geschichte gelernt! Der Hirsch äußert Abscheu und Empörung gegenüber der BN!

  3. Haha. Man nennt sich ganz selbstbewusst »Rau & urban«. Solche Arschgesichter hat das Land.

  4. L'ancien régime

    Nicht das Land, die Stadt. 😉

  5. Hehe, na gut.

  6. Der Grinch

    Naja, die Mensch_innen denken sich bestimmt immer, dass ihr etwas mit der sogenannten »Weißen Rose« zu tun habt. Wegen Varbe und Plume und so.

  7. Nie wieder 33... Jahre alt werden

    Heute nacht habe ich unsere Gesellschaft gespalten, anstatt die vielfältigsten Gruppen untereinander zu versöhnen. Ich distanziere mich von mir selbst. Sezession ist keine Einbahnstraße!

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