Alter Blog

»Youporn find ich ziemlich nett …«

»… Freiheit für das Internet«. Mit diesem Spruch auf den Lippen kamen mir gerade ein paar seltsame Typen in der Dresdner Innenstadt entgegen. Sie waren vorher auf einer »STOPP ACTA«-Demo unter Beteiligung der Piratenpartei. In diese war ich unbeabsichtigt auch hineingeraten. Das Durchschnittsalter dort lag vielleicht bei 16 (geistiges Alter aber maximal 12), jeder Zweite hatte ein Bier in der Hand, manche versteckten sich hinter einer Maske und die anderen zeigten ihre häßliche Emo-Frisur, sofern sie denn überhaupt eine hatten. Das Zähne Putzen haben die meisten auch noch nicht gelernt, bestimmt aber schon in der Früh illegal Musik aus dem Internet geladen. Frauen sind mir keine im Gedächtnis geblieben. Entweder waren sie alle häßlich oder es waren keine da.

Das sind also die Piraten. Unsere Kritik ihnen gegenüber war bisher viel zu harmlos. Das weiß ich jetzt. Es handelt sich bei ihnen um ein asoziales Pack, das nur in einer überindividualisierten Gesellschaft so entstehen kann. Für eine Stadt wie Dresden ist es eine Schande, daß dieses Pack auf der Königstraße herumlottern darf. Da sind mir dann doch die Teilnehmer am Trauermarsch genauso wie die gewaltbereiten Gegendemonstranten bei der Antifa lieber. Die muß man zumindest ernst nehmen. Bei der Piraten-Demo wäre ich garantiert ohne blutige Nase herausgekommen, hätte ich spontan eine Schlägerei angefangen, weil dort nur Waschlappen herumgelaufen sind. Dresden kann sich also auf Montag, den 13. Februar, freuen. Es kann nur besser werden. Oder?

Verwandte Themen

Aus dem Tal der Ahnungslosen (II): Diesmal mit Bie... Es gibt einen Film aus unserer bösesten Zeit, da wird „deutsches Bier“ dazu verwendet, um den politischen Gegner von den eigenen Ansichten zu überzeug...
Aus dem Tal der Ahnungslosen Wer ahnungslos ist, lebt glücklich. Wir müssen den Mut zum Nicht-Wissen, zum Ignorieren des alltäglichen Wahnsinns und Unfugs in den Medien aufbringen...
Höcke in Dresden: Es mußte zum Skandal kommen! BN VOR ORT: Gestern sprach der Thüringer AfD-Chef Björn Höcke auf Einladung der Parteijugend im repräsentativen Ballhaus Watzke in Dresden. Höcke + Dr...

Geboren 1985 in Karl-Marx-Stadt (heute: Chemnitz). Studium der Medien- und Kommunikationswissenschaften, Politik und BWL in Halle. Lebt in Dresden.

5 Kommentare zu “»Youporn find ich ziemlich nett …«

  1. Hans-Christof Tuchen

    Wird’s aber nicht: Offenbar haben die Trauermarsch-Veranstalter kapituliert und überlassen die Stadt den Fans von Bomber-Harris, Antifanten und dem staatstragenden Blockierer-Gesocks. Da muß die Polizei keine Kessel mehr bilden und kann sich ganz den Prügeleien mit den vermummten Gesichtszeigern widmen. Wie sagte der sächsische König bei seiner Abdankung? „Machd doch eiern Drägg alleene!“ Eben – Deutschland? Scheiß drauf!
    Zähneputzen (wie nahe sind Sie denen denn gekommen?) bitte in einem Wort oder mit Bindestrich!

  2. So so, die Piraten. Ich glaube, dass ich viele kenne, die die Piraten wählen ohne zu wissen dass sie sie tatsächlich wählen. Es sind Leute, größtenteils aus dem linken Milieu stammend, Computer- und Internetaffin mit Hang zum Kiffen, auf der Suche nach Alternativen gegen »die da oben«, und ansonsten: »schau‹mer mal was abgeht und so.« Summa summarum eine Art links indoktrinierte, pseudointelletuelle Klientel. Hinzukommt, das macht ja auch die vereinigte Linke so stark, dass die Piraten gewissermaßen »sexy« und »modern« rüberkommen.

    Für mich eine der dämlichsten Parteien die ich kenne. Hier im Saarland gab’s mal eine klasse Partei: »Die Partei des dicken Hundes«, bestehend aus einem Mann, eine Art Poncho-Mann. Das war aber wenigstens ironisch gemeint. Die Piraten sind glaube ich nicht ironisch gemeint.

    JN

  3. »wenn Politik auf Wirklichkeit trifft« müsste man nach diesem Bericht einmal auf »wenn Wähler auf gewählte treffen« ummünzen.

    Das »Phänomen« Piraten scheint wohl doch eher ein virtueller Internethoax zu sein, der auch noch gewählt wird von Leuten, die in der heutigen, politisch »alternativlosen« Zeit, sich an jeden Strohalm einer Wahlalternative klammern – ohne zu wissen, wer dahinter steckt.

  4. Solange die Erfolge der Piraten zu Lasten der Grünen und der anderen Etablierten gehen, soll mich deren Aufstieg nicht weiter stören.

    Es ist jetzt nicht so, dass ich diese Partei wählen würde – ich wähle natürlich national –, aber in Bausch und Bogen verdammen will ich sie (noch) nicht. Hauptsache, die Etablierten kriegen endlich einen auf den Sack. Egal von wem.

    Sicherlich stehen auch die Piraten politisch links. Trotzdem ist mir keine Verlautbarung dieser Partei in Erinnerung, in der dezidiert ein antideutsches Volksverrätertum bekundet wurde, wie das im Gegensatz dazu bei den grünen Volkshassern ausnahmslos der Fall ist. Gut, ich kann mich auch täuschen.

  5. Julian Rödel

    Um eine konträre Meinung einzubringen:

    Die Piraten sind modern, insofern sie die Anliegen der jungen Generation in die Politik einbringen. Diese kümmern sich vorwiegend um Urheberrecht und Patentrecht. Das sind Fragen, die dringend diskutiert werden müssen. Klar kann man sagen, dass ihr sonstiges Wahlprogramm noch ziemlich dürftig aussieht, allerdings dürfen die ihrerseits aufgeworfenen Themen nicht ignoriert werden.

    Um es am Beispiel des Urheberrechtes zu verdeutlichen: So wie bisher kann es dort eben nicht weitergehen. Fast alle Jugendlichen saugen sich ihre Musik und Filme im Internet, da kein Mensch das Geld hat sich die Filme und die Musik zu kaufen. Es läuft anscheinend etwas mit der Verkaufsstrategie der Verwertungsindustrie falsch. Ein Musikalbum kostet im Durchschnitt zur Zeit 20 Euro. Wer kann sich das leisten?

    Ein Ausweg wäre eine Kulturflatrate, in der jeder Haushalt monatlich pauschal eine Gebühr bezahlt und dafür so viel Musik, Wissen und Filme downloaden kann wie er will. So ließe sich auf jeden Fall die Illegalität umgehen.

    Aber die Piraten so vorurteilsvoll zu diffamieren wie ihr es tut, davon halte ich gar nichts!

    Mit freundlichen Grüßen, der Kapitän

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Datenschutzinfo