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Zivilcourage von Michael Wolffsohn

Die Absage einer Diskussionsrunde mit Thilo Sarrazin durch die Evangelische Kirche in Sachsen-Anhalt zieht Kreise: Wie die Mitteldeutsche Zeitung heute berichtet, hat der Historiker Michael Wolffsohn einen für Mitte April im Halberstädter Dom geplanten Vortrag gestrichen. Zugleich übte Wolffsohn heftige Kritik an der Ausladung Sarrazins, so die Regionalzeitung.

Die Kirche hatte die Diskussion mit Sarrazin im Rahmen der Gesprächsreihe »Halberstädter Abende« in der vergangenen Woche kurzfristig gestrichen, um zu verhindern, dass die NPD mit dem Auftritt Wahlkampf machen könnte.

Wolffsohn teilte daraufhin den Veranstaltern, den beiden Pfarrern Harald Kunze und Hartmut Bartmuß, mit, er werde auf seinen Vortrag in der Reihe verzichten. »Jetzt rufen sogenannte Demokraten, offenbar auch ,von kirchlicher Seite‹: ,Sarrazin raus!‹«, heißt es in einer Mitteilung Wolffsohns. »Sie verstehen, dass ich mich als Demokrat sowie Sohn und Enkel von ,Juden-raus‹-Opfern so einer politischen Unkultur nicht aussetzen möchte.«

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Geboren 1985 in Karl-Marx-Stadt (heute: Chemnitz). Studium der Medien- und Kommunikationswissenschaften, Politik und BWL in Halle. Lebt in Dresden.

6 Kommentare zu “Zivilcourage von Michael Wolffsohn

  1. Nein, es ist keine Zivilcourage, weil er den »J«oker gezogen hat. Und der gewinnt bekanntlich immer.

  2. Nils Wegner

    »Zivilcourage« ist in der Tat ein viel zu pervertiertes Wort, um es in diesem Kontext zu verwenden.

    Auch, wenn ich Wolffsohn für diese und etliche andere Beiträge, die dem Gesinnungsklüngel den Spiegel vorhalten, sehr dankbar bin.

  3. @druide

    jaja, der jahooooood natuerlich. was sonst.
    spuel mal dein gehirn von dem dr*ck frei, der zwischen deinen ohren haengt und mach dir mal die muehe in erfahrung zu bringen, was dieser patriot und seine familie fuer unser vaterland bereits alles geleistet haben.
    so einer wie du koennte sich allemal was davon abgucken.

  4. Nils Wegner

    @ alex:

    Nicht zu vorschnell, der semantische Zusammenhang ist hier ein anderer. Es geht allein um das Wörtchen »Zivilcourage«, nicht um irgendjemandes Volksgruppe.

  5. @ Nils Wegner

    Absolute Zustimmung zu dem Wiesel-Wort »Zivilcourage«. Ein Basisbegriff der »Bunten Republik Deutscheland« Wulffscher Praegung, pfui deibel – in derselben perversen Liga wie »die Menschen draussen im Lande« etcetcetc…
    Was mir jedoch aufstoesst, ist der “J”oker.
    Was soll das? Klar das es den gibt.
    Trifft aber garantiert nicht auf Wolffsohn zu. Wenn auch im Ausland geboren: ganz unzweifelhaft ist er ein Deutscher juedischen Glaubens und nicht anders herum.
    Wenn “J”oker, dann solch konvertierte Charakterschweine wie der ZdJ-Kramer oder andere Nutzniesser der institutionalisierten grievance industry (kenne leider keinen entsprechenden deutschen Begriff).

  6. Nils Wegner

    Das ist eben Polemik. 😉

    Es geht schlicht darum, daß Wolffsohn aus dem bewußten Grund schlicht »sakrosankt« ist bei dem, was er sagt. Nur nutzt er es eben zum – aus unserer Sicht – Guten, indem er Dinge sagt, die wir im Stillen denken. Ein charakterlich… anders gearteter Mensch wie Stephan Kramer nutzt es eben zum – aus unserer Sicht – Schlechten.

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