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Zum Erfolg von Nigel Farage (UKIP)

farageDie Ergebnisse der Kommunalwahl in Großbritannien sind noch nicht vollständig ausgezählt und doch steht bereits jetzt fest, daß es genau das politische Erdbeben gegeben hat, das sich Nigel Farage von der UKIP gewünscht hat. Einige Anmerkungen zum Wahlausgang:

  1. Allen Bürgern und Beobachtern in Großbritannien dürfte nach dieser Wahl klar sein, daß dies das Ende des Zwei-Parteien-System ihres Landes ist. Das heißt konkret, daß sich die Parteien und Politiker sehr viel intensiver als bisher um den Wähler kümmern und seinen Wünschen entsprechen müssen, wollen sie weiterhin gewählt werden. Von Wahl zu Wahl nimmt auch in Großbritannien die Stammwählerschaft ab.
  2. Die Strategie der Medien, Farage und UKIP einfach als Rassisten, Spinner und Idioten abzustempeln, ist grandios gescheitert. UKIP ist es gelungen, massenhaft Wähler sowohl von den Konservativen als auch von Labour abzuwerben. Woran liegt das? Linke und rechte Themen vermischen sich zunehmend. Beispiel Einwanderung: Es ist eben zu einfach, zu behaupten, alle die gegen Einwanderung sind, haben etwas gegen Ausländer. Wer heutzutage eine Partei wählt, die sich gegen Masseneinwanderung einsetzt, kann dies genauso gut aus sozialen Gründen tun, weil er fallende Löhne, steigende Immobilienpreise oder einen Kollaps des Sozialstaates befürchtet.
  3. Ähnlich wie die Debatte der deutschen Rechten über die AfD gab es auch in Großbritannien immer wieder rechte Stimmen, die meinten, die UKIP sei ja lediglich eine libertäre Partei, die nicht radikal genug sei. Fest steht jedoch, daß es derzeit keiner anderen Partei als der UKIP gelingt, Wahlerfolge zu erzielen und nur das zählt in der Politik. Es gibt also für die kritischen Rechten, denen UKIP bzw. AfD nicht radikal genug sind, nur zwei Alternativen: Das kleinere Übel wählen oder sich komplett von der Parteipolitik abwenden.

(Bild: Euro Realist Newsletter / CC)

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Geboren 1985 in Karl-Marx-Stadt (heute: Chemnitz). Studium der Medien- und Kommunikationswissenschaften, Politik und BWL in Halle. Lebt in Dresden.

1 Kommentar zu “Zum Erfolg von Nigel Farage (UKIP)

  1. Naja,

    ein Zweiparteiensystem gibt es in UK ja schon seit längerem in dieser strengen Form nicht mehr, da es den LibDems ja gelungen ist dort einzubrechen und sich zu etablieren.

    Auf rein kommunaler Ebene gabs zudem ja bereits seit längerem den ein oder anderen Farbtupfer.

    Und speziell auf die Europawahl bezogen musste man zuletzt ja erstaunt konstatieren, dass es selbst der BNP (ähnlich wir den Schwedendemokraten) gelungen war sich zu modernisieren und in Einzug zu schaffen, etwas wovon bspw eine NPD mit vergleichbaren Wurzeln / Grundvorausetzungen nicht gelungen ist.

    Wie die BNP diesmal abgeschnitten hat werden wir sehen – sonderlich gut war die Entwicklung der letzten Jahre ja nciht unbedingt soweit ich dies korrekt mitbekommen habe.

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