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Zuwanderung und die Arbeitslosigkeit der Jugend

Heute hat das Statistische Bundesamt die Zuwanderungszahlen für 2012 bekanntgegeben. 1.081.000 Menschen sind im letzten Jahr nach Deutschland gezogen. Gegenüber 2011 ist dies ein Anstieg von 13 Prozent. Besonders deutlich ist der Anstieg der Zuwanderung aus den europäischen Krisenländern.

Aus Spanien kamen 45 % mehr Einwanderer als im Jahr 2011 (+ 9.000), aus Griechenland (+ 10.000) und Portugal (+ 4.000) 43 %, aus Italien 40 % (+ 12.000). Spitzenreiter ist jedoch prozentual betrachtet Slowenien mit 62 % (+ 2.000). Auch bei der Zuwanderung aus Ungarn, Rumänien und Bulgarien gab es deutliche Anstiege im zweistelligen Bereich.

Ist dies ein Zeichen für das Zusammenwachsen Europas? Leider nicht. Vielmehr ist es ein Zeichen für die Ausweglosigkeit der Jugend in vielen europäischen Staaten. In Kroatien, das am 1. Juli der EU beitreten soll, sieht es nicht anders aus. Hier beträgt die Jugendarbeitslosigkeit fast 40 Prozent.

Der Großteil der Jugend freut sich auf den EU-Beitritt nur aus einem Grund: Dann können sie viel einfacher das Land verlassen und sich eine neue Heimat in einem anderen EU-Staat suchen. Gegenüber dem Deutschlandfunk schildert der junge Parteigründer  Marko Gregovic (Partei »Für die Stadt«) die Situation so:

Die meisten hier sind apathisch und apolitisch. Es fehlt an einer Demonstrationskultur. Die Menschen sind nicht gewohnt, für ihre Rechte zu kämpfen. Sie gehen wählen, aber eine Wahl haben sie nicht. Unsere Politiker sind im Grunde die, die auch vor 20 Jahren an der Macht waren. Jetzt ist wirklich ein Generationswechsel notwendig.

Doch für diesen Generationswechsel braucht es erst einmal junge Menschen, die mutig für neue Ideale kämpfen und in ihrem Land bleiben. Doch die Hoffnung auf Veränderung ist so gering, daß abgesehen von Gregovic viele einfach weg wollen.

Die Diskussion über diese europäische Krise tritt dabei auf der Stelle, wenn sie sich nur ums Geld dreht. Die europäischen Krisenländer fordern Geld von Deutschland, ohne einen Plan zu haben, wie sie es sinnvoll einsetzen wollen. Und Deutschland lamentiert wie eh und je und wird am Ende sinnlos deutsche Steuergelder umverteilen, ohne daß diese dort ankommen, wo sie gebraucht werden.

So verständlich in dieser Situation die Auswanderungspläne der europäischen Jugend sind, sie verschärfen die Probleme nur noch weiter. Wenn jeder wegrennt, bleibt der dringend notwendige Elitenaustausch definitiv aus.

Wer ein Zeichen gegen die Europäische Union setzen will, kann sich an unserer Aufkleberoffensive beteiligen!

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Geboren 1985 in Karl-Marx-Stadt (heute: Chemnitz). Studium der Medien- und Kommunikationswissenschaften, Politik und BWL in Halle. Lebt in Dresden.

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