Die Ergebnisse von PISA 2025 markieren den nächsten Tiefpunkt des deutschen Bildungssystems. Seit der vorangegangenen Untersuchung im Jahr 2022 sind die Resultate je nach Schulfach um sieben bis 15 Punkte gesunken. Noch nie erzielten die getesteten Schüler aus Deutschland in Mathematik, beim Lesen und in den Naturwissenschaften schlechtere Werte. Deutschland liegt damit in allen drei Bereichen nur noch nahe am OECD-Durchschnitt. Der frühere Anspruch, zu den führenden Bildungsnationen der Welt zu gehören, wurde in Deutschland offensichtlich komplett aufgegeben.
Wie ernst die Lage ist, zeigen folgende Werte: Etwas mehr als jeder dritte 15-Jährige verfügt in Mathematik nicht über die vorausgesetzten Grundkenntnisse. Beim Lesen scheitern 32 Prozent an dieser Schwelle, in den Naturwissenschaften 27 Prozent. Sehr gute Ergebnisse erzielen hingegen nur Wenige: acht Prozent in Mathematik, sieben Prozent beim Lesen und neun Prozent in den Naturwissenschaften. Verglichen mit 2015 wuchs die Gruppe der Leistungsschwachen in Mathematik um 17 Prozentpunkte, beim Lesen um 15 Punkte und in den Naturwissenschaften um zehn Punkte.
Eine ehrliche Ursachenanalyse muss auch die Folgen der Zuwanderung berücksichtigen. Zwischen 2012 und 2022 erhöhte sich der Anteil der Jugendlichen mit Zuwanderungsgeschichte nach Angaben der OECD von 13 auf 26 Prozent. Damit änderte sich die Zusammensetzung der Schülerschaft innerhalb von zehn Jahren grundlegend. Viele Schulen müssen seither in erheblich größerem Umfang fehlende Deutschkenntnisse ausgleichen und zusätzliche Integrationsaufgaben übernehmen. Die OECD zählt dabei jene Schüler zur Gruppe mit Zuwanderungshintergrund, deren beide Elternteile im Ausland geboren wurden. Jugendliche mit nur einem im Ausland geborenen Elternteil werden dieser Gruppe nicht zugerechnet. Das Thema Migration und ihre Auswirkungen auf das Bildungssystem wird daher nur unzureichend erfasst.
Diese Herausforderungen lassen sich nicht den Lehrern und Schulen allein anlasten. Sie sind zu einem beträchtlichen Teil durch politische Entscheidungen entstanden, bei denen die Aufnahmefähigkeit des Bildungswesens kaum eine Rolle spielte. Wo außerdem die Bereitschaft fehlt, sich sprachlich und gesellschaftlich in Deutschland zu integrieren, können selbst umfangreiche Förderangebote nur begrenzt wirken.
Wie groß die Abstände sind, zeigte bereits PISA 2022. In Mathematik erreichten Jugendliche mit Zuwanderungsgeschichte durchschnittlich 59 Punkte weniger als Gleichaltrige ohne Zuwanderungsgeschichte. Beim Lesen betrug die Differenz 67 Punkte. Wurde der soziale und wirtschaftliche Hintergrund statistisch einbezogen, verringerte sich der Abstand zwar, blieb mit 32 beziehungsweise 40 Punkten aber weiterhin erheblich.
Die Zuwanderung erklärt jedoch nur einen Teil des Abstiegs. Aus den PISA-Daten lassen sich statistische Zusammenhänge ablesen, aber keine eindeutigen Kausalitäten für die Entwicklung eines ganzen Landes ableiten. Die Gründe muss man sicherlich in einem Bildungssystem suchen, das seit Jahrzehnten falsche Schwerpunkte setzt. Eine wesentliche Ursache liegt in einem Bildungsverständnis, das sich seit den 1968er-Jahren zunehmend vom Leistungsprinzip entfernt hat. Schule soll soziale Unterschiede ausgleichen und möglichst vielen den Zugang zu höheren Abschlüssen ermöglichen. Dafür werden zunehmend Anforderungen gesenkt, Leistungsunterschiede ausgeblendet und Spitzenförderung vernachlässigt. Für eine Nation, die international vorne mitspielen möchte, sind das denkbar schlechte Voraussetzungen.
Gerade für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik ist dieser Kurs fatal. In diesen Fächern entscheidet sich, ob Deutschland künftig noch über genügend Ingenieure, Entwickler und Naturwissenschaftler verfügen wird. Dennoch werden Anforderungen häufig dem vorhandenen Leistungsstand angepasst, anstatt den Leistungsstand durch anspruchsvollen Unterricht zu heben. Der IQB-Bildungstrend weist ebenfalls auf einen deutlichen Rückgang der naturwissenschaftlichen Kompetenzen hin.
Der Substanzverlust beschränkt sich nicht auf die MINT-Fächer. Auch der Zugang zum kulturellen und literarischen Erbe wird anspruchsloser. Wenn Schüler eines Gymnasiums bedeutende Werke nicht mehr im Original, sondern in sprachlich stark vereinfachten Fassungen behandeln, verändert sich der Charakter dieser Schulart. Aus dem Anspruch, junge Menschen an schwierige Texte heranzuführen, wird die Gewöhnung daran, Schwierigkeiten von ihnen fernzuhalten.
Ein ähnliches Missverhältnis ist an den Hochschulen erkennbar. Einrichtungen mit langer wissenschaftlicher Tradition müssen um ihre Existenz kämpfen, während Fachangebote mit vornehmlich politischer oder weltanschaulicher Ausrichtung ausgebaut werden. Das Berliner Winckelmann-Institut, das auf seinem Gebiet weltweit hohes Ansehen genießt, soll in den nächsten Jahren geschlossen werden. Solche Entscheidungen zeigen, wie bereitwillig gewachsene wissenschaftliche Kompetenz preisgegeben wird, während zugleich fragwürdige akademische Moden finanziert werden – Stichwort Gender Studies.
Diese Prioritätensetzung bleibt nicht ohne Folgen für die Innovationsfähigkeit des Landes. Deutschland meldet zwar weiterhin eine beachtliche Zahl von Patenten an. Doch nur ein kleiner Teil davon steht für technische Neuerungen, die ganze Märkte grundlegend verändern könnten. In mehreren entscheidenden Zukunftsfeldern sind andere Staaten längst vorbeigezogen.
Die jüngsten PISA-Werte verweisen auf ein umfassenderes Staatsversagen: ungebremste Masseneinwanderung, sinkende schulische Anforderungen, verfehlte akademische Schwerpunkte sowie eine Wirtschafts- und Forschungspolitik, die Deutschlands technologische Grundlage schwächt. Setzt sich dieser Kurs fort, wird das Land nicht allein seinen früheren Bildungsrang verlieren. Es droht zugleich, seine industrielle und wissenschaftliche Zukunft zu verspielen.
Dr. Christoph Birghan ist AfD-Bundestagsabgeordneter und Mitglied des Forschungsausschusses.
Die Ergebnisse von PISA 2025 markieren den nächsten Tiefpunkt des deutschen Bildungssystems. Seit der vorangegangenen Untersuchung im Jahr 2022 sind die Resultate je nach Schulfach um sieben bis 15 Punkte gesunken. Noch nie erzielten die getesteten Schüler aus Deutschland in Mathematik, beim Lesen und in den Naturwissenschaften schlechtere Werte. Deutschland liegt damit in allen drei Bereichen nur noch nahe am OECD-Durchschnitt. Der frühere Anspruch, zu den führenden Bildungsnationen der Welt zu gehören, wurde in Deutschland offensichtlich komplett aufgegeben.
Wie ernst die Lage ist, zeigen folgende Werte: Etwas mehr als jeder dritte 15-Jährige verfügt in Mathematik nicht über die vorausgesetzten Grundkenntnisse. Beim Lesen scheitern 32 Prozent an dieser Schwelle, in den Naturwissenschaften 27 Prozent. Sehr gute Ergebnisse erzielen hingegen nur Wenige: acht Prozent in Mathematik, sieben Prozent beim Lesen und neun Prozent in den Naturwissenschaften. Verglichen mit 2015 wuchs die Gruppe der Leistungsschwachen in Mathematik um 17 Prozentpunkte, beim Lesen um 15 Punkte und in den Naturwissenschaften um zehn Punkte.
Eine ehrliche Ursachenanalyse muss auch die Folgen der Zuwanderung berücksichtigen. Zwischen 2012 und 2022 erhöhte sich der Anteil der Jugendlichen mit Zuwanderungsgeschichte nach Angaben der OECD von 13 auf 26 Prozent. Damit änderte sich die Zusammensetzung der Schülerschaft innerhalb von zehn Jahren grundlegend. Viele Schulen müssen seither in erheblich größerem Umfang fehlende Deutschkenntnisse ausgleichen und zusätzliche Integrationsaufgaben übernehmen. Die OECD zählt dabei jene Schüler zur Gruppe mit Zuwanderungshintergrund, deren beide Elternteile im Ausland geboren wurden. Jugendliche mit nur einem im Ausland geborenen Elternteil werden dieser Gruppe nicht zugerechnet. Das Thema Migration und ihre Auswirkungen auf das Bildungssystem wird daher nur unzureichend erfasst.
Diese Herausforderungen lassen sich nicht den Lehrern und Schulen allein anlasten. Sie sind zu einem beträchtlichen Teil durch politische Entscheidungen entstanden, bei denen die Aufnahmefähigkeit des Bildungswesens kaum eine Rolle spielte. Wo außerdem die Bereitschaft fehlt, sich sprachlich und gesellschaftlich in Deutschland zu integrieren, können selbst umfangreiche Förderangebote nur begrenzt wirken.
Wie groß die Abstände sind, zeigte bereits PISA 2022. In Mathematik erreichten Jugendliche mit Zuwanderungsgeschichte durchschnittlich 59 Punkte weniger als Gleichaltrige ohne Zuwanderungsgeschichte. Beim Lesen betrug die Differenz 67 Punkte. Wurde der soziale und wirtschaftliche Hintergrund statistisch einbezogen, verringerte sich der Abstand zwar, blieb mit 32 beziehungsweise 40 Punkten aber weiterhin erheblich.
Die Zuwanderung erklärt jedoch nur einen Teil des Abstiegs. Aus den PISA-Daten lassen sich statistische Zusammenhänge ablesen, aber keine eindeutigen Kausalitäten für die Entwicklung eines ganzen Landes ableiten. Die Gründe muss man sicherlich in einem Bildungssystem suchen, das seit Jahrzehnten falsche Schwerpunkte setzt. Eine wesentliche Ursache liegt in einem Bildungsverständnis, das sich seit den 1968er-Jahren zunehmend vom Leistungsprinzip entfernt hat. Schule soll soziale Unterschiede ausgleichen und möglichst vielen den Zugang zu höheren Abschlüssen ermöglichen. Dafür werden zunehmend Anforderungen gesenkt, Leistungsunterschiede ausgeblendet und Spitzenförderung vernachlässigt. Für eine Nation, die international vorne mitspielen möchte, sind das denkbar schlechte Voraussetzungen.
Gerade für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik ist dieser Kurs fatal. In diesen Fächern entscheidet sich, ob Deutschland künftig noch über genügend Ingenieure, Entwickler und Naturwissenschaftler verfügen wird. Dennoch werden Anforderungen häufig dem vorhandenen Leistungsstand angepasst, anstatt den Leistungsstand durch anspruchsvollen Unterricht zu heben. Der IQB-Bildungstrend weist ebenfalls auf einen deutlichen Rückgang der naturwissenschaftlichen Kompetenzen hin.
Der Substanzverlust beschränkt sich nicht auf die MINT-Fächer. Auch der Zugang zum kulturellen und literarischen Erbe wird anspruchsloser. Wenn Schüler eines Gymnasiums bedeutende Werke nicht mehr im Original, sondern in sprachlich stark vereinfachten Fassungen behandeln, verändert sich der Charakter dieser Schulart. Aus dem Anspruch, junge Menschen an schwierige Texte heranzuführen, wird die Gewöhnung daran, Schwierigkeiten von ihnen fernzuhalten.
Ein ähnliches Missverhältnis ist an den Hochschulen erkennbar. Einrichtungen mit langer wissenschaftlicher Tradition müssen um ihre Existenz kämpfen, während Fachangebote mit vornehmlich politischer oder weltanschaulicher Ausrichtung ausgebaut werden. Das Berliner Winckelmann-Institut, das auf seinem Gebiet weltweit hohes Ansehen genießt, soll in den nächsten Jahren geschlossen werden. Solche Entscheidungen zeigen, wie bereitwillig gewachsene wissenschaftliche Kompetenz preisgegeben wird, während zugleich fragwürdige akademische Moden finanziert werden – Stichwort Gender Studies.
Diese Prioritätensetzung bleibt nicht ohne Folgen für die Innovationsfähigkeit des Landes. Deutschland meldet zwar weiterhin eine beachtliche Zahl von Patenten an. Doch nur ein kleiner Teil davon steht für technische Neuerungen, die ganze Märkte grundlegend verändern könnten. In mehreren entscheidenden Zukunftsfeldern sind andere Staaten längst vorbeigezogen.
Die jüngsten PISA-Werte verweisen auf ein umfassenderes Staatsversagen: ungebremste Masseneinwanderung, sinkende schulische Anforderungen, verfehlte akademische Schwerpunkte sowie eine Wirtschafts- und Forschungspolitik, die Deutschlands technologische Grundlage schwächt. Setzt sich dieser Kurs fort, wird das Land nicht allein seinen früheren Bildungsrang verlieren. Es droht zugleich, seine industrielle und wissenschaftliche Zukunft zu verspielen.
Dr. Christoph Birghan ist AfD-Bundestagsabgeordneter und Mitglied des Forschungsausschusses.