Rezension

Notwende Deutschland

Rolf Stolz bezeichnete sich selbst in einem Interview 2008 mit der Jungen Freiheit als „dissidententischen Linken“, der zwischen den Fronten steht. Schon 2014 warnte er vor der Überfremdung Deutschlands und hielt mehrere Reden bei Kreisverbänden der AfD.

Sein Werk Notwende Deutschland beginnt Stolz mit einem Bild äußerster Gefahr: ein Schiff, das in schweres Wetter geraten ist und auf Klippen zutreibt. Ein solches Schifft benötige einen führenden Kopf und eine erfahrene Mannschaft. Einem Staat in solcher Situation geht es ebenso. Die unausweichliche Notwende „reagiert auf das Hier und Jetzt“, wie er schreibt. Um auf das Hier und Jetzt reagieren zu können, braucht es eine tiefgehende Analyse. Und diese legt der Autor vor.

Verschiedene Entwicklungen werden bei der Zustandsanalyse angesprochen. Z.B. die Verarmung im Land. Hier zitiert Stolz Hans-Georg Maaßen: „Sie wollen die Verarmung der Bevölkerung. Sie wollen, daß immer mehr Leute von der Erwerbstätigkeit und die Nichterwerbstätigkeit wechseln und durch Bürgergeld vom Staat abhängig werden …“

Der Autor schreibt über das Staatsvolk. Er verlangt, daß sich jeder, auch Ausländer, aktiv zu Deutschland bekennen. Gesetzestreu lebende und arbeitende Ausländer sind zu schützen. Wer sich hingegen nicht an die Regeln halte, der sollte in sein Heimatland zurückkehren. Rolf Stolz spricht Earnest Albert Hooton an, nach dessen Plan Nicht-Deutsche in Deutschland angesiedelt werden sollten, um „den deutschen Nationalismus und die aggressive Ideologie zu zerstören“. Selbstverständlich kommt es so zu kulturellen Verwerfungen, wenn das Staatsvolk in seiner Zusammensetzung verändert wird. So wird ein Kulturkampf heraufbeschworen. „Ohne die politische Selbständigkeit Deutschlands wird die deutsche Sprache, die die Nation zusammenhält, untergehen.“

In diesem Zusammenhang stellt er drei Forderungen auf: Es ist nicht hinzunehmen, daß Zuwanderer hier Gewalt ausüben, die Abschiebung und ihre Androhung muß ein fester Bestandteil der Politik sein und befestigte Grenzen müssen dafür sorgen, daß Terroristen und Abkassierer draußen bleiben.

In seiner Situationsdarstellung schreibt Stolz über die AfD, über politische Felder, über Antisemitismus. In diesem Zusammenhang auch über den Kampf der Religionen und darüber, daß es unverständlich ist, daß ausgerechnet das Christentum aus Europa verschwinden soll. Es gäbe dafür überhaupt keinen Grund.

Angesprochen werden die Vergreisung und die deutsche Identität. Zur Sprache kommt auch die Antifa als deutsche Pandemie.

Die „Notwende“ ist sehr vielschichtig. Stolz macht so viele Fässer auf, daß es fast schwierig wird, allen Ebenen zu folgen. Bei dieser Thematik allerdings ein vollkommen nachvollziehbarer Weg.