Anstoß

Plan B oder: Brücke in die Zukunft

Jeder kennt Plan A: Die politische Macht bzw. metapolitische Hegemonie erlangen, um eine Remigrationspolitik umzusetzen, bevor die Demografie kippt. Aber was ist, wenn wir das Zeitfenster verpassen? Was ist, wenn die Mehrheitsverhältnisse sich so verändern, dass der demokratische Weg für eine patriotische Partei nicht mehr offen ist? Wie können wir sonst das deutsche Vaterland bewahren?

Ich persönlich bleibe optimistisch, dass der Plan A immer noch erreichbar ist. Es gibt aber viele, die die schwarze Pille schon genommen haben und in Verzweiflung und Defätismus fallen. Und als wäre das nicht genug, gefährden sie den Plan A mit unbedachten Aktionen. Diesen Personen will ich heute eine produktive Richtung aufzeigen.

Die äußere Gefahr

Deshalb erst einmal, was man nicht tut: Man gibt nicht auf und wandert auch nicht aus. Deutschland bleibt in derselben Stelle, die die Römer schon Germanien genannt haben und die Deutschen sind immer noch wir, egal wer hier sonst noch lebt. Wenn wir das Land verlassen, dann verlieren wir unseren Anspruch darauf. Man greift aber auch nicht zum Helm und Bajonett.

Das lehne nicht etwa aus fehlgeleitetem Pazifismus ab, sondern weil das unser endgültiger Niedergang wäre. Es besteht kein Zweifel: Wenn wir eine gewaltsame Rebellion stiften, werden wir gegen die Bundeswehr kämpfen und die Soldaten werden ihren Offizieren gehorchen. Wir mögen noch so zahlreich sein, dagegen haben wir keine Chance. Wir werden bis zum letzten Mann gejagt und wer glaubt, die Repression sei jetzt schon groß, der hat nichts gesehen.

Im Gegenteil: Nur wenn wir beim friedlichen Widerstand bleiben, dann können wir weiterbestehen. Denn sogar in islamischen Ländern schafften es christliche Gemeinden, trotz massiver Unterdrückung über Jahrhunderte hinweg zu bestehen, wie wir am Beispiel von Maalula in Syrien sehen können (ein Grüß an die Alternative Help Association).

Wenn wir zu Gegengewalt keinen Anlass geben, werden es unsere politischen Gegner sehr schwer haben. Wir sehen das schon jetzt, denn obwohl ethnisch mehrheitlich, sind wir politisch eine Minderheit. Alle Versuche, patriotische Organisationen zu verbieten (z.B. die Identitären in Österreich), kommen aus der Verzweiflung heraus und erzeugen am Ende nur noch mehr Unterstützung. Das muss also die Strategie sein: Den sanften Totalitarismus entlarven!

Die innere Gefahr

Deshalb bin ich der Meinung, das Umkippen der Mehrheitsverhältnisse bedeutet auf keinen Fall, dass die Deutschen als Volk nicht weiterbestehen können. Sicher ist das freilich nicht. Die Gefahr liegt jedoch nicht darin, dass wir gewaltsam ausgelöscht werden, sondern dass wir uns in der Multikultigesellschaft auflösen. Denn Teil von einer Minderheit zu sein, ist immer eine Schwierigkeit. Sich dem Durchschnitt anzupassen, ist immer einfacher.

Daher brauchen wir eine Art von innerer Kohärenz, die die Gemeinschaft zusammen hält. Das fehlt noch massiv in der patriotischen Bewegung, denn für viele Patrioten ist Politik eine individuelle Einstellung, manchmal sogar gegen die eigene Familie. Nur eine bestimmte Sorte von Mensch, meistens männlich und konfliktaffin, kann damit umgehen. Das ist gut für den politischen Kampf, aber um eine Gemeinschaft zu erzeugen, sind andere Eigenschaften nötig.

Dazu brauchen wir keine Soldaten oder Geheimagenten. Wir brauchen charismatische Persönlichkeiten, Künstler und Unternehmer, die uns in der breiten Gesellschaft repräsentieren können. Wir brauchen mehr Intellektuellen, Professoren und Lehrer, die unsere Bildung stärken. Auch Gastgeber, Priester und Netzwerke brauchen wir. Zu diesem Thema kann ich ein Video (https://www.youtube.com/watch?v=z3ktYIkzS0I) von einem amerikanischen Youtuber empfehlen. Es zeigt die verschiedenen Typen von Führungspersonen, die die oppositionelle Rechte braucht.

Kurz gesagt, wir brauchen eigene Institutionen, eigene Kultur, eigene Gemeinschaften. Das mag jetzt schwierig aussehen, aber wir haben ein riesiges kulturelles Erbe, das von der Gesellschaft immer mehr vernachlässigt wird. Menschen, die an diesem Erbe interessiert sind, sei es Philosophie, Literatur oder Mythologie, werden Mitmenschen und Räume suchen, wo das, was sie schätzen, noch angeboten wird. Wir müssen diese Räume bitten.

Die Reconquista

Der Plan ist also doppelter Natur: Friedlich bleiben und metapolitische Arbeit betreiben. Darüber hinaus aber eine Gemeinschaft schaffen, die auch unpolitische Personen anzieht. Und was ist mit der Reconquista? Wie gewinnen wir Deutschland wieder? Geht das ohne Gewalt? Dazu habe ich nur eine Antwort: Das ist nicht unsere Aufgabe. Die erste Reconquista hat von 722 bis 1492 Jahre gedauert. Die Juden wurden 135 n. Chr. vertrieben und haben Israel erst 1948 zurückbekommen.

Die Geschichte ändert sich ständig. Wir wissen nicht, wie die Rahmenbedingungen in 50 oder 100 Jahren aussehen. Wege, die uns geschlossen sind, die wir uns gar nicht vorstellen können, werden sich öffnen. Darüber zu spekulieren bedeutete, über Alternativweltgeschichte nachzudenken. Die Rückeroberung selbst ist in Plan B die Arbeit für unsere Enkel. Unsere Arbeit ist die Strukturen zu schaffen, die sie später brauchen werden.

Manch einer mag von solcher Einstellung enttäuscht werden. Aber das Leben ist nicht ein Spiel, das zum Endsieg führt. Das Leben ist ein Streben und die Geschichte eine endlose Kette. Es wäre ziemlich anachronistisch sich der Großtaten unserer Vorfahren zu rühmen, aber nicht bereit zu sein, die Vorarbeit zu leisten, die unsere Nachfahren für ihren Sieg brauchen. Es ist einfach Fakt, dass wir so oder so am Ende von einer Epoche leben. Unsere Arbeit ist, die Brücke in die Zukunft zu bauen. Das ist die Herausforderung, die sich uns präsentiert.


9 Kommentare zu “Plan B oder: Brücke in die Zukunft

  1. Sehr guter Artikel, mit einem Fehler: Für den Falle eines gewaltsamen Aufstandes wird die Bundeswehr, die rechteste aller Gesellschaftsgruppen, niemals auf das eigene Volk schießen. Zumindest die Mehrheit nicht. Dennoch: Der Rückhalt für eine solche Aktion ist in der Bevölkerung (noch?) viel zu gering und sowieso abzulehnen, denn eine friedliche Revolution ist wesentlich nachhaltiger und logischerweise inhärent moralischer und darum anzustreben.

  2. Die weitere Einwanderung nach Deutschland wird gestoppt und die Rückwanderung in die Heimatländer gefördert wenn die Wirtschaft in eine Krise gerät, wenn es weniger Arbeitplätze gibt, und weniger Sozialleistungen sowie weniger mit Steuermitteln finanzierte Stellen. Dagegen fördert eine weiterhin florierende Wirtschaft mit hohem Steueraufkommen die bisherige Wohlstandsverwahrlosung.

  3. Manuel Ionas

    Ich verstehe sehr gut das strategisch-taktische Anliegen des Beitrages und doch würde ich Einspruch anmelden:
    -Haben die Indianer Nordamerikas ihr Territorium nach Generationen zurückerobern können?
    - Die Westgoten haben sich kämpfend (!) vor den Mauren in Spaniens Norden zurückgezogen
    - Es gibt genug Beispiel von verschwundenen Völkern (auch von einstmals mächtigen)
    Sich auf heute nicht fassbare zukünftige Generationen zu verlassen bzw. an sie das Kämpfen zu delegieren, erinnert mich an Adenauers Fehler in der Rentendebatte (»Kinder kriegen die Leute ja eh«)
    In meinen Augen geht es vor allem auch um die Würde bzw. die Ehre (diese wäre für mich fast sogar wichtiger als eine reconquista). Nicht kampflos den Platz räumen, dem Gegner wenigstens den Respekt abtrotzen, auch wenn man verliert und verschwindet. Es soll uns etwas wert gewesen sein! Alles andere sind zivilistische »Vermeidungsstrategien«, die den Defätismus keimhaft in sich tragen.

  4. „Die weitere Einwanderung nach Deutschland wird gestoppt und die Rückwanderung in die Heimatländer gefördert wenn die Wirtschaft in eine Krise gerät, wenn es weniger Arbeitplätze gibt, und weniger Sozialleistungen sowie weniger mit Steuermitteln finanzierte Stellen.“ (Matthias am 5. November 2019)

    Die deutsche Wirtschaft trägt seit mindestens 60 Jahren die Hauptschuld an der fortlaufenden (Massen-) Einwanderung – Krise hin oder her!

  5. Auch wenn die Kriese kommt, wird es weitergehen wie bisher, weil wir im Westen keine »Politiker« sondern nur Erfüllungsgehilfen von Goldmann& Sachs und Rothschild sind. Denn wer denen vicht genehm ist hat keine Chance einen politischen Posten zu erlangen.

  6. „In meinen Augen geht es vor allem auch um die Würde bzw. die Ehre (diese wäre für mich fast sogar wichtiger als eine reconquista). Nicht kampflos den Platz räumen, dem Gegner wenigstens den Respekt abtrotzen, auch wenn man verliert und verschwindet.“ (Manuel Ionas am 5. November 2019)

    Jawohl! Keine geistige Kapitulation! Niemals! Bis zum Ende Haltung bewahren! Wie Clausewitz schon forderte: Nichts von deinen Feinden erwarten und kein Gewinsel – komme, was wolle!

  7. Also bedeutet Plan B, die Füße stillzuhalten, in kleinen Zirkeln Metapolitik zu betreiben und zu warten? Auf was? Darauf, dass die ganzen Schmarotzer einen auf Verschwindibus machen? Das das große Umdenken, eine Rückbesinnung auf Tradition und Kultur, bei den Schlafschafen einsetzt? Wie viele Jahre noch verlieren?

    Tut mir leid, ich scheiß auf den Vorwurf des Defätismus. Ich habe nur dies eine Leben.

  8. Gerold Althaus

    Ich habe viele Kommentare gelesen und muss ein paar Sachen klarstellen.
    Der Bundeswehr würde nicht auf die eigene Bevölkerung schießen, aber mit ein bisschen Reframing ist es nicht mehr die eigene Bevölkerung, sondern ein paar Aufständler, die die Sicherheit und Integrität des Landes gefährden. Da würden die Soldaten sicher schießen.

    Ich bin kein Defätist. Aber viele sind und ich kann denen nicht von dem Gegenteil überzeugen. Würden sie einfach zu Hause bleiben, wäre es klein Problem. Aber viel Defätisten denken sich halt: scheiß egal ich mache was mir gefällt und schaden denjenigen die Tatsächlich strategisch versuchen diesem Streit zu gewinnen. Ich will also die eine Möglichkeit und eine Hoffnung geben, wie sie sich sinnvoll beteiligen können.

    Ich kann nicht garantieren, dass Plan B funktionieren würde. Aber es scheint unsere bessere Chance zu sein, falls Plan A nicht geht. Deshalb für diejenigen, die an Plan A nicht glauben und Plan B nicht mögen, weil es über ihrem Lebensspam hinaus geht: Was wollt ihr dann tun? Ein heroischen tot, die uns noch mehr schadet? Es interessiert euch nur euren individuellen Leben? Gibt es nicht großes, woran ihr glaubt? Ihr Sein ein Abbild des modernen Deutschen.

    Plan B ist auch kein einfacher Plan, es braucht viel strategisches Denken und viel Opferung. Diejenigen die es schaffen, sind in meiner Augen wahre Helden, auch wenn sie nicht in die Geschichtsbücher landen.

  9. Carlos Wefers Verástegui

    »Die erste Reconquista hat von 722 bis 1492 Jahre« – leider haben Sie nicht gewusst, dass die eigentiche Reconquista schon vor 1100 zum Abschluss gekommen wäre, hätten sich die christlichen Herrscher Spaniens dazu entschlossen. Nur war es damals viel lohnenswerter, sich die maurischen Kleinkönigreiche des Südens zu erhalten, die haben nämlich gute Tribute gezahlt. Nebenbei: die »arabische« Eroberung Spaniens hat sich niemals nördlich des Duero halten können, weswegen das eigentliche »Al-Andalus« südlich des Duero lag selbst für die »Araber«. Alles, was nördlich, vor allem nordwestlich, war »Galizien«.

    Ansonsten kann ich den Leuten nur anempfehlen, sich die Speigelfechtereien und Traumrückeroberungen aus dem Kopfe zu schlagen. Rom ist ja schliesslich auch unter gegangen.

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