Gesichtet

Wie Cristiano Ronaldo knapp dem Tod entrann

Kaum ein Fußballer entzweit derart die Gemüter wie Cristiano Ronaldo, der mit vollem Namen eigentlich Cristiano Ronaldo dos Santos Aveiro heißt, aber den meisten nur unter seinen beiden Vornamen geläufig ist.

Die einen halten ihn für einen hochgradig arroganten, unsympathischen Schönling, der sich selbst für das Größte hält. Seine – oftmals weiblichen – Fans betonen hingegen seine fußballerischen Fähigkeiten und seine Attraktivität und, sofern die Begeisterung nicht nur von letzterer, sondern auch von einer tieferen Beschäftigung mit ihm herrührt, auch sein soziales Engagement. Kaum ein Fußballprofi hat derart viel und derart großzügig gespendet wie Christiano Ronaldo.

Katholisch-konservative Familie, ärmliche Verhältnisse

Wenige wissen, wie schwer die Jugend des portugiesischen Fußballprofis tatsächlich war. Er wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf der Altantikinsel Madeira auf. Sein Vater war Alkoholiker und starb 2005 im Alter von 53 Jahren. Ronaldo sagte einst, dass er ihn auf Grund seines Dauerrausches nie wirklich kennenlernen konnte.

Seine Eltern – sein Vater auf Grund seiner Krankheit wohl nur noch sehr bedingt – waren katholisch-konservativ und gaben ihm seinen Zweitnamen in Anlehnung an den damaligen US-Präsidenten Ronald Reagan.

Trotzdem entschied sich Cristiano Ronaldos Mutter 1985 zur Abtreibung ihres noch ungeborenen Superstars. Der Arzt, den sie aufsuchte, zeigte ihr den Vogel: Eine Abtreibung komme gar nicht in Frage, sie sei gesund. Ein daraufhin unternommener Abtreibungsversuch mit Starkbier und einer langen Wanderung scheiterte ebenfalls.

Ein Abtreibungsversuch scheiterte, ein Arzt weigerte sich

All das veröffentlichte Maria Dolores dos Santos Aveiro vor kurzem in einem spanischsprachigen Buch, um heute junge Frauen vor einer Abtreibung zu bewahren. Denn in jedem Bauch befindet sich ein „Superstar“: Ganz unabhängig davon, ob er nun Weltfußballer des Jahres wird, als Bauarbeiter Menschen ein Dach über dem Kopf schafft oder als Lehrer die zukünftigen Generationen unterrichtet.

Egal, ob er auf Eurosport später LKWs zieht oder vielleicht im Rollstuhl sitzt: „Er wird die Freude eures Hauses werden“; ganz so, wie auch der Arzt, den Cristiano Ronaldos Mutter einst aufsuchte, um die Abtreibung durchzuführen, es ihr prophezeite.

(Bild: Cristiano Ronaldo, von: ChensiyuanCC BY-SA 4.0)

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1 Kommentar zu “Wie Cristiano Ronaldo knapp dem Tod entrann

  1. Jürgen Graf

    Ja, das ist eine lehrreiche Geschichte. Ich kenne zwei Ehepaare, die ein spät gezeugtes Kind abtreiben wollten und im letzten Moment beschlossen, es doch zur Welt zu bringen. Das dem Tod knapp entronnene Mädchen des zweiten Ehepaars ist vor einem Monat Mutter eines Knaben geworden. Solche Fälle müsste man in der Schule behandeln und nicht den Quatsch von „Mein Bauch gehört mir“.

    Von den wohlbekannten Ausnahmefällen wie Schwangerschaft als Folge von Vergewaltigung abgesehen, sollte Abtreibung verboten werden. Mit dem Verbot allein ist es freilich nicht getan; Not tut auch eine grosszügige finanzielle Unterstützung von Familien mit Kindern. Einheimischer Familien wohlverstanden und nicht syrischer mit vier Ehefrauen und einem Dutzend Kindern.

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