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BEIRUT: »The Rip Tide«

Von Zach Condons Band BEIRUT war an dieser Stelle bereits mehrfach die Rede. Ende August 2011 erschien das Album The Rip Tide. Und, wer hat’s mitbekommen? Doch wohl die wenigsten. Es gab keine Twitter-Gewitter wie bei Lana Del Rey, keinen Lifestream mit Lady Gaga. Die INTRO schrieb gewohnt inhaltsleer:

Zu Beirut […] muss man eigentlich nichts mehr sagen. Längst gehört der von der Presse einst als Wunderkind gefeierte Musiker zu den Indie-Lieblingen, der alle vereint […], die schlechte Nachricht vorweg: Auf »The Rip Tide« gibt es nur wenig Überraschungen.

Und der Musikexpress vermerkte unter der Vermeidung einer Positionierung:

Die wilde, wilde Welt des Balkan-Brass wird auf dem neuen Album des Amerikaners zur Fußnote. Klar und deutlich tritt der Sänger und Songwriter Condon hervor, ein Kenner all jener Facetten der Melancholie, die junge Männer beim Schopf packt und hinaus ins große Gefühlschaos schleudert.

Die Statements der beiden Marktführer des Musikjournalismus in Deutschland machen vor allem eines deutlich: Sie wissen nicht umzugehen mit BEIRUT, die ein soldies Album nach dem anderen auf den Markt bringen und dabei auf all das verzichten, was heute im Musikbusiness so unentbehrlich ist. Keine Skandale, keine bescheuerten, auf Kunst getrimmten Vorab-Superpreme-Trailer, einfach nur gute Musik in verläßlich hoher Qualität.

Zach Condon (*1986) und seine Mannen sind damit mehr als ein Vorbild für alle jungen Kunstschaffenden. Sie beweisen, es ist eben doch möglich. Und nicht zuletzt Onkel Goethe wies darauf hin, daß erst der Fleiß das Genie vom Phrasenschwein und Effektehascher unterscheidet.

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