Alter Blog

Darf der EURO zusammenbrechen?

Herr Sinn hat eine große Gefahr aufgedeckt: Target2.

Es hört sich ein wenig nach Pershing 2 an und wird auch so verkauft. Weil es zwischen einzelnen Zentralbanken quasi ungesicherte Währungskredite und damit auch Risiken gibt, droht uns nach Interpretation von Herrn Sinn im Fall des Zusammenbruchs des Euro die große Katastrophe.

Der Rest der Intelligenzia stimmt mit ein in diesen Gesang, obwohl die Allermeisten wohl den hinter Target2 stehenden Mechanismus wohl noch nicht begriffen haben. Ein Professor gestand gegenüber Spiegel Online ein, zwei Wochen für die Einarbeitung gebraucht zu haben.

Dabei ist es gar nicht so schwer: Zerbricht der Euro sitzt die Deutsche Bundesbank auf gewaltigen Forderungen, die sie dann gegen ein System hat, das es nicht mehr gibt. Was also wird passieren?

Die Intelligenzia meint nun, Deutschland habe quasi keine andere Wahl mehr als den Euro um jeden Preis zu behalten. Ich behaupte: Die merken die Einschläge nicht mehr.

Selbst wenn Griechenland aus dem Euro austritt und damit riesige Zahlungsausfälle auf uns zukommen sollten, bedeutet das für unseren Reichtum gar nichts. Nichts. Zwar verliert die Bundesbank einige hundert Milliarden, allerdings ist das sowieso nur die Summe, die sie benötigen würde, die dann einzuführende DM auf einem niedrigen Kurs zu halten. Denn seien wir mal ehrlich, was passiert denn, wenn wir die DM einführen? Über Nacht würde sie ihren Wert verfünffachen, mindestens. Das würde bedeuten, dass wir den freien Handel unserer Währung in den ersten zwei Wochen erst einmal aussetzen müssten. Denn sonst würde Deutschland nichts mehr exportieren, Massenarbeitslosigkeit wäre die Folge.

Wenn es nun also ballert und die Deutsche Bundesbank dann feststellt, dass sie 500 Milliarden oder gar mehr (Horrorszenarien sprechen vom 1,7-fachen des Deutschen Bruttosozialprodukts), dann ist das nichts weiter als ein Teil der dann ohnehin dringend benötigten Inflation. Die Bank müsste sich das Geld das sie benötigt also drucken.

Großen Schaden richtet ein solches Szenario nicht an. Wir haben es erst vor wenigen Jahren erlebt: Damals wurde unser Geld im Wert halbiert, man nannte diese Enteignung “Euro-Einführung”. Was uns damals abgezockt wurde war eine viel größere Summe.

Also liebe Leute, lasst Euch nicht bange machen. Target2 ist keine Katastrophe. Deutschland wird diese Verluste immer wieder schnell erwirtschaften.

Nachtrag: Peter Bofinger hat gut auf die Panikmache des Prof. Sinn geantwortet.

Quelle: http://hurenkind.wordpress.com/2012/02/28/unsere-wirtschaftsprofessoren/

Verwandte Themen

Luhmann und die Wirtschaft der Gesellschaft Es herrscht noch immer die weitverbreitete Vorstellung, die Wirtschaft könne man nur mit staatlichen Interventionen verändern, wobei natürlich jeder d...
Plündern wir unseren Planeten? Heute ist »Erdüberlastungstag«. Ab morgen verbrauchen wir Ressourcen, die nicht binnen eines Jahres erneuerbar sind, behauptet das Global Footprint Ne...
Die Zukunft des Euro In der Theorie könnte der Euro sehr wohl funktionieren. Nur mit der Praxis hapert es. Was ist folglich zu tun? Sollten wir die Realität so lange mit d...

3 Kommentare zu “Darf der EURO zusammenbrechen?

  1. Unser Geld im Wert halbiert? häh? Das war einfach nur eine Umetikettierung, wegen dem Euro allein ist niemand ärmer geworden.
    Man muss den Euro nicht mögen, aber das ist ja kein Grund gleich die Tatsachen zu verbiegen.

  2. Matthias, Stuttgart

    Doch doch, der Wert des Geldes ist durch den Euro stark gefallen, eine riesige Enteignung.

    Ist doch logisch:
    -Durch den Euro (schwächer als D-Mark) verteuern sich Importprodukte —> unser Geld wird weniger wert
    -Durch den Euro verbilligen sich unsere Exportprodukte –> mehr güter werden exportiert –> es stehen weniger Güter für den heimischen Konsum zur Verfügung –> diese sind somit teurer –> unser Geld wird weniger wert.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Datenschutzinfo