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Der koptische Weg, der christliche Weg?

Die Kopten sind uns Kontinentaleuropäern gefühlsmäßig fremd, obwohl sie Christus verehren und ihre Kirche auf den Marcus der Evangelien zurückgeht. Oder weil? Die Kopten sind genau genommen die eigentlichen Ägypter. Etymologisch ging ihr Name Aigyptos ins Arabische als Ghubt oder Kübt ein. Warum sie nun Kopten und nicht mehr Ägypter heißen und sie zur Minderheit im eigenen Land wurden, verrät ein Eintrag zu den Kopten aus Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 11. Leipzig 1907, S. 473-474:

Ihre Sprache ist auf das engste mit dem Altägyptischen verwandt, jetzt aber als Volkssprache völlig erloschen (s. Koptische Sprache). Auch manche Sitten der K. erinnern noch an die alten Ägypter, so die Beschneidung, die sie keineswegs von den verhaßten Mohammedanern angenommen haben. Die K., früher die Hauptbevölkerung des Landes, zählen heute nur 600,000 Köpfe, d. h. 6 Proz. der Gesamtbevölkerung Ägyptens. Westlich vom Nildelta sind sie in den Klöstern an den Natronseen ansässig. In Mittelägypten, namentlich im Fayûm, sind sie zahlreicher. Zwischen Nil und Rotem Meer liegen die uralten Koptenklöster des heil. Antonius und des heil. Paulus. – Der Charakter der K. ist durch die arabische Invasion, die sie selbst ins Land riefen, um sich der Herrschaft von Byzanz zu entledigen, sehr unvorteilhaft beeinflußt worden.

Sehr, sehr gruselig. Bei Ägypten denkt man an Pharaonenmacht und Pyramiden. Das ist nur historisch korrekt.


2 Kommentare zu “Der koptische Weg, der christliche Weg?

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