Alter Blog

Das ist die Türkei

Es zeichnet sich ab, dass die Befürchtungen der Gegner eines türkischen EU-Beitritts in toto weder falsch noch übertrieben, sondern eher das genaue Gegenteil davon sind.

Ministerpräsident Erdogans Partei die AKP, lud unlängst zu einem Treffen in Istanbul für türkische Auslandspolitiker ein. Auch wenn Türken mit deutscher Staatsbürgerschaft sich gegenwärtig entrüstet zeigen, bleibt die Frage wie das in einer Zukunft mit einem viel größeren ethnischen Ballast zugunsten einer türkischen Minderheit aussähe.

Dass Erdogan einfach ganz normale türkische Politik betreibt, wird dadurch deutlich, dass er nun sogar die Ausweisung von 100000 Nichttürken in Betracht zieht. Sollte die türkische Regierung das tun, also getreu dem Motto »Assimilisation ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit« handeln, so wäre das als Präzedenzfall für zukünftige Maßnahmen von deutscher Seite erinnerungswürdig.

Auch ich kann nicht verhehlen, dass diese Auffassung etwas für sich hat: Einen Türken wie einen Deutschen behandeln zu wollen, ist in letzter Konsequenz eine Misshandlung. Jedenfalls Erdogan, auch wenn er kein Freund ist, würde das unterschreiben.

Verwandte Themen

„Was, wenn die Sintflut vor meinem eigenen Tod käm... Nur 1,92 Millionen Deutsche schauten gestern im Ersten den Film „Unterwerfung“ nach dem gleichnamigen Roman von Michel Houellebecq, der die Islamisier...
Weshalb ein friedliches Zusammenleben mit dem Isla... „Muslime sind friedlich“ und „Die Gewalt und der IS haben überhaupt nichts mit dem Islam zu tun“ sind Sätze, die wir in Deutschland regelmäßig zu höre...
Israels radikale Rechte Als Dieter Kunzelmann 1969 über den Jordan zur Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) ging, um sich und seine „Haschrebellen“ militärisch ausb...

6 Kommentare zu “Das ist die Türkei

  1. Europa muß schleunigst seinen psychischen Defekt reparieren, wenn es an einer eigenen Zukunft in Sicherheit Interesse haben sollte.

    Es ist doch einfach nicht zu fassen! Europäische Dummheit und europäische Schwäche haben es zum wiederholten Male zu gelassen, dass dieses orientalische Volk eine Machtposition erringen konnte, die es ihm mittel- bis langfistig einräumt, über Europa herrschen bzw. es als eigenen Lebensraum kolonialisieren zu können.

    Diese Schwäche und Dummheit haben wir dem Christentum zu verdanken!

  2. L'ancien régime

    »Diese Schwäche und Dummheit haben wir dem Christentum zu verdanken!«

    Vollidiot. Mehr fällt mir dazu nicht ein.

  3. Th.R.:

    Einspruch! Es gab auch bessere Zeiten im Christentum (Reconquista, Kreuzzüge, Missionierung). Die Schwäche Europas lässt sich ganz einfach mit den beiden verlorenen Weltkriegen begründen. Die Rechnung ist simpel: Ein schwaches Deutschland bedeutet ein schwaches Europa.

  4. L'ancien régime

    Was die Assimilation angeht: es geht dabei ja gar nicht darum, aus einem Türken einen Deutschen zu machen, sondern aus einem, möglichst bereits im Zuge der Verwestlichung der Türkei unter die Räder der Modernisierung gekommenen Türken einen oberflächlich-kosmopolitischen, lenkbaren, mechanischen Einheitsmenschen, wie uns eben auch.

    Da dies aber nicht funktioniert, kommt es unweigerlich zu ethnischen Konflikten, angeregt erst recht durch die Suche des Einzelnen nach seiner Zugehörigkeit.

    So war der homo sovieticus ja eben auch eigentlich ein zwangsrussifizierter Nichtrusse gefüttert mit internationalistisch-marxistischer Propaganda.

    Und der Türke wird hier auf exdeutsch-weltbürgerlichem Boden zu einem noch ein wenig türkischen, teils oberflächlich zwangsgermanisierten auf Kosten derjenigen der von Deutschen Abstammenden, die nicht ebenfalls schon zum »Prekariat« gehören, lebenden und im Übrigen den von Deutschen Abstammenden völlig Gleichenden gott- und geschichtslosen homo oeconomicus et pseudo-europaeicus Auschwitzicusque.

    Freilich nur im diabolischen »Idealfall«, aber in der Tendenz ist es ja so, nur die Realität spricht eben schlicht gegen eine Entwicklung bis zum Äußersten, möchte man meinen.

  5. L'ancien régime

    Jan S: Zum einen die Zeiten kämpferischen Christentums. Zum anderen unsere Malaise im vorigen Jahrhundert. Aber die wiederum hat ja einen geistesgeschichtlichen Hintergrund. Freilich muß ein Volk zugrundegehen, das von Christus abfällt. Das haben andere abendländische Völker auch durchmachen müssen, bzw. weiterhin. Das betrifft nun einmal das Abendland im Ganzen.

    Ach so, die Mongolen konnte man auch abwehren, wie auch zuvor die Sarazenen vor Tours und Poitiers und noch früher die Hunnen. Wenn man heute die Türken nicht abwehren zu können scheint, ganz im Gegensatz zu früheren Zeiten ! mag es vielleicht nicht doch gerade an der Entchristlichung liegen?!

    Aber noch dazu geht es ja das Christentum betreffend um die Wahrheitsfrage.

    Und ich frage mich auch, was für ein Deutschland, v. a. auch was für eine alternative deutsche Geschichte sich diejenigen vorstellen, die in primitivster Art und Weise und ohne stichfeste Argumente, aber gegen sehr viele solche, die aber nicht zur Kenntnis genommen werden, behaupten, Christentum und Deutschtum gingen nicht zusammen. Das kann einem dann keiner richtig erklären.

    Ob bspw. ein Niedersachsen, dessen Männer sich zum Thing in Marklo treffen, nicht von Steppen- oder Wüstenvölkern überrannt werden könnte?

    Ganz ehrlich, ich will mir auch gar nicht ausmalen, was solche Leute nach einer Machtübernahme so alles anstellen würden. Das übersteigt das, was ich mir, ohne innere Klaustrophobie zu bekommen, vorstellen kann.

  6. Interessant wäre in diesem Zusammenhang auch, warum das Christentum die anderen Religionen quasi überrannt hat, wenn die doch so viel besser waren.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Datenschutzinfo