Anstoß

Die Internationalmannschaft

Der Skandal um das Bild der Nationalspieler Mesut Özil und Ilkay Gündogan zusammen mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan schlägt hohe Wellen. Sollten wir noch die WM schauen? Und liegt das eigentliche Problem nicht ganz woanders?

Die Aufregung ist groß und diesmal sogar so weitreichend, dass sie selbst im linken Spektrum Unruhe stiftet. Während sich die konsternierten Fußballpatrioten fragen, wie das denn bloß geschehen konnte, dürfte jeder wahrheitssuchende Bürger in dem Eklat eher ein Symptom, jedoch nicht das grundlegende Problem sehen.

Denn was die sogenannte Integration von Türken betrifft, sieht es nicht gerade „deutsch“ aus: Durchschnittlich schneiden türkischstämmige Kinder in der Schule schlechter ab als Deutsche. Auch die Arbeitslosigkeit unter den Erwerbsfähigen ist verhältnismäßig hoch. Ein großer Teil der Türken identifiziert sich kaum mit Deutschland und Erdogan erfreut sich unter seinen hierzulande lebenden Landsmännern großer Beliebtheit. 2017 stimmten 63 Prozent der Deutsch-Türken für ihn. Führt man sich dies vor Augen, sollte es kaum verwundern, dass denn auch ein Mesut Özil oder Ilkay Gündogan zu eben dieser Sorte Türken gehört.

Verrat und Wahlpropaganda

Was sich die beiden Fußballer jedoch bei dieser gewagten Aktion gedacht haben, bleibt fraglich. Besonders Mesut Özil, der für viele Türken als „Verräter“ gilt, scheint nun wirklich alles zu geben, um diesen Status auch bei den Deutschen zu erlangen. Darüber hinaus müssen sich beide jetzt den Vorwurf der Wahlpropaganda gefallen lassen, da schon am 24. Juni wieder in der Türkei gewählt wird.

Natürlich beteuerte man später, man wolle kein „politisches Statement abgeben“ oder „Wahlkampf machen“. Wahrscheinlich ist es nur eine Frage der Zeit, bis sich Özil und Gündogan mit der Bundeskanzlerin treffen, um alle gutmenschelnden Herzen der Republik zurückzuerobern. Von Joachim Löw wird es zumindest keinerlei Sanktionen geben. Er nominierte sowohl Özil als auch Gündogan politisch korrekt für den WM-Kader in Russland.

Wer kann sich mit dieser Mannschaft noch identifizieren?

Was für eine Konsequenz kann man daraus ziehen? Die Weltmeisterschaft boykottieren? Gründe genug gibt es und die sind nicht nur politischer Natur: Zum Beispiel ist ein Timo Werner für den Kader nominiert, wohl einer der meistverhassten deutschen Fußballer. Oder der Name „Die Mannschaft“, der anscheinend ausdrücken soll, dass es sich bei der deutschen Nationalmannschaft keineswegs um deutsche Repräsentanten, sondern einzig und allein um gute Fußballspieler handelt.

Mir stellt sich da die Frage: Warum wird vor dem Spiel eigentlich noch unsere Nationalhymne gespielt, wenn doch nicht alle mitsingen, geschweige denn den Text kennen? Dabei handelt es sich doch eindeutig um die Verschwendung wertvoller Zeit, in der man sich ja auch mit ausländischen Machthabern auf einen Trikottausch treffen könnte …


17 Kommentare zu “Die Internationalmannschaft

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