Anstoß

Die Pauschalisierungen der Linken

Muslimische Männer sind Vergewaltiger. Stimmt doch, oder? Nun, sicherlich kann dieser Satz so nicht stehenbleiben, weil er explizite Charakteristika mit einer durchweg negativen Bewertung in eine pauschale Kausalität setzt.

Aber wie groß ist das Entsetzen umgekehrt? AfD-Politiker sind gefährliche Demagogen und ihre Wähler plumpe Rassisten. Insofern ist es ja auch nicht schlimm, wenn solche Leute von Linksextremisten körperlich attackiert werden oder berufliche Nachteile in Kauf nehmen müssen. Die staatsphilosophische Tragweite dieser massiven Verletzungen an Grundrechten wird fatal zur Seite geschoben. Die einzelne Lebensbiografie oder etwaiger multikultureller Background der Anhänger und Funktionäre spielt in der „Deutschland sucht den Superhasser Show“ keinerlei Rolle.

Spaltung der Gesellschaft in Gut und Böse

Dieser offensichtliche Mangel an Differenzierungsvermögen – insbesondere da man sich auf der moralisch ‚richtigen‘ Seite wähnt – hat zu einer Spaltung der Gesellschaft in Gut und Böse geführt. Dabei entlarvt diese Geisteshaltung eine gesellschaftlich immer mehr zum Standard reichende Alles-Egal-Denkweise und wird noch schön als kollektives Happening zelebriert. Genauso verhält es sich mit „Refugees Welcome“.

Es geht zumeist nicht um das individuelle Schicksal des einzelnen „Flüchtlings“ und ob ihm denn eigentlich ein Bleiberecht zusteht. Vielmehr schweißt das Gefühl der moralischen Überlegenheit inmitten eines speziell in Deutschland national-identitätslosen Kosmos zusammen.

Dekadente Denkfaulheit und Verantwortungslosigkeit

So ist das Verdrängen und aggressive Denunzieren derjenigen, die aus ihrer komfortablen Denkzone ausbrechen und auf unangenehme Tatsachen hinweisen, keine Toleranz, sondern dekadente Denkfaulheit und Verantwortungslosigkeit. Dies ist symptomatisch für eine hedonistische Gesellschaft, die sich darauf verlässt, dass ihr im Fallen Flügel wachsen. Es zählt das Hier und Jetzt – nicht der morgige Tag mit den bösen Auswirkungen des heutigen Versagens.

Dabei zeugt die „Deutschland zuerst“-Strategie der AfD von einer unbequemen, da bislang verpönten, jedoch so bitternötigen Verantwortung. So wie sich Eltern in erster Linie für ihre eigenen Kinder verantwortlich fühlen, muss sich die Politik von ihrem Selbstverständnis her primär ihren eigenen Bürgern verpflichtet sehen.

Sie darf ihren Leistungsträgern nicht das schlechte Gefühl geben, Leistungsempfängern aus aller Welt untergeordnet zu sein und für alle politischen Fehlentscheidungen zur Kasse gebeten zu werden. Leider hat spätestens das von Brüssel fremdbestimmte Berlin ein den sozialen Frieden zersetzendes metapolitisches Perpetuum mobile der patriotischen Selbstverleugnung in Gang gesetzt.

Patriotismus ist kein Verbrechen, sondern eine Notwendigkeit!

Insofern muss man die AfD nicht lieben, doch bezeichnet man sich als Demokrat, ist die Bereitschaft wertzuschätzen, Verantwortung für unser großartiges Land zu übernehmen. Es gilt unsere mit viel Mut und Blutvergießen erkämpften Werte standhaft gegen Widerstände und falsch verstandene Toleranz zu verteidigen.

Dazu gehört auch sich von dem sprachlichen Duktus zu befreien, der einen fast schon wie antrainiert bei Wörtern wie „nationale Interessen“ oder „Patriotismus“ zusammenzucken lässt. Eine Gemeinschaft ohne gesundes Nationalgefühl führt unweigerlich genau zu jener Situation, in der wir nun stecken.

Mutation zur Individualgesellschaft

Wir dürfen nicht zulassen, dass wir immer mehr zu einer die eigene Meinung absolutistisch betrachteten Individualgesellschaft mutieren, die lediglich bei Social Happenings zu einem Kollektiv verschmilzt. Ich möchte meine Kinder nicht in eine Zukunft übergeben, in der linksideologische Deutschlandhasser unsere Nation aus fanatischen Gründen zersetzt sehen wollen. Ist denn dies nicht auch Rassismus, wenn das deutsche Volk ohne die Zufuhr fremdländischer Gene als nicht lebenswert genug angesehen wird?

Insofern sind „Glatzen“ und „Zecken“ durchaus Brüder im Geiste. Und beide Extreme haben keine Existenzberechtigung auf der breiten gesellschaftlichen und politischen Bühne.

(Bild: Franz Jachim, flickr, CC BY-NC-ND 2.0)

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1 Kommentar

  1. Jürgen Graf

    Alles in allem kann man diesem Artikel beipflichten. Allerdings würde ich den Satz „Glatzen und Zecken haben keine Existenzbechtigung auf der politischen Bühne“ nicht unterschreiben.

    Ich war nie bei den Skinheads, habe aber bei Veranstaltungen in der Schweiz etliche kennengelernt. Einige entsprachen durchaus dem Klischeebild vom sauf- und rauflustigen Skinhead, der nie etwas Anspruchsvolleres als ein Landserheft liest, aber es gab auch intellligente Menschen darunter, mit denen man prima diskutieren konnte.

    Wenn Christoph Facius oder ich von einer Antifa-Horde angegriffen werden, sind wir beide bestimmt sehr froh, wenn uns eine Gruppe Skinheads zur Hilfe eilt. Selbst wenn man mit denen nicht über Evola oder Jünger diskutieren kann. Wir brauchen auch Mitstreiter, deren Stärke eher in den Muskeln als im Kopf liegt. Ich würde sie nie mit den deutschlandhassenden Zecken in einen Topf werfen.

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