Alter Blog

Christophobie und Infantilität zum Hasenfest

Die Thalia-Buchhandlungskette rudert zurück. Nachdem unter anderem die Großkirchen gegen die Werbekampagne anlässlich eines ominösen »Hasenfestes« protestiert hatten, erklärte die Pressesprecherin des Konzerns gegenüber der NRZ es habe niemand das christliche Hochfest infrage stellen wollen.

In der Kommentarspalte bei Der Westen jaulen die Christophoben mit den selben ausgeleierten Pseudoargumentationen, wie man sie zur Genüge kennt, auf und degradieren sich zum Werkzeug einer Agenda, die sie nicht einmal bemerken. Die Entfremdung der Deutschen von ihrer Tradition – und Ostern ist wohl eines der ältesten Feste des Jahreskreises überhaupt – gelingt hier auf vielfältige Weise: Diejenigen, die ein »Hasenfest« in ihrem Hang zur Gleichgültigkeit ohne weiteres bereit sind zu akzeptieren, akzeptieren vielleicht zukünftig auch Feiern zu Ehren des jakobinischen »höchsten Wesen« der Franz. Rev.. Sie sind die Prototypen der Zombies, denen man in einer neuen Zeit jeden Schwachsinn unterschieben kann. Diejenigen aber, die lediglich die Entchristlichung – und nicht etwa die bewusste Kappung mehrtausendjähriger europäischer Tradition – herausstellen, und die Kirchen an die Front schicken, verhelfen den antichristlichen Strömungen, Insonderheit dem antichristlichen Bildungspöbel, zum Auftrieb. Sie servieren diesen Vergifteten den Beweis für die den säkularen Staat hintertreibende Kraft der Kirchen. Die Dummheit der (echten) abendländischen Christen in taktischen Dingen liegt auf der Hand: Man eröffnet nämlich zugleich den Moslems die Möglichkeit den Respekt für ihre Hochfeste einzufordern.

Es war daher ausgesprochen clever, sofern es willentlich geschah, die Diskussion auf die Bedeutung des Osterfestes als christliches Hochfest zu lenken und zu reduzieren. Ostern kennt und feiert jeder. Entweder als Tod und Auferstehung Jesu Christi oder als Wiedererwachen der Natur nach dem Winter. Insofern ist es absolut lächerlich, kramphaft darauf hinweisen zu müssen, die Kirche habe Deutschland zwangschristianisiert oder Ostern den Germanen gestohlen, selbst für den Fall dass das historisch korrekt wäre.

In Wahrheit gibt es nämlich einfach kein Hasenfest. Punkt. Was sollte das auch sein? Es handelt sich dabei allenfalls um eine äußerst infantile Ausgeburt eines Marketinghirnes, die nichts besagt. Es ist im Grunde nicht einmal eine Idee. Es hat einfach keinen tieferen Sinn, sondern ist höchstens für Schmalhirne attraktiv, die sich auch an abstrakten Kategorien wie »Buntheit« und »Vielfalt«, ungeachtet einer näheren qualitativen Bestimmung derselben, erfreuen.

Berechtigt ist allerdings die Vermutung, da diese Aktion kein Zufall sein kann, dass es sich um den Versuch handelt, Ostern im öffentlichen Bewusstsein zu reduzieren. Es ist subtile Propaganda. – Und hierin steckt des Pudels verachtenswerter Kern.

Verwandte Themen

Sonderaktion zu Ostern: Rilke-Buch plus zwei koste... Bis zum Ostermontag möchte ich euch die Gelegenheit geben, unser Buch zum Rilke-Preis, Erste Worte nach dem Gedankenstrich, zusammen mit zwei kost...
Feind oder Feind! Es war wirklich reiner Zufall, dass ich gerade über Schmitts Politischer Theologie saß, als Götz Kubitschek vor einigen Tagen bekundete, selbst wieder...

6 Kommentare zu “Christophobie und Infantilität zum Hasenfest

  1. Tyler Durden

    Sry, gehört nicht zum Thema, aber bei den Artikeln kann man ja nichts schreiben. Also der »Schranz« Artikel ist total lustig. Das muß einfach mal gesagt werden. Aber irgendwer sollte Ronny mal sagen, der Schranz Hype war vor ca. 11 Jahren. Heute ist das eine unbedeutende Nischenmusik, die übrigens auch nicht mehr Schranz genannt wird, sondern Hardtekk. Gott sei Dank steht da auch nur einmal Paul Liebing und weiter unten wird es dann richtig geschrieben: Chris Liebing. Der würde sich übrigens heute ziemlich dagegen wehren, wenn jemand behaupten würde, er würde noch »Schranz« auflegen. Aber mal ehrlich, das hier soll doch für Schüler und Studenten sein, der Artikel liest sich aber eher wie von meinem Opa. Die seelenlose Maschinemusik, bar jeder Kultur, da würde sich Bach im Grabe umdrehen. Echt witzig. Liest sich so ein bissel wie der Frustartikel von Dietrich Müller, da hat man auch sofort gemerkt, der mußte sich offenbar in den 90érn ein Schnitzel umbinden, damit jemand mit ihm spielt. Wir anderen hatten damals jedenfalls eine Menge »verachtenswerten, hedonistischen Spass« :-)))
    Ach übrigens, ich bin kein politischer Gegner, ich finde die Seite eigentlich gut, und lese gerne hier.

  2. @ Tyler
    Mit dem Artiekl musst du wohl leben. Wir geben jedem die Chance sich auszutesten. Vielleicht wird sich Ronny in einiger Zeit auch eher unwohl mit dem Text (»von früher«) fühlen, aber das macht nichts.
    Du bist gerne aufgerufen das Genre für uns aus deiner Sichtweise darzustellen. Nur zu.
    Nebenbei: Ich beurteile Techno (Techno=Schranz, die Nuancen, auf die Szenetypen massiven Wert legen,sind Ronny wahrscheinlich nicht klar.) auch etwas anders, halte das Genre jedenfalls charakterlich für ausgesprochen deutsch (positiv wie negativ). Über richtig guten Techno könnte man jedenfalls ne Weile philosophieren.

  3. Leserbrief, aus der heutigen WAZ:

    »Es spricht ja nichts dagegen, dass Christen zu Ostern die Auferstehung Jesu feiern, an die sie glauben. Aber für die meisten Menschen ist Ostern in erster Linie ein Frühlingsfest, das vor allem vom Ostereiersuchen, Osterhasen, Schulferien und Osterschmuck geprägt ist.
    Selbst im katholischen Münster dürften mehr Mneschen Ostereier suchen, als Ostergottestdienste besuchen. Wenn Gläubige sich »verletzt fühlen«, weil andere Menschen die Geschichte von dem auf Erden wandelnden Untoten nicht glauben und das österliche Frühlingsfest lieber anders feiern wollen, dann zeigt das von ziemlich ausgeprägter Intoleranz gegenüber Anders- und Nichtgläubigen. Warum darf man Ostern nicht als Hasenfest feiern?«

  4. Was hat Ostern mit einem Hasen zu tun und mit Eiern, die man suchen soll ? Warum wird Ostern gefeiert nach Frühlingsbeginn am ersten Sonntag nach Vollmond ? Was hat der Mond mit Ostern zu tun ? Zweifelsfrei geht es bei diesem Fest um eine kalendarische Jahresordnung in Überlieferung aus früher Zeit. Aber kaum jemand stellt hier Fragen. Der heutige verstädterte, naturfremde Mensch ist grundlegenden Betrachtungen nicht mehr zugänglich. Er hat keinen Sinn für den Ursprung. Durch die Entwicklung des modernen Wirtschaftslebens ist das Jahr für ihn nichts als ein zeitlicher (ev. sogar nur kommerzieller) Begriff, dem er keinen weiteren Wert beimisst als jeder anderen Zeiteinteilung. Das Jahr ist ihm aus dem Schreibtischkalender und seinen Vergnügungsansprüchen zwar gegenwärtig, aber dieser Mensch hat keine innere Beziehung zum Rhythmus der Schöpfung…..
    http://deutscheseck.wordpress.com/2011/04/23/karlheinz-baumgartl-ostern-das-fest-von-sonne-und-mond/

  5. Gardeleutnant

    Das Kreuz ist mal wieder Ärgernis für diejenigen, die alles als Anmaßung empfinden, was nicht ihrem (scheinbar selbst gewählten) »Lebensstil« grenzenloser Triebhaftigkeit und gedankenloser Konsumorientierung entspricht bzw. diesen fördert.

    Am Karfreitag haben hunderte Nachwuchskommunisten der Grünen Jugend zu lauter Techno-Musik auf dem Frankfurter Römer getanzt, angeblich um gegen das Verbot von Tanzveranstaltungen an diesem christlichen Hochfest zu protestieren. Ist die Polizei eingeschritten? Natürlich nicht. Um der vox populi zu lauschen, habe ich die Kommentare zu der entsprechenden Nachricht bei meinem e-Post-Anbieter gelesen. Die Mehrheit war aggressiv und hasserfüllt antichristlich. Unter Verweis auf angebliche Glaubenskriege, auf Kreuzzüge und Mission wurde der Kirche der Wert abgesprochen und Christen wurde mangelnde Toleranz vorgeworfen (!), weil sie angeblich die Ungläubigen zwängen, sich Vorschriften zu unterwerfen, die von ihnen nicht anerkannt würden.

    Die derzeitige Machtposition der Kirchen resultiert aus der Tatsache, daß die jetzigen Alten noch christlich erzogen wurden. Man täusche sich nicht: in 30 Jahren wird das vorbei sein. Die Kirchen werden dann in eine existentielle Krise geraten und viele Gotteshäuser verkaufen müssen – Kirchtürme zu Minaretten.
    Dann werden die Kirchenglocken nicht mehr läuten – Lärmschutz.
    Dann werden die Prozessionen nicht mehr durch die Straßen ziehen – Versammlungsrecht.
    Dann werden die kirchlichen Einrichtungen (Kindergärten, Krankenhäuser, Altenheime etc.) auch Moslems mit Kopfttüchern einstellen müssen – Anti-«Diskriminierung«.
    Dann werden keine Gottesdienste mehr im Fernsehen übertragen werden – Quotenprobleme.
    Dann werden Pfarrer und Priester angepöbelt und überfallen – provokatives Mitverschulden.

    Weh uns!

  6. Der Thalia-Buchhandlungskette geht es mommentan nicht so gut:
    http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/buchkette-thalia-hat-hoch-gepokert-und-verliert-11891276.html
    »15.09.2012 Der Buchhändler Thalia schließt Laden um Laden.«

    Die Idee zum »Hasenfest« koennte man sich aus einer South-Park-Folge abgeschaut haben:
    http://wiki.southparkpedia.de/index.php/Der_Osterhasen-Code

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Datenschutzinfo