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Heute ist unser Sedantag

Manfred hatte auf das deutsche Unglück mit den Nationalfeiertagen hingewiesen, wie zum Beispiel mit dem Tag der offenen Moschee am 3. Oktober. Der Sedantag war auch einmal ein ehrwürdiger Feiertag, weil Frankreich 1870 offensichtlich angetreten war, um 1871 die Wiederaufrichtung des Deutschen Reiches unter preußischer Führung in den Spiegelsaal von Versailles zu verlegen. Muaha! Das war auf jeden Fall eine kleine jährliche Sause wert, was Frankreich aber nicht ganz so sah. Heute ist der Sedantag aus dem öffentlichen Bewusstsein getilgt. Er ist lediglich ein weiterer Spielball der Geisteswissenschaften geworden.

Auch wenn sich das jetzt fast angehört hat wie Marietta Slomka, die auch gern »Sendung mit der Maus« spielt, kommt jetzt, was ich mit Sedan assoziiere:

Der Pariser Einzugsmarsch

Es passt immer wieder seit fast 200 Jahren. Ich glaube das ist es auch, was die meisten Leute an guter Marschmusik so ankotzt: Ihre unbefangene und ehrlich gemeinte, gute Laune. Der Klang empört den Miesepeter, der lediglich an Heimatschnulzen der Adenauerära erinnert werden will. Als es gemacht wurde, war es aber sicherlich keine gute Miene zum bösen Spiel, sondern gute Miene zum guten Spiel. Und darauf kommt es an.

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6 Kommentare zu “Heute ist unser Sedantag

  1. Nix für ungut:
    Miene – im Gesicht
    Mine – im Berg oder unterm Panzer

  2. Christoph Rothämel

    Gut beobachtet. Ist geändert.

  3. Reinhard Lochmann

    Sedan ist eine Kreigserinnerung, eine Annäherung oder gar
    versöhnende Akzeptanz zwischen den Franzosen und Deutschen
    ist längst passiert.
    Eine Annäherungan unsere türkischen Mitbürger scheint mir
    noch lange blockiert, solange wir Integration als Gleichmacherei verstehen. Gleichmacherei ist Identitäts-
    verlust und macht alles Bunte grau ! Gut, dass es einen Tag der Moscheen gibt !!!!!!!!!!!!!!!
    Danke !
    R.J.Lochmann, Arzt für Allgemeinmedizin, Kosmopolit

  4. Werter Herr Lochmann,
    wenn sie außerhalb des Rotweingürtels weilen, dürfte Ihnen bewusst werden, dass der Gegner längst territorialisiert, während wir rapide altern und ein politisches Vakuum entsteht, das den Anpassungsdruck der Deutschen regionsweise noch verstärken wird. Ihren Kosmopolitismus in Ehren, aber es kommt darauf an, was er heißen soll. Wenn er das heißt, was er als Gemeinplatz heißt, dann werden seine maßgeblichen Vertreter, bald im eigenen Land stark dezimiert sein, weil keine neuen mehr geboren wurden.
    Wo praktizieren Sie? In den alten oder in den (noch älteren) neuen Bundesländern?
    Kennen Sie die Kairoer Erklärung der Menschenrechte?
    Im übrigen bitte ich Sie zu berücksichtigen, dass man ein Volk auch schätzen kann, wenn einem eine bestimmte politische Linie seiner Staatsführung nicht behagt.

    Jaja, den Tag der offenen Moschee genau auf den Tag der Deutschen Einigung zu legen, ist selbstverständlich keinesfalls ein merkwürdiger Vorgang. Und noch weniger seltsam ist der Umstand, dass keine Regierung bislang protestiert hat. Wenn Sie das als normal ansehen, dann haben wir einen echten Dissens.

  5. Karl Eduard

    Kann mir jemand sagen, warum ich mich, geborener Deutscher, aufgewachsen und glücklich gewesen, ohne die türkischen Mitbürger, an diese annähern soll?

  6. @ Karl Eduard

    Es heißt, das sei »alternativlos«. Auch wird gesagt, wir mit unserer historischen Verantwortung müssten einfach…
    Oder, der Knüller,: Sie haben Deutschland nach dem Krieg wieder aufgebaut.
    Muhahaha! Es ist zum Schreien, nicht?
    Aber völkerrechtlich gibts auch nach 60 jahren keine Ansprüche. Noch jedenfalls.

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