Anstoß

Mord am freien Wort

Fast kommt man in Versuchung, jene alten Zeiten zu romantisieren, als zwar schon (ähnlich wie heutzutage ihre Antifanten-Enkel) am 1. Mai 1969 die DKP-Ordner vor der Essener Gruga-Halle mich mit den Holzstangen ihrer Transparente von der Überlegenheit ihres Sozialmuses überzeugen wollten, Strauß sich nicht nur als vielseitiger Geschäftsmann betätigte, sondern auch gleich noch sich als Kampfmittelexperte für die Bekämpfung roter Ratten empfahl und die SPD-Spitze sich nicht etwa zur Jagd tragen ließ, sondern vorneweg den Kampf gegen politisch unzuverlässige Briefträger und Lehrer anführte.

Holger Börner, der Betonspezialist der SPD, begann damals mit dem liebevollen Polieren seiner den GRÜNEN zugedachten Dachlatten, die dann aber doch nicht zum Einsatz kamen, als er 1985 seinem frisch umfrisierten Minister Joschka F. in Hessen aufs Pferd half. Also, nur schön und einfach war es im westdeutschen Separatstaat damals auch nicht. Aber immerhin gab es eine offene und harte Debatte. Man konnte den „Radikalenerlaß“ ungestört „Berufsverbot“ nennen, man konnte wie Rudi Dutschke sagen, drei Arbeiterparteien hätten die deutsche Arbeiterklasse verraten – nämlich SPD, NSDAP und KPD/SED – ohne wegen „Volksverhetzung“ belangt zu werden.

Man konnte Neger Neger nennen (ganz im Sinne der „Négritude“ des senegalesischen Dichters, Politikers und Nobelpreisträgers Léopold Sédar Senghor), Zigeuner Zigeuner und hatte das Glück, noch nie vom Gendern gehört zu haben. Natürlich gab es auch damals auf allen Vieren daherkommende und vom Rückgrat befreite Plaste-Elaste-Zeitgenossen, die aus Liebe zu Joan Baez und dem guten Essen bei McDoof die amerikanischen Besatzungssoldaten ins Herz schlossen und von ihnen die Verteidigung gegen die drohende Machtergreifung der riesengroßen Massenpartei NPD erhofften.

Natürlich gab es damals Spezialdemokraten, die sich für die türkische Besetzung Nordzyperns 1974 inklusive der Umwandlung christlicher Kirchen in Ziegenställe begeisterten, nur weil der damalige Präsident Ecevit doch auch ein Sozialdemokrat und Genosse war. Aber das politische Klima war nur halb so vergiftet und deutlich weniger vom Gezeter alter Weiber und junger Männchen beherrscht.

Immer noch gibt es eine Kunst- und Meinungsfreiheit in Deutschland. Besser gesagt, es sollte sie nicht nur auf dem Papier geben. Zwar findet angeblich eine Zensur nicht statt, aber was ist es anders, wenn mißliebige Worte auf dem Sprechverbot-Index landen, wenn literarische Werke umgeschrieben werden wie einst bei den Nazis oder in der DDR und alles angeblich Unzeitgemäße und Beleidigende ausradiert wird. Wenn Ausstellungen abgesagt werden wegen Nähe eines Künstlers zur Beelzebub-Partei AfD. Wenn einige Grüne und SED-Erben vorneweg marschieren in den Kampagnen gegen angeblichen Rassismus und angeblichen Rechtsextremismus, wenn sie lauthals Verbote und Sprachdiktate fordern.

Natürlich gibt es einzelne Freunde der deutschen Sprache unter den Antideutschen, wie es auch einzelne Patrioten gibt, denen jeder Sinn für die Notwendigkeit fehlt, die deutsche Sprache zu verteidigen gegen alle, die aus ihr ein neues Küchendenglisch für den privaten Gebrauch machen und ihr die kulturprägende Macht nehmen wollen. Aber in der großen Linie sind die Denglisch-Liebhaber, die Kleineuropa-Hymniker, die Gender- und Multikultifanatiker Feinde der deutschen Sprache, der deutschen Kultur, der deutschen Souveränität, des deutschen Volkes.

Man kann und sollte versuchen, sie zu beeinflussen und möglichst viele von ihnen umzupolen, aber zwischen ihren und unseren Überzeugungen gibt es keinen Kompromiß, sondern nur ein Entweder-Oder.

Die Kunst ist frei oder sie ist nicht. Wenn ich es für notwendig und angebracht halte, dann werde ich als Schriftsteller und denkender Mensch  das N-Wort Neger, das S-Wort Schwarzer, das I-Wort Indianer, das Z-Wort Zigeuner verwenden, einmal oder mehrmals und ohne die mindeste Rücksicht auf irgendein Geschrei ausgerechnet jener Leute, die aus ihren frühkindlichen analerotischen Impulsen heraus nicht oft genug im Radio von Sch*** reden können.

Jeder hat das Recht, Schmerzen zu empfinden bei den Worten eines anderen, aber gegen diesen einschreiten darf er nur dann, wenn er selbst persönlich beleidigt wurde, also z. B. ohne Beweise öffentlich als Päderast bezeichnet wurde.

Einen Farbigen körperlich anzugreifen, das muß mit Eingreifen und Bestrafung verhindert werden. Rein verbale Beleidigungen, so verwerflich sie sind, sollten ignoriert werden – in beiden Richtungen. Als Deutscher fühlt man sich oft genug angegriffen und verhöhnt durch Menschen, die sich nicht als Gäste aufführen, sondern als eine zusätzliche Besatzungstruppe.

Man kann diesen Leuten nur raten, im eigenen Interesse auf die Gefühle ihrer Gastgeber und Kostenübernehmer Rücksicht zu nehmen. Denn Multikulti ist nicht nur gescheitert, es ist per se unmöglich. Jeder Mensch hat nur die Wahl zwischen einer Kultur, sprich seiner, und keiner.


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