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Post vom NEON-Phänotyp

Es mutet an wie die immergleiche Variation des immergleichen Themas. Kürzlich ging wieder einmal so etwas wie eine Freundschaft auseinander, nachdem die hier zitierte Schreiberin mich meiner rechten Gesinnung überführte:

aus anderen texten geht ganz klar hervor, dass du sehr wohl sehr dazu stehst rechts zu sein. du bist nicht in der npd… aber dvu ist wohl besser oder was? und weißt du was das schlimmste ist? du bist nicht einer von den doofen kleinen dorfnazis, denen man es sofort anmerkt, die aber zu blöde sind etwas auszurichten. du bist clever und intelligent und aktiv und du nimmst rechte in schutz, die darunter zu leiden haben, weil du selber darunter zu leiden hast. aber weißt du was? zu recht! ich frage mich immer wieder, wie man in der heutigen zeit von sich behaupten kann »rechts« zu sein? erklär mir das mal! wie geht das? und vor allem wie kommt das? klar, da gibt es ein haufen perspektivlose, minderbemittelte fastnochkinder, die keine freunde haben und dann ihre aufgabe und ihren lebenssinn darin finden. aber wir sprechen hier von wirklich dummen menschen! ich wüsste gerne – was bringt einen intelligenten menschen im 21. jahrhundert dazu RECHTS zu sein? und was bedeutet es für dich rechts zu sein? wofür stehst du?
es ist keineswegs verboten für die meinungsfreiheit einzustehen, aber meinst du nicht, dass es ein wenig skurril wäre menschen eine meinungsfreiheit zuzugestehen, die im allgemeinen gesehen gegen die meinungsfreiheit sind?

Mich beschäftigte an dieser Mail nicht, daß ich jetzt wieder eine Nummer aus meinem Handy löschen kann und auch nicht, daß ich jetzt nicht mehr ganz lieb gegrüßt werde, sondern die Frage: »Was bringt einen intelligenten Menschen im 21. Jahrhundert dazu rechts zu sein?« Die Antwort liegt bereits in der Frage verborgen und lautet: die Intelligenz.

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16 Kommentare zu “Post vom NEON-Phänotyp

  1. Nils Wegner

    Korrekt. Mit Klonovsky:

    »Kulturpessimismus ist keineswegs eine »politische Gefahr«, wie gewisse alte bundesrepublikanische Tanten behaupten – politische Gefahr pflegt in aller Regel von Politikern auszugehen –, sondern ein dem Kotzen nicht nur physiologisch verwandter Reflex von ein paar übriggebliebenen Kultivierten.«

    Schön, hier einmal wieder etwas Motivierendes zu lesen.

  2. Marco Reese

    Die Dame scheint dich ja nicht sehr gut gekannt zu haben. Oder aber man glaubt eben dem anonymen, aber überall umherschweifenden Gerücht (dazu gibt es ja dieses passende Bild von A. Paul Weber) über eine Person mehr als dieser selbst, bzw. dem eigenen Erleben mit dieser Person.

    Im Extremfall ja eventuell auch dem Gerücht über sich selbst zuweilen .. schließlich hat die »öffentliche Meinung« ja immer Recht.

  3. Kaspar Godeysen

    Dringliches Nachdenken kann nie nach links führen.
    Daher vermeidet man das dringliche Nachdenken und vertraut lieber auf die gesellschaftsfähigen Positionen, die soziale Anerkennung sichern.
    Eine Lösung dieses Dilemmas könnte langfristig darin bestehen, durch gute Aufklärungsarbeit bestimmte gekaperte Begriffe wieder von ihren Ekel-Assoziationen zu befreien. Die Menschen müssten verstehen, dass es den »Rechten« vor allem um menschliche Normalität, um Respekt vor dem Gewachsenen, um kulturellen Umweltschutz geht. Das müssen die »Rechten« allerdings auch überzeugend vermitteln.

  4. …ich bin mir sicher, gerade bei der BN wird das besonders vielschichtig und tiefgreifend vermittelt. Allen anderen Positionierungen kann ich nur zustimmen. Auslöser für diesen Beschwerdebrief war übrigens dieser Text hier: http://www.sezession.de/30570/rechts-ist-wenn-die-anderen-nicht-gahnen.html

  5. Es ist heutzutage kein Problem in Deutschland rechts oder sogar rechtsextrem zu sein. Nur darf man halt kein Deutscher sein. Wenn sich Ausländer in Deutschland zu landsmanschaftlichen Verbänden oder Vereinen zusammenschließen, um Ihr Volkstum oder Ihre Kultur zu pflegen ist das ganz klar »rechts«. In unserem Falle nennt man das »Deutschtümelei«, im Ausländerfall »bunt«, »vielfältig« und eine »kulturelle Bereicherung«. Du kannst als rechter Ausländer sogar fordern, dass deine deutschfeindliche Kultur jetzt zu Deutschland gehört, dass wird dann auf der sogenannten Islamkonferenz besprochen. Du kannst als rechter Ausländer darauf bestehen, dass Deutschland zu einer kleinen Kopie deines Heimatlandes wird, und Moscheen bauen und diese auch noch vom Herkunftsland leiten lassen, alles kein Problem.

    Türkische Rechte:
    http://www.jf-archiv.de/archiv08/200803011158.htm

    Türkische Rechtsextreme:
    http://www.pi-news.net/2011/10/video-graue-wolfe-aufmarsch-in-stuttgart/

  6. deine letzte frage finde ich interessant. würde es dir etwas ausmachen zu erläutern was rechts für dich bedeutet?
    ps: hoffe ich habe keinen artikel von dir übersehen sonst verweise mich
    lg mikel

  7. Daniel A.

    »Rechts« an sich zu stigmatisieren ist der wohl mit Abstand perfideste und manipulativste Schachzug, der je im politischen Diskurs seit der Wende entstand, da es den Diskurs an sich untergräbt.
    Bei der Definition hingegen kommen sehr viele schnell ins Straucheln. Da kann man in der Auslegung auch schon mal die Nazis zu »Linken« machen und die rechtesten der Rechtsextremen sind dann letzten Endes die Neoliberalen Ultrakapitalisten für die es heißt »nie wieder Staat, nur mehr privat.« Kurzum:

    Was den Menschen im Makrokosmos teilt, eint ihn doch unweigerlich wieder im jeweiligen Mikrokosmos.

  8. Buchstein

    Ich hatte neulich jemanden kennengelernt, den man als »gemäßigten Antifaschisten« bezeichnen könnte. Er selbst sah sich als intellektuellen Studenten.

    Kein Problem in der Unterhaltung, bis das Gespräch auf Politik kam. Er fragte sicherheitshalber nochmal nach, ob ich wirklich der Meinung wäre, links und rechts sollten gleichberechtigt behandelt werden. »Ja, natürlich. Mit welcher Begründung sollten Linke denn die größere Existenzberechtigung haben?« »Also bitte, darüber willst Du jetzt aber nicht wirklich mit mir diskutieren, oder, das ist doch Grundwissen, das weiß doch jeder…« Er brach das Gespräch auch recht schnell ab, weil er über solche Selbstverständlichkeiten nicht dikutieren müsse.

    Es hapert da einfach am Denken, vor allem am selbständigen. Das Problem ist die Wissens- bzw. Meinungsvermittlung durch Schule, Uni und Medien.

  9. Nils Wegner

    Oh, solches »Grundwissen« wird teilweise auch zur Grundlage deutscher Rechtsprechung gemacht – das entbindet dann vom Beweiszwang.

  10. Dieses geheuchelte »Interesse« an der Fragestellung ist doch verschleierte Machtausübung im besten Wortsinne. Offensichtlich soll der Adressat durch die unterstellte Erklärungsnotwendigkeit seiner politischen Einstellung in die Defensive gedrängt werden. Das ist so banal wie es gleichzeitig wohlfeile Möglichkeit zur Brandmarkung des »politisch Unkorrekten« darstellt.

  11. Die üblichen Phrasen und Satzbausteine, die ich mir auch schon von diversen Philosophie und Kulturanthropologie Studentinnen anhören durfte. Ermüdend und langweilig zugleich. Lustigerweise wollen die es dann aber immer hart besorgt bekommen.

  12. @ OJ meinst du mich?

  13. @Tortuga: Dein Beitrag zeigt, warum die Rechten nie ein Bein an Deck bekommen werden. Schon die Tatsache, daß Du den Klarnamen umgehst, zeigt, wo Du stehst oder besser, wo nicht.

  14. @ mikel: Bist du der/die/das Verfasser_In des Briefes? Dann ja.

  15. aso nein bin ich nicht…missverständnis

  16. Frau Maack

    @Tortuga: Leute, die so einen Schwachsinn von sich geben wie Du, haben es meistens noch überhaupt niemandem »hart besorgt«. Noch lauter »Ich habe einen kleinen Schwanz, keine Frau und ein Problem mit meinem Ego!« zu schreien geht kaum noch. Herzlichen Glückwunsch!

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