Anstoß

Rassismus-Keule und Schwulen-Knüppel

Es scheint ein geschichtliches Gesetz zu geben, daß immer wieder die einst Erniedrigten und Beleidigten, wenn ihre Unterdrücker gestürzt sind, mit ähnlichem blutigen Eiferertum Rache nehmen.

Die gerade eben aus den Gefängnissen und Lagern befreiten Kommunisten in der Sowjetischen Besatzungszone bzw. der DDR sind ein markantes Beispiel dafür. Nicht anders verhält sich – achtzig Jahre nach den Zeiten der Brandmarkung durch die Nazis mit „Rosa Winkeln“, fünfzig Jahre nach Aufhebung des § 175 – ein Teil der Schwulen.

Bekanntlich ist der größte Lump im Land der Denunziant. Wie soll man da den katholischen Priester und Schwulenaktivisten Wolfgang F. Rothe aus München angemessen bezeichnen, der mit der aus braunesten Vorzeiten wohlbekannten Begründung, er habe nur seine „staatsbürgerliche Pflicht“ tun wollen, den polnischen Theologieprofessor Dariusz Oko anzeigte wegen seines Artikels Über die Notwendigkeit, homosexuelle Cliquen in der Kirche zu begrenzen in der Bonner Zeitschrift „Theologisches“.

Schon im Titel wird nicht etwa der Kirchenbann und die Vernichtung solcher Seilschaften gefordert, sondern nur die Beschränkung derer, an denen Papst Benedikt XVI. verzweifelte. Dessen Rücktritt spülte einen Bischof von Rom nach oben, der die Flutung Europas mit Flüchtlingen als Gottes Willen verkauft, obwohl sich kaum Inhumaneres denken läßt als eine Strategie, die Menschenmassen verführt zu einem Vormarsch Richtung Norden, auf dem Tausende sterben – in der Libyschen Wüste, im Mittelmeer, auf den Straßen, in den Gefängnissen und Psychiatrien Westeuropas.

Professor Johannes Stöhr, der Chefredakteur von „Theologisches“, wurde von Kölner Scha(r)frichtern wegen Volksverhetzung zu 9.100 Euro Geldstrafe verurteilt, Oko selbst zu 4.800 Euro. Nun vergreift Oko sich in seinem wissenschaftlich fundierten Artikel in der Tat immer mal wieder im Wortschatz und beleidigt unnötigerweise die schwulen Kirchenleute. In der Sache hat er aber ebenso recht wie der im November 2020 mit einem anderen Schandurteil zu 8.100 Euro Geldstrafe verurteilte protestantische Pastor Olaf Laatzel aus Bremen: Homosexualität ist für Christen, denen die Bibel und die Tradition mehr bedeuten als die letzten Moden des heruntergekommenen EUSA-Westens, nun einmal Sünde.

Die Christen sind aufgerufen, auch da, wo sie mahnen und warnen, den Sünder zu lieben und zu achten, aber gleichzeitig die Sünde zu bekämpfen. Das sage ich als jemand, der immer wieder beruflich wie politisch fair und respektvoll mit Homosexuellen zusammengearbeitet hat und dem selbst die dumpfesten Antifanten bislang keine „Homophobie“ vorwerfen konnten.

Besonders übel an Rothes Anzeige ist nebenbei, daß er damit trommelt für seine Aktion „#liebegewinnt“ und für sein nächsten Januar erscheinendes Buch Gewollt. Geliebt. Gesegnet. – Queer-Sein in der katholischen Kirche– nach dem Vorbild jener obskuren schwarzen Debütantin, die angeblich durch den harmlosen Jungeuropa-Messestand an ihrem Auftritt auf der Frankfurter Buchmesse gehindert wurde und so Eintagsfliegen-Publizität generierte.

Allerdings geht es hier nicht allein um die Christen, denn die Meinungsfreiheit aller Menschen und die Demokratie sind bedroht. Der unsägliche Volksverhetzungsparagraph muß endlich fallen, zumal er gerade nicht unser Volk schützt, das von türkischen Haßpredigern ungestraft als „Köterrasse“ beschimpft und dessen Heimat von dummdeutschen Hirnamputierten als „mieses Stück Sch…“ tituliert werden kann.

Es muß eine unbedingte Meinungsfreiheit herrschen, solange nicht zu Mord und Totschlag aufgerufen wird, solange nicht für ungewollte Hausbesuche Listen mit Adressennennung verbreitet werden. „Tolerare“ bedeutet „ertragen“. Daß man den Lesern oder Hörern wehtut, müssen wir alle ertragen und tolerieren – auch mir bereitet es körperliche Schmerzen, wenn ich Bärbockigkeiten lauschen soll oder der Blumenweitwerferin Susanne Hämisch-Belltso.

Obwohl ich ihn als einen der übelsten Schön- und Dummschwätzer im Lande wahrnehme – auch die Geistesleuchte und Wunderlampe Aladin El-Mafaalani soll frei von der Leber weg seinen als soziologisches Forschungsergebnis verpackten rassistischen Unsinn verbreiten dürfen. Wozu Rassismus? lautet der Titel seines neuen Buches, in dem er ausgerechnet in Köln, der Hochburg des Islamismus und der Silvesterfeierlichkeiten, und ausgerechnet im Verlag Kiepenheuer & Witsch, der vor seiner moralischen Insolvenz einst mit Autoren wie Ralph Giordano und Dieter Wellershoff glänzte, sich an die Öffentlichkeit wagt.

Der von rechtschaffenen syrischen Eltern zunächst Datteln, dann Deutschland aufgebürdete akademische Spezialsozialfall Aladin E. definiert als Rassismus alles, wo sich einer rassistisch beleidigt fühlt oder fühlen könnte. Nicht allein das 18. Jahrhundert, schon die Vorsokratiker waren da weiter. Ganz absurd wird es, wo doch die Nordafrikaner und Vorderasiaten – hervorgegangen aus dem dortigen Völkergemisch der Araber, Berber, Türken, Germanen, Romanen, Juden usw. – sich selbst gegenüber den Schwarzafrikanern mit ausgesprochenem rassischen Selbstbewußtsein und leisem Hochmut als Weiße sehen und sich rigoros abgrenzen.

Nein, hier schwafelt (um nicht zu sagen falafelt) ein deutschen- und europäerfeindlicher paßdeutscher Ideologe sich ein schräges Weltbild zurecht, in dem reale Spurenelemente an Rassismus aufgeblasen werden ins Gigantische, um in der Meinungsfabrikation die allgemeine Machtübernahme zugewanderter Flachschwätzer voranzutreiben. Selbst nachdenklichen „taz“-Journalisten wie Jan Feddersen und Philipp Gessler schwant inzwischen („taz“ vom 22. 10. 2021), daß dieses krude Gemisch aus pseudolinker Identitätspolitik, „woken“ Schwindeleien, Cancel-Culture-Dampframmen, Hautfarbenanbetung und Opfervergöttlichung nur katastrophal enden kann.

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