Anstoß

Von Netz-Blockwarten und Sprachpolizist*innen

Sie machte jedenfalls eine hoffentlich lehrreiche Erfahrung: Die eigentlich immer politisch korrekt auftretende Joanne Kathleen Rowling. Sie, die steinreiche Autorin der Harry-Potter-Bände, die auch mal für ihre offene Trump-Gegnerschaft gefeiert wurde, hatte unlängst mit einem Tweet für Aufregung in den sozialen Medien gesorgt.

Für die „queere Community“, die vom geschlechtervielfältigen Toleranzgedanken beseelt zu sein vorgibt, war Schluss mit lustig, als die erfolgreichste britische Schriftstellerin der Jetztzeit am 6. Juni auf Twitter postete: ›People who menstruate.‹ I‹m sure there used to be a word for those people. Someone help me out. Wumben? Wimpund? Woomud? Ironisierend gesucht wurde von ihr offenbar das Wort „Women“, weshalb Rowling postwendend ein Transgender-Problem unterstellt wurde, denn die LGBTQ -Gemeinde verstand und versteht beim Thema „Gendern/Gendering“ keinen Spaß – aber auch keinen Ernst.

Sprach-Vergewaltigung

„Menschen, die menstruieren“ Frauen zu nennen, soll nach Willen der Gender-Sprachvergewaltiger maximal bis dato ungustiöser Usus gewesen sein. Während die Sprache dem politisch korrekten Gebrauch zu folgen hat, bleiben Sprachtraditionen und im Alltag längst durch den Gebrauch zurecht geschliffene, von jeder Diskriminierungsabsicht freie Verständigungen auf der Strecke.

Birgit Kelle schreibt in ihrem jüngsten Buch: „Ach, wären wir doch bei den geschlechtssensiblen Spaßvögeln von einst geblieben, bei ihren BUMS-Seminaren, queer-veganen Sexshops, den Gender*sternchen_Innen-Schreibweisen. Den 60-LGBTQ-was-auch-immer-Geschlechtern, bei den schwulen Mädchen auf ihren Unisextoiletten, den Ampelweibchen und den Regenbogenfähnchen […] harmlos und lächerlich im Vergleich zu dem, was inzwischen realpolitisch angerichtet wird, wenn man jenen freie Hand lässt, die sich im Kampf um sogenannte Geschlechtergerechtigkeit weiter selbst ermächtigen.“

Und wie recht Kelle damit hat, zeigen nicht nur die Aktionen der dauereingeschnappten und laufend empörten Geschlechtergerechten, die medial gepusht global nach Kenntnisnahme und Geld schreien. Auch regierungsseitig werden die Weichen für sogenannte „gendersensible Forschung“ gestellt. Gender-Mainstreaming wird zu einem Leitprinzip der bundesdeutschen Politik erhoben, ohne jemals demokratisch legitimiert worden zu sein.

Konzepte der Gleichstellungspolitik, Frauenförderung und Geschlechtertoleranz bestimmen „unsere Sprache, Universitäten, Lehrstühle, Verwaltungen, Studiengänge, Bildungspläne, Kirchen, Unternehmen und vor allem Budgets. Ein ganzer Wirtschaftszweig lebt inzwischen davon, an jeder Ecke neue Diskriminierungen oder Geschlechter ausfindig zu machen.“

37 Millionen Euro für Genderforschung

So fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) etliche Projekte der „Genderforschung“. Nach eigenen Angaben gehörten dazu circa 120 Projekte der Richtlinie „Frauen an die Spitze“, die von 2007 bis 2015 mit insgesamt rund 37 Millionen Euro gefördert wurden. Und im Rahmen der MINT-Initiative sollen Frauen für MINT-Berufe gewonnen werden: „Die 55 geplanten Vorhaben umfassen rund 22 Millionen Euro. Im Rahmen des Professorinnenprogramms des Bundes und der Länder wurden seit 2017 [bis 2019] rund 945.000 Euro für Professuren mit Denomination Gender aufgewendet.“

Die mit teuren Steuergeldern vorangetriebene Verankerung der „Genderforschung“ in der Wissenschaft zeigt sich allein darin, dass es an deutschen Hochschulen circa 250 Lehrstühle – mit einer Voll- oder Teildenomination „Frauen- und Geschlechterforschung/Gender Studies“ – und Zentren für „Gender-Studies“ gibt.

Mag es bei dem ganzen lachhaft anmutenden Thema und Szenario letztlich um die Verteilung von Macht und Geld, „die eine männerfeindliche Lobbygruppe momentan zu ihren Gunsten entschieden hat“, gehen, so bleibt einem das Lachen letztlich aber doch im Halse stecken. Diese „Operation am offenen Herzen der Vernunft“ ist in jedem Fall ein Beleg dafür, wie die Linksideologisierten aller Länder – um wieder mit Birgit Kelle zu sprechen – die Axt an die Natur des Menschen und an die Familie als die kleinste soziale Einheit jeder Gesellschaft ansetzen. Dieser fatalen Absicht und grotesken Entwicklung muss im sprachlichen Alltag und in der öffentlichen Debatte mit Widerstand begegnet werden.


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