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Benaissas AIDS-Prozess: Gerichtsreporterin dreht durch

Nadja Benaissa, bekannt geworden durch ihre Mitwirkung an der Pop-Retorte No Angels, erwartete heute ihren Prozess am Amtsgericht Darmstadt.  Wie sich die Faktenlage darstellt, hatte Benaissa mit drei unterschiedlichen Männern ungeschützten Geschlechtsverkehr, obwohl sie von ihrer HIV-Infektion Kenntnis hatte. Ein Mann soll sich dadurch infiziert haben.

Was interessiert uns das? Richtig, es interessiert uns im Grunde genommen wie die Hackfruchternte(, es sei denn diese findet im eigenen Garten statt).

Viel wichtiger an dieser ganzen Sache ist Gisela Friedrichsen, ihrerseits bekannte Gerichtsreporterin des Nachrichtenmagazins Spiegel. In den heutigen 10:00 Uhr Nachrichten auf NTV kam sie zu Wort:

Dieser Prozess entwickelt sich zur Farce. Hier soll eine junge Frau verurteilt werden, nur weil ein Mann kein Kondom benutzt hat.

Da zieht es einem doch glatt die Schuhe aus. Dieser Kommentar blieb auch noch unhinterfragt stehen. Die Frau ist Gerichtsreporterin, d.h. sie sollte in der Lage sein die von der Jurisprudenz entwickelten Definitionen für Kausalität zu begreifen. Nach der gängigsten Defintion ist eine Handlung für einen Erfolg (Hier Infektion) kausal, wenn die Handlung eine conditio sine qua non des Erfolges darstellt, mithin nicht hinweggedacht werden kann, ohne dass der konkrete Erfolg entfiele. Eine strafrechtlich relevante Handlung kann ein Tun, Dulden oder Unterlassen sein. Frau Benaissa hatte es unterlassen, ihrem Geschlechtspartner von ihrer Infektion Mitteilung zu machen. Dieses Unterlassen war auch unter Anwendung oben genannter Formel kausal für die Infektion des Mannes, weil dieser nach Kenntnisnahme mit Sicherheit auf einen Orgasmus um seiner Lebenstüchtigkeit willen verzichtet hätte. (Genau genommen betrachtet man bei Fahrlässigkeitsdelikten die Kausalität von der anderen Seite. Man prüft hier, ob die HIV-Infektion auch mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit eingetreten wäre, wenn Benaissa ihrer Informationspflicht nachgekommen wäre. D.h. wenn feststeht, dass der Geschädigte auch mit ihr geschlafen hätte, nachdem sie ihm von ihrer Erkrankung erzählt hat, bestünde eine Strafbarkeit wegen fehlendem Pflichtwidrigkeitszusammenhang eventuell nicht. Recht unwahrscheinlich ist diese Variante des Tathergangs aber schon.) Punktum.

Was der Mann getan oder unterlassen hat, spielt in der strafrechtlichen Beurteilung von Frau Benaissa, weil nur ihre Handlungen für ihre Strafbarkeit relevant sein können, selbst keine Rolle.

Entweder ist Frau Friedrichsen nicht in der Lage diese Sachlage zu überblicken, dann ist sie als Gerichtsreporterin nicht geeignet, oder sie ist böswillig und rechnet damit, dass ihre Zuhörer diese Sachlage nicht überblicken, dann ist sie ebenfalls keine seriöse Journalistin. Mein Verdacht: So funktioniert Feminismus heute. Das gewalttätige Machomonster hat die arme hilflose, vom Schicksal gebeutelte, mit Migrationshintergrund geschlagene, innerlich eigentlich super nette, junge Frau rücksichtslos penetriert und nun bekommen, was es verdient hat. Aber ist das nicht eigentlich die Reproduktion eines sexistischen Stereotyps?

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6 Kommentare zu “Benaissas AIDS-Prozess: Gerichtsreporterin dreht durch

  1. Christoph Rothämel

    Ein detailreicheres Schema für die strafrechtliche Prüfung von Fahrlässigkeitsdelikten, auf dessen Wiedergabe im Artikel bewusst verzichtet wurde, kann hier eingesehen werden:
    http://www.jura-hd.de/dokumente/task,doc_view/gid,723/Itemid,123/

  2. Afrikanischer Mitmensch/in hat absichtlich Frauen/in mit Aids versorgt:

    http://www.focus.de/panorama/welt/wuerzburg_aid_122884.html

  3. Martin Fette

    Es bedarf wahrlich keines abgeschlossenen Jurastudiums, um zu erkennen, dass Frau Friedrichsen offensichtlich ein nachhaltig gestörtes Rechtsempfinden hat. Die Tatsache, dass diese 3 Männer kein Kondom benutzt haben (wobei einer von Ihnen die Angeklagte ja wohl gefragt hat, ob Sie HIV-positiv sei, was verneint wurde), spricht sicherlich für eine fahrlässige Einstellung. Aber dieses fahrlässige Verhalten der eigenene Gesundheit gegenüber nicht nur auf eine Stufe zu stellen mit dem Verschweigen der HIV-Infektion seitens der Angeklagten, sondern das schwerwiegendere Fehlverhalten auf seiten der Männer zu sehen, sollte den Spiegel eigentlich dazu veranlassen, sich von dieser Mitarbeiterin zu trennen.

  4. Nils Wegner

    Ach, wir sind doch eh schon lange soweit, dass im Regelfall sowieso die Männer schuldig sind, egal, worum es geht…

  5. Mag sein… aber irgendwie hält sich mein Mitleid in überschaubaren Grenzen. Denken mit dem Schwanz ist selbst in PISA-Zeiten noch nicht immer ganz so effizient wie mit dem Gehirn…

  6. Das ist richtig, nur hat das mit der strafrechtlichen Beurteilung von Benaissas Verhalten nix zu tun, weshalb der Verdacht berechtigt bleibt, dass es Gisela eigentlich um was ganz anderes geht.
    Und nur weil Benaissa eine dumme Kuh ist, muss man auch noch lange nicht den »armen Mann« bedauern. Da hast du recht.

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