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BLZ über den zwischentag

21Der Berliner Zeitung (BLZ) war die konservative Messe zwischentag einen Artikel sowie einen Kommentar wert.

Die BLZ beschreibt sachlich die Veranstaltung, die zahlreichen Aussteller mit ihren Angeboten und insbesondere die Messegäste. Aber, und da wird es weniger sachlich: Nur ganz bestimmte Teilnehmer werden erwähnt: Der Italiener Gabriele Adinolfi z.B. (mit dem es ein kurzes Podiumsgespräch gab), der NPD-Landtagsabgeordnete Arne Schimmer und Sebastian Schmidtke, Vorsitzender der NPD in Berlin, die sich als private Besucher eine Karte für den zwischentag holten. Darüber hinaus hätten viele junge Männer Interesse gezeigt an den konservativen und rechten Ideen.

Daß ein Großteil der Teilnehmer rechts der CDU steht, überrascht bei den derzeitigen Positionen der Union niemanden. Aber zugleich hätte die BLZ auch betonen müssen, wie sehr sich die Rechtskonservativen von dem unterscheiden, was in Deutschland in der breiten Öffentlichkeit als »rechts« gilt. Die meisten der rund 850 Teilnehmer dürften nämlich generell parteikritisch eingestellt sein, einige werden AfD gewählt haben, andere vielleicht doch »das letzte Mal« CDU oder FDP. Daß sich allerdings nicht einmal 20 Linke zum Protest versammelten, überraschte ein wenig.

Der Unterton der BLZ ist also deutlich: Vorsicht, böse Rechte! Besondere Vorsicht sei geboten, weil sich nicht die Bomberjacken-tragenden Skinheads auf ein paar gemeinsame Bier auf irgendeinem Dorfplatz treffen, sondern weil aus ganz Europa ordentlich gekleidete, intelligente, anspruchsvolle und kritisch denkende Menschen gemeinsam angeregt diskutierten.

Jan Thomsen erwähnt in seinem Kommentar dazu die wesentlichen Punkte:

  1. wie vielfältig die politische Rechte ist
  2. daß sie sich nicht länger versteckt, sondern
  3. versucht aktiv in die Gesellschaft zu wirken.

»Insofern lohnt es sich, genau hinzuschauen, was rechts passiert. Nicht nur für Linke«, so Thomsens abschließende Mahnung.

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4 Kommentare zu “BLZ über den zwischentag

  1. Eine kleine Anmerkung. In Berlin gibt es sowohl das Boulevardblatt BZ, als auch das ehemalige DDR-Organ Berliner Zeitung. Beide erscheinen in unterschiedlichen Verlagen.

    Der Bericht über den Zwischentag erschien heute in der Berliner Zeitung, nicht in der BZ.

  2. Hans-Christof Tuchen

    Jan Thomsens Abschlußsatz sollte man als Drohung ernst nehmen: Die Berliner Zeitung hat mit ihren Berichten über die Aktivitäten der Gothia („Kleine deutsche Kunstausstellung«) zur Abservierung des Sozialstaatssekretärs Büge wesentlich beigetagen. Da kommt also bestimmt noch was nach.
    In der Druckausgabe ist der Bericht etwas kürzer, da fehlen z.B. die Buchthemen, die auf eine Versammlung komischer Vögel hindeuten.

  3. Danke für Aufklärung, Florian. Man muß noch Ostkind oder wenigstens Berliner sein, um den feinen Unterschied erkennen zu können. Boulevardblätter liest eigentlich keiner, das ist wie mit der Glotze. Deshalb interessierts auch keinen, was Thomsen schreibt. Außer man gönnt sich Boulette, Bier und Zeitung zum Feierabend.

    Aber mal ernsthaft, der Autor hat offensichtlich nur gegoogeltes Wissen zusammengekippt. Sowas hat keinen Mehrwehrt. Der verdient einen Tritt und eine Drohung mit der Faust.

  4. Ich hätte auch gerne beigewohnt, aber leider war ich verhindert.

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