Gesichtet

Compact-Konferenz in Leipzig

Am zurückliegenden Wochenende lud Compact zum Treffen nach Leipzig.

Die trotz vorzeitigem Bekanntwerden des Veranstaltungsortes nur ca. 100 linken Demonstranten blieben – von der Polizei in Schach gehalten – am zurückliegenden Samstagmorgen im wahrsten Sinne des Wortes im Regen stehen. Ihr Vorhaben, im „roten Leipzig“ die diesjährige Compact-Konferenz zu blockieren und zu verhindern, scheiterte damit kläglich.

Hierzu trafen sich in der Alten Messe ca. 500 Besucher, um einige maßgebende Akteure des konservativen Spektrums zu hören. Bevor die Reihe hochkarätiger Redner jedoch begann, bekam zunächst der Berliner IB-Aktivist Robert Timm für sein kontinuierliches Engagement als erster überhaupt den von Compact und der Bürgerbewegung „Ein Prozent“ gestifteten „Held des Widerstandes“-Preis verliehen, welchen dieser in seiner Dankesrede stellvertretend für die gesamte Identitäre Bewegung (IB) annahm.

Ein Prozent startet neues Projekt

Eine weitere Neuerung stellte Ein Prozent später mit dem Projekt „Werde Betriebsrat“ vor. Der ständigen Kündigungen politisch unliebsamer Angestellter möchte Ein Prozent jetzt mit der Gründung dieser Initiative begegnen. Ziel ist es hier, durch die Aufstellung unabhängiger Kandidaten in den Betrieben die zumeist linken Gewerkschaften in ihrem Bestreben zu neutralisieren, solche Entlassungen möglich zu machen oder gar noch zu fördern.

Als erster bekannter Redner trat dann der thüringische Landeschef der AfD, Björn Höcke, auf die Bühne, der trotz der jüngsten Ereignisse um seine Person zunächst dazu aufrief gelassen zu bleiben, und sich unter keinen Umständen auf ein solch tiefes Niveau herabzulassen, wie dies teilweise seine politischen Gegner tun. Das wichtigste Ziel sei es schließlich, den Niedergang Deutschlands zu verhindern, wozu es eine AfD wie überhaupt eine konservative Gegenkultur brauche.

Diese werden mit Sicherheit weiterhin an Zuwachs gewinnen, da die etablierte Politik es nach wie vor nicht schaffe, die eigentlichen Probleme im Lande anzupacken. An dieser Stelle riet Höcke auch Lafontaine und Wagenknecht, aus ihrem eigenen Interesse ihre Partei zu spalten; weg von der 68er-Ideologie aus dem Westen, hin zu einer wirklichen Arbeiterpartei, da ansonsten noch mehr Wähler zu seiner AfD wechseln würden.

Der etablierten Politik die Themen aufzwingen

Unter stehendem Applaus des Publikums für das zurückliegende Projekt „Defend Europe“ mit dem Schiff C-Star, trat dann der österreichische IB-Aktivist Martin Sellner ans Rednerpult. Dieser betonte, daß man sich auf keinen Fall auf dem bisher Erreichten ausruhen dürfe, sondern sich stattdessen auf die Aufgaben konzentrieren solle, welche noch vor uns liegen. Jedoch gebe es durchaus Grund zur Freude, wenn in Österreich demnächst eine schwarz-blaue Regierung zustande kommen sollte. Hier hätte die zurückliegende Wahl gezeigt, daß man Erfolg haben kann, indem man der etablierten Politik seine Themen aufzwingt. So habe Kurz etwa, um einen Bundeskanzler Strache zu verhindern, inhaltlich selbst zu einem Strache werden müssen.

Die Sorge von Jürgen Elsässer, ob eine Regierungsbeteiligung der FPÖ nicht wieder so gründlich scheitern könne wie im Jahr 2000 unter Jörg Haider, zerstreute Sellner durch zwei Punkte. Zum einen habe sich die Partei seit damals gewandelt und sei heute keine „one-man-show“ mehr, sondern habe ein viel größeres Spektrum an wichtigen Köpfen aufzubieten. Zum anderen habe sich auch die Gesellschaft seit damals verändert und stehe heute viel gefestigter in ihrer politischen Meinung rechts der Mitte. Dennoch habe die Identitäre Bewegung in Österreich selbst unter einer Regierungsbeteiligung der FPÖ wachsam zu sein, ob diese ihre Wahlversprechen auch einhält.

Ein Treffen Gleichgesinnter

Lutz Bachmann von Pegida aus Dresden betonte, wie auch Jürgen Elsässer später erneut, die wichtige Bedeutung der Zusammenarbeit des Protestes auf der Straße, der aktivistischen Gruppen, der alternativen Medien, wie auch letztlich der Parteiarbeit in den Parlamenten. Ohne strukturell zu fusionieren, sei man auf Grundlage der verschiedenen Aufgabenbereiche letztlich doch nur zusammen stark, was etwa die Erfolge in Sachsen zeigen würden.

Für das von jung bis alt durchaus gemischte Publikum ergaben sich neben diesen und weiteren Beiträgen zudem noch die Möglichkeit die Konferenz als ein Treffen des Milieus zu nutzen. Der ungezwungene Austausch miteinander, das Kennenlernen Gleichgesinnter, oder gar die Vernetzung untereinander sind es, was solche Veranstaltungen durchaus wichtig werden lassen, und weswegen diese nunmehr 6. Compact-Konferenz für Souveränität mit Sicherheit nicht die Letzte war.

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13 Kommentare

  1. Henrik Timmerman

    Patriotische Konferenz, schön und gut. Aber weder wurden überarbeitete Inhalte und wissenschaftliche Konzepte vorgelegt, noch auf Gefahren aus der eigenen Szene eingegangen. Anstatt angemessener Selbstkritik gab es schwülstige und oberflächliche Worthülsen.

    Wieso muss mit Lutz Bachmann ausgerechnet ein Vorbestrafter und somit Erpressbarer den Vorsitz von PEGIDA haben?

    Auch Martin Sellner war ehemals rechtsextrem und in einem Umfeld, das von staatlichen Spionen ausgehebelt wurde. Auch hier ist zumindest Vorsicht geboten.

    Und wann wird die patriotische Szene endlich etwas skeptischer gegenüber dem COMPACT Magazin? Chefredakteur Elsässer schrieb vor 20 Jahren noch antideutsche Bücher mit Sarah Wagenknecht. Elsässer, dessen Magazin in 4 Jahren noch keinen einzigen Artikel über den russischen Deepstate oder die russische Mafia veröffentlichte, glaubt, die Amerikaner und Israelis steckten hinter 9/11. Woher wissen wir eigentlich, Elsässer ist kein russischer Agent? Er verhielt sich damals als Kommunist so, und er verhält sich heute so. Mindestens spaltet er Deutschland unnötig.

  2. Die Wasser fließen ostwärts…

    „Woher wissen wir eigentlich, Elsässer ist kein russischer Agent? Er verhielt sich damals als Kommunist so, und er verhält sich heute so.“ (Henrik Timmerman / 27. November 2017)

    Nietzsche umarmte, als er im Dezember 1888 endgültig dem Wahnsinn verfiel, ein Pferd auf der Straße, Europas Rechte ein Trojanisches Pferd aus Moskau. Auf eine wirklich sehr obskure Art ist ein nicht geringer Teil der politischen Rechten nach dem Fall der Berliner Mauer zum Neokommunismus konvertiert, selbst wenn es noch nicht immer und überall so deutlich gemacht ist. Das zunehmende Chaos ist inzwischen erkennbar nicht nur von politischer, sondern auch intellektueller Art. Wer da nicht selbst über einen inneren Kompass verfügt, gerät heute schnell in ideologischen Treibsand.

  3. Nach ausgiebiger, intellektueller Nabelschau, sollte man aber vielleicht auch irgendwann einmal damit anfangen, realistisch zu werden? Die einzige reelle Chance, die es hier noch gibt, ist eine gewaltsame Reconquista durch osteuropäische Truppen, in hoffentlich nicht allzu ferner Zukunft. Alles andere sind Hirngespinste und Wunschträume. Es gibt nur die zwei Möglichkeiten: grüne Fahne auf dem Brandenburger Tor oder wieder russische Panzer, die hindurch fahren. Wir hier, sind jedenfalls nicht mehr in der Lage den Karren aus dem Dreck zu holen, daß haben wir in den vergangenen Jahrzehnten gründlich bewiesen.
    Gut möglich, daß es diese Reconquista gar nicht geben wird. Dann können wir hier das Licht ausmachen, selbst befreien, werden wir uns definitiv nicht mehr. Gefährlicher als ideologischer Treibsand, ist die Fähigkeit sich sein ganzes Leben lang, erfolgreich selbst zu belügen.
    Im übrigen, bin ich kein Putin oder Russen Fanboy!

  4. @ Henrik und Michel

    Wie alt sind Sie?

    Sicherlich etwas saturierter, nicht wahr?

    Sammeln Sie Nierentische und Heinz Erhardt Filme?

  5. Henrik Timmerman

    @ Carl Sand

    Ich bin 35 Jahre alt.

  6. Moskaus Sirenen

    „Es gibt nur die zwei Möglichkeiten: grüne Fahne auf dem Brandenburger Tor oder wieder russische Panzer, die hindurch fahren. (…) Gefährlicher als ideologischer Treibsand, ist die Fähigkeit sich sein ganzes Leben lang, erfolgreich selbst zu belügen.“ (Tortuga / 27. November 2017)

    Diejenigen, die die Rettung Europas in einer zukünftigen russischen „Befreiung“ sehen, wollen uns weismachen, sie könnten wie Jesus übers Wasser gehen ohne dabei nass zu werden. Wir wollen hier keinen (wohl fruchtlosen) Streit darüber beginnen, wer hier wen belügt; zu offensichtlich ist, daß hier den konträren Sichtweisen auf bestimmte politische Entwicklungen, eine wesentlich differente Geschichtsdeutung zugrunde liegen dürfte. Auf die vielen, teils ins Absurde reichende, Widersprüche in der Rhetorik europäischer Apologeten Moskaus wollen wir ebenfalls an dieser Stelle nicht eingehen; meinen aber, daß im Kommentar von Hendrik Timmerman schon die wesentlichen Probleme angeschnitten wurden. Und wir sind zu gut mit der russischen Geschichte vertraut (soweit man solches von einem Deutschen sagen darf), um nicht zu verstehen, was Hendrik Timmerman meint. Wir machen uns allerdings keine Hoffnungen, überzeugte Anhänger einer neuen DSF von unserer Sicht der Dinge zu überzeugen. Im Übrigen, die Wahl zwischen Islam und Rote Armee, ist für uns die sprichwörtliche zwischen Pest und Cholera!

  7. Sibylle Abromeit

    @Michel W.
    Es gibt keine Rote Armee mehr, die Sowjetunion existiert ebenfalls nicht. Wir schreiben das Jahr 2017 (und nicht 1918 oder so).

    Der gegenwärtige wertewesten ist allein schon demographisch längst nicht mehr in der Position (von anderen Eigenschaften und Fähigkeiten sollte man gar nicht erst anfangen) auf den, sagen wir, Rettungsdienst der Osteuropäer bzw. der Russen zu verzichten – sofern die uns überhaupt helfen wollen statt sich zu sagen: ach kommt, überlassen wir diese perversen Affen und Satanisten doch ihrem selbstgebrauten Irrsinn.

    Man könnte es ihnen nicht einmal verdenken.

  8. Rußland und Wir

    „Es gibt keine Rote Armee mehr, die Sowjetunion existiert ebenfalls nicht. Wir schreiben das Jahr 2017 (und nicht 1918 oder so).“ (Sibylle Abromeit / 1. Dezember 2017)

    Geschichte hat einen langem Atem (siehe z.B. aktuell die russischen Separatisten im Ukraine-Konflikt); und Sie sollten vielleicht doch mal etwas genauer die politischen Ereignisse in Rußland (außenpolitische Strategien / Bündnispolitik) und die entsprechenden Reden Putins verfolgen. Berufen Sie sich dabei uns gegenüber aber bloß nicht auf das Compact Magazin und ähnlichen Nachrichtenquellen. Abgesehen von diesen grundlegenden Dingen, haben wir uns auf folgende wörtliche Formulierung bezogen: „… grüne Fahne auf dem Brandenburger Tor oder wieder russische Panzer, die hindurch fahren.“ (Tortuga / 27. November 2017) Sie müssen schon das Wort „wieder“ beachten um „Rote Armee“ als Replik zu verstehen.

    „Der gegenwärtige wertewesten ist allein schon demographisch längst nicht mehr in der Position (von anderen Eigenschaften und Fähigkeiten sollte man gar nicht erst anfangen) auf den, sagen wir, Rettungsdienst der Osteuropäer bzw. der Russen zu verzichten…“ (Sibylle Abromeit / 1. Dezember 2017)

    Lassen Sie es uns mit dem deutschen Historiker Dr. Stefan Scheil (geb. 1963, Studium der Geschichte und Philosophie; ein wirklicher Experte für diese politisch-historischen Sachverhalte) sagen, der sich im vorliegenden Kontext vor einiger Zeit in der Wochenzeitschrift „Junge Freiheit“ zusammenfassend dankenswert deutlich äußerte: Rußland ist nicht Deutschlands Freund! Wir fügen noch hinzu, daß bereits die Philosophen Julius Evola und Francis Parker Yockey diese geopolitische Tatsache nach dem Zweiten Weltkrieg in ihren politischen Hauptwerken ähnlich deutlich auf den Punkt brachten. Das Denken der europäischen pro-russischen Rechten ist in dieser, schon historisch problematischen Beziehung mehr von wishful thinking als von (auch gegenwärtigen) Tatsachen geprägt.

  9. @ Michael W.
    Gefangen im eigenen Weltbild, da bleibt jede Diskussion natürlich fruchtlos, das ist klar. Ich habe überhaupt nicht von einer russischen „Befreiung“ gesprochen. Mein letzter Satz war auch keine Floskel. Eine mögliche osteuropäische Reconquista, hätte natürlich nur eigene geopolitische Interessen als Hintergrund. Es ginge also um das eigene Überleben und nicht darum, daß der degenerierte Westen noch einmal eine Chance auf nationale Wiederbesinnung erhält.
    Ich habe die beiden wahrscheinlichen Zukunftsszenarios für Westeuropa beschrieben. Einfach weil ich die „Befreiung aus sich selbst heraus“, die einige typische Vertreter der deutschen Romantik propagieren, für kindisch und weltfremd halte. Ich gebe mich allerdings keinerlei Hoffnung hin, daß würde aus rein brüderlich-europäischer Nächstenliebe geschehen und der möglichen Befreiung von Berlin und Paris würden altruistische Motive zugrunde liegen. Deshalb schrieb ich auch von osteuropäischen Armeen mit russischer Beteiligung, eine reine russische Expedition wäre hingegen für nationale, deutsche Interessen wohl eher ungünstig.
    Die Russen sind rücksichtslose Machtpolitiker und die betrachten den Wiederaufstieg oder den Untergang von Deutschland alleine aus der Perspektive, was es ihnen bringt. Zwischen Staaten gibt es keine Freundschaft, sondern nur Allianzen.

    Ihren letzten Satz muß ich so interpretieren, daß sie der Meinung sind, die kommunistische Okkupation der SU wäre für die osteuropäischen Länder genauso zerstörerisch gewesen, wie die Herrschaft des westlichen Liberalismus in der kulturellen US Besatzungszone? Dann verstehe ich, ehrlich gesagt, gar nicht ihr Problem, dann ist doch alles in Ordnung?

  10. „Gefangen im eigenen Weltbild“?

    „Gefangen im eigenen Weltbild, da bleibt jede Diskussion natürlich fruchtlos, das ist klar. Ich habe überhaupt nicht von einer russischen „Befreiung“ gesprochen.“ (Tortuga / 2. Dezember 2017)

    In der kommunistischen Welt träumte man bis 1989 von einer „Befreiung“ Westeuropas. Dieser ideologische Begriff „Befreiung“ ist dem Denken von einer zukünftigen roten Weltrevolution immanent (siehe dazu u.a. bei Viktor Suworow „Der Eisbrecher“ – deutsche E.A. Stuttgart 1989) Für die deshalb sogenannte „Befreiung“ Westberlins gab es bekanntermaßen bereits komplett ausgearbeitete militärische Pläne (und streng geheime Militärmanöver in der DDR). Die von uns daher bewusst gewählte polemische Formulierung „Befreiung“ (das war kein Zitat), dürfen Sie daher als Replik auf Ihre Formulierung „…Brandenburger Tor oder wieder russische Panzer, die hindurch fahren.“ auffassen.

    „…eine reine russische Expedition wäre hingegen für nationale, deutsche Interessen wohl eher ungünstig.
    Die Russen sind rücksichtslose Machtpolitiker und die betrachten den Wiederaufstieg oder den Untergang von Deutschland alleine aus der Perspektive, was es ihnen bringt. Zwischen Staaten gibt es keine Freundschaft, sondern nur Allianzen. (Tortuga / 2. Dezember 2017)

    Eben – Wir sind doch da also gar nicht so weit auseinander wie anfangs gedacht. Und wir hören und lesen da seit Jahren ganz genau, wie russische politische Denker die Interessen eines neuen, wieder zur Großmacht aufgestiegenen Russlands definieren. Wie formulierte es schon seinerzeit der nationale Dissident Hans-Dietrich Sander mit Blick auf diejenigen, die im geteilten Deutschland die Wiedervereinigung von Moskau erwarteten, bös-spöttisch: Ein Deutschland von Russlands Gnaden? Sie sollten uns aber wegen solcher Ausführungen keine grundsätzliche Russophobie unterstellen. Wir beschäftigen uns sehr intensiv und durchaus differenziert mit der russischen Geschichte (so haben wir auch ein Buch über den Russischen Bürgerkrieg verfasst). Aber wir denken zuallererst deutsch und europäisch! Das tut unserer Liebe beispielsweise zu Dostojewskij keinen Abbruch.

    „Ihren letzten Satz muß ich so interpretieren, daß sie der Meinung sind, die kommunistische Okkupation der SU wäre für die osteuropäischen Länder genauso zerstörerisch gewesen, wie die Herrschaft des westlichen Liberalismus in der kulturellen US Besatzungszone? Dann verstehe ich, ehrlich gesagt, gar nicht ihr Problem, dann ist doch alles in Ordnung?“ ((Tortuga / 2. Dezember 2017)

    Über die Verwüstungen (dies durchaus auch im Sinne T. S. Eliots und Heideggers zu verstehen) ökonomisch-ökologischer und kulturell-geistiger Natur im roten Osten müssen wir uns doch hoffentlich nicht ernsthaft noch hier auslassen? Ihre an der Stelle erfolgte Schlussfolgerung irritiert allerdings. Minus mal Minus ergibt Plus, aber Minus plus Minus immer noch Minus. Schon Julius Evola stellte fest, daß beide, westlicher Liberalismus und östlicher Kommunismus, Kinder von 1789 sind („Cavalcare la Tigre – Den Tiger reiten“ 1953) Wir sind so antiliberal wie antikommunistisch. Und wenn Sie nur ein wenig unsere Kommentare auf BN im Blick haben, sollten Sie es eigentlich wissen, daß wir kein Freund der „Bunten Republik“ und eines selbstvergessenen Europas sind; auch wenn wir äußerst zurückhaltend kommentieren und über vieles mit Schweigen hinweggehen (es ist sowieso schon zuviel Geschwätz in der Welt). Denken Sie an den Literaturprofessor in der apokalyptischen Eingangsszene des Romans „Das Heerlager der Heiligen“ von Jean Raspail (Wir haben die deutsche E.A. 1985 (1973) aus dem Hohenrain-Verlag gelesen.).

  11. Ich kann im letzten Absatz keine Antwort erkennen? Also noch einmal ganz konkret: Sind Sie der Meinung, daß die kommunistische Okkupation von Osteuropa, in kulturell geistiger Hinsicht, genauso zerstörerisch war, wie der Liberalismus im US dominierten Westen? Vor allem in Bezug auf Nachhaltigkeit? Wurde die ethnische Substanz der WP Satellitenstaaten genauso angegriffen, wie die in der USBZ? Das bitte nicht wieder so interpretieren, daß der Kommunismus nicht zu großflächigen Verwerfungen, auf allen Ebenen, in Osteuropa geführt hat! Doch meine persönliche Meinung, deckt sich bei diesem Thema ( antikommunismus, antiliberalismus) , mit der von Armin Mohler und Arthur Moeller van den Bruck.

    Nun haben wir kein Deutschland von Russlands Gnaden, sondern eines von US Gnaden. Wahrlich, hier passt der Spruch von Pest und Cholera. Schön wäre es gewesen, eine dritte Wahlmöglichkeit gehabt zu haben: ein deutsches Deutschland. Nur wie bereits erwähnt, bin ich kein Vertreter der deutschen Romantik, sondern sehe mich eher als Realist. Wohin uns ein Deutschland von US-Gnaden führt, daß nicht mehr als Propagandafenster gen Osten gebraucht wird, können wir seit 1990 beobachten. Ob der subversive Kulturmarxismus in den Giftküchen von Moskau entstanden ist, weiß ich nicht. Nur daß er seinen Siegeszug erst richtig nach dem Untergang der SU begonnen hat und vom chaotischen RU der 90ér sicher nicht mehr unterstützt wurde, liegt ja auf der Hand. Das ZK des Kulturmarxismus, scheint sowieso eher an der US Westküste zu liegen. Das heutige RU unterstützt natürlich, völlig ideologiefern, jeden von dem sie glauben, er könne seine Interessen in Europa dienen. Am Anfang war das in der BRD noch die Linke, seitdem die AfD an denen vorbei gezogen ist, sind es wohl eher die. Konnte man auch schön an der Entwicklung von rt Deutschland ablesen. Deutsche Interessen sind denen völlig sch….egal. Was ich denen allerdings nicht zum Vorwurf mache, mir wären russische Interessen genauso egal und würde das nur unter dem Gesichtspunkt beurteilen, was bringt das meinem eigenen Land.

    Damit kommen wir zur zweiten Frage: Man lehnt die bunte Republik ab und will gleichzeitig keine russische Satrape sein. Was wäre die Alternative und viel wichtiger ( denn theoretisch könnte ich mir auch sehr viel schönere Alternativen vorstellen), wie will man die realpolitisch erreichen? Im Angesicht der Tatsache, daß wir die größten Teile der deutschen Bevölkerung nicht mehr argumentativ erreichen werden, bevor wir endgültig zur Minderheit geworden sind. Wobei ich mir, bei diesem entgräteten Restvolk, das mit so großer Wonne seine persönliche Familiengeschichte, im TV, für ein paar bunt bedruckter Papierscheine verschleudert, nicht einmal da sicher wäre. Der BRDeutsche ist unfähig seine eigenen Interessen wahr zu nehmen und ist an sich selbst irre geworden. Die Tatsache, daß die BRD kein eigenständiger Akteur mehr sein wird, muß man also berücksichtigen. So wie wir auch begreifen mußten, daß Ostdeutschland genauso verloren ist, wie die politische Macht der Baltendeutschen.

  12. @Tortuga

    „Also noch einmal ganz konkret: Sind Sie der Meinung, daß die kommunistische Okkupation von Osteuropa, in kulturell geistiger Hinsicht, genauso zerstörerisch war, wie der Liberalismus im US dominierten Westen?“

    1945 war die totale Niederlage Europas.

    „Wurde die ethnische Substanz der WP Satellitenstaaten genauso angegriffen, wie die in der USBZ? Das bitte nicht wieder so interpretieren, daß der Kommunismus nicht zu großflächigen Verwerfungen, auf allen Ebenen, in Osteuropa geführt hat!“

    Nein, sicher nicht – was aber wohl kaum der kommunistischen Ideologie zu verdanken ist.

    „… meine persönliche Meinung, deckt sich bei diesem Thema ( antikommunismus, antiliberalismus), mit der von Armin Mohler und Arthur Moeller van den Bruck.“

    Wir schätzen beide Denker wirklich sehr, sehen allerdings auch einige ihrer Positionen kritisch. Mohlers Überlegungen beispielsweise hinsichtlich Russlands während der Wendezeit, gingen teils von falschen Vorannahmen aus, so wie sein politischer Pragmatismus uns zuweilen als doch recht fragwürdig erschien. Er war ja der Meinung, daß wir Norddeutschen sehr blauäugig seien. Was durchaus so sein mag, aber immer noch besser als die Klüngelmentalität in Bayern ist. Allerdings respektieren wir ihn schon allein dafür, daß er einer der wenigen Nachkriegsrechten mit geistigem Mumm war. Weil Sie offensichtlich mit der Konservativen Revolution der Weimarer Republik so gut vertraut sind, lassen Sie es uns einmal zugespitzt so sagen: Wir stehen Carl Schmitt näher als Ernst Jünger. Jedoch glauben wir, jetzt eine recht gute Vorstellung von Ihrer weltanschaulichen Grundierung zu besitzen, die wir geistesgeschichtlich wohl als verwandt erkennen dürfen.

    „Nun haben wir kein Deutschland von Russlands Gnaden, sondern eines von US Gnaden. Wahrlich, hier passt der Spruch von Pest und Cholera. Schön wäre es gewesen, eine dritte Wahlmöglichkeit gehabt zu haben: ein deutsches Deutschland.“

    Da sind wir uns absolut einig! Und beharren trotz gegenteiliger politischer Realitäten weiter trotzig darauf.

    „Wohin uns ein Deutschland von US-Gnaden führt, daß nicht mehr als Propagandafenster gen Osten gebraucht wird, können wir seit 1990 beobachten.“

    Wohl wahr – es war auch für uns, das geben wir unumwunden zu, ein schmerzlicher Prozeß der Desillusionierung. Diese bittere Erkenntnis haben wir inzwischen auch publizistisch reflektiert.

    „Ob der subversive Kulturmarxismus in den Giftküchen von Moskau entstanden ist, weiß ich nicht. Nur daß er seinen Siegeszug erst richtig nach dem Untergang der SU begonnen hat und vom chaotischen RU der 90ér sicher nicht mehr unterstützt wurde, liegt ja auf der Hand. Das ZK des Kulturmarxismus, scheint sowieso eher an der US Westküste zu liegen.“

    Wir beschäftigen uns umfassend mit politischer Ideengeschichte, deren Spuren oft recht verschlungen sind. Zum Teil sind unsere diesbezüglichen Überlegungen bereits in unsere Arbeit zur Russischen Oktoberrevolution eingeflossen. Der Renegat Günter Maschke meinte dazu einmal, alle diese Ideen wurden in Frankreich ausgebrütet, verwirklichten sich aber historisch dann in anderen Ländern („Verräter schlafen nicht“ Ad Rem – Regin Verlag): Faschismus und Bolschewismus. Aber, um es hier kurz zu machen, wir stimmen Ihren obigen Grundüberlegungen dahingehend zu, daß der Kulturmarxismus seinen Siegeszug im Westen nach 1990 angetreten hat; eine böse Ironie der Geschichte. Wie es sinnigerweise Julius Evola schon vor einem guten halben Jahrhundert schrieb: Nicht nach links und / oder rechts wälzen, wir müssen uns vom Totenbett erheben!

    „Das heutige RU unterstützt natürlich, völlig ideologiefern, jeden von dem sie glauben, er könne seinen Interessen in Europa dienen. Am Anfang war das in der BRD noch die Linke, seitdem die AfD an denen vorbei gezogen ist, sind es wohl eher die. Konnte man auch schön an der Entwicklung von rt Deutschland ablesen. Deutsche Interessen sind denen völlig sch….egal. Was ich denen allerdings nicht zum Vorwurf mache, mir wären russische Interessen genauso egal und würde das nur unter dem Gesichtspunkt beurteilen, was bringt das meinem eigenen Land.“

    Auch da stimmen wir mit Ihnen vollkommen überein. Zumal wir um die umgekehrte Konstellation in der Zeit zwischen Ende 1917 und 1941 wissen. Was uns allerdings schwer irritiert, ist das Phänomen, daß ein großer Teil der deutschen Rechten die russische Propaganda ernsthaft zu glauben scheint. Was dann soweit gehen kann, daß ein Herr Elsässer die Kreml-Nahe Nachtwölfe nach Berlin einladet, um mit ihnen gemeinsam den Sieg der Roten Armee im „Großen Vaterländischen Krieg“ zu feiern (oder zu gedenken), und die deutsche Rechte keinerlei Probleme damit zu haben scheint. Daß im Compact Magazin auch Autoren publizieren, die wir wertschätzen, sei um der Gerechtigkeit wegen hier allerdings auch vermerkt.

    „Damit kommen wir zur zweiten Frage: Man lehnt die bunte Republik ab und will gleichzeitig keine russische Satrape sein. Was wäre die Alternative und viel wichtiger (denn theoretisch könnte ich mir auch sehr viel schönere Alternativen vorstellen), wie will man die realpolitisch erreichen?“

    Die politische Lage ist wohl derart katastrophal, daß eine Antwort auf diese politische Schlüsselfrage wohl kaum von einem allein zu geben sein wird. Überlegungen gehen ja diesbezüglich bis zu einer separaten Weißen Republik (nordamerikanische Rechte). Uns scheint es jedenfalls, daß die Vorstellung, osteuropäische Truppen werden Westeuropa von Islam und sonstigen bunten Irrsinn befreien, mindestens ebenso eine romantische Vorstellung ist wie die einer autochthonen Befreiung. Nehmen Sie nur mal das Beispiel Horst Mahler. Der derzeitige Präsident Ungarns gab öffentlichkeitswirksam ein bestimmtes Versprechen ab, auf das sich der flüchtende Horst Mahler berief. Horst Mahler sitzt wieder in der JVA Brandenburg ein. Zugegeben, ein Beispiel, das manchen vielleicht fragwürdig erscheinen mag. Wir aber meinen dazu grundsätzlich, man muß auch solche Zeichen deuten können.

    „Der BRDeutsche ist unfähig seine eigenen Interessen wahr zu nehmen und ist an sich selbst irre geworden. Die Tatsache, daß die BRD kein eigenständiger Akteur mehr sein wird, muß man also berücksichtigen. So wie wir auch begreifen mußten, daß Ostdeutschland genauso verloren ist, wie die politische Macht der Baltendeutschen.“

    Das können wir so unterschreiben. Oder eigen formuliert: wir sind uns der großen geschichtlichen Tragödie bewusst! Für uns heißt es daher, sich keinen falschen Hoffnungen mehr hingeben, statt dessen den eigenen Weg, wenn es denn sein soll, bis zum bitteren Ende gehen, ohne daß dabei faule geistige Kompromisse eingegangen werden. Wie Ernst Jünger es einmal postulierte: Man sollte im Vorhinein genau wissen wie weit man im ungünstigsten Fall vor dem Feind zurückweichen würde. Also als Grundsatz: Jeder Deutsche, jeder Europäer muß wissen wo er steht und dann gegebenenfalls zuallererst persönlich den heutigen Zumutungen des Zeitgeistes widerstehen; der Rest ist sozusagen Schicksal. Dies gilt für uns auch dann, wenn es auf den „verlorenen Posten“ (O. Spengler) hinausläuft. In der griechisch-römischen Mythologie geht Troja Rom voraus…

    Mit respektvollem Gruß – Michel W.

  13. Jürgen Graf

    @Henrik Timmerman

    Während ich Ihre Kritik an Bachmann noch nachvollziehen kann (da seine Vorstrafen allgemein bekannt sind, kann er allerdings nicht damit erpresst werden, so dass dieses Argument hinfällig ist), greifen Sie bei Ihren Attacken auf Sellner und Elsässer in die allerunterste Schublade. Wer Sellner vorwirft, dass er einmal „rechtsextrem“ war, argumentiert auf der Ebene der Lügenpresse, die glaubt, mit dem Etikettenanhaften sei es schon getan. Es geht nicht darum, ob eine Idee „rechtsextrem“ (wie man diesen Begriff auch immer definieren mag) ist. Es geht darum, ob sie richtig oder falsch ist.

    Es geht um die Existenz Deutschlands und Europas. Wer immer für die Bewahrung der europäischen Völker und ihrer Kultur ist, ist mein Verbündeter (immer vorausgesetzt, er greift nicht zu kriminellen Methoden und enthält sich unnötiger Provokationen, welche die Lügenpresse dann ausschlachten kann). Über Hitler, Stalin oder den Babylonierkönig Nebukadnezar darf mein Mitstreiter denken, was er will.

    Ja, Elsässer war ein linksextremer Antideutscher, doch er hat seither eben gewaltig dazugelernt. Irren ist menschlich, im Irrtum verharren allerdings teuflisch. Das Compactmagazin leistet doch gewaltige Aufklärungsarbeit. (Den Empfang der Nachtwölfe durch Elsässer empfand ich ungeachtet meiner prorussischen Position freilich auch als fragwürdig.)

    Hetze gegen Russland ist das Allerdümmste, was ein deutscher oder sonstiger europäischer Patriot heute betreiben kann. Natürlich stimmt es, dass es zwischen Ländern keine Freundschaft, sondern lediglich eine Interessengemeinschaft gibt und dass Moskau nicht um Höckes blauer Augen willen um die AFD wirbt, aber da ich viele Jahre lang in Russland gelebt habe, weiss ich, dass der Durchschnittsrusse durchaus deutschfreundlich ist. Das gilt auch für Putin selbst.

    Dass in Russland innenpolitisch enorm viel im Argen liegt, braucht man mir nicht zu erzählen. Das wird dort auch gar nicht geleugnet. Aber es ist nicht unsere Aufgabe, uns in die inneren Angelegenheiten dieses Landes einzumischen. Die Russen müssen ihre internen Probleme selber lösen.

    @Tortuga

    Ich bin mir mit Ihnen in vielem einig. Würde ein russischer Einmarsch in Deutschland ohne Einsatz von Atomwaffen erfolgen, so würde ich ihn auch begrüssen. Die Russen würden nicht auf Dauer bleiben, sondern lediglich sicherstellen, dass Deutschland nicht wieder zum amerikanischen antirussischen Satellitenstaat wird. Sie würden eine Regierung in den Sattel heben, die den Volkstod abwehren und die Millionen von „Kulturbereicherern“ in ihre Heimat zurückschicken würde. Aber die Amis würden im Falle eines russischen Vormarsches über den Rhein mit grösster Wahrscheinlichkeit A-Bomben einsetzen, und eine nuklear verseuchte Trümmerlandschaft als Alternative zum ethnischen und kulturellen Untergang wünscht sich wohl keiner von uns. Es muss andere, weniger explosive (im wahrsten Sinne des Wortes) Alternativen geben.

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