Gesichtet

Compact-Konferenz in Leipzig

Am zurückliegenden Wochenende lud Compact zum Treffen nach Leipzig.

Die trotz vorzeitigem Bekanntwerden des Veranstaltungsortes nur ca. 100 linken Demonstranten blieben – von der Polizei in Schach gehalten – am zurückliegenden Samstagmorgen im wahrsten Sinne des Wortes im Regen stehen. Ihr Vorhaben, im „roten Leipzig“ die diesjährige Compact-Konferenz zu blockieren und zu verhindern, scheiterte damit kläglich.

Hierzu trafen sich in der Alten Messe ca. 500 Besucher, um einige maßgebende Akteure des konservativen Spektrums zu hören. Bevor die Reihe hochkarätiger Redner jedoch begann, bekam zunächst der Berliner IB-Aktivist Robert Timm für sein kontinuierliches Engagement als erster überhaupt den von Compact und der Bürgerbewegung „Ein Prozent“ gestifteten „Held des Widerstandes“-Preis verliehen, welchen dieser in seiner Dankesrede stellvertretend für die gesamte Identitäre Bewegung (IB) annahm.

Ein Prozent startet neues Projekt

Eine weitere Neuerung stellte Ein Prozent später mit dem Projekt „Werde Betriebsrat“ vor. Der ständigen Kündigungen politisch unliebsamer Angestellter möchte Ein Prozent jetzt mit der Gründung dieser Initiative begegnen. Ziel ist es hier, durch die Aufstellung unabhängiger Kandidaten in den Betrieben die zumeist linken Gewerkschaften in ihrem Bestreben zu neutralisieren, solche Entlassungen möglich zu machen oder gar noch zu fördern.

Als erster bekannter Redner trat dann der thüringische Landeschef der AfD, Björn Höcke, auf die Bühne, der trotz der jüngsten Ereignisse um seine Person zunächst dazu aufrief gelassen zu bleiben, und sich unter keinen Umständen auf ein solch tiefes Niveau herabzulassen, wie dies teilweise seine politischen Gegner tun. Das wichtigste Ziel sei es schließlich, den Niedergang Deutschlands zu verhindern, wozu es eine AfD wie überhaupt eine konservative Gegenkultur brauche.

Diese werden mit Sicherheit weiterhin an Zuwachs gewinnen, da die etablierte Politik es nach wie vor nicht schaffe, die eigentlichen Probleme im Lande anzupacken. An dieser Stelle riet Höcke auch Lafontaine und Wagenknecht, aus ihrem eigenen Interesse ihre Partei zu spalten; weg von der 68er-Ideologie aus dem Westen, hin zu einer wirklichen Arbeiterpartei, da ansonsten noch mehr Wähler zu seiner AfD wechseln würden.

Der etablierten Politik die Themen aufzwingen

Unter stehendem Applaus des Publikums für das zurückliegende Projekt „Defend Europe“ mit dem Schiff C-Star, trat dann der österreichische IB-Aktivist Martin Sellner ans Rednerpult. Dieser betonte, daß man sich auf keinen Fall auf dem bisher Erreichten ausruhen dürfe, sondern sich stattdessen auf die Aufgaben konzentrieren solle, welche noch vor uns liegen. Jedoch gebe es durchaus Grund zur Freude, wenn in Österreich demnächst eine schwarz-blaue Regierung zustande kommen sollte. Hier hätte die zurückliegende Wahl gezeigt, daß man Erfolg haben kann, indem man der etablierten Politik seine Themen aufzwingt. So habe Kurz etwa, um einen Bundeskanzler Strache zu verhindern, inhaltlich selbst zu einem Strache werden müssen.

Die Sorge von Jürgen Elsässer, ob eine Regierungsbeteiligung der FPÖ nicht wieder so gründlich scheitern könne wie im Jahr 2000 unter Jörg Haider, zerstreute Sellner durch zwei Punkte. Zum einen habe sich die Partei seit damals gewandelt und sei heute keine „one-man-show“ mehr, sondern habe ein viel größeres Spektrum an wichtigen Köpfen aufzubieten. Zum anderen habe sich auch die Gesellschaft seit damals verändert und stehe heute viel gefestigter in ihrer politischen Meinung rechts der Mitte. Dennoch habe die Identitäre Bewegung in Österreich selbst unter einer Regierungsbeteiligung der FPÖ wachsam zu sein, ob diese ihre Wahlversprechen auch einhält.

Ein Treffen Gleichgesinnter

Lutz Bachmann von Pegida aus Dresden betonte, wie auch Jürgen Elsässer später erneut, die wichtige Bedeutung der Zusammenarbeit des Protestes auf der Straße, der aktivistischen Gruppen, der alternativen Medien, wie auch letztlich der Parteiarbeit in den Parlamenten. Ohne strukturell zu fusionieren, sei man auf Grundlage der verschiedenen Aufgabenbereiche letztlich doch nur zusammen stark, was etwa die Erfolge in Sachsen zeigen würden.

Für das von jung bis alt durchaus gemischte Publikum ergaben sich neben diesen und weiteren Beiträgen zudem noch die Möglichkeit die Konferenz als ein Treffen des Milieus zu nutzen. Der ungezwungene Austausch miteinander, das Kennenlernen Gleichgesinnter, oder gar die Vernetzung untereinander sind es, was solche Veranstaltungen durchaus wichtig werden lassen, und weswegen diese nunmehr 6. Compact-Konferenz für Souveränität mit Sicherheit nicht die Letzte war.


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