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De mortuis nihil nisi bene

friedeburg_ buchAm Montag verstarb Ludwig von Friedeburg. Er war einer der tragenden Pfeiler des kulturmarxistischen Umbaus in der bundesrepublikanischen Bildungslandschaft. Seine Erfolge und Verdienste im Dienste der Weltrevolution lassen sich ganz gut hier nachvollziehen.

Von Friedeburg steht exemplarisch für die Bewältigung des Dritten Reiches in der BRD: Sein Vater Hans-Georg war U-Boot-Admiral und nahm sich als einziger Mitunterzeichner beider Kapitulationsurkunden 1945 das Leben. Ludwig war im Weltkrieg selbst einer der jüngsten U-Bootkommandanten, vom Rang  Marineoffizier.

Beschämt, ob seiner vormaligen Begeisterung für den totalen Krieg, hatte er später viel »gutzumachen«.

Doch wie heißt es, über die Toten nichts, wenn nicht etwas gutes:

Gut, dass er tot ist. Friede seiner Seele.

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6 Kommentare zu “De mortuis nihil nisi bene

  1. L'ancien régime

    Dazu: ein gefallener Adliger.

    Und offensichtlich, was ich bisher nicht wußte bzw. ich hatte mir keine Gedanken darüber gemacht, auch ein »Flakhelfer« in der besonderen Bedeutung des Wortes, also der generationsbezeichnenden, und dazu noch beschämtes »Nazikind«. Wenn Beides zusammenkommt – Vater hohes Tier, später verpönt; man selbst steht vor den Trümmern der eigenen Vorstellungen; für die aber der Vater auch stand – geht es dann so.

    Wenn man dann noch ein »von« im Namen trägt, hat man noch mehr abzugleichen. Und in dem Alter läßt man sich das womöglich einreden, manche jdf., so auch v. Friedeburg.

    Bei Ernst Anrich: Der Sozialismus der Linken (1973; gemeint ist der Marxismus, der in der SPD nach Abkehr in den 60ern nun doch wieder zum Zuge komme, im Gegensatz wohl auch zu »echtem Sozialismus«, nicht, daß man diese Zielsetzung Anrichs, der seine NS-Phase ja inhaltlich nicht ganz abgelegt hatte, teilen muß) kommt v. Friedeburg auch nicht gut weg, er wird häufig erwähnt als treibende Kraft hinter den ganzen Spirenzien: »Demokratisierung«, d. h. Aufgabe konkreter wachsender Autorität zugunsten von Demagogie, Funktionerei und Chaos, wenn ich es mal mit meinen Worten ausdrücke; Gesamtschule, Gleichschaltung, marxistische Bildungsinhalte bzgl. Religion, Geschichte usw., Zielsetzung der »Emanzipation«, dabei in Wahrheit Repression usf.

    »Gut, dass er tot ist.«

    Das, meine ich, muß dennoch nicht sein.

    Er hat wie jeder Mensch seinen ewigen Richter. Das muß reichen.

    Unsere Aufgabe ist vielmehr, seine Irrtümer nachzuweisen, auch, meinethalben mal ganz ideologiekritisch, deren Hintergründe aufzudecken, die ja da sind, spezifische biographisch-psychologische, und es anders und besser zu machen.

  2. Nur darf man nicht übersehen, daß der Stab läbngst weitergereicht ist …

    … aus der »Verschwörung der Flakhelfer« ist längst die »Verschwörung von SchweinchenSchlau« geworden: Jüngere Betriebswirte, Juristen, Pädagogen, Verwaltungsexperten im Alter von 35 – 50 Jahren, die sehenden Auges die Karre in den Morast fahren (lassen).

  3. … es wird wohl zu den ewigen Konstanten menschlichen Lebens gehören, dass die jüngeren den älteren die von diesen innegehaltenen Pfründe meist mit dem Argument, die Zukunft zu verbauen, vorwerfen um dann selber die gleiche Beharrlichkeit bei Erreichen dieses Alters zu bekommen …

    alle Lust will Ewigkeit …

  4. @ L‹ancien régime
    Ich meine, mit dem nachfolgenden Satz »Friede seiner Seele.« meine Intention ausreichend verdeutlicht zu haben. Mich hat kein Wunsch nach seiner Totalauslöschung zu diesen (zugegeben) harten Worten veranlasst.
    Der Tod erwartet uns nunmal alle.

  5. L'ancien régime

    Das ist mir schon klar. Ebenso auch, daß man sich den Einfluß solcher Leute möglichst gering wünscht. Aber das wird er ja vorher schon gewesen sein zuletzt. Wollen wir um seinetwillen hoffen, daß der Ewige Richter gnädig sein wird ob seiner Absichten. So ist es ja nun einmal: solche Leute sind auch teils auch nur Opfer der modernen Verrücktheiten und derjenigen Kräfte, die dahinterstecken, besonders im 20. Jahrhundert. Man kann nur hoffen, daß, und froh sein, wenn einem so etwas nicht passiert, daß man sich so veralbern läßt und so in die Irre geht.

  6. Coriolan

    Entweder war er das, was in manchen Kreisen ein »Kulturmarxist« genannt wird, oder er war ein Aktivist im Dienste der Weltrevolution. Tertium non datur.

    Wer Maschke zitiert, sollte den Unterschied begriffen haben. Maschke zufolge war die Neue Linke in Deutschland, welcher der Baron nicht als Sozialdemokrat, der er nur äußerlich war, wohl aber als Vertreter der »Kritischen Theorie« zugehört, nie etwas anderes, als ein extremistischer Wurmfortsatz der offiziellen bundesdeutschen Re-Education-Kultur (eine Ausnahme bildeten lediglich die maoistischen K-Gruppen der frühen 70er, die ebenso anti-amerikanisch wie anti-sowjetisch eingestellt waren und über die Ablehnung der bipolaren Weltordnung irgendwann zum Postulat der »Vaterlandsverteidigung« gelangten. Sie haben wenigstens versucht, dem Manko der westdeutschen Neuen Linken zu entkommen).

    Und seit wann ist »Marineoffizier« ein Rang ?

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