Rezension

Denunziation statt Information auf Wikipedia

Wer etwas wissen will, schaut zuerst bei Wikipedia nach. Die Online-Enzyklopädie gilt als vertrauenswürdig und ist in den rund 20 Jahren ihres Bestehens enorm angewachsen – kaum etwas, das dort nicht verzeichnet wäre.

Wikipedia hält gerne auch als Musterbeispiel her für gelungene demokratische Social-Media-Projekte und die Weisheit der Massen, sprich die Schwarmintelligenz. Doch die Wirklichkeit sieht anders aus.

Über die ca. 20.000 aktiven Autoren der deutschsprachigen Wikipedia „wachen“ verhältnismäßig wenige Administratoren, 190 an der Zahl. Einige darunter verstehen sich offenbar als „Gesinnungspolizei“, wodurch die für Lexika obligatorische sachliche Ausgewogenheit bei gesellschaftspolitischen Themen wie etwa dem Klimawandel längst verloren gegangen ist.

Zensurelite wacht über Inhalte

Die Deutungshoheit verteidigen sie – unterstützt von besonders eifrigen Benutzern mit erweiterten Editierrechten, sogenannten Sichtern – nicht selten durch rigide Mittel: Unliebsame Einträge werden überschrieben, Benutzer diffamiert und gemobbt, bei hartnäckigem Widerspruch sogar gesperrt. Gerade bezüglich biografischer Artikel nimmt das bisweilen groteske Züge an, davon können Geschädigte ein Lied singen, so auch Dr. Andreas Mäckler, selbst Experte für Biografien und Herausgeber von Schwarzbuch Wikipedia.

Der über Jahre andauernde Vandalismus in seinem Personenartikel bewog ihn schließlich dazu, tiefere Nachforschungen anzustellen. Es tat sich ein Abgrund auf. Wikipedia-Begründer Jimmy Wales wurde bereits 2012 in einem Offenen Brief, der im Buch abgedruckt ist, über die Missstände informiert. Reagiert hat er darauf nicht, im Gegenteil: Wales ist überzeugt, Fake News hätten kaum Auswirkungen auf Wikipedia, wie er im Januar 2020 in einem Interview mit der FAZ erneut kundtat.

Gekapert von beschäftigungslosen, zeitreichen Soziologen?

Betroffene wie auch kritische Fachleute, die hier in Beiträgen und Interviews zu Wort kommen, sehen das gänzlich anders. Bei Wikipedia herrsche inzwischen eine „Diktatur der Zeitreichen“. Dieses „Wahrheitsministerium“ lasse keine Gegenstimmen zu. Einig sind sich alle: Die Wissensplattform ist „gekapert“ worden, ohne dass die breite Masse dies bemerkt hätte.

Aufgrund der Einseitigkeit der Informationen zog Prof. Walter Krämer von der TU Dortmund Konsequenzen: An seiner Fakultät ist Wikipedia als Quelle verboten. Im Buch lesen Sie ein Interview mit ihm. Auf insgesamt 364 Seiten erfahren Sie zudem, was die selbsternannte „Zensurelite“ antreibt und welche Gegenmaßnahmen getroffen werden sollten.

Mehr über das Schwarzbuch Wikipedia finden Sie hier.

[In eigener Sache: Auch die Wikipedia-Beiträge über die Blaue Narzisse sowie ihre Protagonisten sind tendenziös und enthalten offensichtliche Fake News, die seit Jahren nicht korrigiert werden.]

Bildhintergrund: Pixabay


13 Kommentare zu “Denunziation statt Information auf Wikipedia

  1. Carl Novum

    Als halbwegs fleißiger Wikipedia-Schreiber kann ich das bestätigen. In Themenbereichen wie Politik und Geschichte gibt es kaum eine Möglichkeit den linken Bias zu entfernen, schließlich ist ja alles „gut“ belegt mit irgendwelchen Büchern von „Rechtsextremismusexperten“ usw.
    Will man etwas verändern, so muss man viel Aufwand treiben, eigene Quellen finden, die von der Wikipedia-Meute auch akzeptiert werden, die Wikipedia-Regeln gut kennen und auch abschätzen können, welche Schlacht man überhaupt gewinnen kann. Oftmals lohnt es sich kaum.

    Ich bin auch schon mehreren anderen zumindest nichtlinken Nutzern auf Wikipedia begegnet, eventuell könnte eine bessere Vernetzung auch für eine bessere Schlagkraft sorgen.

  2. Ich dachte, diese Seite sei eine Zeitschrift für Schüler. Solltet ihr den Jugendlichen nicht zeigen, wie man glaubhafte Artikel schreibt? Es fehlen jegliche Beispiele, Nachweise, Quellen. Stattdessen gibt es einen Link zum Verkauf des »Schwarzbuchs«. Es fehlt der Hinweis, dass es sich demnach um Werbung handelt. Mir ist ansonsten völlig unklar, warum dieser Artikel geschrieben wurde.

  3. Hm, dazu sollte/muß ich als WIKIPEDIA-“Autor“ wohl sehr ausführlich etwas anmerken. „Autor“ in Anführungsstrichen, weil ich nicht den Anspruch erhebe, dort mein Wissen in Artikeln darzulegen, sondern nur mit einigen Literatur-Kenntnissen zu ergänzen und – wo -nötig – zu korrigieren.
    Der Unterschied von Wissen und Literatur-Kenntnissen ist sehr wesentlich und ist vielen nicht klar, wodurch Mißverständnisse entstehen – auch, was WIKIPEDIA angeht. Nicht unser ganzes Wissen ist Literatur-Wissen. Neben der „akademischen“ Welt gibt es noch die praktische Erfahrung, neben dem „akademischen“ oder Literatur-Wissen gibt es das Erfahrungswissen. Neben dem Wissen, das wir uns durch Lesen aneignen und durch die Schule, die theoretische Berufsausbildung und akademische Lehre erworben haben, haben wir unsere Erfahrungen. Wir er-fahren vieles, sehen, was wir allein durch Lesen nicht wissen können, ahmen auch nach, üben uns. Jeder weiß das: Allein durch das Lesen von Kochrezepten wird man nicht ein guter Koch.
    Wenn man nicht diesen Unterschied zwischen Erfahrungswissen und „akademischem“ Wissen beachtet, führt das zu einem grundlegenden Mißverständnis von WIKIPEDIA: „Ziel des Enzyklopädieprojektes ist die Zusammenstellung bekannten Wissens“, wird grundlegend erklärt. Die Frage, was das „bekannte Wissen“ ist wurde lange unter den Wikipedianern diskutiert und die Diskussion dazu kommt immer wieder zu einzelnen Artikeln auf. Die ursprüngliche Vorstellung, wenn jeder, der will, einfach sein Wissen im Internet einträgt, entstünde nach und nach als sogenanntes „Schwarmwissen“ eines Sammlung des gesamten Wissens in der Welt, ist irrig. Sie mußte faktisch durch WIKIPEDIA aufgegeben werden, wenngleich es noch viele Wikipedianer gibt, die der Vorstellung vom verläßlichen (!) Schwarmwissen anhängen. Wohl am deutlichsten manifest ist die Korrektur der ursprünglichen, schönen, aber eben illusorischen Vorstellung, man könne das Wissen der Welt verläßlich (!) zusammenfassen, wohl in den Regeln der deutschsprachigen WIKIPEDIA. Da stoßen wir zunächst darauf, daß es ja DIE WIKIPEDIA garnicht gibt: Es gibt WIKIKEDIAs (Plural) in fast allen Sprachen mit durchaus auch unterschiedlichen Regeln. Das Wissen im deutschsprachigen Raum ist nicht das gleiche wie im englischsprachigen, italienischsprachigen oder im skandinavischen Sprachraum (Ich führe hier nur vergleichsweise Sprachräume an, bei denen ich das aufgrund meiner Sprachkenntnisse beurteilen kann.). Jedem, der sich über WIKIPEDIA informieren will, ist zu raten, auch in anderssprachigen WIKIPEDIAs nachzuschauen: Insbesondere dann, wenn es um Informationen, die andere Länder betreffen, ist davon auszugehen, daß die entsprechende Sprachseite des Landes wichtig ist, was nicht heißt, daß die dort gegebenen Informationen richtiger sein müssen als auf ausländischen WIKIPEDIA-Seiten. Manches, was in einem Sprachraum als relevant genug gilt, um einen WIKIPEDIA-Artikel zu erhalten, gilt für andere Sprachräume als irrelevant, so daß dort der Artikel fehlt. Nur ein Beispiel: In der englischsprachigen WIKIPEDIA gibt es keinen Artikel zu Elisabeth Wehling, obwohl sie behauptet, sie habe ein Institut in Berkeley/California.
    In der Richtlinie der deutschsprachigen WIKIPEDIA „keine Theoriefindung“ (Ich lasse hier mal das Problem beiseite, daß das Wort „Theoriefindung“ mißverständlich und eine nichtadäquate Übersetzung von „original research“ ist, was immer wieder zu ausgedehnten Diskussionen unter Wikipedianern führt.), heißt es: „Die Wikipedia bildet bekanntes Wissen ab.“ Da muß schon genauer nachgefragt werden: Was ist das „bekannte Wissen“? Das wird in der deutschsprachigen WIKIPEDIA im Prinzip durch die Beleg-Regel definiert: „Wikipedia-Artikel sollen sich nur auf zuverlässige Publikationen stützen (Glaubwürdigkeit).“ Jeder kann es ausprobieren: Geben Sie in irgendeinen Artikel etwas ein, was sie wissen, ohne eine gedruckte Quelle anzugeben. Mehr oder weniger schnell (Das häng davon ab, wie der betreffende Artikel bei den Wikipedianern unter Beobachtung – dazu gibt es eine spezielle Funktion: „Diese Seite zur persönlichen Beobachtungsliste hinzufügen“ – ist.) wird Ihr Eintrag mit der Begründung „Beleg fehlt“ gelöscht werden.
    Es gibt den berühmten Brückenbogen-Fall mit einer langen Auseinandersetzung bei WIKIPEDIA (Ich kann leider den Link dazu nicht wiederfinden: Die Diskussion gab es vor ca. 15 Jahren.): In einem Artikel war zu einer Brücke aufgrund einer Darstellung in einem Buch eine bestimmte Anzahl von Brückenbögen angegeben, die offensichtlich fehlerhaft war. Es wurde eingewandt und mit Photo belegt, daß diese Brücke einen Brückenbogen weniger hat. Die Korrektur wurde zurückgewiesen, weil keine zuverlässige Publikation angegeben werden konnte, in der die Zahlenangabe korrekt ist, obwohl das für jeden, der die Brücke sieht, offen-sichtlich ist. Mitunter unterscheiden sich auch WIKIPEDIA-Artikel in unterschiedlichen Sprachen in der Darstellung der gleichen Sache oder des gleichen Sachverhaltes. So ist z.B. im englischsprachigen WIKIPEDIA-Artikel zu Joseph A. Schumpeters mißverständlichen Worten von der „Creative destruction“ mehr als beim deutschsprachigen deutlich, daß dessen Bemerkungen als Aufhänger für eine ausgedehnte Krisenliteratur dient (Ein kritischer Artikel von mir ist dazu in Arbeit – auch in Hinblick auf die angekündigte aufklärende und korrigierende 10. Auflage von Schumpeters „Kapitalismus, Sozialismus und Demokratie“ in deutscher Sprache.). Oder um noch ein Beispiel anzuführen, was theoretisch oder ideologisch völlig neutral ist: Im deutschsprachigen und auch nicht im italienischsprachigen WIKIPEDIA-Artikel Mortadella, ist nicht klar dargestellt, seit wann es die Mortadella, wie wir sie heutzutage kennen, gibt. Einwände und Fragen kann man kann man zu jedem Artikel unter „Diskussion“ bringen und die Diskussion ergab: Man weiß zwar ungefähr, seit wann es Kochwurst gibt, nämlich seit man in der Lage ist, Kunsteis herzustellen, aber es konnte keine zuverlässige Publikation angegeben werden, in der diese Aussage enthalten ist. Also bleibt der Mortadella-Artikel bislang in dieser Frage unergänzt.

    Es fällt also nicht schwer, WIKIPEDIA zu bestimmten Themen Lücken, Mängel oder Einseitigkeiten nachzuweisen: WIKIPEDIA kann nur das widergeben, was als „gesichertes Wissen“ GILT. Und: WIKIPEDIA kennt seine Mängel und listet sie auch zusammengefaßt unter Kritik an WIKIPEDIA systematisch auf.
    Jeder, der sich ein bißchen in der Geschichte der menschlichen Erkenntnis auskennt, weiß: So manches, was zu einem beliebigen Zeitpunkt als „gesichertes Wissen“ gilt, stellt sich später als fundamentaler Irrtum heraus. Und bei Themen der Zeit folgt WIKIPEDIA halt dem Mainstream und da gelten insbesondere bei politisch umstrittenen Themen oder Bewertungen bestimmte Bücher aus bestimmten Verlagen nicht als zuverlässige Publikation, bestimmte Zeitungen gelten inzwischen als solche (Ob Zeitungen überhaupt als zuverlässige Publikation gelten können, war lange umstritten und ist es im Einzelfall immer noch.) andere nicht. Da wird natürlich, schaut man sich politisch-ideologisch umstrittene Themen an, eine politische Einseitigkeit von WIKIPEDIA deutlich: selbst die ideologisch eindeutige taz gilt da als zuverlässig, schon die WeLT wird mitunter als Quelle zurückgewiesen, die BILD-Zeitung sowieso und Angaben z.B. aus der Jungen Freiheit hält man grundsätzlich für absolut unseriös. Klar, am Artikel zur Blauen Narzisse merkt man, wie genüßlich die Mainstreamkritik ausgebreitet wird. Das halten die Linken für relevant. Einen Artikel zu Recherche D, gibt es nicht. Das 10. Heft und mehr als zwei Jahre der wirtschaftspolitischen Zeitschrift sollten doch wohl Anlaß sein für einen WIKIPEDIA-Artikel. Wer macht mit? Wir werden da damit zu rechnen haben, daß es schwer wird, den gegen das Argument, „ist nicht relevant“, durchzusetzen. Aber wer schon in vorauseilender Unterwürfigkeit vor der linken Ideologie kapituliert, hat in jedem Fall verloren.
    Eine ideologische Ausrichtung merkt man auch, wenn bei bestimmten zeitgenössischen Personen die Familienverhältnisse angegeben werden, während das gemeinhin als irrelevant gilt: Für Linksradikale ist die Information zu Wohnort und Kinder von Andersdenkenden wichtig, um sie terrorisieren zu können. Wenn sich aber die Liberalen und Konservativen da zurückziehen, braucht man sich nicht zu wundern, daß die Linken dominieren. Also: Sich beteiligen, einmischen! Das kann jeder: Um bei WIKIPEDIA mitzuarbeiten, muß man nicht einmal als Autor angemeldet sein.
    In den einzelnen Themenbereichen hängt die Situation natürlich sehr davon ab, wer da jeweils Administrator ist. Artikel zu naturwissenschaftliche oder technischen Themen sind auch grundsätzlich zuverlässiger als solche zu sozialwissenschaftlichen Themen. Aber das ist doch nicht nur bei WIKIPEDIA so, sondern grundsätzlich auch im Print. Auch jedes Lexikon, solange es noch gedruckte gab, spiegelt den Zeitgeist wieder. Ein positives WIKIPEDIA-Beispiel: Der sehr gute Administrator Hans-Jürgen Hübner unterstützt der z.B. bei allen Themen die Arbeit, moderiert auch angemessen in Steifragen. Dafür wurde er auch schon schwer angegriffen wurde und so war Dr. Hübner mitunter dicht dran, hinzuschmeißen. Manche haben aufgegeben. Schade, sehr schade!

    Kurz: Jeder kann bei WIKIPEDIA, wo er Mängel bemerkt, korrigieren. Mitunter erfordert das eine gewisse Hartnäckigkeit. In der Versionsgeschichte und unter Diskussion ist jederzeit nachvollziehbar, welche offenen Fragen es da gibt und welche Auseinandersetzungen.
    Und absolut dumm ist es, die Benutzung von WIKIPEDIA verbieten zu wollen. Inzwischen gibt es keine gedruckten allgemeinen Lexika mehr: WIKIPEDIA hat sie alles ersetzt. Will man also damit sagen, Lexika seien überflüssig? Oder ist es nicht vielleicht so, daß jene Lehrkräfte, die die Benutzung von WIKIPEDIA verbieten, nur ihre eigene Meinung gelten lassen wollen? Wäre es nicht eher ihre Aufgabe, einen kritischen Umgang mit WIKIPEDIA – wie mit jedem gedruckten Buch auch – zu lehren?
    Man muß wissen, wie man mit WIKIPEDIA umgeht: Es ist eine Einstiegsinformation, es gibt in unterschiedlichen Sprachen, in der Versionsgeschichte und auf der jeweiligen Diskussionsseite unterschiedliche Darstellungen und daher muß man sich am Ende stets selbst eine Meinung bilden.
    Wer glaubt, WIKIPEDIA ersetze des eigenständige Denken, dem ist wohl nicht mehr zu helfen.

  4. „Wäre es nicht eher ihre Aufgabe, einen kritischen Umgang mit WIKIPEDIA – wie mit jedem gedruckten Buch auch – zu lehren?
    Man muß wissen, wie man mit WIKIPEDIA umgeht: Es ist eine Einstiegsinformation, es gibt in unterschiedlichen Sprachen, in der Versionsgeschichte und auf der jeweiligen Diskussionsseite unterschiedliche Darstellungen und daher muß man sich am Ende stets selbst eine Meinung bilden. Wer glaubt, WIKIPEDIA ersetze des eigenständige Denken, dem ist wohl nicht mehr zu helfen.“ (Lothar W. Pawliczak am 2. April 2020)

    Dem gibt es eigentlich nichts mehr hinzuzufügen. Persönlich könnten wir noch anmerken, daß wir immer wieder mal Leuten begegnen, die scheinbar oder tatsächlich irgendwann in ihrem Leben zu irgendeinen speziellen Thema mal ein Buch (WIKIPEDIA-Artikel) gelesen haben (wogegen erst einmal natürlich nichts einzuwenden ist), und einem dann damit auf die Nerven fallen, daß sie zu meinen scheinen, nun ganz genau und wirklich alles entscheidende zu dem jeweiligen Sachverhalt zu wissen. Koryphäen sind aber immer noch sehr selten. Wir können zum Beispiel sagen, daß wir, trotz gelegentlicher kritischer Kommentare, von Artikeln der Blaue Narzisse schon so einiges an Wissenswerten für uns mitgenommen haben. Dasselbe gilt über Artikel bei WIKIPEDIA; es gibt keinen Grund, hier pauschal abfällig über dieses bekannteste Internetlexikon zu urteilen. Wir greifen hin und wieder gerne auf dortige Artikel zurück. Wo die BN-Redaktion sich allerdings in eigener Sache dazu äußert, geht uns das natürlich nichts an, und wir halten uns da mit einer „eignen Meinung“ ausdrücklich zurück.

  5. Wen meinen Sie, Herr „Michael W.“ mit „Wir“? Falls sie mich damit mitmeinen, muß ich mich distanzieren, zumal mir nicht klar ist, wer Sie sind. Die Redaktion hat völlig Recht, auf den denunziatorischen Charakter der Darstellung der »Blaue Narzisse« bei WIKIPEDIA hinzuweisen – und es betrifft ja viele weitere Darstellungen und eben nicht nur bei WIKIPEDIA: Das Lexikon spiegelt da die Einseitigkeit der öffentlich beherrschten Meinung, bei der Andersdenkende kaum unverfälscht zu Wort kommen. Man vergleiche diese Darstellungen etwa mit dem verständnisvollen Artikel zu »Anette Kahane«(https://de.wikipedia.org/wiki/Anetta_Kahane#Bewertungen_der_T%C3%A4tigkeit_als_IM), in dem es dann heißt, „Kritik an Kahanes IM-Vergangenheit wurde häufig instrumentalisiert“. Deren Denunziationsverein wird verständnisvoll dargestellt. Zur Instrumentalisierung der Kritik an Leuten, die anders als die Linken denken, wird nichts gesagt. Da ist natürlich die Frage: Wieso lassen wir uns das bei WIKIPEDIA gefallen? Wenigstens auf den Diskussionsseiten sollte da Widerspruch stehen! Und was die Administratoren angeht: Die »werden gewählt« (https://de.wikipedia.org/wiki/Anetta_Kahane#Bewertungen_der_T%C3%A4tigkeit_als_IM) und können auch abgewählt werden. Es lohnt sich also, sich als Autor bei WIKIPEDIA anzumelden. Sich zurückzuziehen und den Linken das Feld zu überlassen, ist falsch. Und Pauschalurteile über WIKIPEDIA zu fällen und die Benutzung des Lexikons verbieten zu wollen, ist einfach dumm.
    Und sich über Leuten zu mokieren, „die scheinbar oder tatsächlich irgendwann in ihrem Leben zu irgendeinen speziellen Thema mal ein Buch (WIKIPEDIA-Artikel) gelesen haben“, ist arrogant und überheblich. Im Gegenteil sei jeder – und wenn er auch nur ein Buch gelesen hat –, der irgendwo einen relevanten und interessanten Beleg findet, aufgrund dessen WIKIPEDIA möglicherweise zu ergänzen oder zu korrigieren ist, aufgefordert, das auch zu tun. Natürlich muß man sich an die »Regeln« (https://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Richtlinien) halten.

    Leider ist bei der Veröffentlichung meines Beitrages oben die Verlinkung verlorengegangen: Man findet natürlich, wenn man die Stichworte eingibt, die gemeinten WIKIPEDIA-Seiten auch so. Ich werde aber die Redaktion bitten, wenn das möglich ist, den Text korrigiert mit Verlinkungsendnoten neu einzustellen.

  6. @ Lothar W. Pawliczak

    „Wen meinen Sie, Herr „Michael W.“ mit „Wir“? Falls sie mich damit mitmeinen, muß ich mich distanzieren, zumal mir nicht klar ist, wer Sie sind.“

    Nein, Sie waren definitiv nicht gemeint, da können Sie ganz beruhigt sein. Wir haben Ihren Kommentar – es war wohl eher schon ein eigener Aufsatz – gut gefunden, weiter nichts. Alles was in unserem Kommentar nach dem ersten Satz kam, hatte mit Ihnen überhaupt nichts mehr zu tun, und stand zu Ihren Ausführungen nur noch indirekt, assoziativ in Verbindung. Aber Sie dürfen sich trotzdem gerne von uns distanzieren. Wenn wir da an manche Kommentare von Ihnen auf der Blaue Narzisse denken, ist uns das auch nicht gar so unrecht.

    Auf den Rest Ihres Kommentars, der sich direkt an uns richtet, ersparen wir uns weiter drauf einzugehen. Das können wir uns ja in unserer Arroganz und Überheblichkeit erlauben. Die „überlegene Moral“ überlassen wir Ihnen dabei gerne.

  7. Schon wieder »wir«, »uns«! Für wen sprechen Sie, anonymer Herr »Michel W.«? Warum sprechen Sie nicht einfach für sich? Warum verstecken Sie sich hinter einem Pseudonym und einen »wir«, zu dem Sie nicht die Frage beantworten, wen Sie meinen?

  8. Grammatik und Moral

    @ Lothar W. Pawliczak

    „Schon wieder »wir«, »uns«! Für wen sprechen Sie, anonymer Herr »Michel W.«? Warum sprechen Sie nicht einfach für sich? Warum verstecken Sie sich hinter einem Pseudonym und einen »wir«, zu dem Sie nicht die Frage beantworten, wen Sie meinen?“

    Eine persönliche grammatikalische Eigenart, deren Gründe wir hier nicht weiter zu erläutern gedenken. Sie dürfen aber davon ausgehen, daß Sie, wenn Sie mit uns hier streiten, es immer mit ein- und derselben Person (Singularität) zu tun haben, was sich eigentlich schon aus der Formulierung „Persönlich könnten wir noch anmerken…“ (2. April 2020) zwingend ergibt. Damit dürften Ihre aufdringlichen Fragen zur Genüge beantwortet sein. Selbst ein so geistreicher Spötter wie Xerox hat daneben gelegen, als er uns einmal (!) die Hoheitsform (Pluralis Majestatis) unterstellte, was nicht zutrifft, da wir uns nicht generell großschreiben. Sie gehen ganz offenbar irrtümlich von einer Autorenmehrzahl (Pluralis Auctoris) aus. Und bevor Sie sich jetzt trotzdem weiter über unsere eigenartige Grammatik „mokieren“, die ad hoc Frage: Haben Sie schon mal ein Buch von Autoren wie den ostdeutschen Schriftsteller Reinhard Jirgl gelesen; zum Beispiel: „Oben das Feuer, unten der Berg“ (München 2016)? Ein Buchautor, den wir im Übrigen sehr schätzen.
    Und, das sei hier dann auch noch angemerkt, wir entstellen jedenfalls die Texte unserer Gegner nicht in grotesk absurder Weise, um anschließend eine Polemik daran anzuknüpfen, die geradezu ins Verleumderische zielt. Da erübrigt sich spätestens für uns eine weitere Diskussion (ist eine Unterstellung richtiggestellt, folgen in der Regel schon drei neue!). Das wäre dann auch schon mal ein gewichtiger Grund um eventuell von vornherein ein Pseudonym zu wählen; da fällt der eventuelle Ausstieg aus solch leidigen, oftmals aufgezwungenen, persönlichen Auseinandersetzungen leichter und man kann vielleicht sogar drüber lachen. Denken Sie vielleicht einmal darüber nach, und weniger über grammatikalische Eigenheiten Anderer, zumal Sie ja gerne auf der Blaue Narzisse die „moralische Autorität“ herauskehren; als ob wir davon in Deutschland nicht schon genug hätten.

    „Warum verstecken Sie sich hinter einem Pseudonym…?“

    Ein wirklich überaus origineller Vorwurf im Internet. Geben Sie jetzt dort die Regeln vor? Wir glauben nicht! Statt sich über solche Dinge den Kopf zu zerbrechen, sollten Sie besser die Texte von Leuten, die Sie angreifen, vorher aufmerksamer lesen. – Michel W.

  9. Ich habe überlegt und gezögert, ob ich hier erneut kommentierend „Michel W.“ antworten soll, denn hier ist nicht der Ort für Privatkontroversen. Andererseits: Wie manche Literaten und andere Prominente Briefe geschrieben haben und vielleicht auch noch schreiben in Hinblick darauf, daß sie später veröffentlicht werden und Dritte sich daran vielleicht eine Meinung bilden und möglicherweise etwas lernen, schreibt man ja auch im Internet nicht nur für den einen, den man direkt anspricht. Daher also:
    1. Das Internet ist ein Markt der Meinungen und wer sich auf den Markt stellt, muß damit rechnen, daß er seine Ware vielleicht nicht verkaufen kann oder nicht den Preis erzielt, den er vielleicht erwartet. Da wird auch schonmal naturbelassen geredet oder es kommt gelegentlich eine faule Tomate geflogen. Manchmal ist man gemeint, manchmal wird man nur versehentlich getroffen, weil man zufällig in der Flugbahn steht. Versehentlich:
    2. Ja, manchmal greift man auch verbal daneben und dann ist eine Bitte um Entschuldigung angebracht. Also nehme ich meine Bemerkung zurück, es sei dumm, sich aus WIKIPEDIA zurückzuziehen und die Benutzung des Lexikons verbieten zu wollen, und manche den Broder über Sarrazin zu Friedmann: Sich aus WIKIPEDIA zurückzuziehen und die Benutzung dieses Lexikons verbieten zu wollen ist eine selbstverliebte Riesendummheit!
    3. Nein, nicht jeder lernt auf dem Markt was Neues oder will, da – wo es doch vielfältige Angebote für jeden gibt – was lernen. Um das zu verbergen, erklärt man vielleicht, man gedenke das hier nicht weiter zu erörtern, und ruft dann eventuell mangels Argumente „grotesk und absurd!“, „Polemik!“, „verleumderisch!“, „Unterstelllung!“, moralische Überheblichkeit und: Wer sind Sie denn, daß sie hier Regeln vorgeben wollen?
    4. Stimmt, nicht jeder kann Regeln vorgeben. Im Internet macht das der Seitenbetreiber und der wacht auch über die Einhaltung. Die Wächter heißen meistens Moderatoren oder bei WIKIPEDIA Sichter (Die Sichter-Wahl läuft grade.) und Administratoren. Bei WIKIPEDIA gibt es sogar bei Streitfällen ein Schlichtungsverfahren. Gut so! Es gibt Verwarnungen und Sanktionen und ansonsten gilt Recht und Gesetz, wie im übrigen Leben auch und die oft ungeschriebenen Regeln des Marktes.
    5. Zu den ungeschriebenen Regeln gehört üblicherweise, daß man sich zu seiner Meinung bekennt, dem Gegenüber in die Augen schaut und sich nicht verbirgt oder vortäuscht, etwas zu sein, was man nicht ist. Es ist nicht nur Geschmacksache oder „persönliche grammatikalische Eigenart“, mehr darstellen zu wollen, als man ist. Wer im Plural schreibt, egal ob im Pluralis Majestatis oder im Pluralis Auctoris, beansprucht, mehr als seine Meinung kundzutun. Da ist doch wohl die Frage erlaubt, für wen da noch so gesprochen wird, zumal es dann noch heißt: „Persönlich könnten wir noch anmerken …“ Ist es nicht eigenartig und des Nachfragens wert, wenn Leute betonen, sie äußerten jetzt hier ihre persönliche Meinung: Äußern sie sonst eine Meinung, die nicht ihre persönliche ist? Gleichwohl ist das zu relativieren:
    6. Ja, es gibt Gründe, sich zu verbergen, seine Adresse und Privatverhältnisse nicht öffentlich zu machen und im Internet nicht seinen Namen zu nennen. Wir wissen alle von totalitären Regimen, in denen Personen, die bestimmte Meinungen vertreten, verfolgt, unterdrückt, eingekerkert werden. Soweit sind wir in Deutschland noch (!) nicht, aber: Es genügt bekanntlich in der Bundesrepublik Deutschland inzwischen, der Kanzlerin eine – sagen wir mal gelinde – leichtfertig ungenaue Äußerung vorgehalten zu haben, ja es genügt, sich mit einer unliebsamen Person zum Mittagessen getroffen zu haben, um aus seinem Job geworfen zu werden. Wer kann, sollte dagegen mit seinem Namen Widerstand leisten: „Gesicht zeigen“! Ja, es gibt auch leider in Deutschland inzwischen Gründe in alternativen Publikationsorganen anonym zu bleiben und Texte zu veröffentlichen, bei denen der Autor nicht genannt wird. Solche Abweichungen von der Regel der Klarheit und Wahrheit, die wir doch wohl hier in der guten Tradition der europäischen Zivilisation pflegen, sollte man aber nicht leichtfertig, sondern eben immer nur als Ausnahme in Anspruch nehmen.

    Das ist meine Meinung!

  10. „Denunziation statt“ Diskussion

    @ Lothar W. Pawliczak

    „Wie manche Literaten und andere Prominente Briefe geschrieben haben und vielleicht auch noch schreiben in Hinblick darauf, daß sie später veröffentlicht werden und Dritte sich daran vielleicht eine Meinung bilden und möglicherweise etwas lernen…“

    Oh Gott, geht ‘s nicht eine Nummer kleiner?

    „Ja, manchmal greift man auch verbal daneben…“

    Nein, Herr Pawliczak, es geht hier nicht einfach um verbales Danebengreifen, wie Sie den Lesern offensichtlich in schon dummdreister Manier weiszumachen versuchen, sondern um Falschbehauptungen. Sie unterstellen uns durchaus in polemischer wie suggestiver Art und Weise Aussagen, die wir nicht getätigt haben. Und das tun Sie noch immer. Um das festzustellen bedarf es keiner Argumente, da genügt es richtig lesen zu können.

    „Es ist nicht nur Geschmacksache oder „persönliche grammatikalische Eigenart“, mehr darstellen zu wollen, als man ist. Wer im Plural schreibt, egal ob im Pluralis Majestatis oder im Pluralis Auctoris, beansprucht, mehr als seine Meinung kundzutun.“

    Jetzt werden wir diese Eigenart (Plural Singulars) in jedem Fall beibehalten!

    „Zu den ungeschriebenen Regeln gehört üblicherweise, daß man sich zu seiner Meinung bekennt, dem Gegenüber in die Augen schaut und sich nicht verbirgt oder vortäuscht, etwas zu sein, was man nicht ist.“

    Wie wäre es einmal zur Abwechslung mit intellektuellem Anstand?

    „Wer kann, sollte dagegen mit seinem Namen Widerstand leisten: „Gesicht zeigen“! Ja, es gibt auch leider in Deutschland inzwischen Gründe in alternativen Publikationsorganen anonym zu bleiben und Texte zu veröffentlichen, bei denen der Autor nicht genannt wird. Solche Abweichungen von der Regel der Klarheit und Wahrheit, die wir doch wohl hier in der guten Tradition der europäischen Zivilisation pflegen, sollte man aber nicht leichtfertig, sondern eben immer nur als Ausnahme in Anspruch nehmen.“

    Schon wieder so ein moralisch aufgeblasenes Geschwurbel mit impliziter Anklage. Ist Ihnen eigentlich klar, daß Sie damit einen großen Teil, wenn nicht die allermeisten privaten Kommentatoren im Internet nicht mehr in „der guten Tradition der europäischen Zivilisation“ stehen bzw. schreiben sehen? Aber auch auf die Printmedien träfe das zu und dort beileibe nicht nur auf anonyme Leserbriefschreiber (da reicht schon ein flüchtiger Blick in die Junge Freiheit). Das neue Netzwerkdurchsetzungsgesetz dürfte Ihnen dann wohl auch noch gar nicht weit genug gehen, was die Offenlegung der Identitäten von Nutzern betrifft. Wenn die Redaktion der Blaue Narzisse ihre Regeln einmal dahingehend ändern sollte, sind wir weg, so einfach ist das. Und das sollte auch jeder ganz für sich allein entscheiden! Wir leben ohne Facebook & Co. Wir können es morgen auch ohne die Blaue Narzisse.

    „Da ist das Schweigen am Platz und an der Zeit. Wir brauchen uns nicht davor zu fürchten. Indem wir schweigen, besinnen wir uns auf uns selbst…“
    Carl Schmitt „Ex Captivitate Salus“ S. 75, Duncker & Humblot, Berlin 2010

    Und Sie, Herr Pawliczak, schreien dann ruhig – so wie Sie jetzt ,haltet den Dieb´ schreien – ,Michel W. versteckt sich, er verbirgt sich!´. Ja, wir „verbergen“ uns vor den Zumutungen der schönen neuen Welt so gut es eben heut´ noch möglich ist. Und keine Moralphrasen à la Pawliczak können uns da gegenteilig beeindrucken. Weiter gibt es wohl zwischen Ihnen und uns nichts mehr zu sagen. Abgesehen davon, daß es uns inzwischen wirklich leid tut, einen bestimmten (kleinen) Abschnitt Ihres (größeren) WIKIPEDIA-Beitrages gut gefunden und, nach unserer Intention, positiv rezipiert zu haben – insoweit in diesem Fall von einer Rezeption überhaupt die Rede sein kann; das wird nach dieser grotesken Diskussion sicherlich nicht wieder vorkommen! – Michel W.

  11. Herr „Michel W.“ merkt offensichtlich nicht, daß ich hier garnicht (mehr) mit und zu ihm rede. Nochmal: Hier ist nicht der Ort für Privatkontroversen. Meine Ausführungen sind hier und auch sonst Angebote auf dem Markt der Meinungen, zu denen man sich eine eigene Meinung bilden kann, von denen man auch etwas (!) übernehmen kann – und das ganz kostenlos. Niemand muß einer Meinung folgen, niemand muß Texte lesen. Und hier rate ich, weiter oben nachzulesen: Die Antwort von „Michel W.“ vom 6.4. und auch was ich jetzt dazu noch zu replizieren hätte, scheint mir nicht wirklich wichtig.

    Es urteile also jeder selbst:
    Es geht vielleicht auch eine Nummer kleiner als: „verbales Danebengreifen … in schon dummdreiste Manier“, „Falschbehauptungen“ (Wo? Welche?), „moralisch aufgeblasenes Geschwurbel“ (meinetwegen), „schreien“ (Geht das im Internet?), „Moralphrasen“ (Soll Moral jetzt verboten werden?)

    Wie, der Hinweis darauf, „daß man sich [üblicherweise] zu seiner Meinung bekennt, dem Gegenüber in die Augen schaut und sich nicht verbirgt oder vortäuscht, etwas zu sein, was man nicht ist“, zeuge von einer Abwesenheit intellektuellen Anstands?

    „Aussagen, die wir nicht getätigt haben“: Man lese einfach beim „Michel-W.-wir“ oben nach! Und wer anderen Unterstellungen vorwirft, sollte dann wenigstens solche Verleumdungen unterlassen: „Das neue Netzwerkdurchsetzungsgesetz dürfte Ihnen dann wohl auch noch gar nicht weit genug gehen, was die Offenlegung der Identitäten von Nutzern betrifft.“ Meine Auffassung zur Meinungsfreiheit und entschiedene Ablehnung von Zensur, die ich verschiedentlich publiziert habe, dürfte Herrn „Michel W.“ nicht unbekannt sein, etwa: „Nur wenn die Bevölkerung, die es im Unterschied zur Regierungspropaganda besser weiß, ob die staatliche Politik ihren Bedürfnissen entspricht, dies auch sagen kann, nur wenn sich Alternativen entfalten und unfähige Regierungen abgewählt werden können, kann von sozialer Sicherheit ernsthaft geredet werden.“ (Zehn Thesen zu Ökonomie und Menschenrechte vom August 1989.
    Wiederabdruck in: Recherche D Ausgabe 3 | November 2018; URL: https://www.academia.edu/37724595/Okonomie_und_Menschenrechte)

    Es ist natürlich jedem unbenommen, auf seinen Eigenarten zu beharren, Hinweise/Meinungsäußerungen kann man als moralische Urteile auffassen, muß man aber nicht. Und natürlich kann man anders urteilen.
    Was „intellektueller Anstand“ ist, mag wohl jeder zuerst für sich klären.

  12. @ Lothar W. Pawliczak

    „Meine Ausführungen sind hier und auch sonst Angebote auf dem Markt der Meinungen, zu denen man sich eine eigene Meinung bilden kann…“

    Schön – wir haben uns eine eigene Meinung gebildet (auch wenn Sie uns genau das fortlaufend abzusprechen scheinen), die sich von der anfänglichen, jetzt am Ende deutlich unterscheidet.

    „Da wird auch schonmal naturbelassen geredet…“

    Wir würden das eher Chuzpe nennen.

    „… oder es kommt gelegentlich eine faule Tomate geflogen. Manchmal ist man gemeint, manchmal wird man nur versehentlich getroffen, weil man zufällig in der Flugbahn steht…“

    So kann man `s auch ausdrücken. Als die diskursiven „Tomaten“ von Carlos Wefers Verástegui Sie trafen, haben Sie das, so weit wir uns erinnern können, ganz und gar nicht so locker gesehen. Aber es wird wohl so sein, daß Sie, der so sehr „in der guten Tradition der europäischen Zivilisation“ steht, auch als Wächter der Moral auf den Seiten der BN die Regeln dafür vorgibt, wer wen mit Tomaten bewerfen darf – um es einmal hier ganz locker auszudrücken.

    „Ja, manchmal greift man auch verbal daneben und dann ist eine Bitte um Entschuldigung angebracht…“

    Eine halbe und auch recht unglaubwürdige „Entschuldigung“, da Sie gleich darauf wieder in die Rolle der „moralischen Autorität“ wechseln:

    „Nein, nicht jeder lernt auf dem Markt was Neues oder will, da – wo es doch vielfältige Angebote für jeden gibt – was lernen. Um das zu verbergen, erklärt man vielleicht, man gedenke das hier nicht weiter zu erörtern, und ruft dann eventuell mangels Argumente…“

    Nein, nein, Herr Pawliczak, das geht dann doch wesentlich kürzer: Wir wünschen Ihre „vielfältige Angebote“ nicht – danke, danke, wir haben alles!

    „Zu den ungeschriebenen Regeln gehört üblicherweise, daß man sich zu seiner Meinung bekennt…“

    Wir lassen uns aber von Ihnen, Herr Pawliczak, keine Meinung unterschieben! Das macht, so scheint es uns zumindest, dann doch noch einen gehörigen Unterschied.

    „Ja, es gibt Gründe, sich zu verbergen, seine Adresse und Privatverhältnisse nicht öffentlich zu machen und im Internet nicht seinen Namen zu nennen.“

    Ja, gibt es – und Sie, wir erlauben uns Sie daran zu erinnern, haben nicht die Definitionshoheit über diese Gründe!

    „,Falschbehauptungen´ (Wo? Welche?) … ,Aussagen, die wir nicht getätigt haben´: Man lese einfach beim „Michel-W.-wir“ oben nach!“

    Und wir sind da auch gerne behilflich:

    „… Es lohnt sich also, sich als Autor bei WIKIPEDIA anzumelden. Sich zurückzuziehen und den Linken das Feld zu überlassen, ist falsch. Und Pauschalurteile über WIKIPEDIA zu fällen und die Benutzung des Lexikons verbieten zu wollen, ist einfach dumm.“

    Vom Ton her doch wohl so verfasst als hätten wir dergleichen geäußert. Wir schrieben zum Thema WIKIPEDIA aber im Ganzen folgendes: „Wir können zum Beispiel sagen, daß wir, trotz gelegentlicher kritischer Kommentare, von Artikeln der Blaue Narzisse schon so einiges an Wissenswerten für uns mitgenommen haben. Dasselbe gilt über Artikel bei WIKIPEDIA; es gibt keinen Grund, hier pauschal abfällig über dieses bekannteste Internetlexikon zu urteilen. Wir greifen hin und wieder gerne auf dortige Artikel zurück. Wo die BN-Redaktion sich allerdings in eigener Sache dazu äußert, geht uns das natürlich nichts an, und wir halten uns da mit einer „eignen Meinung“ ausdrücklich zurück.“ (2. April 2020)

    Und weiter:

    „… Die Redaktion hat völlig Recht, auf den denunziatorischen Charakter der Darstellung der »Blaue Narzisse« bei WIKIPEDIA hinzuweisen…“

    Als hätten wir jemals etwas dagegen eingewandt. Wir schrieben lediglich (wie schon oben zitiert): „Wo die BN-Redaktion sich allerdings in eigener Sache dazu äußert, geht uns das natürlich nichts an, und wir halten uns da mit einer „eignen Meinung“ ausdrücklich zurück.“ (2. April 2020)

    in derselben Tonart:

    „Und sich über Leuten zu mokieren, „die scheinbar oder tatsächlich irgendwann in ihrem Leben zu irgendeinen speziellen Thema mal ein Buch (WIKIPEDIA-Artikel) gelesen haben“, ist arrogant und überheblich.“

    In der Verkürzung des Zitats liegt die gezielte manipulative Verzerrung. Hier noch einmal in voller Länge: „Persönlich könnten wir noch anmerken, daß wir immer wieder mal Leuten begegnen, die scheinbar oder tatsächlich irgendwann in ihrem Leben zu irgendeinen speziellen Thema mal ein Buch (WIKIPEDIA-Artikel) gelesen haben (wogegen erst einmal natürlich nichts einzuwenden ist), und einem dann damit auf die Nerven fallen, daß sie zu meinen scheinen, nun ganz genau und wirklich alles entscheidende zu dem jeweiligen Sachverhalt zu wissen. Koryphäen sind aber immer noch sehr selten.“ (2. April 2020)

    Das sollte zur Klärung ausreichen. Wir – es darf gelacht werden! – lesen nämlich lieber ein Buch, als im Weltnetz zu streiten. Der einschlägige Vorwurf lautet dann zwar immer wieder: keine Argumente! aber ja, ja – sei’s drum. Verdammt, was haben wir hier wieder für kostbare Zeit vergeudet.

    „Hier ist nicht der Ort für Privatkontroversen.“

    Weiß Gott, wir wollten diese Privatkontroverse wirklich nicht. Zur Erinnerung:
    „Auf den Rest Ihres Kommentars, der sich direkt an uns richtet, ersparen wir uns weiter drauf einzugehen. … Die „überlegene Moral“ überlassen wir Ihnen dabei gerne.“ (3. April 2020; der zweite Kommentar) Wir hätten uns auch gerne diese ganze Kontroverse erspart, ob Sie uns das glauben oder nicht.

    Noch einmal: Behalten Sie die Moral für sich, und wir finden es in Ordnung für arrogant gehalten zu werden (ganz ohne Ironie!). Aber Sie reden ja eh längst nicht mehr mit uns. Schön, wir machen dann hier auch den Punkt.

    Michel W(ir)

  13. Bei »Achgut« gibt es von getern einen massiv kritischen Text zu WIKIPEDIA (https://www.achgut.com/artikel/wikipedia_die_im_dunkeln_sieht_man_nicht) mit noch mehr Schaum vorm Mund. Schade! Ein sachliche Ausainandersetzung wäre angebracht, aber so bringt das garnichts.

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