Anstoß

Der ostdeutsche Widerstand – Robert Schnell im Interview

Die Einzelfälle erschüttern das Land: Nach dem grauenvollen Mord an einer 36-Jährigen Deutschen aus Düsseldorf ist es nun auch in Chemnitz zu einem weiteren Einzelfall gekommen. In der Nacht zum Sonntag wurde ein 35-Jähriger Deutscher in der Chemnitzer Innenstadt nach einer „Streitigkeit“ von ausländischen Männern mit einem Messer getötet.

Während der Westen schweigt, errichtet der Osten ein Bollwerk des Widerstands. Nicht einmal einen Tag dauerte es, bis hunderte von Bürgern auf die Straße gingen und ein Zeichen gegen die links-grüne weltoffene Selbstmord-Politik setzten. Doch wieso ist der Osten konsequenter, wenn es um den politischen Widerstand geht? Sind die Ostdeutschen etwa überdurchschnittlich „ausländerfeindlich“, wie es immer behauptet wird?

In diesem Interview sprechen wir mit Robert Schnell, dem Landesvorsitzenden der Jungen Alternative Mecklenburg-Vorpommern, über die Gründe für das Verhalten der Ostdeutschen im Vergleich zu den Westdeutschen und über seine Ansichten zur zukünftigen Entwicklungen.

BlaueNarzisse.de: Sehr geehrter Herr Schnell, vielen Dank, dass Sie sich für ein Interview bereiterklärt haben. Wie Sie wissen, wurde vor einigen Tagen eine 36-Jährige Deutsche in Düsseldorf von einem Ausländer ermordet. In der Nacht zum Sonntag wurde erneut ein Deutscher getötet, diesmal jedoch in Chemnitz. Der Aufschrei der Westdeutschen hielt sich in Grenzen, während im Osten hunderte Menschen auf die Straße gingen. Wie beurteilen Sie das Verhalten der Westdeutschen?

Robert Schnell: Es gibt auch in den alten Bundesländern viele mutige Menschen, welche die Wahrheit ansprechen und dafür einstehen. Aufgrund der fehlenden Erfahrungen sind dennoch viele Menschen in den alten Bundesländern staatsgläubiger und haben oft kein gesundes Misstrauen. Dazu kommt ebenfalls die unkritische Haltung gegenüber den Medien, welche diesen Umstand natürlich hemmungslos ausnutzen.

Der Osten ist dafür bekannt, der Aufbruch der patriotischen Bewegungen zu sein. In Dresden formierte sich Pegida, in Cottbus der Verein „Zukunft Heimat“. Was sind die Gründe für die massenhafte Beteiligung von Ostdeutschen an solchen Veranstaltungen?

Die Menschen in den neuen Bundesländern haben vor knapp 30 Jahren die Erfahrung gemacht, dass man sich erfolgreich gegen einen Staat und eine herrschende Klasse wehren kann. Dazu kommt das oben genannte gesunde Misstrauen gegenüber Medien und Staat. Der Begriff Heimat ist im Osten sehr gut verankert.

Wo Medien nicht in der Lage sind, das Vertrauen der Bevölkerung zu missbrauchen, machen sich Bürger des Öfteren selbst ein persönliches Bild von patriotischen Vereinen, Organisationen und Parteien. Nebenbei muss man auch erwähnen, dass die Gegendemonstrationen zahlenmäßig stark rückläufig sind, was ebenfalls daran liegt, dass sich Bürger vermehrt ein persönliches Bild machen, die Erfahrungen einordnen und Rückschlüsse ziehen.

Sind die Ostdeutschen wirklich überdurchschnittlich „ausländerfeindlich“, wie es von vielen Westbürgern behauptet wird? 

Nein, auf gar keinen Fall. Die Ostdeutschen sind nicht „ausländerfeindlich“. Sie lieben ihre Heimat und sind dazu bereit, diese im Notfall zu verteidigen.

Glauben Sie, dass die Westbürger einen ähnlichen Kurs wie die Ostbürger fahren werden?

Ehrlich gesagt: Nein. Die Zahl derjenigen, die sich im Westen aufrappeln, wird zunehmen. Mehr aber auch nicht.

Denken Sie, dass die Stimmung in Deutschland noch weiter kippen wird? 

Klares ja. Frau Merkel, Grüne, Linke, FDP, SPD, CDU spalten die Gesellschaft immer mehr. Wer sich dem Kurs der Kanzlerin verbal entgegenstellt, muss linksextreme Anschläge der Antifa befürchten. Sagen Sie mir einmal bitte, wann eine CDU-Politikerin in der heutigen Zeit von der Antifa totgeschwiegen wurde. Richtig, gar nicht.

Frau Merkel wird wie Herr Honecker nie freiwillig von der Macht lassen und stattdessen weiterhin die Opposition kriminalisieren. Gestatten Sie mir bitte die Bemerkung, dass Frau Merkel eine links-grüne Kanzlerin ist, die das Parteibuch der CDU als „Deckmantel“ benutzt.

In Hessen und in Bayern finden dieses Jahr Landtagswahlen statt. Denken Sie, dass die allgemeine Sicherheitslage in Deutschland die AfD weiter fördern wird?

Vorab, ich freue mich auf diese Landtagswahlen und sehe in Hessen und Bayern die AfD vor zweistelligen Ergebnissen und in Bayern sogar als zweitstärkste Kraft. Zurück zu Ihrer Frage: Die allgemeine Sicherheitslage ist nur eines der Themen, welche die AfD weiterbringt. Sozialpolitik, Landwirtschaftspolitik, Justiz und Außenpolitik zählen auch dazu. Die Regierung sowie die Grünen und Linken im Bundestag tun alles, um der AfD zu Traumergebnissen zu verhelfen.

Danke für die Auskunft!

(Bild: De Havilland, flickr, CC BY-NC 2.0)

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4 Kommentare zu “Der ostdeutsche Widerstand – Robert Schnell im Interview

  1. Ronald Oberhauer

    Sehr guter Artikel, der den Mut der Ostdeutschen genau beschreibt.

  2. Geiles Interviev. Robert hat sachlich vollkommen korrekt geantwortet.

  3. Ich bin empört! Da können unsere neuen poc Mitbürger, nicht mal in Ruhe, ein paar Deutsche abstechen, so wie das auch im Westen, klaglos hingenommen wird. Ostdeutschland ist eben immer noch viel zu weiß. Leider waren wir nicht in 20facher Übermacht vor Ort, sonst hätten wir uns diesen rassistischen Horden natürlich heldenhaft entgegengestellt, doch immerhin haben wir alles auf Twitter dokumentiert und haben auch damit schon, unsere Wichtigkeit bewiesen.

  4. Sehr oft lese ich von sogenannten Experten, die versuchen, das Verhalten der ostdeutschen und insbesondere sächsischen Menschen zu pathologisieren, frei nach dem Motto: diese armen Menschen fühlen sich 25 Jahre nach der Wiedervereinigung noch immer als Bürger zweiter Klasse… Als einer der ihren und einer, der schon 1989 auf der Straße war, kann ich nur sagen, wir sind nicht zweite Klasse, sondern ziehen Parallelen zu den Ereignissen der prolatarischen Diktatur. Wir kennen es, wenn Meinungen unterdrückt, Nachrichten verfälscht und Aufbegehren kriminalisiert werden. Eben das ist der wahre Grund. Danke für den guten Artikel.

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