Gesichtet

Der Regenbogen: Eine Verteidigung aus christlicher Sicht

Wir leben in wilden, ungeordneten und verrückten Zeiten. Manch einer spricht schon von einer „Clownwelt“, in der die Widersprüche und die Absurditäten des politischen und gesellschaftlichen Alltages so offensichtlich sind, dass man sich wirklich fragen muss, wie so viele Menschen all das für normal und gut halten können.

Auflösung der bipolaren Geschlechterordnung, Frühsexualisierung von Kindern, Zerstörung des traditionellen, monogamen und lebenslangen Ehebundes, mehr als hunderttausend Abtreibungen im Jahr, Islamisierung, geistlicher Verfall der großen Kirchen, Irrlehren, falsche Verschwörungstheorien und tatsächlich reale Verschwörungen, Konzentration der politischen und wirtschaftlichen Macht in immer weniger Institutionen und Unternehmen und noch so vieles mehr – Christen sehen all diese Ereignisse noch mit ganz anderen Augen.

Christen führen einen geistlichen Krieg

Sie begreifen sie als geistliche Umstürze und als in der materiellen Welt manifestierte Auswirkungen des Widerstreits der Streitmächte Gottes auf der einen und denen der Schlange, des Teufels auf der anderen Seite. Auch wenn man es heutzutage bestimmt nicht mehr in der Amtskirche hört, aber für den Christen ist das Leben ein Kampf, ein Krieg. Besonders deutlich wird dies in Epheser 6, 10, in dem uns aufgetragen wird, die „Waffenrüstung Gottes“ anzulegen, damit wir standhalten können „gegenüber den listigen Kunstgriffen des Teufels“.

Der Krieg, den Christen ausfechten müssen, ist aber keiner von Mensch gegen Mensch, denn weiter heißt es im Epheser-Brief: „Denn wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit Mächtigen und Gewaltigen, mit den Herren der Welt, die über diese Finsternis herrschen, mit den bösen Geistern unter dem Himmel.“

Christliche Verwirrung rund um den Regenbogen

Ein solcher „listiger Kunstgriff des Teufels“ ist mit Sicherheit auch der, dass die Homo-Lobby ausgerechnet die Regenbogenfahne für sich als internationales Symbol reklamieren konnte. Zur Klarstellung: Hier geht es nicht um den einzelnen Homosexuellen, sondern um die organisierte, manifestierte, aggressive politische Homosexualität, der es um eine Veränderung der Gesellschaft und ihrer Grundlagen geht.

Für Christen ergibt sich aus dem alten Grundsatz „Den Sünder lieben, die Sünde hassen“ entsprechend eine scharfe Ablehnung und Pflicht zur Bekämpfung dieser Bestrebungen. Daraus resultiert leider oft, dass auch der Regenbogen als – vermeintliches – Symbol für Homosexualität von Christen abgelehnt wird. Der ohne Zweifel bodenständige, konservative Krakauer katholische Erzbischof Marek Jedraszewski verstieg sich sogar dazu, in einer Predigt von „der Regenbogenpest“ zu sprechen.

Die Farbe des Feindes sei nicht mehr rot, sondern „Regenbogen“. In Deutschland empörten sich derweil zahllose Rechte darüber, dass vor der Uhrschule Meerbeck Kinder zur Einschulung unter den Augen der Pfarrerin unter einer Regenbogenfahne durchlaufen „mussten“.

Der Regenbogen ist ein urchristliches Symbol

Damit ist es dem Teufel gelungen, auch diejenigen zu verwirren und irrezuleiten, die eigentlich auf der Seite des Guten stehen. Ein klassischer „listiger Kunstgriff“ sozusagen, bei dem uns eine Verheißung Gottes madig gemacht und mit seinen Symbolen Schindluder getrieben wird. Warum?

Weil der Regenbogen ein urchristliches Symbol mit besonderer Wichtigkeit ist! Der Regenbogen wurde Noah von Gott als ein Zeichen gegeben, dass er die Erde nicht noch einmal durch eine Flut (oder etwas anderes) vernichten würde (1. Mose 9,13-16). Bis heute können wir, wenn wir nach einem Unwetter einen Regenbogen sehen, auf diese Zusage und Gottes bleibende Treue vertrauen.

Und auch im Neuen Testament spielt der Regenbogen in der Offenbarung des Johannes eine wichtige Rolle. So beschreibt Johannes, dass der Thron Gottes von einem Regenbogen umgeben ist (Offenbarung 4,3). Und auch als ein „starker Engel“ aus dem Himmel herabkommt, ist über seinem Haupt ein Regenbogen zu erblicken (Offenbarung 10,1).

Den Regenbogen zurückerobern!

Jetzt dürfte es Christen wie Schuppen von den Augen fallen, wer wohl dahintersteckt, dass eine explizit anti-christliche Organisation für sich ausgerechnet dieses Symbol ausgesucht hat und ihre entsetzlichen Paraden in Großstädten damit „schmückt“! Hingegen ist es wunderbar, schön und gut, wenn Kinder bereits an ihrem ersten Schultag die Regenbogenfahne als Symbol von Gottes Treue und der Botschaft, dass auch nach dem wildesten Sturm im Leben wieder die Sonne scheint, kennenlernen.

Selbst, wenn ihnen diese wahre Botschaft durch verblendete „EKD-Pfarrer*innen“ übermittelt wird, die sie später versuchen aufs gesellschaftspolitische Glatteis zu manövrieren. Für die christliche Rechte ist die Aufgabenstellung letztlich dieselbe, wie für die Rechte generell: Kampf um Narrative, Kampf um Symbolik, Kampf um Deutungshoheit.

Jede Verwendung der Regenbogenflagge, die näher an ihrer eigentlichen Bedeutung ist, ist metapolitisch begrüßens- und unterstützenswert. Wenn etwa aktuell während der Corona-Pandemie Familien mit Kindern in ganz Deutschland einen Regenbogen in ihre Fenster hängen, um damit zu zeigen, dass Gott aufpasst und alles wieder gut wird, dann ist das eine gute Aktion, an der man sich gerne beteiligen kann.

(Bild: Pixabay)


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