Rezension

Die Kadetten des Alcázar

Nach 60 Jahren braven Demokratiekanons politisch-korrekter Linksverlage traut sich der Jungeuropa Verlag wieder an ein Schlüsselwerk des Faschismus heran: „Die Kadetten des Alcázar“ von Robert Brasillach und Henri Massis.

Erstmals 1936 in Frankreich erschienen, beschreibt die Novelle die Belagerung der Stadtfestung Toledos durch die linken Republikaner im spanischen Bürgerkrieg. Am 21. Juli 1936 verschanzten sich die Kadetten der damals als Offiziersschule eingesetzten Festung unter der Führung Oberst Moscardós im jahrhundertealten Alcázar (spanisch: Schloß).

Einige hundert Mann, dazu Frauen und Kinder, verharrten unter dem Dauerbeschuss der sozialistischen Miliz und warteten. Denn von Norden rückten nationalistische Regimenter unaufhaltsam vor. In Afrika hatte Franco bereits Truppen zusammengezogen und den Marsch auf Spanien begonnen. Vollkommen abgeschlossen von der Außenwelt verharrten die Eingeschlossenen in den Katakomben der Festung und verteidigten sich gegen regelmäßige Sturmangriffe der Roten. Es gab nur ein Ziel: Ausharren. Irgendwie.

In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, insbesondere in Spanien, avancierte die Belagerung des Alcázar schnell zum Mythos des europäischen Faschismus. Nach dem Zweiten Weltkrieg und unter alliierter Demokratieerziehung verblasste die Erinnerung an den mehrmonatigen Überlebenskampf der Kadetten dagegen.

Aus der Feder der beiden Autoren ist ein unterhaltsames und fesselndes Buch über eine reale Begebenheit entstanden, das den (deutschen) Leser in ein verlorenes Kapitel der europäischen Geschichte führt und einen kleinen Ausschnitt des spanischen Bürgerkriegs verdichtet wiedergibt. Und das ohne den marxistischen Tenor von bösen Nationalisten, kinderfressenden Franquisten und brutalen Faschisten.

Brasillach und sein Koautor Massis zeigen in einer Mischung aus ansteckender Dramatik und nüchtern-kaltem Chronismus ein Kapitel spanischer Historie von der anderen Seite, von Seiten der heutigen „Verlierer“. Das spürt man als Leser und findet einen Zugang zur Geschichte und zum Heldenmut der Verteidiger, die bereit waren für einen zerschossenen Haufen Steine ihr Leben zu lassen. Hinter diesem Haufen Geröll stehen mehr als eine zertrümmerte Festung und die kämpfenden Kadetten: Das alte Spanien, verblassende Werte und die Bereitschaft für die eigene Überzeugung zu sterben.

Robert Brasillach/Henri Massis: Die Kadetten des Alcázar. 112 Seiten. 12 Euro. Jungeuropa Verlag. Hier bestellen.

(Bildhintergrund: Carlos DelgadoCC BY-SA 3.0 es)

Verwandte Themen

Das Fortleben der „schwarzen Legende“ Immer noch sehr beliebt unter Multikulti-Sentimentalisten sowie Besserwissern ist die Anklage, die Spanier hätten die Juden und Araber vertrieben bzw....
Schwarze Legenden über „Tätervölker“ Gewisse Nationen und Völker haben das Unrecht auf ewig für sich gepachtet. Die Deutschen z.B. können ein Lied davon singen, dass der Rest der Welt sie...
Ein Museum für die entartete Gesellschaft Die Kunst hat uns längst daran gewöhnt, dass im Museum auch Platz für Absonderliches ist. Woran wir uns nicht zu gewöhnen brauchen, ist das Absonderli...

0 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.