Anstoß

Die Koalition der Denkunwilligen

In den großartigen Zeiten, die wir gerade durchleben (noch größere Fortschritte wohin auch immer und für wen auch immer sind uns ohnehin versprochen) reicht eine kleine Dreierkoalition nicht aus. Deshalb ruft nun die CSU die große informelle Mitregier-Koalition mit jenem Teil der Gänsefüßchen-„Linken“ aus, der über jeden Verdacht erhaben ist, mit der viel zu gut aussehenden und viel zu klugen Staatsgefährderin Sahra Wagenknecht zu sympathisieren.

Söders Kettenhund Dobrindt fletscht die Zähne gegen den AfD-Vorsitz im Innenausschuß und der linkselnde Fraktionschef Dietmar Bartsch bellt noch staatstragender hinterher: „Der Innenausschuss gehört an eine der regierungstragenden Fraktionen und nicht an die AfD“. Bartsch, von 1977 bis zu deren endlichem Ende Mitglied der SED, hält die DDR deshalb nicht für einen Unrechtsstaat, weil es „unstrittig“ sei, „daß es in der DDR auch rechtsstaatliche Bereiche gegeben hat“.

Ja, ja, auch im Dritten Reich war die Hundesteuerpflicht rechtsstaatlich geregelt. Besonders übel ist, daß angesichts dieser Verbrüderung zwischen den Alpenajatollahs und den Ostnostalgikern auch ein Wolfgang Bosbach, der schon lichtere Momente hatte, gegen die AfD stänkert. Die etablierten Altlastparteien kriegen einfach nicht in ihre Köpfe, daß eine von einem Sechstel der Deutschen gewählte Partei, die jedenfalls nicht schlimmer ist als der Rest des Parlamentsbetriebs, ein absolutes Recht auf Gleichbehandlung hat.

Man kann und muß der AfD vieles kritisch vorhalten – Elemente von handlungsblockierender Zerstrittenheit, von Sektierertum in der engen Blase, dogmatischer Stockbürgerlichkeit und abgehobenem Voluntarismus. Wer aber ihre feste Verbundenheit mit Demokratie und Rechtsstaatlichkeit abstreitet, der ist entweder völlig desinformiert oder ein Demokratiefeind.

„Auf der ganzen Welt ist es zu warm. Vor 100 Jahren war es nicht so warm.“ Mit solchen kostenlosen Weisheiten beglückt die bekannte Völkerrechtsexpertin die Welt, auf daß die am deutschen Wesen genese. Sie ignoriert die zentrale Bedeutung der Sonne für  das Weltklima – in grandioser Gläubigkeit, daß alles irgendwie machbar ist. Das ähnelt ein wenig den DDR-Strategen, die auf dem Weg in den Staatsbankrott verkündeten: „Ohne Gott und Sonnenschein / bringen wir die Ernte ein.“

Auf ihrer Pilgerreise nach Warschau kam Annalena nicht etwa, um dem Land für seine Abwehr der nach Belarus eingeflogenen Invasoren zu danken und ein paar hundert der nach Deutschland Durchgebrochenen zum Rückflug mit den in Minsk wartenden irakischen Maschinen mitzunehmen. Auch sprach sie nicht mit den Vertretern der immer noch diskriminierten deutschen Minderheit und erst recht widersprach sie nicht den dreisten Reparationsforderungen der PiS-Regierung.

Polen hat in manchem Recht, aber eben nicht in allem. 1945 hat es die ihm zur Verwaltung übertragenen urdeutschen Gebiete gewaltsam annektiert, hat die allermeisten Deutschen vertrieben, einschließlich derer, die bis zum Krieg polnische Staatsbürger waren, hat den Tod von mindestens einer Million Menschen auf der Flucht oder in den neu eingerichteten polnischen KZs zu verantworten. Nicht allein russische Soldaten, auch polnische Soldaten und Offiziere vergewaltigten und ermordeten deutsche Frauen.

Nicht eines dieser Verbrechen ist durch die vorangegangenen grauenhaften Verbrechen der Nazis zu rechtfertigen – auch nicht die Verweigerung eines Friedensvertrags seit 77 Jahren. Genausowenig wie der Raub deutschen Kulturguts, etwa der aus Berlin nach Krakau verbrachten Varnhagen-Tagebücher.

Seit langem wird von den meisten Polen die polnische Mitschuld am Ausbruch des Zweiten Weltkriegs ebenso verdrängt wie die antijüdische Kollaboration von Polen, die „Goldene Ernte“ bei der Ausplünderung der Juden. Während immerhin vor vielen Jahren die polnischen Bischöfe vergaben und um Vergebung baten, hört man von dem gegenwärtig aufblühenden polnischen Chauvinismus das blanke Gegenteil. Man will, wie anno 1920 gegen die Sowjetunion und anno 1938 gegen die Tschechei nun wieder marschieren lassen und hetzt gegen die friedensstiftende Kooperation mit Rußland, gegen „Nord Stream Zwei“ und die Verhinderung eines NATO-Beitritts der Ukraine.

Während britische Konservative mit der Kampagne „Britain Uncancelled“ die Meinungsfreiheit verteidigen und dafür streiten, daß die seit 2018 an die „woken“ Projekte für Geschlechtsumwandlung im Kindesalter und Denkmalzerstörung gezahlten 15 Millionen Euro Steuergeld auf Null gebracht werden, will die Ampelregierung die Netzzensur vorantreiben („Kritik an uns = Haß und Hetze“), die Familienstrukturen zerschlagen (Sind zwei Päderasten und drei Kinder auch eine Familie?), das angebliche Menschenrecht auf Abtreibung quasi zur moralischen Pflicht für Karrierefrauen und Minijob-Helotinnen erklären.

Der Kanzler, dem eh keiner helfen kann, auch kein Gott, verzichtet auf ihn in seiner Eidesformel. Wird er sich demnächst Finnland zum Vorbild nehmen, wo die Abgeordnete und Ex-Ministerin Päivi Räsänen verurteilt werden soll, weil sie auf Twitter den Römerbrief des Paulus (1,26ff.) mit seiner eindeutigen Verurteilung gleichgeschlechtlicher Sexualakte zitiert hat?

Immerhin, überall in Europa regt sich Widerstand gegen die Globalisten, Neoliberalen und Kollektivierer, die als innerer Feind jede Grenzziehung in ethischer und kultureller Hinsicht und jeden Schutz nach außen hin unterbinden wollen, die aus ihrem geplanten Einheitsstaat Klein-Europa eine von Brüsseler Lobbyisten und Bürokraten dirigierte EUdSSR machen wollen. Nicht die aus nachvollziehbaren Gründen auf Besserstellung spekulierenden Asylbewerber sind unser Problem. Selbst die von ihnen, die kriminell oder islamistisch sind, sind nur ein Randärgernis.

Der wahre Gegner sind die oft gebildeten und oft saturierten Hasser Deutschlands und der Deutschen in Spitzenämtern, die Islammissionare und Weichspüler, die Antisemiten und Diktaturbegeisterten links- und rechtsaußen. Jeder, der gegen sie in diesem langen Entscheidungskampf auf unserer Seite steht, muß uns willkommen sein – egal, aus welchem Land und welcher Partei er dazustößt.

Bild: Annalena Baerbock, Grüne / Von: Olaf Kosinsky, Wikipedia, CC BY-SA 3.0 de

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