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Ein zweiter Büge?

Die Süddeutsche Zeitung berichtete gestern über den »Grenzgänger Bernd K.«. Schnell war danach klar, daß es sich um Bernd Kallina handeln muß. Dieser arbeitet beim Deutschlandfunk als Redakteur. Was den Herrn Kallina so gefährlich macht? Er war vor Jahrzehnten mal in der Jugendorganisation der NPD tätig. Er ist im Vertriebenenverein Witikobund. Und er ist Alter Herr der Münchener Burschenschaft Danubia.

Für Journalist Sebastian Krass ein Grund, ausführlich zu berichten. Kann und vor allem darf so jemand beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk arbeiten? Dem 62-jährigen Deutschlandfunk-Redakteur wirft Krass eine Nähe zum Rechtsextremismus vor und suggeriert, daß Menschen wie Bernd Kallina besonders zu beobachten seien – trotz oder vielleicht gerade wegen ihrer »hervorragenden Umgangsformen«. Die machen verdächtig und sind zugleich beängstigend für den jungen Schreiberling der SZ:

Ist K. ein Rechtskonservativer, den man in einer offenen Gesellschaft tolerieren muss? Oder überschreitet er mit seinem Wirken jenseits des Senders im extremen Milieu eine Grenze, die ihn in einem meinungsbildenden Medium, zumal einem gebührenfinanzierten, unmöglich macht?

 

Bernd K. selbst nennt sich einen »deutschen Verfassungspatrioten«. Von seinen, wie er schreibt, »auslandsdeutschen« Eltern – Vater in der Slowakei geboren, aus Österreich stammende Mutter in China aufgewachsen – habe er eine »weltoffene« Prägung mitbekommen. Sein Politikstudium schloss er mit einer Arbeit über »Linksextreme Kampagnenstrategien« ab.

Erwartet wird nun wieder eine Distanzierung. Ein Abrücken von der eigenen Haltung und den damit verbunden Werten. Nach dem »Fall Büge« wird das nächste »Opfer« gesucht, bei dem man die Mitgliedschaft in einer Burschenschaft skandalisieren kann. Um es mit linkem Sprachjargon auszudrücken: Verbindungsstudenten sollen aus ihren »Führungspositionen« verdrängt und ihre Seilschaften gekappt werden. Schließlich möchte der politische Andersdenkende – in diesem Fall also der politisch korrekt und vor allem links Denkende – diese mit Einfluß verbundene Position übernehmen.

Stück für Stück soll so einer nach dem anderen »abgesägt« werden. Es wird Zeit, daß sich alle Verbindungsstudenten dagegen wehren. Eine Distanzierung von anderen Korporationen wird langfristig keinen Erfolg bringen – das Feindbild sind Verbindungen an sich.

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2 Kommentare zu “Ein zweiter Büge?

  1. Alternativer

    Es gibt zwar ein paar Verbindungsstudenten, die z.B. in der AfD aktiv sind, doch die Masse sieht tatenlos zu, wie man sie öffentlich hinrichtet, wie man sie lächerlich macht oder als Extremisten verunglimpft. Sind sie nur noch ein matter Abglanz ihrer Vorgänger? Es ist an der Zeit Farben und Flagge zu zeigen! Ein wenig mehr Biss wäre angebracht. Germania, Danubia, usw. haben gezeigt, was man alles erfolgreich machen kann. Wie wäre es mit einer Solidaritätskampagne?

  2. Wer soll denn da aufstehen? Das war doch in der DDR nicht anders. Da wurde der eine abgeholt. Dann der andere verhört. Und der nächste interniert. Jeder hoffte, daß er irgendwie durchkam. Wem es unerträglich wurde, wer flexibel war, der konnte immer noch flüchten.

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