Anstoß

Entmenschlichung als politische Strategie

Georg Immanuel Nagel kommentiert die Vorfälle rund um Bernd Luckes Antrittsvorlesung und ruft zu Solidarität auf.

Letzten Mittwoch plante der in den Lehrbetrieb zurückgekehrte VWL-Professor Bernd Lucke nach längerer Zeit wieder eine Vorlesung an der Universität Hamburg zu halten. Daraus wurde jedoch nichts. Denn eine vorher angekündigte, kriminelle Störaktion der Antifa wurde planmäßig und erfolgreich durchgeführt.

Anstatt mit wissbegierigen Studenten war der Hörsaal nämlich rammelvoll mit einem Mob von Linksextremen und sonstigen akademischen Elendsgestalten, die den Gelehrten niederbrüllten, anrempelten, u.a. als „Nazischwein“ beschimpften, mit Gegenständen bewarfen und schließlich durch Gewaltandrohungen zum Verlassen des Raumes nötigten.

Damit der belagerte Hochschullehrer überhaupt sicher hinauskam, musste er dazu von Polizisten begleitet werden. Die Staatsmacht verhinderte also nicht eine öffentlich angekündigte, rechtswidrige Zusammenrottung, sondern unterstützte diese in ihrem Ziel, einem Professor seine Würde und sein Recht auf Meinungsfreiheit zu nehmen. Natürlich wurden auch von der Universität selbst und der etablierten Politik keinerlei Maßnahmen gesetzt, diesen Zivilisationsbruch zu verhindern und die öffentliche Ordnung aufrechtzuerhalten. Irgendwelche Folgen für die Täter wird es wohl, so wie fast immer, nicht geben.

Ein Sittenbild der heutigen Universität

Wenn man nicht wüsste, dass solche Ereignisse bei uns ganz normal und alltäglich sind, würde es sich eigentlich um einen unglaublichen Vorgang handeln. Die Deutschen, die sich einst zu Recht als „Volk der Dichter und Denker“ bezeichneten und deren Ahnen einen guten Teil der akademischen Kultur und die daraus entstehenden wissenschaftlichen Errungenschaften hervorbrachten, leben heute in einer Pöbel-Gesellschaft, in der die Hochschulen zum Habitat einer Affenhorde verkommen sind, die hier alleine durch ihre primitive Gewalt herrscht.

Bezeichnenderweise sind es gerade diejenigen, die so gerne die religiöse Vorstellung einer proklamierten „Würde des Menschen“ bedienen, die diese sofort jedem aberkennen, der sich nicht ihrer totalitären Ideologie vollumfänglich unterwirft. Solche Attacken wie jetzt auf Lucke darf man nicht als „Protest“ abtun. Hier geht es darum, eine Existenz zu zerstören, jemanden seine Menschlichkeit und seine Ehre zu nehmen und ihn de facto aus der Gesellschaft zu drängen.

Distanzieren zahlt sich nicht aus

Jeder soll sich einmal gründlich die Bilder dieser Vorkommnisse ansehen und die dummen, feixenden Gesichter der verhetzten Halbwüchsigen betrachten, die sichtbar Spaß daran haben, als Teil eines johlenden Lynchmobs auf eine Einzelperson loszugehen, die faktisch völlig wehrlos ist. Das, genau das, ist es, was heute unter „Antifaschismus“ verstanden wird. Gezielte Entmenschlichung von Andersdenkenden gehört zur politischen Strategie der totalitären Demokratie, unter deren Knute wir gegenwärtig leben.

Das Interessante an diesem Fall ist, dass Bernd Lucke, der einst zu den Gründern der Alternative für Deutschland (AfD) und deren Führungsriege gehörte, sich nach einem Bruch mit der Mehrheit der Partei und dem Scheitern seiner Abspaltung, mittlerweile ja aus der Politik zurückgezogen hat und nun bloß wieder seinen alten, wenig aufregenden Job als Wirtschaftsprofessor nachgehen möchte.

Lucke wollte seinerzeit, dass die AfD eine reine Anti-Euro-Partei bleibt und, dass wichtige Themen, wie die für das deutsche Volk existenzbedrohende Masseneinwanderung und Islamisierung, nicht in den Fokus gestellt werden. Im Zuge dieser Debatten hatte sich Lucke damals fleißig politisch korrekt distanziert.

An Lucke soll ein Exempel statuiert werden

Dieser Kotau vor der politischen Korrektheit hat sich wie immer nicht ausgezahlt. Für den linken Mob ist Lucke trotzdem ein „Nazischwein“. Jeder wirkliche Widerspruch gegen die Agenda der globalistischen Herrschaftskaste – und wenn es auch nur der Austritt aus dem Euro ist – wird mit Existenzvernichtung geahndet. An Lucke wird jetzt ein Exempel statuiert: „Du hast dich zwar brav von den ‚Völkischen’ distanziert, aber wir machen dich trotzdem fertig!“

Jeder soll sehen, dass es für einen Abweichler keine Chance gibt, jemals wieder in ein ruhiges, bürgerliches Leben zurückzukehren. Lucke ist und bleibt trotz allem ein Paria, der mit Reichsacht und Kirchenbann belegt wurde. Für ihn soll es keinerlei Möglichkeit auf Gnade mehr geben.

Es ist gegenwärtig in dem Lager, von dem sich Lucke so gerne distanziert hat, eine gewisse Häme zu beobachten. Dieses Gefühl ist natürlich überaus verständlich, trotzdem sollten wir ihm momentan beistehen. Wir müssen anfangen, über alle Spaltungen und Lagergrenzen hinweg, eine Kultur der Versöhnung und der Solidarität zu entwickeln. Wir dürfen im Gegensatz zu unseren Gegnern den menschlichen Anstand niemals verlieren. Aber auch von Luckes Seite wäre es jetzt angebracht, wieder eine Hand auszustrecken.

Jetzt heißt es durchhalten

Es bleibt spannend, wie es nun weitergeht. Faktisch sind unsere Hochschulen heute weitestgehend gleichgeschaltet. Wird es „der freieste Staat auf deutschem Boden“ aushalten, dass es auch nur einen einzigen Professor gibt, der einmal eine Oppositionspartei gegründet hat? Man wird nun sehen, wie viel „Demokratie“ und „Freiheit von Forschung und Lehre“ in diesem Lande wirklich vorhanden sind.

Lucke sollte keinesfalls aufgeben und unbedingt auf seinem Recht beharren, auch wenn ab nun jede Vorlesung von einer Heerschar an Polizisten bewacht werden muss. Jetzt heißt es: Durchhalten! Metapolitisch ist das Verhalten unserer Gegner eine Gabe der Fortuna. Beide Möglichkeiten helfen uns jetzt. Entweder beruhigt sich die Lage und Lucke kann normal seiner Arbeit nachgehen. Dann hat er gewonnen. Oder der Affenzirkus geht weiter und liefert genau die Bilder, durch die dieses System und seine Ideologie weiter entlarvt werden.

(Bild: Bernd Lucke, European Parliament, flickr, CC BY-NC-ND 2.0)


Jahrgang 1986, aus Wien, Studium der Philosophie, begreift sich als Vertreter der deutschen Alt-Right (Alternative Rechte) und ist seit 2014 als Journalist bei diversen Medien tätig und veröffentlichte mehrere Bücher. Maßgeblich war er beteiligt an PEGIDA in Österreich. Zudem ist er Gründer und Obmann von "OKZIDENT - Verein zur Förderung von Rechtsstaatlichkeit". - www.georgimmanuelnagel.at

4 Kommentare zu “Entmenschlichung als politische Strategie

  1. leben heute in einer Pöbel-Gesellschaft, in der die Hochschulen zum Habitat einer Affenhorde verkommen sind, die hier alleine durch ihre primitive Gewalt herrscht.

    und deren Apologeten nicht selten, in obskuren ex-Stasi Organisationen ihr Denunzianten Salär bekommen und auf eine kleine Karriere, in diesem antideutschen System als »Experten« hoffen können.

    Oder der Affenzirkus geht weiter und liefert genau die Bilder, durch die dieses System und seine Ideologie weiter entlarvt werden.

    Für diejenigen die sehen wollen, hat sich dieses System schon sehr lange entlarvt, dafür sind keine weiteren Beweise mehr nötig. Für die anderen, die »Aktivsten«, die Scharfrichter, die Jakobiner und ihre vielen, vielen stillen Unterstützer ist es lediglich ein innerer Reichsparteitag. Die begrüssen diese totalitären Zustände, immer fanatischer. Mal sehen, wie lange denen die subtile und relativ sanfte Repression hierzulande noch reicht. Dieses Land ist immer noch voll von Leuten, die gerne auf einem Wachturm stehen würden, um Abweichler am Stacheldrahtzaun abknallen zu dürfen.

    Letztendlich stimme ich aber nicht zu. Solidarität ist ein hohes Gut, wenn man es ernst meint und nicht als leeres Wort gebraucht. Sowas sollte man nicht verschwenden und an Lucke, wäre es verschwendet.

  2. „Es ist gegenwärtig in dem Lager, von dem sich Lucke so gerne distanziert hat, eine gewisse Häme zu beobachten. Dieses Gefühl ist natürlich überaus verständlich, trotzdem sollten wir ihm momentan beistehen.“ (Entmenschlichung als politische Strategie – Georg I. Nagel, 20. Oktober 2019)

    Nö! Schluss aus, Ende Gelände für die einseitigen Solidaritätsforderungen! So läuft das nicht, da hat xerox (Kommentar v. 21. Oktober 2019) schon ganz recht!

  3. Nietzsche Schwarzert (Melanchthon) Luther

    XEROX: »Letztendlich stimme ich aber nicht zu. Solidarität ist ein hohes Gut, wenn man es ernst meint und nicht als leeres Wort gebraucht. Sowas sollte man nicht verschwenden und an Lucke, wäre es verschwendet.« Ein hohes Wort!

  4. Das Problem ist erstens kaum noch intakte Familien und fast gar keine Erziehung mehr gelebt wird. Außerdem gibt es keine Bildung z. B. Anstandregelungen. Denn in meiner Kindheit waren die Familien noch nicht so zerstört und in der Volksschule wurde Bildung vermittelt.

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